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Schlagwort: Spanien

Homophonie kann eine Plage sein

Keine Witze mit Namen. Seine Kindheit wird schwer genug gewesen sein. Der arme Shane aus Neuseeland. Ganz so schlimm war es dann aber wohl doch nicht, denn sonst hätte er es nicht bis zum, naja, sagen wir Leistungssport gebracht.

Hoffnung gibt es auch für andere Kinder wieder, die glaubten, ihre Fußballkarriere würden an ihren mangelnden Fähigkeiten scheitern. Vielleicht hat Ur-Oma ja mal mit einem Neuseeländer geschäkert. Schnell aus- bzw. einbürgern lassen, und schon kann man das eine oder andere Länderspiel abstauben. Auf die Fähigkeiten kommt es da nicht ganz so an. Hauptsache, man kennt die Regeln und ist ein bisschen fit. Das reicht dann meist.

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La Bestia Paliducha

Paliducha ist spanisch und bedeutet blass, bzw. leichenblass.

Anders kann man die Stimmung bei den Bayern wohl nicht bezeichnen, die vor dem Duell mit dem FC Barcelona dominiert. 1:5 gegen den VfL Wolfsburg, dazu die beiden Demütigungen durch das die Abwehr austänzelnde Tor Grafites und der das noch krönende Austausch des Torhüters in der letzten Spielminute. Beides halb so wild, wenn man das als reinen Unfall ablegen könnte. Angesichts der Leistung der Defensive der Bayern war dies aber kein Unfall, es ist vielmehr bezeichnend für die gesamte Saison. Ein unsicherer Torhüter plus ausgefallene Stammverteidiger plus ein Star-Mittelfeld und -Angriff, die sich für jede Arbeit nach hinten zu schade sind, das wird heute Abend nicht anders sein. Und da darf man dann zurecht etwas blass werden.

Auf barceloninanischer Seite spricht man natürlich davon, dass es aus ihrer Sicht kein schlechteres Ergebnis vor dem Duell hätte geben können, weil die Bayern jetzt heiß seien, diese Niederlage wettzumachen, während die bundesdeutschen Medien schnell darauf hinweisen, dass Bayern noch nie gegen Barcelona verloren habe. Und dann ist da ja noch der Ausdruck der

bestia negra.

Die Legende, die sich darum rankt, dass man in Spanien höllischen Respekt vor den Bayern habe, weil diese wie eine bestia negra, wörtlich eine „dunkle Bestie“, auch in den letzten Minuten des Spiels immer noch zuschlagen und die Punkte respektive den Sieg oder das Weiterkommen rauben können, ist schlichtweg falsch.

„Bestia negra“ ist ein zusammengesetzter Ausdruck, der nichts anderes als „Angstgegner“ bedeutet. Ganz platt, ganz banal, ist es einfach eine feststehende Wendung, die man eben nicht wörtlich übersetzen darf. Jetzt bitte alle wieder die Wörterbücher zuklappen und sich fragen, warum das von all jenen, die jahrelang voneinander abschreiben, nicht mal geprüft wird, bevor man es nachplappert.

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Der Tabellenplatz-Hüpfer

Wortspiele mit seinem Nachnamen verbieten sich schon seit Längerem (und dasselbe Verbot gilt übrigens weiterhin für den Torhüter von Bayer Leverkusen), zu dem, was er verbal so verzapft, darf man hingegen immer noch ungestraft kondolieren.

Vereinstreue ist schon länger nicht mehr en vogue, eins dieser vielen Themen, die in den letzten Jahren auf dem Schafott des Fußball-Kommentierens gelandet sind. Wie Albert Streit dieses Mal seinen Wechsel von Schalke zum HSV begründet, hat jedoch eine neue Dimension der Tagesaktualität bei den Erklärungen Wechselwilliger erreicht.

Opportunismus galore, noch gewürzt mit dem verblassenden, kaum sichtbaren Schatten des Arguments, dass man sich ja „sportlich weiterentwickeln wolle“. Immer in der Tabelle nach oben wechseln, ob nun mitten in der Saison, vor der Saison, nach der Saison oder bei der Saison, an der Saison oder hinter der Saison. Geschwätz von gestern. Die Familie. Die Perspektiven. Die Champions League. You name it.

kicker: Der HSV wollte Sie bereits vor eineinhalb Jahren, damals haben Sie sich für Schalke entschieden – warum nun die Kehrtwende?

Streit: Zu der Zeit war Schalke Erster und ich wollte in der Champions League spielen. Es gibt diverse Gründe, weshalb es nicht geklappt hat. Jetzt ist der HSV für mich eine Riesensache, ich gehe vom Neunten zum Dritten – das ist ein Sprung. Und ich bin froh, dass ich Schalke hinter mir lassen kann, denn es war keine einfache Zeit.

Am letzten Spieltag wechselt Streit dann nach Hoffenheim (Für den ungeübten Leser: Das ist jetzt kein Hoffenheim-Bashing.), um auf Schalke („sind ja nur Neunter, die Pfeifen, man muss mich verstehen“) dann die Meisterschale in Empfang nehmen zu können („ich wollte schon immer Champions League spielen“).

Zugegeben, Streit hatte ohnehin keine andere Wahl mehr, als einen Wechsel anzustreben und in dem Fall ist es sein gutes Recht, nach so weit oben wie möglich zu wechseln. Dass es ihn aber immer dorthin zieht, wo der Erfolg, der im Fußball ja nun mal ein sehr naher Verwandter, man würde fast sagen: Bruder des Zufalls ist, gerade gastiert, bevor er ohne sich abzumelden seine Zelte abbricht und zum nächsten Klub weiterzieht (aktuell z. B. Hertha BSC, aber in der Rückrunde dann schon wieder BVB, Hannover oder — wer weiß — Schalke), wird ihn zu einem geradezu nomadenhaften Lebenswandel zwingen: Am 1. Spieltag zum KSC, am 5. Spieltag nach Bremen, von da aus nach Köln, später zu den Bayern und nächstes Jahr in Leverkusen. Und irgendwann einmal bei Brasilien, nein, ach, das war letztes Jahr, neuer Führender der Weltrangliste ist bekanntlich Spanien. Johann Mühlegg wird ihm sicher ein paar Einbürgerungstipps geben können.

Wie man aufgrund solchen Geschwätzs als Fan des jeweiligen Vereins, der zufällig gerade in der großen Lotterie weit oben steht, so etwas wie Wertschätzung — von Vertrauen oder Verbundenheit ganz zu schweigen — gegenüber Albert Streit und Anverwandten entwickeln können soll, bleibt unter der Burka jener Tagesaktualität des Tabellenplatz-Hoppings verborgen, dessen neue Koryphäe ab heute Albert Streit heißt.

Auf dem Schafott, man sieht noch die Reste kokeln. Und es stinkt.

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Statt Zersplitterung

Eine ganz einfache Lösung für das angeblich fehlende Geld bei Bundesligavereinen kommt jetzt aus Spanien aufs Tapet: Statt die Spieltage zu zersplittern, dem Zuschauer noch ein paar Euro extra abzuringen, nur um wieder international wettbewerbsfähig zu werden und ein paar Stars auch mal in Bielefeld und Karlsruhe auf den Plätzen zu sehen, könnte man einfach die Variante Exteberrias wählen:

Er spielt in der kommenden Saison ohne Bezahlung für seinen Club.

Unter anderem, weil er seinem Verein etwas zurückgeben möchte dafür, dass er quasi seine gesamte Profikarriere dort zubrachte. Möglicherweise aber auch, weil er einfach schon genug verdient hat und die übernächste Million gar nicht mehr so unbedingt braucht.

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De groeten, Rafael!

Endlich isser weg. Das war ja nun wirklich nicht mehr zu ertragen, wie dieser Bubi, dieser Knilch (was ja mittlerweile auf fast alle Spieler aus dieser Perspektive zutrifft), sich noch in jedem Sommer-, Winter- oder Herbstloch mit Trikots von Bananenrepubliken oder Ähnlichem für die Zeitung ablichten ließ, diverse Spalten und Überschriften belegte und dann auch noch lächerliche Schauspielaufführungen gab, um potenzielle Wechsel nicht zu gefährden, ohne beim Abschied zu vergessen, dass er Hamburg — seine Perle — natürlich liebt und auch die Menschen dort.

Die übrigen Menschen in der Bundesrepublik scheint er nicht besonders zu mögen, ansonsten hätte er uns allen dieses jahrelange enervierende Theater inklusive herzerweichendem Gelaber von spanischen Großeltern elterlicherseits erspart, in deren Land er natürlich unbedingt spielen müsse, eines Tages. Wie schön für ihn, dass seine Großeltern nicht aus Lettland oder Albanien stammen. Sylvie van der Vaart hätte nie via OTTO-Katalog unsere Augen drangsaliert und man hätte noch tatsächliche Saure-Gurken-Zeit haben können. Und jetzt das! Da sind die Gurken mal seit dem verlorenen EM-Finale bis auf ein Streitchen zwischen Immer-noch-Heißsporn Sammer und Bundes-Jogi über eine Party extrem sauer, da wartet van der Vaart auch noch extra bis zum Ende dieser Spreewälder-sind-die-besten-Zeit, bevor er schließlich wechselt.

Es hätte doch alles so einfach sein können.

Nun sind wir froh, dass Ruhe eingekehrt ist bezüglich dieses Themas. Auch wenn wir wissen, dass das nächste leidige nicht weit sein kann. Siddharta Goppingen Gautama lauert schon darauf, dass ihm der Kopf von seinem steinernen Haupt abgeschlagen wird. Aber dazu später mehr. Sagen, wir, in einer Woche. Was ist schon eine Woche im Vergleich zum Kreislauf der ständigen Wiedergeburt?

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Hat der Mensch einen freien Willen?

Ist mir ehrlich gesagt heute Abend scheißegal. Freier Wille oder nicht, das Ding muss ins Tor, und zwar ins spanische. Wenn Lehmann heute auch nur einen Fehler macht, reiß ich ihm den Kopf ab, natürlich nur metaphorisch, aber immerhin. Wobei ich nicht ernsthaft glaube, dass Lehmann im Spiel seines Lebens einen Fehler machen wird. Kandidat Nr. 1 dafür ist schließlich Christoph Schlechtelder, der uns, wie bereits schon länger befürchtet, schlussendlich das Turnier kosten wird. Das kann man ihm vorwerfen oder auch nicht, verantwortlich dafür, dass er spielt, dass er eingesetzt wird, ist der Herr an der Linie. Es mag auch etwas obskur anmuten, jetzt über Löw herzufallen, aber dessen Nibelungentreue zu den WM-Gesellen ist nichts anderes als das, was ich sie eben nannte: obskur. Haben wir wirklich innen drin keinen besseren als Metzelder? Es scheint so. Ich bin kein Experte und möglicherweise spielt z. B. in Bielefeld oder in Karlsruhe ein Deutscher, der das Torverteidigen besser beherrscht und eben nur beim falschen Klub spielt. Groß ist diese Chance allerdings nicht. Womit wir wieder bei heute Abend wären. Metzelder, er wird uns das Turnier verlieren und Schuld ist Löw. Wird sein.

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fRüHsTüCk

Ich wache auf als Finalist, aber mit etwas Glück gehe ich als Europameister ins Bett.

Bleibt die Frage, wieso ich an einem solchen Tage nicht schlafen kann. Bin ich etwa nervös und werde Fehlpässe spielen, wie sie Metzelder und Mertesacker nicht besser können? Ich spiele gar nicht mit, aber das letzte Finale war 1996 (2002 zählt aufgrund der seltsamen Uhrzeit nicht so richtig) und ich kann mich an 1996 kaum noch erinnern. Einzig, dass ich später im Daddy (eine handelsübliche Disco) war und meine Hose mit einer Dame tauschte, was immerhin bedeuten muss, dass ich damals noch in Damenhosen passte.

Marco Bode sagte, er hätte ein Buch gelesen am Tag des Finales, am Nachmittag, um sich abzulenken. Ich kann heute ganz sicher kein Buch lesen. Und ganz sicher auch wird Deutschland verlieren, aber ich hasse verlieren, wenn es Finales sind. Eigentlich wünsche ich mir, die Türkei hätte gewonnen, dann wäre es nicht so schlimm heute Abend die Spanier den Pokal recken zu sehen. Ich habe schon so viele Finale verlieren sehen, dass es für ein ganzes Leben reicht, aber bewusst gefeiert habe ich nur 1996, 1990 saß ich noch wie ein Idiot im Wohnzimmer meiner Eltern, nichtsahnend, dass derweil in der großen Stadt das Krokodil Aerobic machen würde.

Sollte ich mich täuschen und Deutschland gewänne heute Abend, ich würde trotz des seltsamen Turnierverlaufs sagen: Danke. Dem Schicksal natürlich, nicht den jeweiligen Spielern, die spielen ja jeder für sich selbst und für die Oma von Philipp Lahm (vielzitierte). Ein bewusst erlebter Turniersieg mit dem Bewusstsein, dass sowas nicht so schnell wiederkommt, ein bewusst erlebter Turniersieg im gewachsenen Bewusstsein plus eine eigene Webseite betreibend, das wäre unschätzbar.

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Eine EM ohne Star

Das ist toll.

Endlich hat die hurende Zunft mal keinen Typen, den sie in den Himmel schreiben kann. Es bietet sich einfach niemand an, und selbst der bräsigste Event-Fan würde merken, dass das nicht ganz richtig sein kann, wenn man plötzlich Wayne Rooney zum Star dieses Turniers schreiben würde.

Es ist ja richtig, selbst die Fußballfans wissen es: Menschen sind Menschen sind Menschen und sie orientieren sich an Menschen. Deshalb hatte auch keiner etwas dagegen, Gerd Müller zum Star der WM 1970 zu schreiben, Oliver Bierhoff zum Star des Finales 1996 zu machen oder Miroskloff Klose eben WM-Torschützenkönig 2002 2006 werden zu lassen. Und auch wenn die Idee des „man of the match“ der Grundidee des Spiels zuwider läuft, weiß jeder, dass ein Mittelstürmer (oder ein Torhüter) nun mal eine andere Rolle spielt als der Außenverteidiger.

Dieses Jahr wird es aber schwieriger und Arschwieriger, einen echten Star der EM zu finden. Jene, die in der Champions League dominieren, sind meist früh ausgeschieden, die übrig gebliebenen Deutschen spielen zu unkonstant, der Russe ist ausgeschieden und Verlierer mag nun mal keiner so wirklich, während bei den Spaniern das alles so gesichtslos daherkommt, dass man gar nicht weiß, wie die Leute alle heißen, zumal „Wat Villa?“ jetzt auch noch verletzt ist. Casillas gewann ein Elfmeterschießen (wobei man an dieser Stelle mal sagen muss, dass Elfmeterhalten in aller Regel genauso viel Glück oder Pech ist, wie Elfmeterverschießen, und es daher reichlich albern anmutet, Torhüter nach gewonnenen Elfmeterschießen zum Helden zu schreiben), taugt aber sonst nicht zum Star.

Normalerweise kommt der ein Turnier überstrahlende Spieler aus dem schließlichen Siegerteam, sollte es Deutschland sein, wüsste ich nicht, wen man nach diesen teilweise schauderhaften Leistungen zum „Star des Turniers“ ausrufen könnte. Sollte es Spanien werden, sind die Gesichter so nichtssagend, so ohne Kanten und irgendwas, dass es wehtäte, finalement einen dieser glattrasierten und -gestriegelten U21-Jahrgänge Europameister zu werden haben sehen: Man züchtet sich offensichtlich, was man braucht. Und auch wenn Arschawin mal zum Friseur müsste: Ihn hätte man sich immerhin als Star des Turniers vorstellen können, jemand, der Fußball spielen kann, sich ansonsten aber nicht kümmert.

Die Fratzen und Gesten von Cristiane Ronaldo hingegen braucht kein Mensch, außer der Marketingabteilung diverser Sportartikelhersteller. Dieses lächerliche Gehabe vor der Ausführung eines Freistoßes, den er verkackend in den Nachthimmel der Alpen setzte, zeigt uns, wo wir inzwischen angekommen sind: Die Werbespots finden mittlerweile auf dem Feld statt. Und genau deshalb lieben wir Torjubel wie den von Philipp Lahm nach seinem 3:2 gegen die Türkei. Das war authentisch und dieser Tisch ist immer noch der liebste, an dem wir sitzen.

Aber Stars, im Sinne des Erfinders, gibt es diesmal keine.

Schön.

Fußball ist schließlich ein Mannschaftsbewerb.

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Schweiz — Deutschland 0:4
Briefchen an die Protagonisten

Lieber Klugscheißer-Kloppo, so ein ähnliches Tor wie Gomez‘ 3:0 erzielte nicht Butrageno (ESP) mal bei der WM 1986 gegen Toni Schumacher, sondern Burruchaga (ARG).

Lieber Urs Meier, wenn Du die Witze Deiner Gesprächspartner erst nicht verstehst und dann auch noch mit einer Antwort antwortest, die noch mal unterstreicht, dass Du den Witz nicht verstanden hast, dann halte es doch besser mit Dieter Nuhr. Solltest Du es auch beim nächsten Mal nicht schaffen, diese Regel einzuhalten, dann bleib doch lieber ganz zu Hause.

Lieber Bastian Schweinsteiger, wenn Du keine Lust hast, dann gilt für Dich derselbe Rat wie für Urs Meier. Früher gab es wenigstens noch sinnlose Weitschüsse von Dir zu bestaunen, ganz besonders in Länderspielen und ganz besonders in Situationen, in denen ein Tor hermusste. Das war heute nicht der Fall, okay, da kann man auch schon mal auf Weitschüsse verzichten. Das Problem bei Dir ist nur: Wenn Du keine Weitschüsse machst, dann sieht man von Dir eigentlich gar nix im Spiel. Wobei die Weitschüsse ja auch meist misslangen (außer gegen Portugal), insofern geschenkt. Also bleib einfach zu Hause.

Lieber Jogi Löw, dass Du Piotr Trochowski immer noch nominierst, ist nicht Dein Ernst, oder? Der Schal war aber schön (schöner sogar noch als Hansis Schal) und dass Du uns heute mit Deinem Westchen an einen der Totengräber aus den Lucky-Luke-Comics erinnert hast, wird Dir auch verziehen, sofern Du weiterhin auswärts nicht verlierst. Das wäre ab dem 8. Juni ganz wichtig. Noch mal zum Ausschneiden und unters Kissen klemmen: „Auswärts nicht verlieren.“

Lieber Sebastian Prödl, Dein Platz im alljährlichen Video zu den Pleiten und Pannen im Fußball ist Dir sicher. Circa 2 Meter vor der eigenen Torlinie wie ein Anfänger über den Ball zu florettieren und so den Niederländern den Anschlusstreffer zu ermöglichen, wird Dir einen Ehrenplatz in den vielen Funvideos bei youtube sichern. Und viele Anfänger ermutigen, es doch auch mit dem Fußball zu versuchen. Vielleicht ruft ja morgen der Blatter Sepp an und dankt für die Verdienste um den Fußballsport.

Lieber Köbi Kuhn, heutzutage ist es eigentlich nicht mehr üblich, dass man in proffessionellen Interviews als Fußballproffitrainer seine verständlicherweise getrübte Stimmung so natürlich und unverfälscht raushängen lässt wie Du im Interview beim ZDF. Frag mal den Jürgen Klinsmann bezüglich eines Kommunikationstrainings, wie man auch nach dem schlimmsten 0:4 nicht mit so brüchiger Stimme spricht und vor allem noch mit einem Grinsen herauskommt. Sehr wirksam, so ein Progamm. Dann aber Obacht vor der lokalen Boulevardpresse und ihren fiesen Spitznamen.

Lieber Oliver Neuville, es sieht schlecht aus für Dich. Deine Schweizer Landsleute waren so schlecht aufgestellt, dass sie selbst dem Unaussprechlichen einen steilen Pass ermöglichten, den Podolski zum ENG verwertete. Das hat Deine Chancen nicht gerade erhöht, demnächst auf Kosten des DFB auf Heimaturlaub gehen zu können. Maastricht soll aber auch schön sein.

Herzlichst, Euer Trainer Baade

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Pain in the Ass

Wie mag man sich wohl am vergangenen Sonntag zwischen Brighton und Newcastle gefühlt haben? Eine Gruppe mit Griechenland, Spanien und Schweden wäre selbst für die Essigfüße aus England machbar gewesen, so stark ist Griechenland trotz seiner erfolgreichen Qualifikation nun auch wieder nicht.

Andererseits hat das Aus in der Quali etwas Gutes: Man erspart sich die Schmach, zum x-ten Male bei einem Turnier keinen Titel zu holen. Nur noch 9 Jahre, dann sind es 50 (!), in denen das Mutterland des Fußballs nichts mehr gewonnen haben wird.

In der Zwischenzeit wurde Deutschland drei Mal Europameister und zwei Mal Weltmeister, zudem noch zwei Mal Vize-Europameister und drei Mal Vize-Weltmeister. England hingegen, nun ja, war immerhin im Halbfinale bei der WM 1990 und bei der EM 1996.

Aber was soll man auch machen ohne Torwart?

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Alle EM-Finals (manche sagen auch Finale) seit 1960

1960 UdSSR Jugoslawien 2:1 n. V.
1964 Spanien UdSSR 2:1
1968 Italien ČSSR 2:0 im Wiederholungsspiel,
erstes Spiel 1:1 n. V.
1972 West-Deutschland UdSSR 3:0
1976 ČSSR West-Deutschland 7:5 n. E.
1980 West-Deutschland Belgien 2:1
1984 Frankreich Spanien 2:0
1988 Niederlande UdSSR 2:0
1992 Dänemark Deutschland 2:0
1996 Deutschland Tschechien 2:1 n. V.
2000 Frankreich Italien 2:1 n. V.
2004 Griechenland Portugal 1:0
2008 Spanien Deutschland 1:0
2012 - - -:-

Ein typisches EM-Finale endet 2:1 n. V. und der Verlierer kommt aus dem Ostblock. Als deutscher EM-Seher kann man sich von den beiden unsäglichen Turnieren 2000 und 2004 abgesehen über mangelnden Erfolg auch nicht beklagen.

Falls es jemand nicht wissen sollte: Deutschland ist mit drei Titeln Rekordeuropameister. Wenn die lieben Reporter dies bei den Bayern ständig erwähnen, könnten sie es bei der Nationalmannschaft wenigstens ab und zu mal einstreuen.

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Korrekturspalte

Hier hatte ich über Mirko Votava geschrieben, und zwar behauptete ich, dass er 629 Profispiele gemacht habe und damit Rekordhalter bei den Einsätzen in der ersten Bundesliga wäre, wenn er denn diese Spiele alle in der ersten Bundesliga absolviert hätte. Leider sei ihm das eine oder andere Jahr zweite Liga dazwischen gekommen, weshalb Charly Körbel weiterhin Rekordspieler der Bundesliga ist.

Jetzt stellt sich heraus: 629 Einsätze sind der falsche Wert.

Hätte er alle seine Profispiele in der ersten Bundesliga absolviert, wäre er mit den nicht einberechneten 96 Spielen in der Primera División für Atlético Madrid nämlich auf 725 Einsätze gekommen und hätte damit wohl tatsächlich eine Rekordmarke für die Ewigkeit gesetzt.

Hier noch mal die Bilanz bei fußballdaten.de, die ich verwendete, und hier die aus Spanien fehlenden Spiele bei Weltfussball.

Trainer-Baade-Watch-Blog tut Not.

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