Zum Inhalt springen

Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Nur noch 12

Ja, wenn Sergej Barberez in der Rückrunde seine 4 Tore aus der Hinrunde wiederholt, dann noch ein Jahr dranhängt, wonach es zur Zeit ja aussieht, und dieselbe Zahl an Toren schafft, erreicht er das 107. Tor seiner Bundesligakarriere.

Damit wäre er zweitbester Ausländer in der Bundesliga aller Zeiten, nur Giovane Elbers Zahl von 133 müsste er als größer akzeptieren. Ailtons und Stepháne Chapuisats Karrieren (beide 106 Tore) sind ja beendet. Ailtons zumindest in ein paar Tagen.

Komm, Sergej, wer Zeit zum Pokern und Zeit zum Büchervorlesen hat, der kann auch noch ein paar Monate auf Fußballplätzen rumlaufen.

Einen Kommentar hinterlassen

Toppmöllers Meisterstück

Darf man Klaus Toppmöller jetzt in einem Atemzug mit Rudi „die Roma“ Völler und mit Krankenhaus-Christoph nennen? Ein wenig länger als Rudi hat er zwar ausgehalten, das ist aber auch nicht so schwer bei dem noch nicht mal einen Monat, den Rudi Völler beim AS Rom war, bevor er sich elegant aus einer für ihn nicht handhabbaren Situation entfernte.

Ein schönes Trümmerfeld hat Toppmöller in der kurzen Zeit hinterlassen: Sportdirektor Schjönberg weg, Trainer Rekdal schon fast ohne Gesicht und Toppi selbst auch wieder weg. Vor Toppmöller hatte man ein, wenn auch wenig erfolgreiches, Trainerteam, jetzt hat man gar nix mehr und — vermutlich — Schjönberg dennoch auf der Gehaltsliste. Aber wo sich schon Wolf Werner und die anderen Nieten tummeln, ist immer noch ein bisschen Platz für einen neuen Ex-Angestellten, der aber nix mehr für sein Geld tun muss.

Vielleicht sollte ich mich in Lautern bewerben, aber ach, Himmelfahrtskommando. So eins würd ich evtl. übernehmen, um meinen Internetzugang zu verteidigen, aber doch nicht für eine Region, die sich vor allem durch eins auszeichnet: Dilettantentum.

10 Kommentare

1. FC Nuremburg

Hans, wir warten gespannt darauf, wie Du wieder einen Dich befragenden Reporter abkanzeln wirst, wenn Dein Club nun gegen Athletico Madrid, AC Florenz oder Glasgow Rangers spielt.

„Gehen Sie mal davon aus, dass ich schon vor 25 Jahren gegen diese Mannschaften angetreten bin, ich weiß also, was da abgeht.“

Was der kleine Hans dabei vergisst, ist dass Dinge sich verändern und in 25 Jahren sogar ganz schön viel, und zweitens, dass man so eigentlich nicht mit Leuten spricht, selbst wenn die Frage doof gestellt war.

Aber in bestimmten Kreisen wird das dann wieder als „kultig“ angesehen, dieses Ende der 1990er Jahre inflationär verwendete Wort, das hier völlig fehl am Platze ist. Das ist nicht „kultig“, das ist arrogant. Aber nicht jene lässige Arroganz, über die der Gesprächspartner selbst vielleicht auch noch lachen kann, weil sie wenigstens ein Augenzwinkerchen dabei einsetzt, sondern herabwürdigende Arroganz, die ich — mal wieder, ich alter Miesepeter — nicht kultig finden kann.

Wer hat also Recht? Kult-Hänschen oder Miesepeter-Trainer?

3 Kommentare

„Bor“ — Smashing Pumpkins (oder wat)

Achtung, jetzt wird es wirklich langweilig. Wer nicht so alt ist wie ich, 33 — ungefähr, möge jetzt bitte weglesen. Danke.

1997 war ich bei den Smashing Pumkins, (p) und auch bei Sonic Youth. Ich war in New York, geiles Konzert, letzter Tag von meinem Urlaub dort, ich mein, man lebt Duisburg und dann lebt man auch irgendwie plötzlich Dings, Smashing und so, smasht also alles.

Irgendwie komisch. Man geht zum Smashing Pumpkins-Konzert und man denkt: wow, das ist toll, das ist super, das ist grandios. Später sieht man denselben Scheiß im Fernsehen als Aufzeichnung und man denkt: Bor, ist das schlecht. Wie dünn die Stimme ist und die Gitarre erst (sind ja eigentlich zwei, aber noch dünner waren sie dann) und man denkt: Wie kann man mit so einem Scheiß überhaupt auf die Bühne gehen vor den 8.000 oder 10.000 Zuschauern, die dafür Geld bezahlt haben. Und dann fragt man sich: Welche Wahrnehmung ist jetzt eigentlich die richtige?

Ungefähr so ähnlich muss es wohl sein, wenn man Fußballspiele live im Stadion und dann später im Fernsehen sieht. Im Stadion ist (meistens) alles gut, man ist gethrillt, man ist da on fire, man ist so richtig „drin“ mit dem ganzen Kram und dann geht man nach Hause und sieht das Spiel im Fernsehen und sieht: bor, war das schlecht.

Smashing Pumpkins bei youtube (ausdrückliches Anklickverbot für Leute ohne Humor)

11 Kommentare

Kotzerei in der Kreisliga

Ehrlich gesagt muss ich kotzen, wenn ich des indirekten-freistosses (inzwischen vergilbten) Hinweis auf das Spiegel-Video zu Gewalt in der Kreisliga sehe.

Man las des öfteren schon vom SC Mardin, SC Marvin oder SC wat-auch-immer. All die übrigen Teams seiner Liga wollen nicht mehr gegen ihn antreten.

Sicher sind auch in den gegnerischen Teams einige dabei, die nun ihren nationalistischen Hass ausleben können, indem sie einen Boykott gegen „diese“ mitmachen, ohne dass sie dafür selbst etwas tun müssten. Nichtsdestotrotz:

Die Mentalität der Täter ist immer dieselbe. Zunächst wird der Gegner eingeschüchtert, dann wird ihm, sollte er trotz der Einschüchterungen aufmucken, auf die Fresse gehauen, und danach wird intern schön still gehalten bzw. sich gegenseitig gedeckt, so dass kein Täter zu überführen ist.

Ich sage das nicht, weil ich Ausländer so Scheiße finde, sondern weil ich Arschlöcher so Scheiße finde und jene Teams, die genau nach dieser Devise vorgehen, sollten einfach komplett gesperrt werden. So lange, bis irgendeinem der Beteiligten einfällt, wer denn zufällig der oder die Gewalttäter gewesen sein könnten. Denn hier ist jeder, der schweigt, keiner, der sich auf sein Grundrecht auf Aussageverweigerung beruft. Hier ist jeder, der schweigt, ein Täter. Ich verdrehe hier auf keinen Fall irgendwelche Tatsachen. Wer zusieht, wie gedroht, erpresst, repressaliert und dann in letzter Konsequenz auch gemeuchelt wird, und danach die Fresse hält, der ist ein Täter. Was er tut, ist nämlich nichts zu tun, nichts, was Gerechtigkeit, um im Sport zu bleiben, wenigstens Fairness walten zu lassen. Er deckt seine Kameraden, weil er kein Kameradenschwein sein will, und nimmt damit aber in Kauf, dass von seinen Leuten ausgeübte Gewalt nicht geahndet wird.

Man sollte sich dessen bewusst sein, dass in solchen Fällen die faustklare Gewalt immer erst das letzte Glied einer Kette von Verhaltensweisen ist, die der Einschüchterung und gleichzeitigen Aufpeitschung der eigenen Leute dienen soll.

Wer vorher schon kuscht, der kommt nämlich ohne Schlag in die Fresse davon, tauscht aber damit seine Würde ein.

Wer vorher schon kuscht, der verliert vielleicht das Spiel, verliert aber auch seine Selbstachtung.

Es ist definitiv ekelhaft und ich bedauere, dass ich diese perfiden, aber allzu häufig wirksamen Mechanismen nicht noch genauer beschreibe, sie sind aber jedem bekannt, der Fußball in unteren Klassen spielt.

Zum Kotzen und ganz besonders zum Kotzen ist das wohlfeile Geschwafel jener, die im Spiegel-Online-Video befragt werden: Nein, natürlich wisse man nicht, wer damals die Täter waren, natürlich wisse man nicht, wer wie was wann wo gemacht habe und ansonsten hat man ja auch, weil rechtlich nichts nachweisbar ist, eigentlich gar nix mit der Sache zu tun.

Diesen Brandstiftern gibt man nicht nur das Gefühl, sondern auch den Sieg, mit so einem scheißverlogenen Verhalten durchzukommen, was nichts anderes als erbärmliches Einknicken gegenüber einer Gemeinschaft von Lügnern ist, deren innere Identität ihnen wichtiger ist als das, was tatsächlich passiert ist und wie es zu bewerten wäre, würde man es vor ein ordentliches Gericht bringen.

Wie man sich denken kann, habe ich derlei Verhalten, derlei eingeschworene Betrügereien schon mehr als einmal am eigenen Leib erfahren. Ich bitte den rüden Ton zu entschuldigen, kann aber auch weiterhin nicht nachvollziehen, wie diese Gesellen mit diesem Verhalten dermaßen plump handeln, auftreten und sich gegenseitig decken können, und trotzdem damit durchkommen können. Wohlgemerkt geht es hier weder um Nationalität noch um Schnäuzerträger.

Es geht darum, dass solche Teams mit solchen Machenschaften einen für doof verkaufen und man dem Ganzen machtlos gegenübersteht.

Und Ohnmacht gegenüber einer Ungerechtigkeit erzeugt in erster Linie Wut.

8 Kommentare

Janus‘ große Worte

Einstand nach Fortuna-Art…

Am 18.11.2007 stand die erste Bewährungsprobe der Fortuna ohne Uwe Weidemann an, das Spiel beim – mit Verlaub – Abstiegskandidaten SV Babelsberg 03. Eine lösbare Aufgabe für Interimstrainer Wolf Werner, der seit dem Rausschmiss von Uwe Weidemann auch schon in gefühlt 100 Interviews erklärt hat, dass er froh ist, wenn er die Aufgabe zur Winterpause wieder abgeben kann. Sicherlich verständlich, wenn man eigentlich Sportdirektor ist. Eher unverständlich, warum er es dann überhaupt macht, er hätte es ja auch Co-Trainer Uwe Klein überlassen können oder dem Trainer der Zweiten Mannschaft, Goran Vucic. Oder halt irgendjemand anderem, wenn er selbst schon keinen Bock drauf hat. Nur eins von mehreren Mosaiksteinchen, die darauf hindeuten, dass die Entscheidung vielleicht doch ein wenig überstürzt getroffen wurde.

Und immerhin verlor die Fortuna in Babelsberg nur mit 0:3. Unter Weidemann hätte das bestimmt noch viel schlimmer ausgesehen…“

Janus‘ kleine Welt, man versäumt immer wieder daraufhinzuweisen. Nur weil der werte Herr Janus keinen „Blok“ führt, nicht bei technorati pingt, nicht ver-trackbackt und auch nicht kommentieren lässt, sind seine Werke nicht weniger lesenswert als andere Werke. Im Gegenteil.

Somit geht heute die Empfehlung raus: lest doch mal Janus. Der hat sogar schon zwei Bücher geschrieben. Wo gibt’s das sonst unter den Bloggornden?

Naja, Herr Kalwa, der zählt in dem Fall aber nicht. Der ist ja sieben Fuß voraus. Und Schluss für dieses Jahr mit der Selbstundsoweiter.

5 Kommentare

Joueur français de l‘année (2007)

Franck Ribéry ist französischer Fußballer des Jahres 2007. Man muss an der Gültigkeit dieser Wahl zweifeln. Wie kann es sein, dass in einem Jahr, in dem der Göttliche, der Auserwählte, der mit den Bällen (und den Roten Karten) tanzt, in dem derjenige, der das Spiel atmet, schläft und isst, in dem derjenige, der schon zwei Minuten vor allen anderen wusste, was als nächstes passieren würde, noch aktiv war; wie kann es da sein, dass ein anderer, ein Weltlicher, einer der sich tatsächlich die Fußballschuhe putzen muss, damit seine Bälle ihr Ziel finden, Fußballer des Jahres in Frankreich wird?

6 Kommentare

Blog-dschi

Es gibt Gute und Böse und es gibt Freunde der Interpunktion und Feinde derselben. Es gibt Schreiber, deren -linge nicht immer gefallen, es gibt Vereinsblöcke und Nachspiele diverser Arten.

Wer einzig über einen Verein blockt, der wirkt meist wie ein -head, allzu häufig eben mit der -brille. Außerdem interessiert doch die Aufstellung eh keinen. Ob jetzt Schmidtchen spielt oder Schleicher, so what?

Dennoch les ich gerne bei Blog-Dschi, ohne zu wissen, warum das Blog überhaupt so heißt. Warum heißt Blog-Dschi Blog-Dschi?

[photopress:blog_g.jpg,full,alignleft]

Nur ein kleiner Nebenaspekt ist aber die vermählungsfreie Zone, die Blog-Dschi darstellt, wie wir hier sehen.

Dass Blog-Dschi mit der FR vermählt ist, braucht man ja nicht zu erwähnen.

Prost, Jockel.

20 Kommentare

Jochen Hageleit: Irgendwie tot

Manchmal fühlt man sich schlecht, manchmal fühlt man sich gut. Manchmal denkt man, man sollte lieber sterben, manchmal denkt man, man wird ewig leben.

Solche Szenerien kommen in aller Leuts Leben vor, aber richtig tot ist man erst dann, wenn man richtig tot ist.

Jochen Hageleit hingegen prägte den Ausdruck des „irgendwie tot“, als er im Interview mit der ARD vom Trauerspiel im Brüsseler Heyselstadion erzählt.

Das habe ich. Ich bin unmittelbar nach den Ereignissen runter und habe dort gesehen, wie junge Menschen – ganz junge Menschen – hinausgetragen wurden. Ich konnte mir eigentlich kein Bild machen, habe gedacht, dass sie verletzt sind. Als man dann aber Tücher über diese Menschenleibe deckte, kam mir doch die Idee, dass etwas dran sein muss, dass sie irgendwie tot sind.

„Irgendwie tot“.

Die Hospizszene könnte sich möglicherweise neue Kreise erschließen, würde sie sich diesen eleganten Spruch zu eigen machen.

8 Kommentare

Armenien Bielefeld oder Wie ich manchmal vor mich hinlache

Vor mir her? Vor mich hin?

Man weiß es nicht.

Manchmal jedenfalls passiert Folgendes, so wie gestern, Samstag Morgen, geschehen:

Ausnahmsweise war ich nicht unterwegs am Abend zuvor und somit frisch, fromm, fröhlich, frei und pfiff ein Lied, und zwar den Gassenhauer „One Hundred Years“ von The Cure, während ich auf das Hochhaus blickte, auf dessen Krone eine allzeit beleuchtete Werbung für den Konzern „RWE“ prangt. Das bedeutet für mich zweierlei: Erstens, ich wohne neben einem Hochhaus. Zweitens, es ist nachts nie dunkel in meinem Schlafzimmer.

Zweitens wiederum führt dazu, dass ich manchmal mit Schlafbrille schlafe (heißt das so?), die man auch — selten zwar, aber doch — beim Dummschwätzer sieht, wenn er denn auf einer seiner vielen Einladungstouren für die WM 2006 im Schlafzeug Flugzeug sitzt. Was viele nicht wissen: Er muss immer noch durch die Welt jetten, um all jene zu trösten, die dann doch nicht teilgenommen durften.

Jedenfalls pfiff ich fröhlich „One Hundred Years“ von The Cure vor mich hin, und plötzlich erschien meinen Synapsen eine Information, die ich irgendwann mal original bei fooligan.de aufgenommen hatte.

„Armenien Bielefeld“

Das empfand mein Ich als so lustig, dass ich aufhörte, „One Hundred Years“ von The Cure vor mich hin (vor mir her?) zu pfeifen und stattdessen, alleine in meiner Wohnung, laut loszulachen. Solche Momente sind selten geworden, seit Elisabeth Volkmann nicht mehr Marge Simpson spricht (sie würde gerne, allein: es geht nicht mehr), und dementsprechend freute ich mich über diesen kurzen Lachausbrecher.

Armenien Bielefeld. Neudeutsch würde man dazu sagen: hehe. So etwas kommt mir aber nicht in mein Blog rein, solche verquaste Chat-Sprache, weshalb ich mit den Worten schließen möchte: Lustig (ohne Ironie).

2 Kommentare

Deutschland gegen Türkei

Deutschland gegen Türkei.

So lautete die Paarung in allen großen Pausen der vier Jahre meiner Grundschulkarriere. Als Türkei zählte dann auch der eine Albaner und die zwei Jugoslawen. Damals fand ich diese Teamzusammenstellung selbstverständlich; im Nachhinein dann eher ein wenig borniert und zu sehr den Phänomenen der Sozialpsychologie in die Hände spielend, als dass ich noch freiwillig davon erzählt hätte.

Seit heute weiß ich: Das ist nicht nur auf Grundschul-Schulhöfen so, sondern sogar an der viel zitierten Säbener Str., weil Philipp Lahm über das Training und vor allem die Trainingsspielchen dort berichtet:

„So ist das immer. Es spielen immer die Deutschen zusammen und die Ausländer“, sagt Philipp Lahm, als sei es das Normalste der Welt.

Wir haben damals übrigens in vier Jahren kein einziges Spiel verloren, sondern alle bis auf eins gewonnen. Bei ca. 300 durchgeführten Spielen ist das keine schlechte Bilanz. Einziger Ausrutscher aus unserer Sicht war ein ein 1:1, was die „Türken“ (plus Albaner und Jugoslawen) wie einen Sieg feierten. Verständlich, wenn man vier Jahre lang nur auf den Arsch kricht.

23 Kommentare

Benjamin Auer versteckt sich nicht

Im Gegenteil — er „poppt“ geradezu heraus aus diesem Werbeslogan.

[photopress:benjamin_auer.jpg,full,centered]

Und wenn einem das beim ersten Draufsehen passsiert, weiß man, dass man ziemlich fußballerisch geprägt ist.

1 Kommentar