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Autor: Trainer Baade

Neue Offenheitsoffensive bei den ÖR

„Wir sind alt …

… belästigen Sie uns also bitte nicht mit Fakten, wo es auch Emotionen tun.“

Man kann nur beten (was bekanntlich nicht hilft), dass es in diesem neuen Kalenderjahr nicht wieder zu einem Taliban-der-Fans-Vorfall im Zusammenhang mit Ahnungslosigkeit in einer der „Schwätzschauen“ kommt, wie sie mit diesem Plakat beworben werden.

Reines ÖR-Bashen ist natürlich langweilig, billig und platt. Wie platt, langweilig, billig, verantwortungslos, aufhetzend und eine Schande fürs menschliche Gehrin ist dann aber erst reines Fan-Bashen, wenn man anders als auf dieser Seite hier dort den Hebel mit der längeren Reichweite zur Verfügung hat? „Wir sind Talk“, lautet der Originalslogan des Plakats, und man kann nur seufzen: „Ja, leider“.

PS: Vorsorglich angemerkt: Wie „alt“ man in diesem Kontext ist, findet sich nicht auf der Geburtsurkunde. Die Bereitschaft, mehr oder weniger vielschichtige Sachverhalte zu erfassen und ihrer Komplexität angemessen abzubilden, ist hier gemeint. Grundlegende Einführung hier.

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Pakt mit dem Teufel oder profane Gottlosigkeit?

Falls es noch eines Beweises bedurft hätte, dass man dort mit dem Teufel paktiert — oder, wenn man länger drüber nachdenkt, eben gerade nicht mit dem Teufel paktiert — so sollte die Information, dass der Staat Vatikanstadt das einzige Land des Planeten darstellt, welches über keinen eigenen Fußballplatz verfügt, einen Haken hinter dieses Fragezeichen machen.

Allerdings, da kommt der Teufel dann doch wieder ins, ähem, Spiel, betreibt man in dem Land Vatikanstadt eine eigene Fußballliga mit 16 Teams. Deren Begegnungen werden auf einem zu Italien gehörenden Fußballplatz in Rom ausgetragen. Auf dem eigenen Staatsgebiet existiert keinerlei Freiraum, um einen Fußballplatz zu errichten.

Auf eigenem Herrschaftsgebiet lässt man also keine anderen überirdischen Wesen walten, und sei es nur der Fußballgott.

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„Ich brauche mehr Details“

In der Liste der Nonsense-Informationen, mit denen uns Berichterstatter von Fußballspielen gerne in Ermangelung substanzvoller Aussage(möglichkeiten?) überschütten, ist ein besonderes Bonbon die meist beschwörend hervorgepresste Äußerung, dass ein bestimmter Spieler, während er an einer bestimmten Stelle in der Nähe des gegnerischen Tores den Ball erhält, von „genau dieser Position gegen YXZ auch getroffen“ habe.

Was soll uns diese Information an Erkenntnis, Erleuchtung, Erhellung oder Erheiterung bringen? Doch wohl höchstens Letzteres.

Denn erstens hat die Tatsache, dass ein Fußballspieler von einer bestimmten Position aus ein Tor erzielte, nur so viel mit der aktuellen Spielsituation zu tun, dass es also ganz grundsätzlich im Verhaltensrepertoire dieses Menschen enthalten ist, von dieser Position aus aufs Tor zu treffen. Das aber, würde man meinen, sollte auf jeden Fußballer zutreffen, der damit Geld verdient. Sogar auf Jürgen Kohler, Berti Vogts und zur Not Christoph Metzelder.

Zweitens hat die Tatsache, dass irgendwann einmal von dieser Position aus getroffen wurde, keinerlei Aussagekraft für die aktuelle Spielsituation. Die Wahrscheinlichkeit zu treffen, ist immer gleich hoch, ganz egal, wie oft und wann er von dort aus vorher bereits getroffen hat.

Drittens gibt es beim Toreschießen ohnehin nur grob gerechnet 12 verschiedene Positionen, von denen aus man treffen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Positionen gleichen, von denen ein Spieler aus trifft, ist ebenfalls immer gleich hoch, und bei nur 12 möglichen Wahlergebnissen eben per se sehr hoch.

Aber die 90 Minuten wollen ja gerne gefüllt worden, so dann also auch mit dem Aufschrei, dass der gerade im Ballbesitz befindliche Spieler vor 2 Wochen aus der selben Position schon einmal getroffen hat. Meist passiert danach dann aber überhaupt nichts auch nur annähernd Ähnliches wie vor 2 Wochen und der Schütze schießt einfach vorbei.

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„Auf Asche“ — Anthologie mit einem Text von Trainer Baade

Im April 2013 wird die Anthologie „Auf Asche“ mit dem Untertitel „Unwiderstehliche Bolzplatz-Erinnerungen“ im Verlag Die Werkstatt erscheinen.

Auf 160 Seiten erzählen diverse dem Fußball nahestehende Autoren jeweils eine Geschichte von ihren eigenen Erlebnissen beim Fußballspielen, ganz urtümlich auf rauer, roter Asche und natürlich fernab der Stadien des Profifußballs.

Die Herausgeber Ben Redelings und Sascha Theisen baten mich, zu dieser Sammlung ebenfalls einen Text beizusteuern. Eine Bitte, der ich liebend gerne nachkam, ohne damals zu ahnen, in welch namhafte Gesellschaft ich mich damit begeben würde.

Frank Goosen, Ronald Reng, Michael Wildberg oder Uli Hesse dürften wohl jedem Fußball-Interessierten ein Begriff sein, dazu dann ein kleines Geschichtlein aus meiner Zeit als aktiver Hobbyfußballer, nicht wirklich auf Asche, aber doch im selben Kontext.

Auf welchem Belag ich während jener Geschichte antrat, was dabei geschah und was die besonderen olfaktorischen Reize einer derartigen fußballsportlichen Veranstaltung so alles bewirken, liest man ab April in jenem Werk, dessen Erlös komplett wohltätigen Zwecken zugeht.

Ich bin selbst höchst gespannt, was die anderen Autoren zu erzählen haben und bin zudem geradewegs glücklich, in dieser Runde mit am Ball sein zu dürfen. Die Vorfreude auf dieses Werk kann man nun also noch knapp zwei Monate lang genießen.

Alle Infos zum Buch „Auf Asche“ auf den Seiten des Verlags Die Werkstatt.

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Wie viel muss ein Profi trainieren?

70 Minuten am Tag.

Sagt Gerhard Tremmel im Interview bei SPON. Damit fühle er sich so fit wie noch nie in seinem Leben. Nun ist ein Torhüter kein Mittelfeldmotor, der 14 oder mehr Kilometer in 90 Minuten zurücklegen muss. Bezahlt wird er aber ebenfalls wie ein Profi. 70 Minuten am Tag, das macht der eine oder andere Berufstätige nebenbei, wenn er für einen Marathon trainiert. 70 Minuten am Tag und dann Feierabend — so muss das mit dem Schlaraffenland gemeint sein.

(Dank an LizasWelt.)

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Nicht Breitners eigene Worte

Heute redet und redet er, auch wenn er nicht gefragt wird. Damals traute man ihm das nicht unfallfrei zu, da nahm man lieber jemand anderen, der für ihn redete.

Paul Breitner wurde in „Potato Fritz“ nämlich synchronisiert — auf Deutsch, wenn der unten stehende Trailer zu seinem einzigen (?) Film nicht täuscht.

An seinem bairischen Idiom wird’s wahrscheinlich nicht gelegen haben, woran aber dann?


Entgegen der landläufigen Meinung spielt Paul Breitner in diesem Film nicht den „Potato Fritz“, sondern einen gewissen Sergeant Stark. Interessant auch eine der Kritiken zum Film: „Ein Mystery-Comedy-Western, der seine im Grunde ganz witzig angelegte Kartoffelphilosophie selbst nicht begreift.“ Da war Breitner ja ganz gut aufgehoben in diesem Streifen.

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Ein bisschen Liebe mit jedem Pass

Schon mal in einer Konstellation Fußball gespielt, die nicht zusammenpassen wollte? Der Nebenmann spielt nie ab, egal, wie sehr man freisteht? Und bei solcher Gelegenheit ein ungutes Gefühl mit nach Hause genommen? Damit ist man nicht allein — und es ist auch weder Einbildung noch besondere Empfindlichkeit am Werke, wenn man dieses schäbige Gefühl der systematischen Ausgrenzung selbst bei etwas Profanem wie dem Fußball wahrnimmt und gar darunter leidet. Man kennt schließlich auch das Gefühl, wie gut eine Niederlage zu ertragen ist, wenn die Zusammenstellung der Spieler passt, man ausreichend ins Spiel eingebunden wird und weiß, dass auch dann das nächste Zuspiel folgen wird, wenn man zuletzt Murks gespielt hat.

Die Wissenschaft hat festgestellt, dass Liebeskummer für ähnliche körperliche und geistige Zustände sorgt wie bei einem Drogenentzug. Die partnerschaftliche Liebe nach westlich geprägtem Muster ist also auch physisch eine Form der Abhängigkeit. Und es geht noch darüber hinaus: Schon von seinen sonstigen Mitmenschen geschnitten zu werden, führt zu Ausschüttung der selben Stresshormone wie beim Erleben von Liebeskummer — nur in geringeren, nicht schlaflose Nächte bereitenden Dosen.

Doch für eine spürbare Missstimmung reicht es schon aus, wenn eine Gruppe von Menschen eines ihrer Mitglieder schneidet. Zum Beispiel, indem das Opfer bei Ballspielen einfach nicht mehr angespielt wird. Der Liebeskummer, Verzeihung, das Gefühl der Ausgrenzung, Zurückweisung manifestiert sich also auch schon bei solchen eigentlichen Nichtigkeiten.

Die Aktivität im für Schmerz und sozialen Stress zuständigen ACC beschäftigt auch Naomi Eisenberger und ihre Kollegen am Psychologischen Institut der Universität in Los Angeles. In ihren Studien lässt sie Probanden glauben, sie spielten ein Computer-Ballspiel mit anderen. Plötzlich spielen diese ihnen den Ball nicht mehr zu, die Studienteilnehmer werden ausgeschlossen. Schon in diesem Fall eher sanfter Ausgrenzung zeigten die Teilnehmer starke Aktivität im ACC und im rechten Frontallappen. Beide waren bisher vor allem dafür bekannt, bei körperlichen Schmerzen regulierend einzugreifen.

Auf den Fußball gemünzt bedeutet dies, dass man seinen Mitspielern nicht nur einen Gefallen tut, wenn man ihnen einen Pass zuspielt, weil sie dann den Ball erhalten. Bedeutet nicht nur die Möglichkeit, das eigene Spiel voran und zum Erfolg zu bringen. Es bedeutet auch, dass man dem Mitspieler signalisiert, dass er zur Gruppe gehört, dass er akzeptiert ist und damit auch, dass man ihn mag. Jedenfalls ausreichend mag, um ihn eben nicht zu schneiden.

Ein kleines bisschen Liebe also mit jedem Pass an den Mitspieler — oder zumindest die Sicherung der Abwesenheit negativer Gefühle, körperlicher Schmerzen gar. Kein Wunder also, dass beim FC Barcelona im Team so gute Stimmung herrscht. Bei jenen Passfestivals, welche die Spieler in jeder Partie zelebrieren, versichert man sich ausreichend oft und häufig der gegenseitigen Zuneigung. Was sicher auch gegen das Auftreten von „Neid und Missgunst“ schützt.

Es ist offenbar nicht der Erfolg allein, der zusammmenschweißt, sondern auch der Weg, wie man dorthin gelangt. Und ebenso natürlich, dass der Egomane Zlatan Ibrahimovic in einem solchen Ensemble voller liebevoller Passgeber nicht funktionieren konnte.

Faszinierend auch, wie unmittelbar sozial wirksam die Ausübung von Teamsport auf seine Teilnehmer ist. Und womöglich auch der Grund, warum Teamsport so viel beliebter ist als Einzelsportarten. Nicht umsonst gilt die Einzelhaft als eine Steigerung der Bestrafungsform. Zum Eremiten eignen sich nur die allerwenigsten. Viel lieber erhält man doch immer wieder die Versicherung durch andere Menschen, dass man gemocht wird.

Und sei es nur durch die kleine Aufmerksamkeit eines Anspiels auf dem Fußballplatz.

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Alle Sieger der Wahl zum „Sportbloggerbeitrag des Jahres“

Die vierte Ausgabe dieser vom Sportbloggernetzwerk durchgeführten Wahl ist zu Ende. Jedes dieser vier Male gewann ein Beitrag eines anderen Blogs — und nachdem im letzten Jahr zum ersten Mal ein Video gewann, besteht der diesmalige Sieger aus einem reinen Audiobeitrag. Zum dritten Mal bei vier Wahlen siegte ein Fußballbeitrag, denn Klaas Reese und Simon Kamphans beschäftigten sich in ihrem auf Reeses Sportkultur veröffentlichten Werk mit den Tweets zum Finale der EM 2012.

2007 direkter freistoss „Ein Trainer, der nichts zu gewinnen hat“
2010 Racingblog „Formel 1 – Die Sache mit dem Überholen“
2011 Blog-G „1000 Meisterwerke“
2012 Reeses Sportkultur „#finale – Quelle: Fremdmaterial“

Die genauen Abstimmungsergebnisse dieses Jahres hält Fokus Fussball für uns bereit. Nach fast 4.000 Kilometern Rennstrecke trennten den ersten und zweiten am Ende gerade mal 4 Sekunden. So ähnlich sieht das Ergebnis jedenfalls aus, welches man hier findet. Glückwunsch an die beiden Macher, wahrlich eine Komposition der Extraklasse. Dazu den Dank an Fokus Fussball fürs Gastgebersein dieser Wahl.

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Rekordfinalverlierer

Wir haben das Thema Fußball und Sprache hier mehr oder weniger ad acta gelegt. Angela Merkel wird eben nie die „Hamburgerin“ genannt, Steinmeier nie der „Detmolder“, im Sport ist derart Unfug Usus, aber nun mal nicht auszurotten. Inzwischen hat man es fast ein bisschen lieb gewonnen, dass in der Sportberichterstattung pathologische Snyonymitis herrscht und ständig regionale Bezeichnungen sich mit Farben abwechseln, gefolgt von Farben in ausländischen Sprachen, um nur ja keine Wiederholung einbauen zu müssen.

Die Domstädter, die Farbenstädter, wie die Begriffe alle nicht besser von den Marketingabteilungen der jeweiligen Städte verwendet werden könnten. Die Kraichgauer. Die Kraichgauer! Als wenn das irgendjemandem, der einen Text über die Bundesliga liest, und den dazugehörigen Verein nicht kennt, weiterhelfen würde. Die Rossoneri, Dschalloblossi, Quadroformagi, die roten Teufel, die achtgestrichenen Vierecke, die Diamantformenen . Ein Schiedsrichter besitzt zwar einen Namen, der wird aber nur einmal kurz eingangs der Reportage erwähnt. Danach ist er immer nur noch der Zahnarzt, der Konzertpianist, der Oberverwaltungsdirektor oder auch der KFZ-Mechaniker, der Garmisch-Patenkirchener, der Wolfsbütteler etc. pp. ad infinitum.

Gut, wie gesagt hat man sich jetzt dran gewöhnt und deshalb erwartet man es auch, dass einem die Synonyme nur so um die Ohren gepfeffert werden. Niemals spielt einfach nur Bielefeld gegen Rostock, es werden alte Berufe und Hobbies zitiert, es kicken die Tulpen gegen die Vogtländer unter Leitung des Oberkellners mit dem Hang zum Kaninchenzüchten.

Leider gibt es auf der einen Seite zwar Synonyme satt und genug, allein: Man bedient sich immer nur bei den selben, schon existierenden. Da man hier auf dieser Seite im Sinne der Sache „Pro Kreativität“ im Sportsprech schon lange aktiv ist, fällt auch der „Rekordmeister“ immer wieder auf den Geist. Jener deutsche Rekordmeister, welcher nicht mehr Synonym für, sondern symbiotisch mit dem FC Bayern München geworden ist.

Dabei wäre es ein Leichtes, endlich einmal für Abwechslung zu sorgen. Zum Beispiel ist dieser Club inzwischen schon viel häufiger gescheitert als man subjektiv so annimmt. Verdächtig oft gescheitert. Denn zählt man alle Finals und deren sieglose Teilnehmer zusammen, stellt sich heraus: Der Rekordmeister ist zufällig auch der Rekordvize, ein Rekordzweiter, schlicht ein Rekordfinalverlierer im Europapokal.

Zahl der Finalniederlagen in der CL/Europapokal der Landesmeister

5x FC Bayern München
5x Juventus
4x AC Mailand
4x Benfica
3x Real Madrid
3x FC Barcelona
2x Manchester United
2x Ajax Amsterdam
2x Inter Mailand
2x FC Valencia
2x FC Liverpool
2x Stade Reims
1x Arsenal FC, Borussia Mönchengladbach, Hamburger SV, Eintracht Frankfurt, AC Florenz, Celtic Glasgow, Panathinaikos, Leeds United, AS St. Etienne, Malmö FF, FC Brügge, Atletico Madrid, Sampdoria, Steaua Bukarest, AS Monaco, FC Chelsea, Bayer Leverkusen, Partizan Belgrad, Olympique Marseille, AS Rom
 

Gerne also in den allgemeinen Fußball-Sprachgebrauch mit aufnehmen: Den Rekordmeister darf man seit dem „Finale dahoam“ auch Rekordfinalverlierer nennen.

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Plagiat und Selbstplagiat

In diesen Tagen lernt die Öffentlichkeit den Unterschied zwischen Plagiat und Selbstplagiat.

Ein Plagiat ist es zum Beispiel, wenn der Wolfsburger Fußballspieler Diego sich bei Lothar Matthäus bedient, wie angedacht es in seinem „Plagiattor“ beobachtete. Nicht schön, denn schlicht geklaut.

Ein Selbstplagiat nennt man es dann, wenn sich beispielsweise Fortuna Düsseldorf bei Fortuna Düsseldorf bedient. Ebenfalls nicht schön, aber von minderer Verurteilungswürdigkeit, schließlich hat man in letzterem Fall nur sich selbst beklaut.



(Jahn Regensburg — Fortuna Düsseldorf am 7. März 2009, im Tor damals Michael Melka.)

(Gleichwohl muss man hinzufügen, dass wohl kein Tor existiert, welches nicht einen sehr ähnlichen Vorgänger hätte, frei nach der Devise meiner Oma: „Et gibt nix, wat et nich gibt.“ Fraglich also, ob man von Plagiaten sprechen muss oder von weiteren Schleifen in der begrenzten Unendlichkeit der Möglichkeiten.)

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Neues Verschwörungskapitel: die geheime 1.-FC-Köln-Steuer

Wir müssen uns noch einmal der großen WDR-1.FC-Köln-Verschwörung zuwenden, denn die jahrelange Beschäftigung mit diesen für einen Öffentlich-Rechtlichen Sender absurd anmutenden Vorgängen bringt immer wieder neue Details hervor.

Wir erinnern uns daran, dass führende Radioreporter des WDR keinen Hehl daraus machen, dass sie den 1. FC Köln unterstützen. Vielmehr — faszinierende Chuzpe — sind auf jenen Webseiten, auf denen dieses Bekenntnis frei zu lesen ist, sogar grinsende Gesichter des Missetäters zu sehen.

Wir erinnern uns außerdem, dass junge, unschuldige Mitarbeiter des WDR-Produktionsgeländes in tiefen Verliesen, ohne Wasser, ohne Brot, dazu gezwungen werden, Geißböcke mit Wappen des 1. FC Köln aus Pappmaché herzustellen, welche nicht allein die Seelen der jungen Mitarbeiter verbiegen, sondern auch noch feist der Öffentlichkeit präsentiert werden. Ein infamer Versuch der Einflussnahme.

Heute also das dritte traurige, nicht mal mehr geleugnete Kapitel dieser unablässigen Bevorzugung des 1. FC Köln durch die Mitarbeiter des ja eigentlich Westdeutschen, dann aber wohl doch nur Kölschen Rundfunks, des KÖR, wie er tatsächlich heißt:

Hauptprogramminhalt der anfangs um 17:45 Uhr am Samstag ausgestrahlten Sportschau war die erste Fußballbundesliga. Das Filmmaterial wurde anfangs mit Motorrädern zur Aufbereitung nach Köln oder in ein nahegelegenes Fernsehstudio transportiert. Durch diese zu geringe Vorlaufzeit zum Spielende 17:20 Uhr bestand ein zu kurzer Zeitabstand zum Sendebeginn, sodass dieser auf 18:00 Uhr verlegt wurde. Allzu oft wurde über die Heimspiele des nur wenige Kilometer entfernt spielenden 1. FC Köln berichtet, wo es diese technischen Engpässe nicht gab.

Die schrecklichen Auswirkungen dieser durch nichts zu rechtfertigenden Infiltration sind noch heute überall in der Republik zu spüren, wenn eigentlich vernünftige Menschen immer noch jenem Rayo Vallecano des Westens anhängen und Montag für Montag mit schlechter Laune aus den Sport1-Bars des Landes in ihre kargen Buden zurückkehren. Wie so oft ohne Punkte, aber auch ohne Alternative im Leben.

Das alles wird in diesen Tagen noch verschärft, in denen sich niemand mehr durch beharrliches Nichtöffnen der Wohnungstür oder Nichtantworten auf Briefe dem allgemeinen Rundfunkbeitrag entziehen kann. Welcher, die Indizien verdichten sich, nichts anderes als eine gar nicht so geheime Steuer zur Züchtung immer neuer Generationen von Fans des 1. FC Köln ist. Eins immerhin muss man den Verantwortlichen für diese Steuer lassen: Sie haben die Gefahr erkannt. Ohne derart drastische Maßnahmen zur Manipulation der Hirne unbescholtener Fußballfans drohte die Gemeinde der leidensfähigen Geißbockfans peu à peu auszutrocknen.

Nichtsdestotrotz ein ungeheuerer Vorgang. Wir bleiben am Ball und berichten weiter.

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Der Glanz der Anderen

Angesichts des Wechsels von „Wortspiel“ Guardiola begeht so mancher wieder den Fehler, diese Entscheidung als Plus für die gesamte Bundesliga zu verkaufen. Tatsächlich ist es ein Ausdruck neuer Attraktivität des Zieles Bayern München, nicht aber eine Wertschätzung für den FC Augsburg, Fortuna Düsseldorf oder Mainz 05, wenn ein Startrainer sich für einen der fünf besten Clubs der Welt entscheidet, der noch dazu Zahlen als Jahresgehalt seines Trainers aufrufen kann, mit denen andere Teams beinahe ihren kompletten Jahresetat bestreiten.

Einher geht dieser Vorgang mit der von einer gewissen Arroganz geprägten Annahme, dass man sich als Fußballfan in Deutschland über diese Verpflichtung freuen solle. Auch wenn der FC Bayern die relative Mehrheit an Fans im Land besitzt: Von der absoluten Mehrheit ist er weit entfernt.

So verkennt man wieder und wieder, dass ein Konkurrent des FC Bayern sich nicht darüber freut, wenn dieser sich weiter verstärkt. Aus welchem Grund sollte er das tun? Weniger hoch gehandelte Trainer als Nachfolger von Heynckes wären auf deutlich mehr Gegenliebe gestoßen als ausgerechnet der weltweit begehrteste Kandidat.

Die Attraktivität der Bundesliga definiert sich für viele, nicht alle, aber einen erklecklichen Anteil der Zuschauer über den Erfolg des eigenen Clubs, nicht über Starnamen in der gegnerischen Truppe. Einzig gegen solche zu gewinnen macht die Angelegenheit reizvoller als vorher. Genau diesen zusätzlichen Anreiz hätte aber wohl kein Fan in Deutschland für Partien gegen den FC Bayern benötigt.

Fünfjahreswertung, Glanz- und Strahlkraft des deutschen Fußballs: Für einen neutralen Beobachter ist das alles begrüßenswert. Und eine dadurch verursachte Sogwirkung auf andere ausländische Stars sei unbestritten. Dem Bremer, Frankfurter oder Stuttgarter Vereinsfan kann es allerdings vollkommen gleich sein, was für eine Startruppe man sich in welchem anderen Club zusammenstellt.

Es war der Betreiber des Königsblogs, welcher beim Wechsel Ruud van Nistelrooys zum HSV offen in die Runde fragte (in einem Podcast, deshalb nicht verlinkt), wieso er als Schalke-Fan sich über eine Verstärkung eines Gegners freuen solle. Und dass er das nicht tun kann, daran hat sich auch im Falle von „Wortspiel“ Guardiola nichts geändert.

Man erinnere sich daran, wie Louis van Gaal vor dem Champions-League-Endspiel 2010 in großen Lettern auf dem Titelbild der Zeitung mit den wenigen Lettern im Namen postulierte, dass nun ganz Deutschland dem FC Bayern die Daumen drücken möge — man spiele dort für das ganze Land.

Weit gefehlt, Louis, und jede weitere Äußerung in diese Kerbe ist nur ein neues Indiz der Arroganz, eigene Erfolge gleich für Fußballdeutschland zu reklamieren. Jenes aber wünscht sich größtenteils nichts mehr, als dass der finanziell in einer ganz eigenen Liga spielende Krösus aus dem Süden endlich nicht mehr die besten Spieler und Trainer der Welt kauft. Sondern Platz macht für andere, auf dass diese Deutscher Meister werden können.

Ein Gewinn für die Auflage- und Klickzahlen der Medien, schön auch für den Glamourfaktor des Premiumprodukts Bundesliga. Für alle Fans anderer Clubs stellt Guardiolas Engagement in der Bundesliga aber keinen Mehrwert dar, sondern schlicht ein neues Kapitel aus dem langen Buch: Mit ungleichen Waffen ins Duell gehen müssen.

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