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Autor: Trainer Baade

Fußball à la Kennzeichen D

Die Anzeichen verdichten sich, dass Markus Babbel schlicht keinen Plan davon hat, was seine Spieler auf dem Platz überhaupt tun sollen. Denn befragt, was er vom neuen Kennzeichen des Hoffenheimer Mannschaftsbus halte, das die Buchstaben „EL“ enthält, welche eventuell für das Mannschaftsziel „Europa League“ stehen könnten, antwortet er:

Mir ist so ein Kennzeichen relativ egal. Hauptsache, die Spieler setzen es um.

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Filmreifes Training in Hamburg

Wie gut, dass man beim Liga-Total-Cup nur 2×30 Minuten spielte und diese Partien somit irgendeine Form von Trainingsvariation zwischen den vier Teilnehmern darstellte, nicht aber ernsthaften Fußball.

Denn erstens hat die FIFA es nicht gerne, wenn man eigenmächtig an den Regeln rumschraubt. So entgingen auch die USA einer Ausrichtung der WM 1986, für die sie zunächst angedacht waren. Da sie aber das Spielfeld wegen der Abseitsregelung in Drittel unterteilen wollten, wandte die FIFA sich strafenderweise lieber Kolumbien zu (welches später verzichtete). Würde man diesen Cup als ernsthaften Wettbewerb bezeichnen, drohte man Gefahr zu laufen, nie wieder eine WM ausrichten zu dürfen. Und das würde doch niemand wollen, da man gerade erst die schicken neuen Stadien gebaut bzw. renoviert hat.

Zweitens käme hinzu, dass man sich womöglich en detail mit den sportlichen Ereignissen auf dem Platz beschäftigen müsste. War aber kein ernsthaftes Fußballspiel, sondern nur Training, also kann man es sein lassen.

Was SAT1 die Gelegenheit gab, offensichtliche Trainingseinheiten der Fußballer dazu zu nutzen, selbst etwas zu trainieren. Nämlich an den Knöpfen an der Bildregie. Da gab es wahnwitzige Kamerafahrten mit der Spidercam, ähnlich dieses Pistolenkugelschusses aus „Matrix“, wenn Spieler Freistöße ausführen, dass man als Zuschauer völlig die Orientierung verlor.

Schnelle Schnitte wie im Musikvideo, während des laufenden Spiels, nah, von oben, wieder nah, von hinten, von unten und dann durch die Unterhose. Ein zugegebenermaßen guter Zeitpunkt, um so etwas zu trainieren, denn wie jeder weiß, darf man solche Mittel bei richtigen Fußballübertragungen nur äußerst spärlich einsetzen. Und dann müssen sie natürlich sitzen, um den schönen Gesamteindruck nicht zu zerstören. Wie dieser Gesamteindruck in Hamburg war, kann nun niemand beurteilen, macht aber nix.

Immer dran denken: Es diente alles einem guten Zweck. Dass die Übertragenden ihre Sperenzken dann, wenn es erlaubt ist, wie im Schlaf einsetzen können. Und erlaubt ist es bekanntlich einzig dann, wenn das Spiel unterbrochen ist.

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Fantastischer Flugkopfball von — einem Fan

Streaker, also zu deutsch Flitzer, gibt es ja in rauen Mengen, irgendwas wollen sie immer. Werbung machen meistens, entweder für eine Firma oder für ihr neues Buch oder sich sonstwie einen Namen machen, um dann später Werbung machen zu können.

Früher ™ war das anders, da rannte man aufs Spielfeld, weil man wollte, dass die eigene Mannschaft unbedingt gewinnt. Und half zur Not mit, indem man einen formidablen Flugkopfball ansetzte. Und auch wenn dieser Fan hier selbst gar nicht den Ball trifft — zu einem Tor hat es dann trotzdem gereicht.



So geschehen bei einer Partie zwischen Sheffield Wednesday und Norwich City in den tiefen 1980ern, 1982 um genau zu sein. Gerne die Wiederholung abwarten, da wird es deutlicher.

Und aus den Kommentaren bei youtube: „And, look how young the fans are. The days when they could afford to go to games.“ Tja.

(Danke, Dominik.)

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Des Kapitänchens Marionettenspieler

Durchaus lesenswert, was das SZ-Magazin über den Mann hinter dem Kapitänchen schreibt. Immerhin wurde der Mann hinter dem Kapitänchen schon vom leibhaftigen — respektive vom Leibhaftigen — Uli Hoeneß beschimpft:

Am lautesten von Uli Hoeneß, dem Präsidenten des FC Bayern, der nannte ihn: Selbstdarsteller, Profilneurotiker, Manipulator.

Dass mit dieser Verfluchung Philipp Lahms Berater gemeint sein muss, dürfte klar sein. Philipp Lahm kann schließlich per definitionem an keiner Profilneurose leiden, da er über keinerlei Profil verfügt.

Was „gebremstes Bairisch“ sein soll, müsste man mir zwar noch erklären, ich verstehe schon halbwegs gut gemeintes Hessisch nicht, aber darum geht’s ja nicht, und da es online ist, sind es ohnehin nur Buchstaben ohne Akzent. Roland Grill also betreibt die Figur, die der arme Haupt- und Realschüler Philipp Lahm dann gegenüber so Zeitungen wie der, hoppla, Süddeutschen mimen muss. Interessant, ist es nicht?

Eine weitere Folge übrigens aus jener Rubrik, welche man sich als an der Bundesliga Interessierter unbedingt anhören sollte, selbst wenn man kein Anhänger von Verschwörungstheorien ist: Matthias Sammer ist gar nicht Matthias Sammer, Jürgen Klopp ist nicht dieser Jürgen Klopp und das Kapitänchen ist auch nicht das Kapitänchen, jedenfalls nicht ganz allein. Und wie klein dieses dann wird, obwohl es das ohnehin schon ist, wenn man mehr erfährt, liest man nach im SZ-Magazin.

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Die Seiten der Weltauswahl

Die Seite WorldXI.com listet alle Spiele der „FIFA IX“ oder zu deutsch „Weltauswahl“, die diese, in den allermeisten Fällen zu Benefizzwecken, absolviert hat. Wer da wann gegen wen antrat und nominiert wurde, findet man dort schön zusammengefasst. Unter Anderem das Abschiedsspiel von Paul Breitner in München war eine der Partien der „Weltelf“ oder auch eine Paarung in New York, bei der Cruyff, Beckenbauer und Pelé zusammen mit Harald Schumacher auf dem Platz standen. Ein ganz klarer Fall eines Risses im Raum-Zeit-Kontinuum, aber so war es nun mal (gewesen, würde ein Berliner jetzt noch anfügen).

Ihr erstes Spiel bestritt sie 1937 in Amsterdam, ihr letztes bislang dort gelistetes fand 2000 in Sarajewo statt, „Football for Peace“ natürlich, wofür auch sonst.

Eine weniger schön anzusehende, aber in Bezug auf die Daten umso verlässlichere Seite ist eine Unterseite der bekannten rsssf.com, und zwar hier die Seite der RSSSF zur Weltauswahl.

Viel Spaß beim Stöbern in den Zusammenstellungen dieser Weltelf(en).

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Tönnies trifft gegen die Bayern

Der Mann, der heute noch den Rekord für den schnellsten Hattrick der Bundesliga hält, hatte vor seiner Zeit beim MSV Duisburg bei einem Amateurclub gespielt, beim 1. FC Bocholt. In dessen Trikot traf Michael Tönnies gegen die Bayern. Und zwar immerhin im Viertelfinale des DFB-Pokals 1983/1984.

Wie’s ausgeht, wird nicht verraten, jedenfalls nicht 0:0.



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Lovestruck

In einem kürzlich vom Playboy wieder herausgekramten Interview von 1980 spricht der mehr oder weniger gute John darüber, welche Auswirkungen es für ihn hatte, als er sich dann mal so richtig und nicht nur halbherzig verliebte. Er ließ alles stehen und liegen. Und seine alten Kumpels waren gänzlich uninteressant geworden.

Als ich Yoko begegnete, war es so, als träfe ich die erste Frau meines Lebens. Man lässt die Kumpels in der Kneipe zurück. Man geht nicht mehr zum Fußballspielen oder zum Billard. Manche treffen sich vielleicht noch am Freitagabend mit ihren Freunden. Aber als ich Yoko traf, waren sie zu alten Schulfreunden geworden. Ich hatte kein Interesse mehr an ihnen.

Wobei das mit dem Fußballspielen wohl eher eine Metapher war, sicher hat John Lennon selten bis nie selbst Fußball gespielt, denn dann wäre wie bei Bob Marley, Jimi Hendrix und anderen Musikergrößen längst ein Foto davon in irgendeinem tumblr dieser Welt aufgetaucht.

Man kann das sympathisch finden, große Liebe und so. Man sollte auch die Beatles dabei rauslassen, denn erstens wäre das Ende sowieso, dann nur anders passiert, und zweitens muss man sich deshalb zum Glück keinen schlechten Scheiß von ihnen aus den 1970ern anhören, Stichwort Wings. Man kann es aber doch auch einmal aus der Warte der Kumpels sehen.

Er verliebt sich, und ab da ist alles, was vorher wichtig war, auch die Menschen, irrelevant. Normalerweise würde man seinen „Kumpels“ eine solche Phase von gut anderthalb Jahren zugestehen, aber wenn einer überhaupt nicht mehr zurückkehrt?

Wie findet man das, als Zurückgelassener? Ist er nur der erste, der nicht mehr zum Fußballspielen ging, und früher oder später gingen auch all die anderen nicht mehr hin? Oder ist er total verblendet, über ein Jahrzehnt lang und eigentlich ein Verräter all der anderen Kumpels, die sich auch verlieben, und dennoch irgendwann wiederkommen, wenn der Pub öffnet oder der Schiedsrichter anpfeift. Ist das eine Frage von Erwachsenwerden oder von Ignoranz?

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Ganz großer Sport: Das Olympiafinale 1984

Heute beginnt — wie üblich bereits vor der Eröffnungsfeier — das Fußballturnier der Olympischen Sommerspiele 2012 in London, mit dem ersten Spiel des Wettbewerbs der Frauen. Großbritannien tritt als Ausrichter zufällig gegen ein Land an, in dem die Queen weiterhin Staatsoberhaupt ist: Neuseeland. Wäre die Queen nicht Staatsoberhaupt von beiden Nationen, sondern Besitzer, wäre diese Paarung also in der Champions League so nicht möglich. Morgen folgen die Männer mit der Partie Honduras — Marokko, welche bereits um 12h angestoßen wird.

Doch eigentlich, wenn man ehrlich ist, ist Fußball bei Olympia bei den Männern ein ganz merkwürdiges Surrogat, schmeckt nicht so richtig und die Zusammenstellung der Teams ist auch fragwürdig. Nur Spieler unter 23, damit die FIFA-WM nicht entwertet wird, gleichzeitig dürfen aber 3 Spieler über 23 im Kader stehen, damit dann wohl doch der eine oder andere namhafte Spieler teilnehmen kann.

Doch Surrogatgeschmack und Farblosigkeit, das muss nicht immer für Fußball bei Olympia gelten. 1984, jene großen* Olympischen Sommerspiele in Los Angeles, bei denen der komplette Ostblock außer Rumänien** nicht teilnahm, sahen ein ebenso großes Fußballturnier mit einem Finale, das ausgerechnet in den USA über 100.000 Menschen in der Rose Bowl, Endspielort der WM 1994, verfolgten. Welche einen Vorgeschmack auf eines der besten Spiele der WM 1986 bekommen sollten, denn es trafen sich zum Spiel um die Goldmedaille(n):

Frankreich und Brasilien.

Hier ein viel zu kurzes Video, das die Atmosphäre von dieser Finalpartie dennoch ganz gut transportiert. Erstaunlich übrigens, dass der Vater von Ben Redelings mal in Brasilien als TV-Moderator arbeitete.



Hier die selben Tore mit jubelndem französischem statt brasilianischem Kommentar.

Wesentlich mehr interessante Details zum Olympia-Finale im Fußball 1984 bei Pitch Invasion.

** Welches prompt Platz 2 des Medaillenspiegels hinter den USA und vor der Bundesrepublik Deutschland erreichte.

* Groß natürlich aus zwei Gründen.

PS: Was ich immer schon mal angemerkt haben wollte: Auch wenn das bei Videos aus den 1980er Jahren oft so wirkt, als hätte damals noch jemand auf dem Fahrrad neben dem Fernseher für Strom sorgen müssen: Die Bildqualität war nicht so schlecht, wie es derartige Videos vermuten lassen. Man konnte auch damals schon ganz normal Fernsehn gucken, ohne Schnee, ohne Rauschen. Sogar aus LA.

(Fang ich jetzt an wie Opa ausm Krieg zu klingen? Dann bitte das PS einfach streichen.)

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Was dem modernen Fußball fehlt

Dem unmodernen Fußball hätte es zwar auch gefehlt, aber damals musste man sich noch nicht auf 140 Zeichen beschränken.

Zwei unterschiedliche Wörter dafür, je nachdem ob es zum Gleichstand während des laufenden Spiels gekommen ist, indem man einen Rückstand ausgeglichen oder bei eigener Führung den Ausgleichstreffer erhalten hat. Würde Dialoge stark verkürzen, auch jene ohne 140 Zeichen Beschränkung.

a) ist aktuell ausgeglichener Spielstand nach Rückstand
b) ist aktuell ausgeglichener Spielstand nach Führung

Wie soll das heißen, wie es dann jeweils steht?

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Das Toni-Schumacher-Lied von „Knochenfabrik“

Wahrscheinlich existieren „da draußen“ eine Menge Lieder über Fußballer, die nie jemand gehört hat und auch nie jemand jemals hören wird, weil die Bands, die sie singen, lokal zu begrenzt bekannt sind. Das selbe Schicksal wäre wohl auch diesem famos getexteten Toni-Schumacher-Lied widerfahren, hätten es nicht die Jungs von der bekannten Deutschpunkband „Knochenfabrik“ geschrieben. Nein, ich hab auch noch nie von der Band gehört.

Interessanterweise beschäftigt sich das Lied aber weder mit Schumachers Buch „Anpfiff“ noch mit seinem Foul an, gähn, Patrick Battiston, sondern mit seiner Zeit beim FC Bayern München, als Schumacher ausgerechnet in der Katastrophensaison 1991/1992 für den verletzten (?) Raimond Aumann ins Tor gestellt wurde.

Durchaus ein besonderer Vorgang der Bundesliga-Historie, denn Toni Schumacher war als Kölner Urgestein damals noch etwas erzfeindiger für den FC Bayern als heute. Der FC Bayern war in Tonis Hochzeit Ende der 1970er und Anfang der 1980er schließlich keineswegs so auf die Meisterschaft abonniert wie noch Anfang bis Mitte der 1970er — und einer der größten Rivalen des FC Bayern damals war nun mal der Double-Gewinner von 1978, der 1. FC Köln. Zudem war es, wie im Lied ja auch besungen, die bis heute größte sportliche Krise des FC Bayern in der Bundesliga.

Deshalb ein Hoch auf die Band Knochenfabrik, die diesem besonderen Moment der Bundesligahistorie das folgende schöne Liedchen widmet. Und, total cleverer Marketingtrick, übrigens jedes Jahr behauptet, dass sie dieses Jahr nun wirklich ihre letzten Konzerte überhaupt geben werden.



Achso, „Knochenfabrik“ stammen natürlich aus Köln. Und „Anpfiff“ kommt doch drin vor.

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38 Grad, die Sonne brennt unerbittlich

Dieses schöne Gefühl beim Fußball, wenn die Kopfhaut anfängt, sich zu kräuseln, dieses innere Ziehen am Hinterkopf, weil man sich doch schon einige Nanometer über das eigentliche physische Leistungsvermögen hinausbewegt hat.

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Wer gewann eigentlich den Supercup 1940?

Der Dresdner SC mit 4:2 gegen den FC Schalke 04.

Allerdings hieß der Supercup damals noch nicht Supercup, sondern „Herausforderungskampf“ zwischen dem amtierenden Deutschen Meister von 1940, dem FC Schalke, und dem amtierenden Sieger des Tschammer-Pokals von 1940, dem Dresdner SC.

40.000 Zuschauer hatten Zeit, Muße und ausreichend Interesse, sich diese Partie am 16. März 1941 im Ostragehege zu Dresden anzusehen. Sie werden es nicht bereut haben, ihr Heimteam trug den Sieg davon.

Interessantes Plakat.

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Eine Lektion fürs Leben — Albert Camus über Fußball

Albert Camus stammte aus Algerien, wo er beim Club Racing Universitaire d‘Alger kickte. Man kennt jenes eine Zitat von ihm über Fußball. Falls nicht, hier ist es noch mal.

Alles, was ich über Moral und Verpflichtung weiß, verdanke ich dem Fußball.

Man sollte allerdings nicht glauben, dass damit alles wiedergegeben wäre, was Albert Camus zu Fußball zu sagen hatte. Vielmehr war es so, dass das französische Fußballmagazin „France Football“ Albert Camus aus Anlass des ihm 1957 verliehenen Literaturnobelpreises bat, einen ganzen Artikel über seine Verbindung zum Fußball zu formulieren, was er tat, allerdings indem er einen bereits verfassten Artikel aus dem Jahr 1953 aufwärmte. Auch damals gab es also schon die Mehrfachverwertung von einmal Geschriebenem.

Doch was er dort verrät, ist höchst lesenswert. Nicht allein, weil man zum Beispiel erfährt, dass er Fan des späteren Clubs von Pierre Littbarski wurde, vom Racing Club de Paris, weil deren Trikots seinem Heimatverein ähnelten. Nicht allein, weil man erfährt, dass er offensichtlich eine ähnlich krude, aber intensive Bindung zum Fußball erlebte, wie wir hier, denn er spricht tatsächlich von „Herzklopfen“, das ihn ereilte, wenn er an seinen alten Club erinnert wurde. Sondern weil er zudem weiß, dass zwar die Stimmung nach Siegen das schönste im Fußball ist — das Gefühl, dass einem zum Heulen zumute ist, wenn man verloren hat, aber ebenso.

Fußballverrückt war Camus also, komplett fußballverrückt, denn über seine aktive Zeit äußert er sich so:

Ab Sonntag fieberte ich dem Donnerstag entgegen, wenn wir Training hatten, und ab Donnerstag dem Sonntag, wenn wir Spiel hatten.

Noch viel schöner daraus aber ist das folgende Zitat.

Ich begriff sofort, dass der Ball nie so auf einen zukommt, wie man es erwartet. Das war eine Lektion fürs Leben.

Der ganze Text von Albert Camus über seinen eigenen erlebten Fußball, ein wahrer Schatz.

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