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Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Schießt ein Tor für uns

Früher gab es das nicht.

Den Fangesang „Verein xy, schieß ein Tor für uns!“, der mich mit seiner sinnlich-flehenden Art immer wieder verwirrt, weil es so etwas in einer immer noch testosterongetränkten Fankurve eigentlich nicht geben dürfte.

Das Flehende an dem Gesang wirkt, als solle der Fußballgott beschworen werden.

Das Sinnliche daran ist so fremd in einem Fußballstadion, dass es mich wie gesagt immer wieder umwirft.

Die Komponente, dass hier die sonst üblichen Verhältnisse in einem Stadion umgekehrt werden, darf ebenfalls nicht übersehen werden. Normalerweise feuert der Fan seinen Klub, seine Stadt, sein Land an. Aber er tritt nicht in der Rolle eines Ansprüche Erhebenden an seine Heroen auf dem Rasen auf.

Hier, mit diesem Gesang, ist genau das der Fall. Der Zweck des Toreschießens wird den Spielenden entrissen, nicht derjenige, der selbst spielt, soll möglichst gewinnen und sich daran erfreuen. Derjenige, der zuschaut, soll erlöst und belohnt werden, und der Spielende wird vom Zusehenden dazu aufgerufen, diese Erlösung zu bewirken.

Interessante Umdrehung.

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VW = Viel Work (aber wenig Ertrag)

Little known facts (jedenfalls heute): Auch der VfL Wolfsburg hat erst 4 Spiele gewonnen.

4 Spiele von 16, das sind Pi mal Daumen ungefähr 25%. Man müsste schon auf sehr weitreichende platinische Reformen hoffen, um damit an der Champions League teilnehmen zu können.

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Überfällige Reformen: Ein-Blend-ung

Man sollte das Einblenden dieses Balkens, dieser Linie bei der Wiederholung von strittigen Abseitsszenen sein lassen, um den Zuschauer am Fernsehregenschirm unter den selben Voraussetzungen urteilen zu lassen wie denjenigen Menschen, der die Szene ohne Balken entscheiden musste.

Zeitlupen sind genauso unfair und sollten nur aus ästhetischen Gründen bei besonders gelungenen Aktionen verwendet werden dürfen.

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Wer zuletzt lacht, lacht in Wien

My beautiful self hatte die Idee, Bertdesign hat dann das Target ausgemacht. Der polnische Verband betreibt eine Umfrage, auf welchem Platz die polnische Fußballnationalmannschaft ihre Vorrundengruppe bei der EM beenden wird. Da der polnische Fernsehsender www.tvn24.pl vor Kurzem eine Umfrage bei kicker.de kaperte, wollen wir uns nun ein klein wenig revanchieren, nicht ohne klar zu sagen, dass es sich hier um eine, naja, nennen wir es Spaßguerilla-Aktion ohne nationalistische Ressentiments handelt. Wer Umfragen in Deutschland kapert, verfälscht oder mit verfälschten Umfragen kapern geht, darf sich nicht wundern, wenn etwas zurückkommt. Leider kann ich mit meiner Handvoll Besucher pro Tag nicht wirklich gegen die 300.000 Besucher, die der polnische Fernsehsender auf den Plan rief, anstinken, deshalb bitte ich um Unterstützung all jener Blogs, denen eine solche Aktion nicht zu kindisch erscheint.

Bitte also beim polnischen Verband auf 4. miejsce klicken, miejsce ist polnisch für Platz. Danke.

Die martialische Sprache auf dem Blindfischblog („zum Gegenschlag ausholen“) unterstütze ich übrigens nicht, ich nenne das Ganze etwas schmähhafter:

„Wer zuletzt lacht, lacht in Wien.“

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Letzte Gelegenheit

Es gibt sicher den einen oder anderen, der ganz weit unten in sich drin ein wenig Verständnis für diese dumme Aktion von Idrissou aufbringen kann:

Rote Karte: Idrissou – Tätlichkeit (MSV Duisburg)
Kahn hat den Ball fest in den Händen, ehe Idrissou dem Münchner in die Beine tritt. Rot!

Wir natürlich nicht.

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I had a dream

So eine esoterische Traumdeuterei wie hier, das soll mir nicht noch mal unterkommen. Ich hoffe, kann es aber nicht versprechen, dass es das einzige Mal bleibt. Der Traum geht so:

Ich habe durch seltsame Umstände kurz vor dem Ende meiner aktiven Karriere den Weg in ein Bundesligateam gefunden. So etwas wird einem im Traum ja nicht erklärt, man wacht sozusagen im Traum in dieser Situation auf. Jedenfalls spielen wir in einem ziemlich steilen, reinen Fußballstadion, die Anzeigetafel hat aber noch diese nur gelben Lämpchen, mittels derer der Spielstand gelb auf Schwarz dargestellt wird.

Ich spiele wie immer auf der linken Seite, mit der eindeutigen Aufgabe, mich auch immer wieder vorne einzumischen. Das Spiel läuft und nicht nur weil ich mitspiele, sondern auch, weil mich mein Gehirn in meinem Traum in ein mehr als schlechtes Bundesligateam einsortiert hat, steht es zur Halbzeit schon 0:4 im offensichtlich heimischen Stadion.

Keine Ahnung, warum ich trotz meiner schlechten Leistungen und meiner offensichtlichen Nervosität in meinem ersten Bundesligaspiel nicht ausgewechselt werde, ich bleibe aber drin. Da ich nicht wirklich hinten spiele, bin ich auch am fünften Gegentor unschuldig. 0:5 steht es, von uns kommt nicht viel, jedenfalls kann ich mich kaum an Torszenen unsererseits erinnern.

Kurz vor Schluss, Träume halt und total unlogisch, macht der Gegner hinten komplett auf (ganz so unlogisch vielleicht doch nicht, bei solch einem Spielstand neigen ja viele Menschen in Fußballschuhen dazu, unbedingt noch selbst vorne ein Tor erzielen zu wollen) und wir spielen einen langen, langen Ball nach vorne. Ich renne ihm hinterher, er tupft über den Torwart hinweg, er ist noch in der Luft, tupft noch mal auf, ich renne weiter hinterher, das Tor ist leer.

Dank meiner nicht immer bundesligareifen Technik wurschtel ich irgendwie mit dem Ball rum, leider verrutscht er mir dabei ein bisschen und rollt an der Fünfmeterraummarke über die Torauslinie. Ich sehe mit eigenen Augen, wie der Ball im Aus ist, der Linienrichter anscheinend nicht, das Spiel läuft noch, in diesem Moment stoppe ich den Ball, ziehe ihn wieder ins Spiefeld und versenke den Ball aus spitzem Winkel im immer noch leeren Tor. Bevor ich mich umdrehe, blinkt auf der Anzeigetafel schon das 1:5 auf, ich habe mein erstes Bundesligator in meinem ersten und aller Voraussicht nach letzten Bundesligaspiel geschossen und sitze nun in der Zwickmühle.

Ich weiß, dass der Ball nicht mehr im Spiel war. Die Schiedsrichter offensichtlich nicht.

Wie handeln?

Im Traum habe ich mich gegen mein Gewissen entschieden, das schon immer forderte, vor allem von anderen, dass sie in solchen Situationen ehrlich sein müssen, dachte aber bis zu diesem Moment, dass das auch für mich gälte.

Traurige Sache, ich bin sehr enttäuscht von mir, aber mein Geifer, in die Bundesligannalen einzugehen, mit einem einzigen, kleinen Tor zum 1:5, war so groß, dass ich nicht widerstehen konnte. Wahrlich beschämend.

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Volk jetzt mit Raumdeckung?

Wir werden es nicht mehr erfahren.

Zu einem Nachruf fühle ich mich angesichts der Kreativität der dortigen Texte nicht in der Lage, zum Vermissen hingegen schon.

Es wird dauern, bis ich es übers Herz bringen werde, den Link aus der Blogroll zu entfernen.

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Begehrenswerte Bayern

Obwohl er Verlierercup geschimpft wird, freut man sich auch bei den Zuschauern der teilnehmenden Mannschaften im Verlierercup doch eher auf Gewinner. Bekanntlich haben die Bayern in der letzten Saison nicht so viel gewonnen und gelten somit tendenziell eher als Verliererteam. Da sich aktuelle Bundesligatabellenzwischenstände nicht so schnell bis nach Purtugale herumsprechen, muss der kommende Gegner der Bayern — der SC Braga — auf seiner Webseite schon mit Folgendem Werbung machen:

[photopress:sc_braga_gegen_bayern_muenchen.jpg,full,centered]

Da ich nicht Béla Réthy heiße und demgemäß auch nicht lange Zeit in Brasilien gelebt habe, kann ich nun mal kein Portugiesisch. Ich ahne aber, dass der SC Braga allen Zuschauern bis/unter 15 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt gewähren wird.

Wir fragen uns erstens: ist das die moderne Version von „Franco Foda“?

Und zweitens: Sollten da nicht die 7-Euro-schweren Bayernkurvenzuschauer überlegen, ob sie nicht doch lieber den Verein wechseln? Für nöppes ins Stadion und das Tolle am Stadion in Braga (jenes mit den Felsblöcken hinter den Toren) ist, dass es dort gar keine Kurven gibt. Das bedeutet wiederum erstens:

Alle Fans sitzen auf den Tribünen, auch die stimmungsvollen, bzw. -immissierenden.

Zweitens: Die Felsblöcke lassen den Schall viel besser widerhallen als eine eventuelle Blaskapelle es je könnte, zudem kann man mit sich selbst diese Echo-Anfeuerungsrufe durchführen, ohne dass jemandem auffallen wird, dass man Selbstgespräche führt.

Drittens: Auf der Haupttribüne ist man dem Champagnerschlürfer, der La-Ola nicht mitmachen will, schon so nahe, dass man ihm an Ort und Stelle persönlich dafür auf die Fresse hauen kann, dass er bei der tollen La-Ola nicht mitmacht.

Braga liegt aber wie gesagt in Portugal und was nun „La Ola“ auf portugiesisch heißt, das weiß auch wieder kein Mensch, der nicht mindestens 10 Jahre in Brasilien gelebt hat. Und so schließt sich der Kreis. Womit dieser Beitrag dem obskuren Stadion in Braga etwas voraushat.

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Lehmanie

Inzwischen schaut man schon Videos von für die eigenen Fußballvorlieben vollkommen irrelevanten Champions-League-Spielen, um in der Hoffnung auf einen Fehler Almunias bestätigt zu werden. Auch gestern wieder — leider vergebens.

Strafstöße hält man allerdings nicht, indem man nach abgegebenem Schuss in der Mitte seines Tores zusammensinkt, wie ein Kind am Strand, dessen Hände suchend über den Boden gleiten in der Hoffnung, die von der Flut hinfortgespülten Spielzeuge wiederzufinden.

Dann schon eher mit einem Zettel unterm Schienbeinschoner.

Aktuelle Videos vie immer vie 101 greatgoals.com.

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Home of US Soccer

Weiß eigentlich jemand, wie die Zentrale des DFB aussieht? Kanzleramtig im Kleinen.

Was erwarten wir dementsprechend in den USA? Hybris und Prunk und Protz, Moderne und Dynamik. Und: wir werden vom Gebäude des amerikanischen Verbandes nicht enttäuscht.

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Schnäuzer Schaafs Schnäuzer

Geht es Euch auch so, dass Ihr immer vergesst, dass Thomas Schaaf einen Schnäuzer hat, wenn Ihr über die Gestalten der Bundesliga und ihre stilistischen Fehltritte nachdenkt?

Alle vermissen und verweisen immer wieder auf Peter Neururer, dabei hat Thomas Schaaf doch einen Schnäuzer und da man in Bremen als Trainer unkündbar ist, wird es auf lange Sicht noch so bleiben, dass die Bundesliga keine schnäuzerfreie Zone ist.

Es sei denn, Schaaf erwachte spontan aus seiner modebezogenen Fixierung auf seine Jugend.

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Qualifikationsgruppengegnerrevuepassierenlasserei

Sagte ich schon, dass ich obige Eigenschaft des Deutschen sehr mag? Sicher schon, wenn nicht hier, dann an anderer Stelle. Zum Beispiel damals in Wales, als wir in diesem auseinanderfallenden Gebäude, das so etwas wie ein Jugendzentrum darstellen sollte, ein Konzert gaben, womit wir schon beim ersten Gegner wären:

Wales

Wales ist immer für eine Überraschung gut.

Finnland

Es gibt keine Kleinen mehr.

Aserbaidschan

Auch in Aserbaidschan dauert ein Spiel mittlerweile 90 Minuten.

Russland

Kurz vor Moskau, mein Opa, und so weiter.

Liechtenstein

Für Liechtenstein gilt: die Schweden sind keine Holländer.

So, damit wisst Ihr jetzt, was uns erwartet; denn schließlich beginnt die Qualifikation schon in einem knappen Jahr und wie es im Fußball gang und gäbe ist, passiert in dieser Zeit überhaupt nichts. Wales bleibt immer Wales, egal wer spielt. Es werden sich auch keine Mannschaften entwickeln, neue Talente entdeckt und eingebaut oder Trainer gefeuert und geheuert werden, weshalb es so außerordentlich sinnvoll ist, jetzt darüber zu sprechen, wie einfach oder schwierig ein Gegner zu besiegen sein wird, gegen den man eventuell erst im Herbst 2009 spielt, wobei man natürlich auch berücksichtigen muss, dass die Spielstärke der eigenen (hier: deutschen) Mannschaft bis dahin unverändert, wie in Stein gemeißelt, zur Salzsäure erstarrt, tiefgefroren, paralysiert und völlig frei von Verwerfungen bleiben wird.

Für präzisere Kaffeesatzleserei und Tipps aus dem Bierbauch heraus befrage man das Orakel von Stralsund.

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