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Autor: Trainer Baade

Sven Pistor und Burkhard Hupe sind Vereinsfans

Die beiden Namen sind eventuell nur Hörern des WDR2-Radios und der Bundesliga-Sendung „Liga live“ bekannt. Wie sich die samstägliche Fußball-Sendung bei anderen beteiligten Sendern genau darstellt, hat man hier immer noch nicht begriffen.

Man kann wohl diesen Beruf, Sportjournalist, schlicht nicht ergreifen, wenn man nicht irgendwann mal Fan eines Vereins war. Und so ist es logisch, dass man die Zahl derjenigen, die keine Leidenschaft für einen bestimmten Klub hegen, immer noch an einer Hand abzählen kann. Dass man den meisten während ihrer Arbeit nicht anmerkt, wessen Fan sie sind, spricht für ihre Professionalität.

Diese Geheimniskrämerei während der aktiven Zeit bezüglich des Lieblingsvereins mag ein wenig albern wirken, ist aber durchaus im Sinne des Autoren. Denn wenn man es einmal erfährt, gibt es kein Zurück mehr. Derjenige welche ist für immer in einer bestimmten Kammer des Hirns respektive des Fußballherzens abgespeichert.

Man sollte sich also gut überlegen, ob man auf den folgenden Knopp draufklickt, denn danach sind die beiden für immer beliebt oder verbrannt. Oder beides, gemischt, gar, halbgar, englisch, gut durch, wie auch immer, neutral jedenfalls können sie nicht mehr wahrgenommen werden. Weshalb der Autor selbst auch lieber vermieden hätte, es zu erfahren, aber die beiden gehen ja selbst damit auf der Seite ihres Stimmtrainings-Unternehmens hausieren.

Ob er oder sie das nun ebenfalls wissen möchte, sollte aber jeder Leser selbst entscheiden.

“Vereinsfans“

Burkhard Hupe ist Fan von Borussia Mönchengladbach. Sven Pistor ist Fan des 1. FC Köln.
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Strahlende Gesichter allüberall

Es ist nun mal hart, wenn man sich an 348 Tagen im Jahr aufführen kann wie der Weihnachtsmann und alle reich Beschenkten (angeblich) den Kotau machen, man aber an den 17 Heimspieltagen des liebsten Spielzeugs schon mal ein Wörtchen der Missbilligung hören muss.

Wie das so vonstatten geht, wenn man den Weihnachtsmann (allerdings nur einer bestimmten Region) nicht nur mimt, sondern einem dessen Rolle geradezu ins Fleisch übergegangen ist, berichtet der Klub des umfassenden Wohltäters selbst und man muss schon sehr jung oder sehr, sehr alt sein, um sich nicht an Piep erinnert zu fühlen.

Mit Standing Ovations bedankten sich tausend junge Fußballerinnen aus der Metropolregion Rhein-Neckar am Sonntag bei Dietmar Hopp. Mit Jubel, langem Applaus und vor allem einem großen Strahlen in ihren Gesichtern zeigten sie dem Stifter, dass ihr Dank von Herzen kommt.

Sie klatschten nicht einfach nur, ihre Gesichter strahlten auch noch. Und das beweist eindeutig, glaubt jener Autor, der wohl selbst beim Verfassen des Artikels noch strahlend an der Tastatur saß, dass der Dank von Herzen kommt, und nicht etwa alles nur fake smiles* waren, wo die Menschen doch „surprisingly bad at spotting fake smiles“ sind.

Ein Jahr lang waren Mitarbeiter der Stiftung mit diesem Auto durch die Metropolregion Rhein-Neckar gefahren, um nagelneue Trainings- und Spielausrüstung zu Mädchenfußball-Mannschaften aus 54 Vereinen zu bringen.

So stellt man sich die Aufbauarbeit vor: Mit dem Wagen durch die Metropolregion (nur echte Metropole, wenn man es auch für alle anderen, die von dieser Metropolregion noch nie gehört haben, verständlich in jedem Artikel dranschreibt) gondeln und dabei immer wieder in guter Heilsbringermanier mal hier und mal da anhalten, Kamelle aus dem Auto werfen, nagelneue Ausrüstung unters Volk bringen und sich dabei einfach nur gut fühlen. Und ganz sicher sein, dass es den Empfängern haargenauso geht.

Eigentlich hätte es da keines C-Promi-Zitats mehr bedurft, um zu unterstreichen, wie wichtig der Weihnachtsmann für diese Metropolregion ist. Da der Beitrag aber sonst ein wenig zu kurz geraten wäre und möglicherweise noch nicht jeder gänzlich überzeugt wäre, wie ein Mann alleine durch das Überreichen von Trainingsjacken, welche man nur Stunden später durchschwitzt und in die Waschmaschine, womöglich auch vom Weihnachtsmann gestiftet, wirft, eine gesamte Metropolregion glücklich machen kann. Also her mit dem C-Promi. Ah, da haben wir ja jemanden, die auch noch vom Fach ist.

Renate Lingor: „Ich komme ja aus dieser Region und weiß, wie stark der Frauen- und Mädchenfußball hier ist. Und das ist zu einem ganz großen Teil Dietmar Hopp zu verdanken“. Wohl wahr, dachten sich die Fußball-Fans auf den Rängen und sie zeigten es mit frenetischem Jubel und Applaus.

Die Sonne, die Sterne, den Mond und sieh nur diese süßen Häschen hat Dietmar Hopp wahrscheinlich auch noch selbst gemacht, woraufhin die Rhein-Neckaraner Metropolregionsbewohner frenetisch Beifall klatschen. Jeden Morgen wieder neu, versteht sich, nach dem Aufstehen erstmal den Vorhang zur Seite ziehen und in Richtung Dietmar-Hopp-Stadion geklatscht.

…

Wer startet ein tumblr-Blog „Dietmar Hopp looking at things“? Falls man keine passenden Bilder findet, könnte man auch erstmal hiermit beginnen.

Man darf gerne einwenden, dass jeder Verein, jede Firma und eigentlich auch jeder Mensch über seine eigenen Aktionen oder die von Beteiligten des Vereins derart positiv berichten würde.

Jeder Mensch jedenfalls, der auch glaubt, dass in Restaurantketten angebotenes Essen wirklich so aussieht wie auf den Fotos im Eingang und der sich wundert, dass am Nordseestrand von Langeoog gar nicht immer, wie im Prospekt, bestes Badewetter herrscht.

Der Artikel über die Weihnachtsmanntätigkeit des endlen Spenders vermittelt jedenfalls einen Eindruck, wie intensiv die Lobpreisung an den erwähnten übrigen 348 Tagen, an denen kein Bundesligaspiel mit so etwas Lästigem wie Auswärtsfans ansteht, sein muss.

Da ist der Schock bei plötzlicher Kritik allzu menschlich weihnachtsmannig.

* (Dauert übrigens nicht wie angegeben 10 Minuten, sondern deutlich weniger. Aber Achtung: Nicht das Foto beurteilen, sondern das Video (anklicken!).)

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Die Allerletzten

Der Kicker führt in seinem Sonderheft eine Auflistung, welcher Klub wie häufig Tabellenführer war. Dabei ist so eine Tabellenführung wie zuletzt bei Gladbacher Anhängern erlebt zwar sehr euphorisierend. Zudem lernt man auf diese Weise etwas. Den meisten Fans, so ihre Teams nicht zu den Dauergästen auf Platz 1 gehören, wird klar, dass man plötzlich etwas zu verlieren hat, etwas verteidigen muss; ein Umstand, den sie so sonst nicht kennen.

Doch die Fans der allermeisten Klubs wissen, dass es nicht die Aussicht auf Erfolg ist, die den Fußball gleichzeitig so lebendig und so hassenswert macht, sondern die Angst vor dem Misserfolg, vor dem totalen Untergang.

Rainer Calmund konnte nachts nicht schlafen, weil das Abstiegsgespenst nicht aus seinen Gedanken weichen wollte, und aufgehängt hat sich selbst in Südamerika noch nie jemand, weil sein Klub Meister geworden ist.

Dabei ist es natürlich noch einmal ein „psychologisch wichtiger“ Unterschied, ob man nur auf einem Abstiegsplatz oder aber dem allerletzten Platz der Tabelle steht. Ist man Letzter, pfeift hinter einem nur der Wind durch die Schlucht, in die man hinabzustürzen droht. Als Vorletzter steht man immer noch auf den Händen des Letzten, mit denen dieser sich verzweifelt an den Felsvorsprung klammert. Wie man auch als Letzter strampelt, es ist schlicht niemand mehr unter einem, der schlechter steht als man selbst. Und da bewahren nur die Hartgesottensten ruhig Blut. Trainer, Spieler, Fans.

Eine Auflistung, wer wie häufig Letzter in der Bundesliga war, existiert trotz der ausgewiesenen Dramatik dieser Situation (zumindest hier nicht bekannt) nicht.

Wer also in der Bundesliga ist extrem erprobt in diesem Drahtseilakt und für wen ist dieses Gefühl so selten wie Preußen Münsters Aufenthalt in der ersten Liga?

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Wutfans, anno dazumal

Manuel Neuer Eike Immel wechselte 1986 vom BVB 09 zum VfB Stuttgart, was bei einigen Wutfans der Borussia gar nicht gut ankam. Sie warfen — damals ging das noch, weil es wohl nicht verboten war, diese mit ins Stadion zu nehmen, vor allem aber, weil sie überhaupt in alternativloser Weise vor sich hin existierten — eine volle Bierdose nach ihm. Die dann entsprechend ihrer vorherigen Aufladung durch Schüttelung wunderbar durch den Strafraum spritzte.

Eike Immel sah das alles nicht so dramatisch. Vielleicht auch, weil er als Profi eine realistische Einschätzung der Fans besaß. Man dürfe „keine Unterstützung“ im gegnerischen Stadion erwarten.



Ein normaler Vorgang, schließlich sind es hier die Bierstadt Dortmunder Fans, die die Dose werfen, und nicht die eigenen Stuttgarter Fans.

Es ändert sich selten etwas. Nur den Inhalt „Immel ist ne schwule Sau“ würde man heute nicht mehr so hören, alle anderen schon. Glück hatten die Dortmunder Fans wiederum, dass der BVB nie gegen den TSV Eintracht Stadtallendorf antreten musste.

Torverlauf:
0:1 Karl Allgöwer 36.
1:1 Thomas Helmer 48.
2:1 Thomas Helmer 80.
2:2 Rainer Zietsch 88.

Zuschauer: 24.242, einige davon wütend.

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Deutschland — Österreich 6:2

Jugendwahn jetzt nicht nur im Team, sondern auch bei den Berichterstattern? Zum Spiel kann man jedenfalls nur sehr wenig sagen, da das ZDF einen Achtjährigen an die Bildregie ließ, der sich immer dann, wenn der Ball in die Nähe eines der beiden Tore geriet, für die Nahaufnahme entschied. Viele bunte Knöpfe hier, kann man drauf rumdrücken und dann passiert etwas. Schau nur!

Anderenfalls hätte man sicher ein überzeugendes Spiel gesehen, denn das Ergebnis von 6:2 lässt doch vermuten, dass da eine Mannschaft spielte, die ein paar Ideen hatte, wenn sie auch immer noch und immer wieder für ein, zwei schludrig kassierte Gegentore gut ist, deren Bedeutung sich aus dem Grund potenziert, dass es zwei Gegentore durch Österreich waren. Eine Mannschaft, die Stimmen aus deren Heimatland zufolge weder eine Taktik noch Ideen hat.

40 zölliges Plasma-TV in HD wirkt tatsächlich, als säße man selbst im Stadion — was der Autor allerdings bislang noch bei jeder technischen Innovation aufs Neue geglaubt hat. Da sieht man selbst in der — wie erwähnt nur selten eingesetzten — Totalen die kleinen Löcher im Rasen. Und man erkennt ebenso gut, dass Lahms Bartwuchs an den Wangen noch größere Lücken aufweist. Dass er trotzdem bereits Kapitän und einer der Älteren in der Mannschaft ist, lässt hoffen, dass diese auf Jahre hinaus … aber da ist ja noch das „HSV“-Problem in dieser Partie, was ihre Aussagekraft arg zerbeult:

Wer gewinnt schon nicht gegen Österreich?

Und wenn man endlich Antworten darauf bekommt, ob die Defensive ebenso gut wie die Offensive ist, dann ist es schon wieder zu spät. Der Schiedsrichter pfeift ab und Spanien ist weiter.

Dann hat Oliver Kahn Zeit genug, statt über die Geschehnisse in der Partie darüber zu raunzen, wie er es denn genau gemeint hat mit seiner Forderung an Lahm und Schweinsteiger nach mehr Führung, kann sich in Rage reden und vergisst darüber sogar, sein elendiges Fanorakel zu erwähnen. Was zwar begrüßenswert ist, aber lieber wäre man mit über 90 Minuten konzentrierter Defensive weitergekommen.

Noch lieber hätte man das gestrige Spiel überhaupt gesehen, aber da war ja der Clown von der Bildregie im Wege.

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Mertesackers ausgeprägte Soft Skills

[photopress:Meine_Saison_mit_dem_SVW.jpg,full,alignright] Der eine geht, der andere spricht darüber. Der eine ist Per Mertesacker und geht, um genau zu sein fliegt er natürlich von Werder Bremen zu seiner dritten Station im Profifußball, zu Arsenal FC (wenn man an dieser Stelle „London“ hinzufügt, wird man virtuell gesteinigt), der andere kennt Mertesacker nicht persönlich, noch kennt er Arsenal. Allerdings kennt er Werder Bremen ein wenig, weil er unter meinesaison.tobiassinger.com darüber schreibt. Das wiederum macht er, weil er einst von einer Muse auf Malta geküsst wurde, wie er letztens erst erwähnte.

Da muss man, wenn man selbst nichts zu sagen hat, die Gelegenheit beim Schopfe ergreifen und den Mann aus Malta, Tobias Singer, zu diesem seltenen Wechsel befragen. Denn deutsche Spieler in der Premier League kann man immer noch an zwei Händen abzählen. Und war Mertesacker nicht derjenige von den jüngeren, lustigen Nationalmannschaftsgesellen, der das beste Abitur hat? Zumindest wirkt er so. Ob Tobias Singer Abitur hat, wissen wir nicht, aber lesenswert sind seine Antworten auf die Fragen rund um den Wechsel von Per Mertesacker zu Arsenal. FC.

Wie standest Du zu Per Mertesacker, als er noch bei Euch war? Also, warst Du allgemein von ihm angetan?

Ich war allgemein sehr von ihm angetan, vor allem von seiner Ruhe und seiner Übersicht. Er ist in meinen Augen ein sehr gutes Beispiel für einen modernen Führungsspieler: Einer, der sich nicht in den Vordergrund drängt, aber sich auch nicht vor Verantwortung drückt. In der Mannschaft gilt er als Integrationsfigur und einer, der für gute Stimmung sorgt. Auf Neudeutsch könnte man auch sagen: Er hat sehr gut ausgeprägte Soft Skills.

Wieso entsteht der Eindruck, dass er zuletzt stagnierte oder nicht so in Form war? Und wo liegen überhaupt seine Stärken, wenn er in Form ist?

Seine letzte Saison bei Werder war verhältnismäßig schwach. Gegen Ende kam er wieder etwas besser in Form, aber insgesamt blieb er deutlich unter seinen Möglichkeiten. Warum ist schwer zu sagen. Zum einen war er in einer verletzungsgeplagten Defensive eine der wenigen Konstanten, musste ständig mit anderen Nebenleuten zusammenspielen. Zum anderen kam er nach der WM und seiner Verletzung erst spät in Schwung. Eigentlich hätte er selbst wohl eine längere Pause gebraucht, aber das war nicht möglich. Seine Stärken sehe ich (neben den oben angesprochenen) in der Spieleröffnung, im Kopfball- und im Stellungsspiel.

Denkst Du, er wird dazu beitragen können, Arsenals Defensive zu verbessern?

Viel schlechter kann es dort ja nicht mehr werden. Sieht man sich Arsenals derzeitige Verletztenliste und die verbliebenen fitten Spieler an, ist Mertesacker direkt eine große Verstärkung. Mittelfristig wird es davon abhängen, wie er sich an den englischen Fußball gewöhnt. Im Gegensatz zu vielen anderen glaube ich nicht, dass ihn seine mangelnde Schnelligkeit behindern wird. Die musste er auch schon in der Bundesliga und in der Nationalmannschaft kompensieren. Ich denke, dass er mit Vermaelen eine gutes Innenverteidigergespann abgeben wird, zumal es Arsenal akut an Kopfballstärke in der Defensive mangelt.

Wie wird sich sein Weggang auf Werder auswirken?

Er wird Werder vor allem als Persönlichkeit fehlen und hinterlässt eine Lücke in der Mannschaftshierarchie. Für Werder ist es eine Saison des Umbruchs und mit Frings und Mertesacker sind nun der Kapitän und sein Stellvertreter der letzten beiden Jahre weg. Das muss kein Nachteil sein, momentan funktioniert die Mannschaft gut als geschlossene Einheit. Das kann sich aber auch schnell ändern und dann bin ich sehr gespannt, wie Trainer und die verbliebenen Führungsspieler damit umgehen.

Welche Umstellungen sind konkret denkbar?

Entweder ersetzt ihn Prödl eins zu eins in der Innenverteidigung – zumindest solange bis Naldo wieder fit genug für die Bundesliga ist – oder Sokratis rückt von rechts in die Mitte. Dann hängt es davon ab, wie fleißig Schaaf verschieben will. Ignjovski oder Wesley könnten als Rechtsverteidiger spielen oder Fritz wird aus dem Mittelfeld zurück beordert, wo er ebenfalls von Ignjovski oder Wesley (oder Ekici oder Borowski) ersetzt werden könnte. Da die derzeitige Formation bislang gut funktioniert, glaube ich nicht, dass Schaaf große Änderungen vornimmt und tippe auf die erste Variante.

Hast Du Angst vor der Zukunft in Bezug auf die Defensive bei Werder?

Nein. Personell ist Werder gut aufgestellt, zumal man ja nur noch Bundesliga spielt. Wolf und Prödl sind sicher kein gleichwertiger Ersatz, aber ich hoffe im Laufe der Saison auf eine Innenverteidigung aus Naldo und Sokratis. Werders Transferpolitik im Sommer hat mir gefallen, aus dem Kader kann man in den nächsten ein bis zwei Jahren ein gutes Team formen.

Denkst Du, er kehrt eventuell später einmal zurück? Bei Werder kommen ja auffällig viele Spieler, die das Team auch geprägt haben, ein zweites Mal zum Verein, Herzog, Frings, Pizarro.

Bei Mertesacker glaube ich das ehrlich gesagt nicht, auch wenn er hier sicherlich immer willkommen wäre. Ich denke eher, dass er irgendwann zurück nach Hannover geht.

Spricht Mertesacker überhaupt Englisch und wird er jetzt erstmal länger mit Jens Lehmann telefonieren?

Wie gut sein Englisch ist weiß ich nicht, aber er hat Abitur, da sollte es zumindest ausreichen, um sich in London zu verständigen. Zur Not spricht Arsène Wenger ja auch Deutsch. Mit Jens Lehmann braucht er nicht zu telefonieren, der taucht gerne mal bei Arsenal auf dem Trainingsgelände auf, wenn er nicht gerade mit Gerichtsprozessen zu tun hat.

Vielen Dank für Deine Ansichten, Tobias.

Tobias Singer hat auch noch einen ausführlichen Abschiedsbrief an Per Mertesacker verfasst.

Ältere „Interviews“ gibt es mit El Fútbol und mit catenaccio.

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Ein Plasma-TV

Als ich doch letztens mit einem und für einen Freund ein solches Plasma-TV abholte, in mein recht schmales Auto verfrachtete (der schwierigste Teil der Zelebration, denn man darf ein solches Plasma-TV ja nicht hinlegen, es muss aufrecht transportiert und auch eingeladen werden, weiß der Teufel, warum) und schließlich in den vierten Stock hievte, wo es jetzt auf die Einweihung am Freitag mit der Partie Deutschland — Österreich wartet, da fiel mir wieder ein, für wie wenig sich manche doch kaufen lassen.

Gut, ein paar Tausend Euro waren ja noch zusätzlich im Körbchen, aber dass ein Plasma-TV — so die Legende überhaupt stimmt — an sich schon solche Faszination ausübte, dass man nicht darauf warten konnte, es von den ohnehin ermanipulierten Geldern selbst zu kaufen, das ist aus heutiger Sicht nur schwerlich noch nachzuvollziehen. Zumindest mir fällt es schwer, der das Bedürfnis, stets das Neueste vom Neuen zu besitzen, ohnehin eher so vom Hörensagen kennt.

Wie ich anderswo mal erwähnte, könnte man von mir aus Fußballspiele auch in diesem schicken ASCII-Style übertragen, wie es ein findiger Mensch während der WM 2006 tat. Ich glaube nicht, dass mir allzu viel fehlen würde. Geprimet von den Szenen beim Football Manager auf dem C64 ist mir am Ende wichtig, zu wissen, ob der Ball drin ist oder nicht. Was nicht bedeutet, dass ich nicht am Freitag Abend innerhalb von Sekunden meine Meinung ändern werde, schlappe 40 Zoll gilt es zu bestaunen.

Nach meinen Erfahrungen in diversen Elektrogeräte-Großmärkten und deren Präsentationseckchen nützt das aber auch nichts, wenn das Spiel oll ist. Ein Standpunkt, den der damals auf das Plasma-TV heiße Mensch sicher nicht teilte.

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Mr. Crack — the missing link

Der fehlende Link für die Evolution. Die Evolution von Fußbällen meint das. Und der „Mr. Crack“ ist diesmal kein Computerspielcharakter, sondern der Name des fehlenden Links. Viel Geschwurbel, kurzer Sinn:

Letzter und langjähriger Kenntnisstand war, alle WM-Bälle vor dem Telstar der WM 1970 in Mexiko hatten keinen eigenen Namen.

Jetzt sagt Wikipedia: Doch. (Und der Kicker auch):

WM-Ball 1950: „Super Duplo T„

WM-Ball 1954: „Swiss World Cup Match-Ball“ (naja …)

WM-Ball 1958: „Top Star“ aus schwedischer Herstellung, in gelb.

WM-Ball 1962: „Mr. Crack“ aus chilenischer Herstellung, ebenfalls in gelbem Leder.

WM-Ball 1966: „Challenge 4-Star“ vom englischen Produzenten Slazenger.

Da ist man baff. Und froh, dass man nie beim „DSF-Superfan“ eingeladen war. Solch eine Blamage, verhinderte, zum Glück.

„Mr. Crack“ hat wirklich das Zeug dazu, Lieblings-Ball-Name von allen zu werden. Da kann der Tango mal schön abstinken, und der Teamgeist sowieso.

„Mr. Crack“ — und man hört den Mister beim Einschlag geradezu das Tornetz zerrreißen.

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Der Big Bombastic Frantic Freezer von Reus

Schau ihn Dir gut an, sagte ich zu meinem Nebenmann, seines Zeichens eingefleischter Fan der Gladbacher. Schau ihn Dir gut an, denn lange wirst Du ihn nicht mehr in Eurem Team sehen.

Man muss allerdings kein großer Prophet sein, um solch eine Prognose abzugeben. Da reicht es schon, vom Prophetsein so viel zu verstehen, wie Mohammed vom Fußball.

Denn wenn Marco Reus an den Ball kommt, hat er stets einen dieser Supertricks parat, die man nur dann beherrscht, wenn man die 38 Tasten-Kombinationsmöglichkeiten eines Joypads mit der Muttermilch aufgesogen hat. Wie man es eigentlich von allen in Reus‘ Altersklasse erwarten würde, die jetzt in der Bundesliga spielen. Dem ist aber nicht so.

Den einen, geheimen Trick kennt wohl nur Reus allein (und ein paar andere, deren Namen jetzt einzuwerfen nur Anlass dazu wäre, unzulässige Vergleiche anzustellen): Den Big Bombastic Frantic Freezer.

Dieser Trick bewirkt, dass der Gegner für entscheidende Sekundenbruchteile gelähmt („eingefroren“) wird. Jene Momente nutzt Reus dann, man sieht es nur, wenn man genau hinschaut, um ein bisschen Schabernack mit Zeit und Raum zu spielen, denn er schlüpft durch zwei Gegner hindurch und lässt dabei den Ball noch zum Tunnel durch die Beine des einen der beiden laufen. Welche ja gelähmt sind und sich für diesen kurzen Zeitraum nicht bewegen können.

Das alleine wäre nicht so wirksam wie die Tatsache, dass der Gegner direkt nach der Anwendung des Big Bombastic Frantic Freezers nichts mehr davon weiß, dass er gerade gefreezet wurde. Er schaut auf, und dort, wo gerade noch Marco Reus stand, ist nur noch dessen Schatten (der ebenfalls nicht so schnell hinterherkommt), während Reus selbst auf dem Weg in Richtung Strafraum von dannen eilt.

Umfangreiche Tests haben zudem ergeben, dass die als Abwehrwaffe gegen den Big Bombastic Frantic Freezer konzipierte „Überbordende Antizipation“ wirkungslos bleibt. Experten arbeiten an anderen Lösungen, können zur Zeit aber nur mit den Schultern zucken, wenn man sie fragt, was gegen den Big Bombastic Frantic Freezer einzusetzen wäre.

Manchmal allerdings hat Reus Pech, wenn der Trick noch nicht wieder vollständig aufgeladen ist und nicht zur Verfügung steht. So verliert er auch schon mal im simplen Eins gegen Eins den Ball. Der Laie wundert sich dann. Der Fachmann nicht.

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Was ist Dein Level?

Toll, dass die FA in diesem Spot dazu aufruft, unbedingt selbst Fußball zu spielen. Könnten fast meine Worte sein. Da übersieht man doch gerne mal den Markennamen auf dem Zapfhahn. Und dass es in seiner Ästhetik Anleihen bei einem Werbespot eines gewissen Turnschuhverkäufers nimmt.

Damit das aber nicht grantlerisch missverstanden wird: Ich mag dieses Video.



Ja, es ist schon älter. Aber nicht weniger sehenswert. Wo bleibt das Pendant von den deutschen … ach, kein Internet. Okay. Ich verstehe.

Spät hier entdeckt.

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Mehr Skandale müssen her

… sonst wird das nix mit dem tollen Projekt. Der letzte („Führungsspieler“) hat ja schon ein bisschen gewirkt. Wie viele der „User“ dann auch eine „Premium Mitgliedschaft“ abschließen, um die tollen Features und Angebote zu nutzen, weiß man dabei natürlich nicht. Aber das ZDF wird demnächst sicher gerne wieder behilflich sein, spätestens bei den Sendungen zur EM 2012 von Usedom.


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