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Autor: Trainer Baade

Fußball gehört allen

Oliver Fritsch hat seinen Kampf aufgeschrieben. Dessen Ende ist bekannt, der Weg vielleicht nicht so.

Dann kam ich der Bitte des Präsidenten des Bayerischen Fußball-Verbands nach, ihn anzurufen. Er teilte mir dasselbe mit. Er deutete an, mir meine Trainerlizenz zu entziehen, falls wir weitermachen.

…

„Die Herrn Fritsch bereits vor langer Zeit angebotene ehrenamtliche Mitarbeit bei der Erstellung der Internet-Auftritte der Verbände lehnt er ab, wenig überraschend, denn ihm geht es ums Geld!“ Das schrieb der DFB damals über mich, es ist nur ein Beispiel. Es stimmt nicht mal, mir hatte niemand etwas angeboten.

…

Wir haben ein Stück Freiheit fürs Internet erkämpft. Hartplatzhelden ist eine Orchidee. Fußball gehört allen.

Bei brandeins weiterlesen.

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Michael Skibbe, gib mir meine Zeit zurück

Eigentlich bliebe einem nur eins zu tun, wenn man das hört, was Lahm häppchenweise verbreiten lässt: Die Zeit von Michael Skibbe zurückzufordern, die man vor dem Fernseher verbracht hat, in der Hoffnung, dass die deutsche Nationalmannschaft besser sein würde als ihre jeweiligen Gegner. Denn damit hat sich Michael Skibbe, obwohl es seine Aufgabe war, offenbar nicht befasst.

Was durchaus bedeuten könnte: Mit einem Bundestrainer, der den Namen wert wäre, wäre man vielleicht 2002 Weltmeister geworden. Vielleicht aber auch nicht.

Dass gleichzeitig anklingt, dass die anderen damals auch nicht mehr an Vorbereitung investiert haben, macht es nicht weniger schlimm: Umso größer wäre ja der Vorsprung gewesen, wenn man sich besser vorbereitet hätte.

Dass Völler nur der Mann für die Kameras war, war ja klar. Dass der daneben aber mal so gar nichts hatte, was er hätte einbringen könne, schockiert dann doch noch enorm, auch mit dem Abstand von 7 Jahren zum Ereignis.

Was die Neuigkeit zusätzlich so niederschmetternd macht: All die Ernst Happels, Branko Zebecs, Hennes Weisweilers — Haben die wirklich nichts Anderes gemacht als fünf gegen fünf und dann am Wochenende ausgewürfelt, wen sie aufstellen? Das lässt all die Mythen und auch Erfolge doch ziemlich verblassen.

Man will es ja immer wissen, was da hinter den (für uns) verschlossenen Türen passiert(e). Dass es einfach gar nichts ist, ist dann allerdings eine Wahrheit, auf die man auch gerne hätte verzichten können.

So schmucklos, so schlicht, so trivial und so leer ist es dann eben: Es war gar nichts.

Es war einfach nichts.

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„Habt Ihr nur Scheiße im Hirn?“

Man muss sich immer wieder vor Augen halten, dass die Methode Magath eine grundsympathische ist. Sonst vergisst man das so schnell. Möglicherweise der Wunschtraum aller verklemmt-autoritären Fußballanhänger.

Vielleicht aber auch einfach ein.



Wobei die zweite Frage im Video ja berechtigt ist. Das hat noch nie jemand verstanden, seit es diese Zwillinge in der Bundesliga gibt. Es weiß allerdings auch niemand, warum ausgerechnet die Ersatzspieler, die gar nicht auf dem Feld stehen, diese beantworten können sollten.

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Damn that Zaire Keeper

[photopress:glorious_failure.jpg,full,alignright] Wer sich ein bisschen mit der Historie des schottischen Fußballs auskennt, kommt im vorzüglichen Scottish Failure Calendar auf seine Kosten, denn dieser verwurstet alle möglichen Reporteraussprüche zu den (wenigen) Erfolgen und (geringfügig weniger wenigen) Momenten des Scheiterns der schottischen Nationalmannschaft in ansehnlicher Weise.

„All the way to Mexio for a goal then home again“, trifft wohl ganz gut den Tonfall, mit dem man schottische Auftritte bei internationalen Fußballturnieren kommentieren muss. Ob den Schotten eigentlich so ein exquisiter Humor zueigen ist wie man ihn den Engländern nachsagt, ist hier nicht bekannt. Ganz sicher aber haben schottische Fußballkommentatoren einen ausgeprägten Sinn für Humor. Falls sie ihn zu Beginn ihrer Karriere nicht hatten, wird kein Weg daran vorbeigeführt haben, sich diesen im Laufe der Arbeit anzueignen.

„Goal difference again the 3rd campaing in a row“, lautet das Lied, dass die Schotten einst anstimmen mussten. Heute wären sie froh, sich überhaupt mal für ein Turnier zu qualifizieren, um dann wie stets nach der Vorrunde heimfahren zu dürfen. Den Kalender macht das nur noch mit-leidens-werter:

Scottish Failure Calendar.

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Gefährliches Gravitationsloch im Olympiastadion entdeckt

Allerdings im Olympiastadion zu Rom. Gefunden, bzw. darüber gestolpert ist niemand Geringerer als Jürgen Klinsmann, der schon immer ein Händchen für die besonderen Fünde hatte.

Was passiert bei einem Gravitationsloch? Das ist ganz einfach. An diesem Ort ist ein Loch in der den Erdball umspannenden Gravitation, hier ist sie nicht wirksam. Weshalb man dort für einen kurzen Moment, so lange man sich in diesem Loch befindet oder sich hindurch bewegt, schwerelos fühlt. Natürlich äußert sich das oft in für Außenstehende nicht nachzuvollziehenden motorischen Entgleisungen: Die Bewegungen von Gliedmaßen erscheinen unwillkürlich, auch Frisuren können dadurch in schwere Mitleidenschaft gezogen werden.

Klinsmann hatte Glück bei seinem Fund. Er kam mit dem Leben davon und wurde nicht hinaus ins All gejagt. Wie schnell das aber hätte passieren können, macht die Videoaufzeichnung von seiner Durchschreitung des Gravitationsloch deutlich:

Bei 1:20:43 fällt er zunächst den Gesetzen der Gravitation folgend zu Boden — bis plötzlich! Seine Beine durchs Gravitationsloch gleiten und infolge fehlender Schwerkraft nach oben schnellen, beinahe den gesamten restlichen Körper hinaus ins All befördern. Noch einmal besonders gut zu erkennen bei 1:21:06.


Glück gehabt, Nationalmannschaft von 2004-2006, FC Bayern und amerikanischer Fußballverband!

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Terra incognita — Austragungsorte der WM 2014 in Brasilien

Für jedes größere Land gilt doch eigentlich, dass man — gerade als Fußballinteressierter — problemlos die 10-12 größten Städte dieses Landes aus dem Kopf zusammenbekommt. Wenn man das dann tatsächlich durchexerziert, wird es bei vielen Ländern zwar nach den ersten fünf schon eher schwierig, man kommt aber schließlich doch auf sein Dutzend, oder gar ein Baker’s Dozen.)

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Metropolitischer Problem-Humor, Teil II

Ach. (Neulich erst gelernt habend, dass Loriot es war, der das „Ach, … was!?“ in den deutschen Sprachgebrauch einführte.)

Humor, das können se doch nicht. Eigentlich wissen sie es ja auch. „Freunde der Südsee“ gilt schon als Meisterleistung. Die Sache mit Zeigler, die hatte was.

Das einfach zu kopieren, hier, Stani, noch nen Zwanni extra, mach doch mal was, dass man nicht mehr so viel über die Tröten redet, das bringt doch nix. Da sitzt er da, der arme Starke, eingeblendet als kleines Fenster, so klein wie sein Licht eben auch ist, und hört zu, wie Stani die Extrascheine von seinem Chef, jetzt mach doch mal was, wir brauchen PR, wir brauchen Ablenkung, verbal verdienend einsteckt.

Lustig ist das nicht, weil Fußballer nie lustig sind.

Aber es muss ja was getan werden. Dann also eine schlechte Zeigler-vs-Kloppo-Kopie, bei der nachherhin Jessica Kastrop nur schlappe drei Mal auf die Pointe in Stanis Statement hinweist und damit endgültig den letzten Rest an Witzischkeit hat keine Grenzen tötet.

So ist das im Fußball. Das Gute daran ist, dass niemand Fußball schaut, um Witze zu erwarten. Nicht mal Oliver Welke, der geht, immerhin, in eine andere Show inzwischen, um dann Witze zu machen.

Wer seine Pointen vier Minuten lang auswälzt, ohne welche zu haben, der zerstört, zum Glück, den Auftrag, wir brauchen PR, wir brauchen Ablenkung.

So gelungen wie alles bislang, was aus Hoffenheim abseits des Platzes kam.

„Er hat mir mit einer Pfanne eine Rippe gebrochen.“

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Es hat sich nichts geändert

Letztens führte ein Student eine Untersuchung durch, ob die Medien seit dem Fall von Robert Enke kritischer oder weniger kritisch über den Fußball berichteten. Heraus kam: Noch kritischer, vor allem diffamierender („Torwart-Trottel“) als früher.

Beim Bildblog ist es neuer Sport geworden, die Notenvergabe der Bild aufzulisten und zu kritisieren (was insofern berechtigt ist, als diese sich selbst dahingehend geäußert hatte, mit den Noten verantwortlicher umzugehen).

Die FR spekuliert, dass es die „besonders Empfindsamen“ träfe, wenn es um Depressionen gehe. Die offensichtlich ihrer Ansicht nach dann entstehen könnten, wenn der so besonders Empfindsame eben mit dem Druck nicht zurecht komme.

All das und die vielen weiteren Quellen, die ins selbe Horn stoßen, verleiten dazu, mit Fug und Recht festzustellen:

Ja, es hat sich tatsächlich in einem Punkt nichts geändert.

Die Medien spekulieren immer noch nach gusto herum, was die Ursache für Enkes Depressionen und für Depressionen im Allgemeinen sein können, ohne sich für Fakten zu interessieren.

Nur weil Zwanziger in einem seiner Anfälle von Omnipotenzphantasien bei Enkes Trauerrede den diagnostizierenden Psychiater mimte und „Fußball ist nicht alles“ in die auf allen TV-Kanälen lauschende Republik rief, bedeutet das noch lange nicht, dass er Recht hat mit seiner impliziten These, dass der Druck von außen zu groß war und dieser es war, der zu Depressionen geführt hat.

Vielleicht liegt die Ursache auch in falscher Ernährung oder dem Einfluss des Mondes, wie jener schließlich auch die Gezeiten erzeugt. Das interessiert jene Medien aber nicht. Es war der Druck, findet Zwanziger, und schwupps finden es in der Folge auch alle anderen plausibel, ohne zu erwägen, dass es auch vollkommen anders sein könnte, obwohl genau diese Prüfung doch die Pflicht der darüber Schreibenden wäre.

Denn es ist überhaupt nichts bewiesen und die FOTO, Express und Co. könnten jeden Tag und immer allen Spielern die Note 6 geben und trotzdem würden sich unbehandelt von den 450 Erstligaprofis pro Jahr vielleicht 0,02 vor den Zug werfen — und nicht alle.

Nur weil Enke und Deisler zufällig beide in die Schublade des zurückhaltenden, eher introvertierten Typen passen, bedeutet das ebenso wenig, dass in jenem Umstand die Ursache für die Depression zu finden ist. Wer weiß schon, wer von den vielen „aggressive leadern“ der Bundesliga nicht ebenfalls schon mal eine — nicht publik gemachte — Depression hatte? Die diversen Alkoholiker und damit per se schon depressionsgefährdeten aus dem englischen Fußball: Meistens zumindest nach außen Raubeine.

Es hat sich nichts geändert — es wird spekuliert und ein wackeliges Kausalitätshäuschen zusammengezimmert, das nicht auf Fakten basiert, sondern auf Mythen, an die sich der Mensch immer noch gerne hält, wenn er nicht verstehen kann, was sich tatsächlich ereignet hat.

Angenehm wäre, wenn die, die darüber schreiben, endlich verstehen würden, dass des Zwanzigers Worte nichts mit der Realität zu tun haben. Auch dann nicht, wenn er es ahnungslos in den Raum stellt. Es geht nicht um Druck und darum, wie ernst man Fußball nimmt. Es geht um eine Krankheit, deren Ursachen bis heute nicht eindeutig definiert sind. Dass das für Zwanni zu schwierig ist und er das alles nicht begreift — geschenkt. Warum aber selbst die Edelfedern das nicht sehen: Das ist nicht nachzuvollziehen.

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Der Oliver-Kahn-Monster-Shot

„Hilarious“, sagt die eine zur anderen, als sie in der Straßenbahn neben mir sitzen und sich über ihre Erlebnisse am vergangenen Wochenende unterhalten. Beide deutsch.

„Hilarious“, blöde, affektierte Kuh. Ich weiß nicht mal, was das bedeutet.



Dann schlag ich im Wörterbuch unter „h“ nach und stelle fest: Sie meinte dieses Video hier. Woher kannte sie es nur vor mir?

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Rekorde: Zuschauerschnitt

Heute mal wieder etwas zum Mitmachen, allerdings zu kurz und zu wenig für ein „Gewinnspiel“.

Der VfB Stuttgart hielt laut Wikipedia fast 20 Jahre lang den Bundesliga-Rekord für den Zuschauerschnitt über eine Saison, welcher beim VfB Stuttgart von einst 54.000 Unverbesserlichen gesetzt wurde.

Weiß jemand, bei wem dieser vorher und nachher bei welcher Höhe lag?

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La Once vom Niederrhein

Ein neuer Fall von Dilettantismus bei jenen, die etwas rund um den Fußball produzieren. „BO“ heißt die Band wohl, die den Song „Die Elf vom Niederrhein“ komponiert und getextet hat. Jenen Song, der in Gladbach stets vor den Spielen von allen im Stadion Anwesenden geschmettert wird. Die Komposition ist „BO“ dabei ganz gut gelungen, beim Texten hat sich allerdings ein unverzeihlicher Fehler eingeschlichen.

Die Mannschaft, die wird vorgestellt, die Stimmung, die ist riesengroß.
Schwappt La-Ola durch das Rund, dann singt der Block schon los.

Wie jeder weiß, wenn er denn mal ins Stadion geht, wird in der Bundesliga keine La Ola geschwappt. Das geschieht nur bei Veranstaltungen, bei denen die Zuschauer keine eigenen Riten geschaffen haben und deshalb auf das Esperanto der Äußerungen im Stadion zurückgreifen müssen.

Vielleicht singt der Block tatsächlich „dann schon los“, aber wohl eher, dass man um Gottes willen mit dieser elendigen La Ola aufhören möge.

Solch ein Schnitzer in einer der Fußballhochburgen Deutschlands überhaupt.

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