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Autor: Trainer Baade

Skandal! WDR parteiisch?

Die Anzeichen verdichten sich, erst an diesem Wochenende wurde die Liste der Indizien um einen wichtiges Element verlängert. In sportlichen Fragen ist man beim WDR alles andere als neutral.


[photopress:geissbock_02.jpg,full,centered]

Jener Sender, dessen Hauptsitz sich in Köln befindet, ist nicht unvoreingenommen. Bei einem unangemeldeten angemeldeten Kontrollbesuch des Produktionszentrums in Bocklemünd an der Stadtgrenze zu Köln musste die komplett mitgereiste Redaktion von Trainer Baade schockierende Entdeckungen machen.

Bei diesem Sender, der auch die Sportschau produziert (siehe Bild oben) und unter ahnungslosen Fußballfans auch in Hamburg, Berlin und München verbreitet, werden Auszubildende eingestellt, die entweder aus freien Stücken oder von ihren Ausbildern dazu gezwungen die im Bild unten gezeigten Requisiten für künftige Sendungen erstellen.

[photopress:geissbock_01.jpg,full,alignleft] Diskutabel ist, welche Variante nun schlimmer wäre: Dass Auszubildende dazu gezwungen werden, während ihrer Ausbildung Plastik- und Gips-Geißböcke zu erstellen — oder dass der WDR Auszubildende einstellt, die von sich aus während ihrer Ausbildung Plastik- und Gips-Geißböcke erstellen.

DFB und DFL gaben auf nicht erfolgte Anfrage keine Stellungnahme zu diesem erschreckenden Fund ab, auch die Redaktion ist sich weiterhin unsicher, ob und wie diese Tatsache zu bewerten ist, hatten sich doch kürzlich erst zwei an der Hörfunksendung zur Bundesliga beteiligte Reporter als Anhänger eines konkreten Klubs, zufälligerweise in einem Fall bereits ebenfalls der 1. FC Köln, geoutet — und das offensichtlich ohne jegliche Scham.

In diesem Zusammenhang erscheint auch der Kauf von Michael Rensing durch den 1. FC Köln noch einmal in einem ganz anderen Licht. Der WDR beschäftigt eine Nachrichtensprecherin mit dem selben Namen in weiblicher Variante: Michaela Rensing. Ist etwa der ganze WDR ein einziger Hort von Fans des 1. FC Köln?

Diese Vermutung wäre schon für alle Fans von anderen Klubs in NRW, wo der WDR ansässig ist und dessen Bürgern er das Geld („Für nur 59 Cent am Tag und damit weniger als zwei Frühstücksbrötchen“, wie WDR-Intendantin Monika Piel stolz in einer Nachricht an die Kontrolleure verkündete, ohne darauf hinzuweisen, dass man sich immer noch selbst aussuchen kann, ob man jeden Tag zwei Frühstücksbrötchen kauft oder nicht.) aus der Tasche zieht, kaum nachzuvollziehen.

Die Sportschau allerdings wird auch noch bundesweit ausgestrahlt und sollte sich besonderer journalistischer Neutralität verpflichtet sehen. Wie soll das gehen, wenn nicht nur die Reporter, sondern auch die Mitarbeiter der Werkstätten und die Bühnenbildner sowie deren Ausbilder alle Anhänger des 1. FC Köln sind?

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Eventisierung immer schlimmer

Jetzt hat man auch noch offensichtlich aus dem Eishockey diese Tor-Tröte kopiert und im Fußball eingeführt. Warum man diese aber direkt im Tor selbst installiert, ist auf den ersten Blick nicht verständlich. So berichtet der kicker heute aus Köln:

2:0 Podolski (24., Foulelfmeter, Linksschuss, Clemens)
Podolski tritt an und verlädt Jentzsch. Es klingelt im rechten unteren Eck.

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FC Gelsenkirchen-Schalke 04

Ein älterer Beitrag aus genau diesem hier vorliegenden Blog, heute mal wieder nach oben geholt, weil die neuen Leser ja nicht von Anfang an dabei waren, als man noch ganz ungustelig vor sich hinbloggte, wahrscheinlich. Mancher kennt ihn noch nicht. Georg Kreisler at his best.



Die 7 Minuten und 42 Sekunden sollte man sich tatsächlich nehmen. Da es ohne Video ist, nur Text, kann man es ja auch nebenbei laufen lassen. Wie und was Gelsenkirchen ist, ist hier wunderbar verpackt.

Mit Dank nach Hamburg-Alsterdorf (und natürlich an Georg Kreisler), auch wenn ich es überhaupt nicht mag, dass einer bei Gelsenkirchen, das „r“ so rollt. Er sollte es lieber als „a“ aussprechen, dann täte es passen. Die aktuelle Häufung der Schalke-Inhalte ist reiner Zufall und keine Vorbereitung auf das bevorstehende 50-jährige meistertitellose Jubiläum, wie man ganz unbedarft meinen könnte.

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Die 100 besten Spieler aller Zeiten (subjektiv)

[photopress:screenshot_football_pantheon.jpg,full,alignright] Den Daheimgebliebenen ein wenig Lesestoff, an dem man sich auch gut und gerne zwei Halbzeiten lang aufhalten kann:

Die ultimative Frage für all jene, die sich an Wertungen und Listen aufgeilen, ist natürlich, wer der beste Fußballer war, der je auf diesem Planeten gespielt hat. Das ist von mir nicht zu beantworten, allerdings sind die Antworten auf diese Frage, welche andere versuchen, durchaus immer wieder lesenswert. So auch die heutige Ausführung.

Football Pantheon hat sich daran versucht. (Man könnte die ganze Seite in einem Rutsch aufsaugen, sollte das aber zur eigenen Vergnügungsbewahrung besser nicht tun). Dort listet man die „100 besten Spieler aller Zeiten“ auf, was bekanntlich maximal die Zeiten seit etwa 1850 umfasst, das macht aber nichts, denn die Spieler davor waren größtenteils nicht allzu erwähnenswert.

Nun ist es natürlich nichts Anderes als reinste Spielerei zur Unterhaltung, solche Listen aufzustellen, selbst wenn man ein gewisses Wertungssystem entwickelt, anhand dessen man Punkte vergibt, wie es das Football Pantheon in anderen Fällen bereits getan hat. Hier steht man diesen Listen mit der wohl nötigen Distanz gegenüber. Was nichts daran ändert, dass sie eben genau das zu liefern im Stande sind: große Unterhaltung.

Beinahe greifbar ist die Spannung, wenn man sich von Platz 100 immer weiter nach vorne liest, wenn man auf die nächste Seite weiterklickt und beantwortet wird, wer sich wo in dieser Liste befindet. Wenn dann noch dazu Namen in dieser 100er-Liste enthalten sind, die man nie zuvor gehört hatte, dann ist das Ganze eine noch gelungenere Unterhaltung.

Nun, ohne zu viel verraten zu wollen, darf man sich auf exquisiteste Fußballkünstler gefasst machen, wenn eine Liste den von Vielen als besseren Libero als Franz Beckenbauer eingestuften Matthias Sammer nur auf Platz 80 führt — und einer wie Karl-Heinz Rummenigge überhaupt nicht auftaucht. Der Screenshot zeigt auch nicht Lionel Messi, sondern einen anderen früheren ausländischen Star des FC Barcelona.

Die 100 besten Spieler der Welt. Gute Unterhaltung!

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Viele kennen die Regeln kaum

Pilz-Alarm, aber kein -bashing, im Gegenteil.

Ein weiteres Problem: Viele Amateure kennen die Regeln kaum und können die Entscheidungen des Schiedsrichters gar nicht begreifen. Pilz ließ einmal Fußballer in Jugendmannschaften befragen. Das Ergebnis: Abgesehen von den Grundregeln kannten sich die wenigsten genauer aus.

Vermutlich gilt für die Zuschauer in den Stadien dasselbe. Und noch mal nur vermutet ist der Anteil derjenigen, die sich für eine Sportart interessieren — ob als Zuschauer, Betreuer oder Ausübender — und kaum Ahnung haben, wie die Regeln im Detail sind, bei keiner anderen Sportart so hoch wie beim Fußball.

Dass man ihn größtenteils dennoch spielen kann, ohne größere Kenntnis von ihm zu haben, ist zwar der Grund für seine weltweite Popularität, macht ihn aber nicht sympathischer.

Ich mag ein kleines Arschloch im Moers’schen Sinne sein. Doch Leute, die Fußball spielen und seine Regeln nicht kennen, nicht verstehen, sich nicht mal bemühen, diese kennenzulernen, rauben mir den Nerv (und den Spaß). Nur weil Schach ein Nerdsport ist, gibt einem das nicht das Recht, Fußball zu spielen und sich dann darauf zu berufen, dass man Regel Y und Z nicht kannte. Ein bisschen dribbeln und dann aufs Tor schießen kann jeder, die lächerlichen 17 Fußballregeln lesen und verstehen, können offensichtlich die wenigsten.

Doch, es gibt Tage, an denen ich American Football dem Fußball vorziehe, selten, aber es gibt sie. Immer dann, wenn ich mit den Folgen der Nichtregelkenntnis der Aktiven zu tun habe, wenn Schlägereien und Fehden begonnen werden, weil die Ausübenden den Sport nicht beherrschen, wozu nun mal grundsätzlich auch die Regelkenntnis zählt.

Wie sie dastehen, mit ihren dicken Stutzen, mit ihren teuren Fußballschuhen, sich unbedingt ihren Namen aufs Trikot flocken lassen mussten, wie sie Tore schießen wollen und wie sie dribbeln wollen — aber nicht mal die grundlegendsten Regeln beherrschen, die so einfach zu verstehen wären.

Der Fußball ist leider so breit in der Gesellschaft zu Hause, dass auch ein gehöriger Prozentsatz an Vollidioten ihn ausübt. Allerdings beginnt das nicht erst bei den Amateuren, selbst die Profis haben ja meist keine Ahnung. Um das nachzuweisen, muss man nicht mal zu irgendwelchen Spezial-Abseits-Entscheidungen greifen. Alexander Zwickler war letztens der Modus zu hoch, wie sich sein Salzburg noch für die Champions-League qualifzieren könne, und die Farce um die Deppen von Südafrika ist noch zu jung, um sie hier wiederholen zu müssen.

Der Fußball wird also nicht mehrheitlich von Idioten heimgesucht, es spielen ihn schlicht so viele Menschen, dass zwangsläufig viele Idioten dabei sind. Und dennoch würde man niemanden in einem Schachclub aufnehmen, der die Regeln nicht kennt.

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„Das versteht kein Mensch“ — Zettel-Ewald erklärt das Spiel

Zettel-Ewald lässt sich nicht lumpen und schreibt heute mal ans Flipchart statt auf seine Zettel. Die ganz simple Frage, wie Fußball denn funktioniert, hat er sich dabei zum Thema gesetzt und macht es ganz ordentlich. Allerdings nur, falls man blutiger Fußball-Anfänger wäre.

Wir notieren auf unseren eigenen Zetteln: Zielgruppe des Videos verfügt über Anfängerwissen im Bereich Fußball, man vermutet aber einiges Moos auf ihren Konten.

Für ein paar Cent extra erklärt Ewald das Spiel natürlich — na, wo ist die Kamera? — nehmen wir an.



Was ist das nur für ein baufälliger Keller, von dessen Wänden der Putz abbröckelt, in welchem ein Werbevideo für einen Finanzfond gedreht wird? Man könnte sich Sorgen machen, ob Ewald selbst vielleicht noch auf Zahlungen wartet.

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Die Rückkehr des Angstgegners

Die Partie zwischen Hannover 96 und dem FC Bayern München ist trefflich mit einem von jenen beiden Nuhr’schen Sprüchen zu beschreiben, welche Eingang in den kulturellen Kanon deutscher Internetbenutzer gefunden haben:

Auf der einen Seite eine wohlorganisierte Abwehr, die dem Gegner wenig Möglichkeiten zugesteht, samt durchdachtem Spiel einer klug von einem fähigen Manager zusammengestellten Mannschaft, welcher ihr noch dazu einen ihr mehr als das Übliche entlockenden Trainer verpasst hat. Auf der anderen Seite: Bayern München.

Es scheint fast so, als käme für den FC Bayern etwas zurück, was er doch schon lange abgehakt zu haben glaubte: So etwas wie ein Angstgegner. Gut, es sind erst zwei Spiele in Folge, die die Bayern in Hannover verloren, und zwei Spiele sind noch keine Serie — oder wann beginnt eine solche? Angstgegner zu sein hat aber ohnehin nur bedingt mit einer Serie zu tun. Wenn man jedoch nur häufig genug drüber schreibt und sich die Möglichkeit eines „Angstgegners Hannover 96″ in den Köpfen („Mem“) der Beteiligten einnistet, dann wird durch Wiederholung dieses Mems psychische Realität geschaffen.

Anders als mit Angst wäre der hölzerne Auftritt samt ungelenkem Elfmeterfoul von Philipp Lahm wohl nicht zu erklären. (Das ist sogar eine Handreichung an Philipp Lahm, denn wenn die Erklärung für seine Leistung nicht „Angstgegner“ lautete, müsste man fragen, ob er nicht gerade im Begriff ist, eine viel schlimmere Bekanntschaft zu schließen, die da „Formkrise“ hieße. Mit einer ausgewachsenen Formkrise kann man nämlich normalerweise nicht Kapitän der Nationalmannsch … ach, ja, Jogi. Stimmt.) Anders als mit der erhöhten Anspannung, die man stets verspürt, wenn man zum Angstgegner reisen muss, wäre auch der Platzverweis wegen Tätlichkeit (!) für den friedliebenden Jerome Boateng nicht zu erklären.

Es muss also etwas dran sein, dass die Bayern sich gerade selbst ihren neuen Angstgegner züchten, wie es früher mal der 1. FC Kaiserslautern (Breitner: „Hatten die Hosen schon voll, wenn wir den Betzenberg rauffuhren“) oder Eintracht Frankfurt (von 1970 bis 1989 zu Hause ungeschlagen gegen den FC Bayern) waren.

Da die Bayern mittlerweile problemlos in Kaiserslautern gewinnen und Eintracht Frankfurt, nunja, muss halt ein neuer Angstgegner her. So wie noch jeder Klub einen solchen für sich pflegen sollte, allein schon, damit es wenigstens ein besonderes Spiel pro Saison gibt.

Der 1. FC Köln zum Beispiel hat seit 2003 nicht mehr gegen Borussia Dortmund gewonnen — und seit 1993 überhaupt nur 2x einen Sieg gegen die Schwarz-Gelben einfahren können. Das nennt man dann doch wohl Angstgegner — oder ist Köln einfach nur schlecht? Das kann eigentlich nicht sein, denn dann wäre ja auch der FC Bayern zumindest am Sonntag schlecht gewesen und nicht die Angstgegnerschaft wäre ausschlaggebend gewesen. Unmöglich, wo die Bayern doch jetzt so einen super Trainer haben. Sagt der fähige Manager. Ach, nein, der Präsident.

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Soccer in the Ruhr Area

Eine „schöne“ Galerie zum Fußball im Revier, offensichtlich etwas älter, da teilweise zu Lebzeiten von Ernst Kuzorra entstanden, dessen Gesicht trotz seiner steten Missmutigkeit so fotogen ist wie kaum eines. Weniger fotogen dagegen die Schalker und Bruckhausener Straßenzüge, weshalb man einigermaßen beruhigt sein kann, dass diese Bilder wohl ca. 25 Jahre alt sind und sich tatsächlich Dinge verändert haben.

(Der Titel des Beitrags ist der Titel der Galerie in der englischen Version jener Webseite.)

Ernst Kuzorras Tagesprogramm im Alter von 75 Jahren lautete übrigens vollkommen unabhängig von den sehenswerten Fotografien hinter dem Link folgendermaßen:

Mittags gegen elf: ein Kurzer, ein Pils.
Nachmittags: ein Pils, zwei Kurze.
Abends: acht Pils.

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Friedhelm Funkel hat immer noch den nötigen Biss

Falls man sich gefragt haben sollte, wie es kommt, dass Friedhelm Funkel immer wieder aufs Neue Engagements in den beiden Profiligen des deutschen Fußballs erhält, obwohl er doch so schrecklich antiquiert spielen lässt und auch seine rhetorischen Motivationskünste aus dem letzten Jahrtausend stammen: Es gibt da ein kleines Geheimnis, welches nur jene Spieler kennen, die ganz intim mit ihm zusammenarbeiten.

Das folgende, trotz sicherer Entfernung unter Einsatz ihres Lebens von Spionen heimlich erstellte Dokument beweist, dass dieses kleine Geheimnis keine Fragen offen lässt, wieso Friedhelm Funkel ein begehrter Mann ist, wenn es gilt, lethargischen Teams mit wenig Punkten ganz schnell ein wenig Beine zu machen.



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In Norwegen ist draußen drinnen

Abgesehen von der merkwürdigen Angewohnheit, in Interviews mit Fußballern (fast) immer nur Nichtchristen nach dem Ausleben ihrer Religion zu befragen, niemals aber z. B. Atheisten zu ihrem Atheismus zu befragen, verwundert eine Antwort des Norwegers bei Hannover 96, Mohammed Abdellaoue, auf eine Frage in einem Interview mit der FAZ, welches mit der an Banalität kaum zu überbietenden Aussage „Ich versuche, ein guter Muslim zu sein“ betitelt ist:

Waren Sie so ein Kind, dass immer draußen gespielt hat, wie man das in Norwegen überall sieht?

Nein. Ich bin eher nicht der Junge gewesen, der das tat. Ich war mehr ein Kind der Stadt. Und bei mir galt: Fußball, Fußball, Fußball. Nicht so sehr Ski fahren, in die Berge gehen, fischen. In der Schule und auf der Universität hatten wir immer Trips in die Natur. Aber es war nichts, was mir besonders gefiel. Ich habe immer am liebsten Fußball gespielt. Insofern war ich kein typisches Draußen-Kind.

Wer in Deutschland immer nur Fußball, Fußball, Fußball kennt, der wäre genau ein solches „Draußenkind“.

In Norwegen hingegen ist es wohl tatsächlich so, dass man angesichts der Witterungsverhältnisse Fußball häufiger drinnen spielt als draußen. Was meines ungeprüften Wissens zufolge allerdings nicht in kleinen Turnhallen mit Handballtoren geschieht, sondern in riesigen Bauten, die oft die komplette Größe eines normalen Fußballfeldes umfassen.

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Mut zum Hochmut

Ein Edding: 2,50 Euro
Fünf Eddings für das Flipchart: 12,50 Euro
Wissen, wie man einen Elfmeter versenkt: Priceless

Mario Gomez wiegelte ab: Nicht der Strahl des Laserpointers sei Schuld, dass er den Strafstoß vergeben hat. Sondern er selbst ganz allein. Das ist in bemerkenswerter Art zutreffend. Doch hat diese Art nichts mit der An- oder Abwesenheit von Laserpointerstrahlen zu tun.

Eine kleine grafische Darstellung nur für den Fall, dass es irgendjemand vergessen haben sollte, wie es genau aussieht, wenn man die seit Jahrzehnten unveränderte Quote von 77% verwandelten Elfmetern berücksichtigt. Bei all dem verfrühten Jubel, den Spieler und Fans durchführen, wenn es zu einer für sie positiven Elfmeterentscheidung kommt: Wetten, dass niemand über eine Brücke gehen würde, die mit gleicher Wahrscheinlichkeit einstürzt wie Spieler ihre Elfmeter verschießen? Und dass man in einer solchen Situation alle Möglichkeiten ausschöpfen würde, um die Wahrscheinlichkeit, dass die Brücke nicht einstürzt, zu erhöhen? Warum man das beim Treten von Strafstößen immer noch nicht macht, ist schleierhaft.

Nur 77% aller Elfmeter werden verwandelt. Großzügig gerundet landet somit jeder vierte Schuss nicht im ominösen Netz, sondern in diversen Nachthimmeln, in Torwarthandschuhen oder einige Sekunden später in den zarten Händen eines enttäuschten Balljungen. „Grafisch“ sieht das dann aus wie folgt.

 

 

 
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Dies ist natürlich nur eine sehr vereinfachte Darstellung, denn man wenn man diese Reihen über einen längeren Zeitraum zusammensetzt, dann entstehen ebenso Phasen von häufigeren Versuchen ohne Treffer als nur „1 aus 4″, genauso wie längere Phasen entstehen, in denen kein Fehlschuss geschieht.

Obwohl der gemeine Fußballfan dies ja grundsätzlich bestreitet, sollte man — abgesehen von Härtefällen, dazu unten mehr — eben nicht ins Kalkül ziehen, einen Schützen aufgrund einer schlechten Trefferquote der jüngeren Vergangenheit auszusortieren. Die Wahrscheinlichkeit, durch einen Strafstoß ein Tor zu erzielen, liegt für jeden Strafstoß immer wieder neu bei 77%. (Und jene, zu scheitern bei als reiner Zahl doch enorm hoch anmutenden 23%, natürlich ebenfalls stets unverändert.)

Da es aber Ausreißer nach oben gibt (siehe unten stehenden Link), muss es auch Ausreißer nach unten geben, sonst existierte dieser Durchschnittswert ja nicht. Es gälte also, einen Spieler und dessen Treffgenauigkeit bei Elfmetern über einen längeren Zeitraum zu verfolgen. Erst wenn dieser statistisch abgesichert dauerhaft eine deutlich unter 77% (oder bei welchem Wert auch immer man zufrieden wäre) liegende Trefferquote aufweist, sollte man ihn endgültig aus dem Kreis der Elfmeterschützen des eigenen Teams verbannen.

Einer der gerade angesprochenen Ausreißer nach oben ist mit einer faszinierenden Quote der Engländer Matthew Le Tissier.

Wie dessen Patentlösung aussah, ist hier nicht bekannt. Sehr wohl bekannt ist aber von Ruud van Nistelrooy, dass er eine extrem lange Serie ohne Elfmeter-Fehlschüsse in der Premier League hinlegte, weil er seine Strafstöße auf eine bestimmte Weise schoss. Das Interessante daran ist, dass die gegnerischen Torhüter sogar wussten, wohin er schießen würde, und dennoch konnten sie das Gegentor nicht verhindern. Womöglich hat sich Ruud van Nistelrooy als einer der Wenigen damit beschäftigt, wie man Elfmeter am besten verwandelt. Denn:

Nur weil jeder 4. Elfmeter verschossen wird, ist Mario Gomez vom vergangenen Spiel in Neapel nicht entschuldigt. Wie eine seit geraumer Zeit bekannte Untersuchung ergab, führen 99% aller Elfmeter, welche höher als 1,22m (der Hälfte der Torhöhe) platziert werden, zu einem Tor.

Warum also sich überhaupt mit so Schüsschen, für die die Gewerkschaft der Gurken eine Abmahnung schicken würde, wenn man ihren Namen damit in Verbindung brächte, flach wie der zuvor stehende Witz es versuchen, wie Mario Gomez es am Dienstag tat? Warum schießt Mario Gomez diesen Strafstoß flach?

Weil die Spieler offensichtlich immer noch keinen Lernwillen besitzen? Weil niemand Kenntnis von dieser Information hat? Weil jemand zwar Kenntnis hat, sie aber nicht tradiert? Edding und Flipchart statt „teurer“ Computer, schön und gut. Die Information über diese 99% wäre aber im Internet zu finden, wenn man sich überhaupt dafür interessierte.

„Ich wollte in die Mitte schießen. Wieso ich es nicht getan habe, weiß ich auch nicht. Man sollte bei seinem ersten Gedanken bleiben.“

Schuld am Fehlschuss ist tatsächlich Mario Gomez ganz allein und das gleich doppelt: Er schoss seinen Elfmeter nicht hoch — und er wusste nichts davon, dass er ihn hoch hätte schießen müssen.

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It’s the end of the world (as we know it)

Wenn man sich einmal drauf verlässt, geht’s natürlich schief. Nicht die Tatsache, dass die Autoren der Titelzeile sich jüngst getrennt haben, ist hier gemeint. Der Haken auf der Lebensleistungsliste beim Punkt „R.E.M. live sehen“ ist ohnehin schon seit jenem Sommer 1995 am Dürener Badesee gesetzt (zusammen mit den „Cranberries“, örx), sondern die Geldmachwut der der FIFA angehörenden UEFA. Um nichts Anderes kann es doch bei der Änderung der Modi der Europameisterschaft gehen als um noch mehr Geld und noch mehr Aufmerksamkeit und darauf folgend wiederum Geld.



Nun ist Geld zu verdienen und Aufmerksamkeit für die Sportart des Verbands zu erzeugen ja nichts per se Schlechtes, zumindest Letzteres ist der eigentliche Zweck einer solchen Einrichtung. Doch wie man dabei immer mehr den Ausverkauf des Länderfußballs in Richtung Vereinsfußball mitmacht, ist am Ende des Tages dann ein schönes Eigentor.

Ja, ich bin persönlich beleidigt und entsetzt. Gräme mich und denke darüber nach, den Fußball als Passiver an den Nagel zu hängen, wenn die Szenarien, die allesaussersport skizziert, eintreten sollten.

Ich hatte vor Kurzem noch irgendwo aufgeschnappt, dass die UEFA den Umfang der Qualifikationsgruppen für die zukünftigen Europameisterschaften, bei der die Teilnehmerzahl von 16 auf 24 (von 53) erhöht worden ist, nicht verändern würde. Einzig, dass nun eben die ersten beiden Teams einer 6er- oder 5er-Gruppe automatisch qualifiziert sein würden und statt wie früher die Zweitplatzierten jetzt die Drittplatzierten untereinander Playoffs austragen würden, um auf die 23 oder 22 benötigten Qualifikanten zu kommen.

Während es durchaus Gründe gibt, zu begrüßen, dass endlich einmal Finnland, endlich wieder Wales und endlich einmal ein richtiger Kleiner an einem großen Turnier teilnehmen können, ist die Möglichkeit, dass einer der Großen wie England, Frankreich, Italien oder vielleicht Kroatien in der Qualifikation scheitert, damit fast bei Null, was den Trend (Wiedereinführung der Relegation, Setzen bei Playoffs) zur Ausschaltung dessen, was den Fußball abgrenzenderweise so spannend macht, des Zufalls nämlich, weiter verstärkt. Und ein Zuschauen unattraktiver macht, sofern man nicht der Auffassung ist, allein ein Finale FC Barcelona gegen Manchester United respektive Deutschland gegen Spanien sei sehenswert und genügte den eigenen Ansprüchen daran, mittels Identifikation mit künstlich aufgebauten Stars die eigene, nicht existente Großartigkeit auszuleben. Auch wenn Europameisterschaften anders als Champions Ligen nicht jährlich stattfinden und somit die Gefahr des Sättigungseffekts nicht allzu groß ist: Eine Veranstaltung mit immer weniger sportlichen Überraschungen wird, nein ist auch immer weniger sportlich interessant.

Nun liest man bei allesaussersport die aktuellen Pläne, welche hoffentlich nicht so heiß gegessen werden, wie sie die Ohren beim Lesen machen:

Der vorgeschlagene Modus sieht in einer knapp ein Jahr dauernden Gruppenphase 13 Vierer-Gruppen vor. Die 13 Gruppensieger plus Gastgeber (= 14) qualifizieren sich. Die 10 anderen Qualifikanten werden in zwei Playoff-Runden aus den verbliebenen 39 Teams ausgesiebt.

Die qualifizierten Gruppensieger sollen als Beschäftigungstherapie ein Turnier mit 16 Mannschaften ausspielen (13 plus Gastgeber plus zwei Wild Cards). Um was dabei gespielt wird, abgesehen von der Goldenen Ananas, ist nicht klar.

Das ist in so vielerlei Hinsicht zum Mageninhalte Ausstoßen, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Wo man aufhören soll, hingegen schon. Ist das jetzt eine Alterserscheinung von mir, da das Blog ins 6. Jahr geht und ich einfach gerne jeden Tag mein Wiener Schnitzel haben, „keine Experimente!“ mehr sehen möchte und ohnehin jeder Veränderung ablehnend begegne? Oder habe ich meinen gesunden Fußballmenschenverstand noch behalten und sehe darin eine vollkommen den Sitten des europäischen Fußballs ferne Abwandlung („ein Mini-Turnier mit Wild Cards!!einhundertelf!!millemillionsdemillesabords!!!“), die durch nichts außer die zu erzielende Kohle zu rechtfertigen ist und dabei den Geist des Fußballs zerstört?

Anders gefragt: Wenn solche Sperenzken die Regel werden, habe ich keine Lust mehr auf das „Premium Produkt“. Gleichzeitig lese ich gerade verstärkt Bücher über die Historie bestimmter Fußballklubs. Und in beinahe jedem Gespräch mit ehemaligen Größen eines Vereins äußern sich diese dergestalt, dass der heutige Fußballstil nicht mehr ihre Sache sei, sie mögen es einfach nicht mehr so wie früher, als man mehr A, B und vor allem C hatte und erlebte, welches ja durch kein Geld der Welt aufzuwiegen sei. Dabei spielt es allerdings keine Rolle, in welcher konkreten Ära der Ehemalige gespielt hat. Jeder findet nur den Fußball aus Zeiten seiner eigenen, frühen Adoleszenz gut. Alles, was danach kommt, ist aus der Sicht der Ehemaligen Murks und nicht mehr des Ansehens wert.

Ich weiß also gerade nicht, wo mir der Kopf steht: Werde ich einfach nur einer dieser nörgelnden alten Menschen, die mit Veränderungen nicht mehr klarkommen? Oder ist dieser angedachte Qualifikationsmodus, der hoffentlich nur ein Alptraum bleibt, aber niemals Realität wird, nicht doch tatsächlich totaler Mist, Scheißdreck und Käse?

Mich von R.E.M. zu lösen, ist mir schließlich auch kinderleicht gelungen, nachdem sie ganz wie die ewig gleichen Paarungen in der Champions League ebenfalls immer wieder die selben Songs, nur in anderen Tonarten geschrieben haben. R.E.M. haben sich folgerichtig aufgelöst. Es ist zur Stunde nicht bekannt, für wann die UEFA dies für sich und ihre Europameisterschaft plant. Wenn man sich die verlautbarten zukünftigen Qualifikationsrunden und Turniermodi anschaut, darf man allerdings annehmen: Sehr bald.

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