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Schlagwort: WM 2006

Skandal?

Jedem Politiker stehen kostenlose Karten für die WM zu. Schreibt die FOTO-Zeitung. Jedem? Naja, nicht ganz. Einer erlesenen Auswahl von 79 Ministern, Verfassungsrichtern und Landesministerpräsidenten ist es theoretisch möglich, für jedes der 64 Spiele zwei Freikarten zu bekommen. Für die FOTO-Zeitung ist das ein gefundenes Fressen. So titelt sie groß auf Ihrer Startseite Titelseite, was das doch für ein Skandal wäre.

Da kann ich nur müde lächeln.

Erstens bin ich als Bürger dieser Demokratie sogar durchaus der Meinung, dass es angemessen ist, dass sich Vertreter unserer Republik in den Stadien zeigen. Schließlich sind wir auch der Ausrichter dieser WM, selbst wenn der FIFA-Sepp das anders sieht. Warum also dürfen unsere höchsten Würdenträger sich nicht bei diesen Spielen zeigen? Extra erwähnt wird sogar der Wunsch der Bundesregierung, dass es begrüßenswert sei, wenn bei jedem Spiel mindestens ein Vertreter der Bundesrepublik anwesend sei. Also, von der Bundesregierung wird das erwähnt, von der FOTO-Zeitung natürlich nicht. Außerdem gehen die Karten doch an Funktionsträger und nicht auf gekungeltem Wege an irgendwelche Privatpersonen, die von den Politikern bevorzugt werden. Dieser Sachverhalt ist aber zu kompliziert, als dass es die FOTO-Zeitung ihren Leser erklären würde.

Zweitens reden wir hier über Erdnüsse. 79 Personen können je zwei Karten für insgesamt 64 Spiele erhalten. Selbst wenn wir außer Acht lassen, dass es schon von den Reisezeiten her unmöglich ist, alle 3 Spiele an einem Vorrundenspieltag zu besuchen, reden wir hier im Maximalfall über 10.112 Karten. Das sind 3 Promille aller verfügbaren Karten. Die Hauptsponsoren hingegen erhalten 550.000 Karten, und somit 17 Prozent der Gesamtzahl. Hier regt sich die FOTO-Zeitung aber nicht auf, denn schließlich sind unter den Hauptsponsoren ein paar zahlungskräftige Anzeigenkunden. Von den 347.000 Karten und somit knapp 11 Prozent der Karten, die in das euphemistisch „Hospitality-Programm“ getaufte Kontingent abwandern, ganz zu schweigen. „Hospitality“ bedeutet Gastfreundschaft oder Gastfreundlichkeit. Gemeint sind aber besonders teure Karten für besonders zahlungskräftige Menschen.

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Wenn der Dummschwätzer alt wird (VII)

Ich muss mich entschuldigen, der Dummschwätzer schwätzt wohl nur deshalb so viel dummes Zeug, weil er ja inzwischen auch stramm auf die 70 zugeht, wie auf diesem Bild zu sehen ist. Kaum noch Haare auf der schon von Altersflecken besetzten Stirn, und das Grinsen für die Kamera gelingt ihm auch nur schwerlich.

Noch dazu ist kürzlich seine Mutter verstorben und die Strapazen seiner 31-Länder-Tournee sind auch nicht ohne. Während ich kürzlich fragte, ob man sich ein Leben ohne Bundesliga vorstellen kann, muss ich jetzt fragen: Kann man sich Fußball ohne den salbadernden Kaiser vorstellen?

Man kann: Herrlich — diese Ruhe.

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Das sind Dinge, die

Michael Skibbe wird nach der Niederlage in Italien mit den Worten zitiert:

„Rudi Völler und ich waren vor zwei Jahren in einer ähnlichen Situation beim Spiel in Rumänien. Das sind Dinge, die passieren können.“

Jetzt mache ich mir doch tatsächlich Sorgen…

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Poldi und Schweini XL

Das hätte man sich vielleicht überlegen sollen, bevor die beiden in ein Formtief fallen. Vorher hing hier am Radisson in Hamburg ein 70m großer Michael Ballack. Der macht ein Traumtor nach dem anderen, während Poldi und Schweini überhaupt nicht mehr treffen. Tja. So kann’s gehen.

[Link leider tot.]
Zusammen sind die beiden 1.300 Quadratmeter groß. Das ist fast so viel, wie ich Tore in Pflichtspielen erzielte in meiner aktiven Karriere.

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Nowitzki für Podolski

Angesichts des Trends zu immer größer werdenden Stürmern, wie Peter Crouch (2,04m) bei den Engländern und dem allseits bekannten Jan Koller (2,02m) für die Tschechen, sollte Clinsfornia sich überlegen, einen der fast schon gesetzten Stürmer zu Hause zu lassen. Im Moment müsste das wohl Podolski sein. Für ihn sollte Dirk Nowitzki (2,13m) nominiert werden. Seine Technik am Ball wird kaum schlechter als die des nutella-Manns sein und dass er nicht in Form ist, kann man von ihm auch nicht behaupten.

Bliebe nur die Frage, wer in der deutschen Mannschaft zur Zeit eine präzise Flanke hinbekommt. Ich fürchte, nicht mal mein heimlicher Liebling Bernd Schneider hat das zur Zeit drauf.

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A nazi Area

Ihr wißt ja, die Regelungen der FIFA bezüglich der Stadiennamen schlagen hohe Wellen bzw. hanebüchene Auswüchse. Kein Stadion darf mehr so heißen, wie es eigentlich heißt, man wähnt sich in einem Computerspiel, dessen Produzent nicht genügend Geld für die Namensrechte der echten Vereine aufbrachte, weshalb alle Mannschaften nun FC Madrid, FC Berlin oder eben Viktoria Köln heißen.

Auch in München darf die Allianz-Arena nicht mehr Allianz-Arena heißen. Deshalb will die Allianz den Schriftzug, der sonst an diesem komischen Gummiboot namens Allianz-Arena prangt, in München auf das Haus der Kunst montieren lassen.

Ob das jetzt blasphemisch ist, weiß ich nicht. Ich weiß nichts über das Haus der Kunst in München und das Verhältnis der Allianz dazu. Zumindest einer ist aber mit dieser Idee gar nicht einverstanden.

Ich muss das jetzt erstmal so unkommentiert stehen lassen, da mir wie gesagt die Hintergründe dazu fehlen. Die Dresdner Bank hat ja letztens ihre Rolle in der Nazi-Zeit „schonungslos“ aufklären lassen, ob das die Allianz auch gemacht hat, weiß ich nicht. Einige Infos sind auch in den Kommentaren zum Bild angegeben, die ich mir aber erst später ansehen kann. Ich bin kurzzeitig schneeblind geworden.

Falls der Veltins-Schriftzug der Arena auf Schalke auch umziehen soll, würde ich mich darum bewerben. Ich bin nicht bis gar nicht für Merchandising zu haben, aber ich habe einen Freund, dem ich mit einem 28m langen, beleuchteten Schriftzug eine echte Freude machen könnte.

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Schalke 06

Die WM ist 2006, aber Schalke doch nicht. Da hat wohl jemand was durcheinander geworfen. Heute also mal ein Beitrag extra für den Herrn Zangel: Schalke 06. Die „0″ im „06″ steht übrigens für Kevin Kuranyi.

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Kuranyi, der Ex-Nationalspieler

Wir haben hier im Blog ja schon mehrfach über Kevin Kuranyi diskutiert. Er war auch schon mal die Frimpe der Woche, und zwar für diesen, seinen Blog [Link leider, leider tot], in dem er heute angeblich direkt aus Barcelona berichtet. Diesen, seinen Blog darf er aber als WM-Teilnehmer gar nicht führen, weil der DFB sowas verbietet.

Wie hier in den Kommentaren schon erwähnt wurde, haben wir bzw. Kevin bzw. Microsoft aber vielleicht Glück, denn für das kommende Länderspiel gegen Italien am 1. März ist er von Clinsfornia gar nicht nominiert worden. Christian Wörns übrigens auch nicht, aber das war ja klar. Könnte also sein, dass Kevin Kuranyi gar nicht bei der WM im Kader sein wird. Dann möchte ich gerne lesen, was er so bloggt, wie er mit Freunden auf dem Sofa die WM-Spiele der Deutschen schaut, möglicherweise gar auf einem Beamer in den eigenen vier Wänden. Und wie vielleicht ein Kamerateam der ARD ihn zu seinen Freunden begleitet, während später am Abend sein Kumpel Gerald Asamoah nach dem Finale den WM-Pokal in den Berliner Nachthimmel reckt, was — nebenbei bemerkt — durch Kuranyis Nichtnominierung ein Stückchen wahrscheinlicher wird.

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Der Gong ist schon ertönt

Heute Abend, viel zu spät natürlich, erreichte mich die Nachricht, dass man wieder Eintrittskarten für die WM nachbestellen kann. Also flugs auf zur offiziellen FIFA-WM-Ticket-Bestell-Seite ™ und geschaut, für welche Partien es noch Karten gibt. Hier ist das Ergebnis, rot bedeutet keine Tickets mehr vorhanden, grün bedeutet, dass es noch Tickets für diese Partie gibt. (Dank Operas Zoom-In/Zoom-Out-Funktion kann man auch mehr als 5 Spiele pro Seite im Screenshot erwischen)

[Bild leider tot.]

Wunderbare Aussichten also für alle, die noch keine Karten haben.

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And the Mafioso iiiis…

Tja. Hättet Ihr mal beim Mafia-Gewinnspiel mitgemacht. Ich geb zu, die Fragen waren nicht ganz so einfach. Aber, hey, Leute, selbst die Betreiber von Fußball und Titten.de haben es geschafft.

Jetzt ist es zu spät, der Gewinner ist ausgelost. Und er heißt Thomas Havenstein aus Oldenburg. Klugscheißer werden jetzt anmerken, dass er bestimmt nicht „Thomas Havenstein aus Oldenburg“ heißt. Und sie haben recht. Er heißt nur Thomas Havenstein. Aus Oldenburg eben.

Und das hier hat er gewonnen:

[Link leider tot.]

Noch liegt dieses Paket neben mir, ich sehe die Nudeln, ich sehe die Oliven, ich sehe das Öl, ich sehe sogar die Glückskekse, die als Dessert dabei liegen. Bald schon wird dieses Paket bei Thomas Havenstein aus Oldenburg liegen und er wird seinen Inhalt verspeisen. Und dann wird sein Magen den Inhalt verdauen und dann wird er ihn irgendwann ausscheiden. Und dann schwimmt der Inhalt dieses Pakets durch die Kanalisation, wird in einen Fluss geschwemmt, hinaus auf die hohe, weite See, wird verdunsten, wird herabregnen… Ich beschäftige mich gerade mit dem Gedanken, Grundschullehrer zu werden. An der Basis quasi. Da könnte man auch noch mal ein paar Talente formen, so dass wir 2030 in Uruguay wieder um die Weltmeisterschaft mitspielen können. Aber zurück zu den Gewinnspielen.

Damit Euch die Superpreise in unserem Super-WM-Special zur Super-WM nicht noch einmal entgehen, verlosen wir jetzt einen Super-Beamer für Euer Super-Wohnzimmer. Viel Erfolg. Spaß hat man da nicht so. Ich wollte wirklich eine etwas schwierigere Frage durchboxen, aber die Redaktion hat gesagt: Nix da! Jetzt hat wohl jeder die gleichen Chancen auf den Beamer.

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Von 3-99 Jahre

Die WM ist natürlich auch Hochzeit der Spielzeuganbieter. Hoffotografin Paula hat sich mal wieder auf den Weg gemacht, dieses doch allzu textlastige Blog mit ein paar Pixeln zum Anschauen zu füllen. Spielwarenläden in der ganzen Republik wurden bereist. Heraus kamen dabei folgende Impressionen:

Die Berliner Mauer

[Link zum Bild leider tot.]

Haufenweise Bälle als Puzzle

[Link zum Bild leider tot.]
Der WM-Ball von 1986 als Puzzle (die Hand von Paula ist nicht im Preis inbegriffen)

[Link zum Bild leider tot.]

Und zwei der möglichen „Superstars“ der WM zum Auspacken und ins Zimmer Stellen: der Italiener Alessandro del Piero und der Ossi Michael Ballack

[Link zum Bild leider tot.]

Das kann man doch einfach mal so unkommentiert stehen lassen. Gerne sammeln wir auch noch Eure weiteren Fotos zu Merchandising-Kram, den die Welt (nicht) braucht. Ich selbst bin übrigens stolzer Besitzer eines WM-Kissens mit dem World Cup drauf — Foto folgt.

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Darüber muss man nachdenken

Sepp Blatter äußerst sich zu den Flitzern beim Confed-Cup folgendermaßen:

„Insgesamt waren über 600.000 Zuschauer in den Stadien, davon sind vier aufs Feld gerannt, also alles halb so schlimm. Allerdings waren zwei von den Läufen organisiert, das Publikum wurde für Werbezwecke missbraucht. Darüber muss man nachdenken.“

Ah ja. Wir müssen Sepp ausnahmsweise mal zustimmen. Nachdenken müssen wir aber auch darüber,

  • dass uns sogar per Audiowerbung im Stadion erzählt wird, welcher Sponsor die Balljungen ausgewählt hat
  • darüber, ob es wirklich nötig ist, dass der Herstellername der Türschlösser in den Stadien überklebt wird, damit dieser keine kostenlose Werbung bekommt
  • ob es nötig ist, dass die Namen der Besitzer der Geldautomaten im Umfeld des Stadions überklebt werden
  • dass niemand ein Produkt mit dem Titel „WM2006″ verkaufen darf, wenn er nicht Lizenzgebühr an die FIFA bezahlen will
  • dass Museen im Umfeld eines WM-Stadions ihren eigentlichen Namen nicht mehr benutzen dürfen
  • darüber, dass im Hamburger WM-Stadion eine Ausstellung nicht für die WM-Zuschauer nicht geöffnet sein darf, weil da eventuell Werbung für andere Firmen als die Hauptsponsoren drin sein könnte
  • nachdenken müssen wir auch darüber, ob Goleo, dieses lächerliche Maskottchen, vielleicht nur zu Werbezwecken dient
  • nachdenken darüber, ob es vielleicht sein könnte, dass die FIFA eigentlich das ganze Turnier nur zu Werbezwecken abhält und es darum geht, möglichst viel Reibach rauszuschlagen
  • wir müssen uns auch fragen, ob es sein kann, dass der WM-Spielball, den die Zuschauer bei der WM sehen, vielleicht deshalb nur von adidas sein darf, weil die Zuschauer zu Werbezwecken mißbraucht werden sollen
  • ob die Zuschauer vielleicht genau aus diesem Grund nicht mal ein Trikot einer Mannschaft tragen dürfen, auf dem ein direkter Konkurrent einer der Hauptsponsoren Werbung macht
  • ob es sein kann, dass Zeitungen dazu genötigt werden, von der WM nur als der „FIFA-WM Deutschland 2006″ zu schreiben
  • warum der kicker auf seinem WM-Sonderheft nicht mehr wie früher den WM-Pokal in groß zeigen darf

und zu guter Letzt müssen wir uns fragen, wo eigentlich Sepp Blatter das Geld herhat, mit dem er bei seiner Wiederwahl zum Präsidenten die Wählenden geschmiert hat.

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High Heels

Mode-Designer, Literaten und Künstler: alle möglichen Leute beschäftigen sich mit der WM. Manchmal ist es einfach nur nervig, wenn Frau Designerin xy auf den fahrenden, dann und wann stotternden, aber offensichtlich sicher Geld abwerfenden WM-Zug aufspringt.

In diesem Fall aber lohnt sich der Blick auf die Ausstellung im Kontext Fußball. High Heels und ein paar andere schöne Exponate gibt gab es hier zu bestaunen. [Link leider tot.]

Mein persönlicher Favorit: „Fushi“ – bei den Exponaten.

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