Zum Inhalt springen

Kategorie: Klug geschissen ist noch lange nicht die halbe Miete

Wenn Trainer Baade eins kann, dann isses klugscheißen

Basqueßth, hierzulande (bald) bekannt als Vásquez

Das spanische V spricht man wie ein B, das spanische z wie ein sehr scharfes, englisches th.

Herzlich Willkommen also in der Bundesliga, lieber Señor Basqueßth, bei dem sich alle, alle schwer tun werden, den Namen richtig auszusprechen, wo sie doch bei dänischen oder ukrainischen Namen alles dafür tun, mal ihre 15 Minuten Klugscheißerei betreiben zu können.

Basqueßth, nicht Waskes.

5 Kommentare

Unprätentiös: Tom Bartels. Untragbar: Thomas Doll.

Wer tatsächlich dauerhaft Fußball-Live-Übertragungen im Fernsehen schaut, der hat entweder kein Geld für eine Eintrittskarte, wohnt zu weit weg von einem relevanten Stadion oder ist einfach zu foul und somit eine Couch-Potatoe.

Wer tatsächlich dauerhaft Fußball-Live-Übertragungen schaut, der wird besser wissen als ich, wie die Landschaft der Kommentatoren derweil aussieht: Wer in dieser Rolle wirklich nervt, wer ganz okay ist und wer eigentlich ein Guter ist. Einschlägige Blogs und Webseiten berichten ausführlich über diese Themen, hier wird in Ermangelung an dauerhafter Fußball-Live-Spiel-Schauen-Motivation nur über einzelne Höhepunkte bzw. Tiefpunkte und noch ein Tiefpunkt und noch ein weiterer Tiefpunkt berichtet.

Gestern brodelte das Westfalenstadion endlich mal wieder so richtig, wenn mich meine alten, müden Augen nicht getäuscht haben, und es brodelte zurecht. Wer dem Zuschau-Vergnügen hinter dem Beamer keinen Abbruch tat, war überraschenderweise, selten genug, der Kommentator. Tom Bartels hat als angenehmen Nebeneffekt eine wohlklingende Stimme, verfügt aber in erster Linie über das Talent, 90 Minuten lang ein Fußballspiel zu kommentieren, indem er 90 Minuten lang ein Fußballspiel kommentiert.

Das ist selten, man darf durchaus anmerken: das ist selten geworden.

Bei ihm ist es aber so und deshalb möchte ich die Nacht heute mal nicht mit Genörgel und negativem Gewitzel beschließen, sondern mit etwas, was man viel zu selten von sich gibt: Mit einem Lob. (Nein, nicht diese hohen Bälle, die nur dazu dienen, einen zu weit vor dem Tor stehenden Torwart zu überwinden: ein echtes Lob.)

Mit Tom Bartels am Mikrofon macht das Fußballschauen Spaß in jeder Hinsicht, natürlich könnte auch er ein wenig mehr Schwafelpausen einlegen, alles in allem aber gibt es nichts zu bemängeln, was uns das Vergnügen verleidet hätte: keine Spielerfrauenfrisuren, keine voreiligen Urteile bei strittigen Szenen und auch kein obszönes Herfallen über den Schiedsrichter bei einer klitzekleinen Fehlentscheidung.

And now for something completely different.

Wer allerdings gar nicht geht und noch mal ins Regelbuch schauen sollte, bevor er sich einer an diesem Abend großen, mehrheitlich wissenden Fußballgemeinde mit seinem lächerlichen Sermon präsentiert, ist Thomas Doll. Natürlich spielt der Dortmunder in jener Szene, die zum ersten Strafstoß führte, zuerst den Ball. Danach senst er aber den dahinterstehenden Bremer voll um und nimmt sogar dessen, hätte er voll getroffen, drastische Verletzung in Kauf. Wie ich hier schon an diversen anderen Stellen bemerkte, ist der Hinweis, dass ein Spieler „den Ball spielt“ für die Entscheidung, ob eine Aktion „Foul“ ist oder nicht, irrelevant. Wichtig ist, ob er „Foul“ spielt, was hier unabweislich der Fall war.

Wenn Doll mit seinen eigenen Fehlern innerhalb des Teams ähnlich umginge, wäre klar, warum er so schnell an Respekt verliert.

Gerettet hat die Doll’sche peinliche Uneinsichtigkeit Thomas Schaaf mit seiner hanseatischen Lässigkeit (obwohl sein Team das Spiel verloren hatte), die zum Hinweis darauf führte, dass man schließlich in der Sendung vorwärts kommen wolle. Es hätte keinen Sinn gehabt, mit einem derart verblendeten Thomas Doll über ein derart eindeutiges hartes Foul zu diskutieren, insofern traf Schaaf die einzig mögliche Entscheidung, das Ganze zu beenden.

Wie auch immer man zu Delling stehen mag, die Verbrüderung zwischen Schaaf und Delling hatte am gestrigen Abend nichts Anbiederndes, vermittelte stattdessen den Eindruck zweier Menschen, die noch nicht den gesunden Menschenverstand verloren haben, die sich aus diesem Grunde zwangsläufig gegen einen wirr daher redenden zu Interviewenden zusammenschließen müssen.

PS: Endlich geht’s weiter.

27 Kommentare

Tagesspiegel reif für die Klapse

Manchmal geht es hin und manchmal her. Manchmal lustig, manchmal noch mal draufhauen, manchmal aber geht der Zeigefinger hoch. Man weiß nie, was kommt.

Hildebrand schickt Kollegen in die Klapse“ titelt heute der Tagesspiegel und wir danken dem zuständigen Autoren für so viel Reaktionärentum.

Canizares sieht jetzt einmal die Woche einen Psychotherapeuten, in den Augen jenes Redakteurs ist das gleichbedeutend mit einer Zwangseinweisung in die Gummizelle mit Zwangsjacke und ruhigstellenden Medikamenten.

Hoffentlich wird die Karriere des Schreiberlings nie ähnlich abrupt wie jene des spanischen Nationaltorwarts beendet: Nach 30 Jahren kann er plötzlich nicht mehr das machen, was er Zeit seines erwachsenen Lebens getan hat, von einem Tag auf den anderen, ohne dass er sich darauf hätte einstellen können, ist sein Tagesinhalt und zwar ein nicht gerade kleiner einfach so verschwunden.

Aber klar, wenn man sich ein Bein bricht, lässt man das auch lieber zu Hause alleine ausheilen, nicht dass da noch einer dran rumpfuscht.

(Jaja, vielleicht war es auch „nur“ der sid, das machte es aber auch nicht besser.)

1 Kommentar

Heerwagen: Einfach hochmäßig!

Ja, lassen wir uns das ruhig mal auf der Zunge bzw. der Netzhaut zergehen: einfach hochmäßig! Klingt nach etwas Tollem, oder? Etwas, was hochmäßig ist, verleiht entweder Hochgefühle oder es ist von hoher Qualität. Würde man so meinen.

Es ist dann aber doch nur eine weitere Stilblüte der Marke „hochsterilisiert“ und „Der Jürgen und ich sind ein tolles Trio“: Philipp Heerwagen schreibt auf seiner Webseite anscheinend tatsächlich selbst, wo gibt’s das noch im weiten Rund der Agentur-betreuten Spielerseiten?

„So etwas zu sagen wäre respektlos gegenüber meinen Mitspielern und der Führung des Vfl-Bochum, sowie schlicht und einfach hochmäßig!“

Die Vermutung bestätigt sich, wenn man weiterliest und auf folgende, nennen wir sie unglückliche, Formulierung stößt:

„Leider gehen manche Zeitungen mit der derzeitigen Torwartdiskussion mehr oder weniger objektiv um […]“

Ja, das ist wirklich bedauerlich. Ribbeck’sche subjektive Objektivität wäre da schon willkommener.

Weiter unten klärt er uns noch darüber auf, dass er sich — seines Zeichens schließlich Torwart — letztens die Hand gar nicht beim Renovieren seines Partykellers verletzt habe, sondern beim Renovieren irgendeines Kellers eines Freundes. Dieser hatte ihm seinerseits beim Umzug geholfen, weshalb der gute Philipp sich selbstredend revanchierte. Hätte es uns aber mehr gestört, wenn es sein eigener Partykeller gewesen wäre? So hochmäßig wären wir doch nicht …

Gesehen bei dieser Seite, die man kennt.

7 Kommentare

Rekordtorhüter Eike Immel ins Dschungel-Camp

Mag ja sein, dass der Torhüter Eike Immel ins Dschungel-Camp geht, der Rekordtorhüter steht aber erstmal noch im Bundesligator, mein lieber Herr Globus. Keiner spielte so oft in der Bundesliga wie Eike Immel?

Doch, natürlich — und wenn man an einen metaphorisch großen deutschen Torhüter denkt, der nie im Ausland gespielt hat, fällt sofort die Antwort ein: Oliver Kahn ist Rekordtorhüter der Bundesliga.

Infantile Wortspiele mit Immels Namen (der geneigte Leser erinnere sich an damals, als Immel noch aktiv war) in Bezug auf seine Dschungel-Camp-Kollegin Gina Wild verbieten sich selbstredend. Dieser Silberblick Immels war aber schon immer unheimlich.

26 Kommentare

Das andere links

Zum 1:0 per Elfmeter von Fulham im Spiel gegen Chelsea schreibt der Ticker von Sport1:

Souverän verwandelt der Mittelfeldspieler den Strafstoß. Er läuft an und schießt sicher in die Mitte. Milario hat sich für die andere Ecke entschieden.

Interessante Variante, abgesehen davon, dass der Torwart Hilario heißt.

6 Kommentare

Der AC Milan vor dem unabwendbaren, endgültigen Aus

Ich würde mir nie zutrauen, Nachrichtendienst-Nachrichten über Kochrezepte oder Opernsängerinnen zu verfassen. Deshalb lass ich es auch bleiben.

„Bereits im Achtelfinale des italienischen Pokals steht Klub-Weltmeister AC Mailand vor dem Aus. Das Team von Trainer Carlo Acelotti verlor das Hinspiel gegen Catania Calcio mit 1:2 (0:2).“

Ein 1:2, unfassbar. Davon, dass eine solch hohe Heimniederlage noch mal umgedreht wurde, haben wir in einem Bewerb mit Hin- und Rückspiel noch nie gehört, schon gar nicht, wenn ein Großer gegen einen Kleinen im Rückspiel ob der Heimniederlage ein wenig gereizt respektive angestachelt reagiert.

Bayern München steht übrigens auch kurz vor dem Abstieg — sollte es alle seine 17 Rückrundenspiele verlieren.

9 Kommentare

Pöhlen in Polen

Naja, ach, komm, einen machen wir noch von diesen kleinen Vertippern, wie sie überall vorkommen.

[photopress:poeln.jpg,full,aligncenter]

Der hier hat auch besonderen Charme, geht es doch schließlich um ein umgangssprachliches Wort für Fußball spielen: poeln.

4 Kommentare

Mit Legenden aufräumen: Eine Straßenbahn von Leverkusen nach Gelsenkirchen

Nun, die müsste man erstmal bauen, eine solche Straßenbahn von Leverkusen nach Gelsenkirchen, bevor Jens Lehmann nach seiner krähenschwarzen ersten Halbzeit im Spiel Bayer gegen Essnullvier damit auch nach Hause fahren könnte respektive gefahren sein könnte.

Natürlich fuhr Jens Lehmann mit der S-Bahn nach Hause.

S-Bahn, das steht für Schnell-Bahn, und nicht für Straßenbahn. Ein Problem, welches schon mehr als nur wenige Bekannte des Autors hatten. Eine S-Bahn ist eine S-Bahn, eine Straßenbahn ist eine Straßenbahn, nichtsdestotrotz sind das zwei verschiedene Dinge. Eine S-Bahn fährt auf einer Trasse, sie hat S-Bahn-Stationen als Haltepunkte. Eine Straßenbahn hingegen fährt auf der Straße.

Eine S-Bahn verbindet Stadtteile miteinander. In seltenen Ausnahmen verbindet sie entfernt gelegene Teile ein- und desselben Stadtteils miteinander. Sie hält aber kaum häufiger als alle 3-5 Minuten und legt während dieser Fahrtzeit einige Kilometer zurück.

Eine Straßenbahn fährt in aller Regel zwar auch von Stadtzentrum zu diversen Stadtteilen, hat dabei aber alle paar Hundert Meter eine Straßenbahnhaltestelle zu bewältigen. Ihre Fahrgeschwindigkeit überschreitet selten jene 50-60km/h, die ein Auto innerorts erreicht. Meist sieht eine Straßenbahn auch aus wie das, was man für eine Straßenbahn hält, während eine S-Bahn irgendwie immer noch ein bisschen aussieht wie ein Zug.

Von Leverkusen nach Gelsenkirchen fährt jedenfalls keine Straßenbahn. Es fährt eine S-Bahn von Leverkusen nach Düsseldorf. Um nach Gelsenkirchen zu kommen, muss man umsteigen. In die S-Bahn, Schnell-Bahn, keine Tram.

9 Kommentare

Provinzfürstkategorie

Fürst Pückler Eis.

Wer zum Teufel hat sich jemals den Ausdruck „Königsklasse“ als vermeintliches Synonym für die Champions League einfallen lassen? Champions League itself ist ja schon ein fürchterlicher Euphemismus, schließlich spielen neben den „Champions“ auch noch die Viertplatzierten einer Liga mit.

Klar, bei Olympia hegt man immer wieder Sympathien für diejenigen Sportler, die nur um drei Hundertstel oder um den einen oder anderen Zehntelpunkt ihrer wie auch immer gearteten Wertung an einem der ersten drei Plätze vorbeigeschrammt sind.

Im Fußball zählt aber (das habe ich mir nicht ausgedacht, ich fände eine Wertungsrunde bei einer WM/EM im Stile der Handball-/Basketballturniere durchaus reizvoll, dieser Idee scheinen aber die wenigsten Fußballer zugeneigt, so als wäre es egal, ob man bei einem Turnier 5. oder 9. wird …) nur der Sieger etwas, selbst ein Vizepokalsieg ist so viel wert wie ein Platz 12 in der Liga: nämlich gar nix (es sei denn, man nimmt dadurch am Europapokal teil).

Warum man aber im deutschen Sprachraum von der „Königsklasse“ spricht, wenn man die Champions League meint, ist mir bis heute nicht klar. Weder sind nationale Meister „Könige“, noch spielen wie gesagt dort ausschließlich Könige mit, selbst wenn man die nationalen Meister denn so nennen würde.

Wer auch immer also diese Sprachverwurstung erfunden haben mag, er möge jetzt nach vorne treten und sich schuldig bekennen. Ich verspreche eine nur geringe Strafe. Fraglich bleibt aber weiterhin, mit welcher Non-Chuzpe all jene unerträglichen Schreiberlinge diese ausgemachte Scheiße Verhohnepiepelung des ernsthaft interessierten Lesers mitmachen und nicht ein Jota Zweifel daran hegen, dass ihre Sprache falsch ist und sie unreflektiert diese ganze Kacke mitmachen, nur weil irgendein PR-Mensch der UEFA diesen schrecklichen Euphemismus gebar.

Königsklasse.

König Artus lässt grüßen, es sei noch Platz in der Caféteria. Merlin sei dem Vernehmen nach auch schon da, er trinke aber heute Kakao, wie auch der VfB Stuttgart.

15 Kommentare

Finde den Fehler

„Bielefeld stürzt Nürnberg in den Tabellenkeller“, schlagzeilt die FTD und wir fragen uns: Wie kann man denn von Platz 15 16 auf Platz 15 16 stürzen?

6 Kommentare

Meister der Konzentration

Konzentration wird total unterschätzt. Ich brauche normalerweise knappe 40 Stunden, um mich darauf zu konzentrieren, am Freitag Abend ins Kino zu gehen. Wenn ich dann Freitag Abend im Kino war, kann ich mich frühestens am nächsten Mittwoch wieder auf etwas Anderes konzentrieren, meistens aber auch erst am nächsten Wochenende, es kostet einfach zu viel Kraft, heute den ganzen Tag an eine Sache zu denken und zwei Tage später schon wieder an etwas Anderes, selbst wenn es dasselbe in Grün ist.

Deshalb habe ich beschlossen, obwohl ich zwar Dienstag Karten fürs Theater habe, gar nicht richtig hinzuhören und mich stattdessen voll auf das Konzert am Samstag zu konzentrieren. Also, hingehen werde ich schon, ins Theater, aber ich werde dann die ganze Zeit ans Konzert denken.

2 Kommentare