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Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Keine guten Aussichten

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Man schaue sich an, wie man im Gottlieb-Daimler-Stadion sehen kann, wenn man ganz unten sitzt. Der Blockplan mit Bilderkes auf der Seite des Gottlieb-Daimler-Stadions verrät es uns und ich muss sagen: dafür würde ich kein Geld bezahlen, sondern eher noch welches bekommen wollen. Dafür, dass ich meine Visage in die arena- und Sportschau-Kameras halte, damit das Stadion voll aussieht, ich aber weder den Ball sehen kann, wenn ein Eckball ausgeführt wird, noch ich überhaupt so etwas wie Übersicht über das Spiel habe.

Aber so lange es genug Idioten gibt, die sich auch mit diesem von Werbebanden verdeckten Blick aufs Spielfeld zufrieden geben, hat der VfB Stuttgart ja auch keinen Anlass, etwas an dieser Konstruktion zu ändern. Selber schuld, wer da viel Geld bezahlt.

Ansonsten finde ich diesen Blockplan mit zusätzlichen Fotos, wie denn die Sicht aus dem jeweiligen Block ist, sehr kundenfreundlich. So weiß man tatsächlich, was einen erwartet und das „Katze im Sack“-Kaufen beim Ticketerwerb entfällt.

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Der lütte Diego

Reine Zahlen sind dem Vorstellungsvermögen ja häufig wenig hilfreich. Falls sich jemand nach diesem Beitrag gefragt haben sollte, wie klein Diego Maradona wirklich ist, dem sei dieses Bild ans Herz gelegt. Boris Becker ist 1,90m, das Häufchen in grün vor ihm mißt 1,66m.

Sein direkter Gegner bei der Erzielung des Tores mit der „Hand Gottes“, Peter Shilton“, ist auch immer noch stolze 1,83m groß. Wie konnte er ihn da so leicht überspringen?

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Deutscher Meister wird nur der FSV

Wer sagte da letztens noch, dass man Jürgen Klopp nicht mehr als ZDF-Fußballexperten einladen könne, weil er mit seiner Mannschaft Letzter in der Bundesliga ist? Ich weiß es nicht mehr, aber diese Leute sollten sich jetzt mal die Rückrundentabelle der Saison 2006/07 anschauen. Kann man nun Thomas Schaaf auch nicht mehr halten, weil er schon drei Mal verloren hat?

Wie wir alle wissen, ist das natürlich ausgemachter Blödsinn. Und dass ein Trainer seine Fachkenntnisse nicht verliert, nur weil er mal Pech hat oder einfach auch keine adäquaten Spieler, weiß jeder, der nicht gerade sein Geld mit dem Zusammendichten von Schlagzeilen verdient. Ach, wie es mich langweilt, dieses Gezeter ohne jeglichen Längsschnitt.

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Musikunterricht

Vor dem Hinspiel der Paarung Werder Bremen — Ajax Amsterdam empfand ich es als eine gute Idee, dass der übertragende Sender die Gesänge der Zuschauer etwas hörbarer machen wollte. Auf dem Papier würde wohl jeder diesen Plan begrüßen. Die Vorfreude auf dieses Element der Übertragung hielt bei mir bis zu jenem Moment, in dem ins Stadion geschaltet wurde.

Die Mikrofone standen so nah an der Bremer Fankurve, dass man genau hören konnte, wie schief die Jungs ihre als Anfeuerung gedachten Melodien schmetterten. Es war so schief, dass es selbst mir als ungeübtem Sänger die Zehennägel hochrollte. Da diese selten kurz sind, rollte sich dort ordentlich was zusammen, und das über 90 Minuten lang.

Hoffen wir, dass die Tonregie das Phänomen der schlechten Gesangsausbildung pubertierender Fußballfans beim heutigen Rückspiel in Amsterdam im wahrsten Sinne des Wortes ausblendet.

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Hansi Müller, Hansi Flick, Jogi Löw und — Ronaldinho

Ja, klingt schon komisch, diese Zusammenstellung an Spielern in der Überschrift. Was haben Hansi Müller (der ist inzwischen wohl fast so alt wie MV), Hansi Flick (der ist inzwischen der Beifahrer vom Jogi), der kleine Jogi himself und Ronaldinho nun miteinander zu tun?

Ganz einfach: Diese Spieler sind alle Spieler, die sich mit einer Verniedlichungsform anreden lassen. Jogi Löw heißt Joachim. Hansi Müller heißt Hans, Hansi Flick dito und Ronaldinho heißt Ronaldo mit Vornamen. Wie der geneigte Fußballzuschauer nicht erst seit der EM 2004 in Portugal weiß, bedeutet das Suffix „inho“ im Portugiesischen nichts anderes als im Deutschen das Suffix „chen“, gerade so wie bei Müllerchen, Schmidtchen; Würstchen, Brötchen oder Bierchen.

Und so lange ein Spieler noch aktiv ist, ist das vielleicht noch akzeptabel; ist die Karriere auf dem Platz aber erstmal beendet, wirkt es irgendwann nur noch kindlich, die ewige Adoleszenz preisend und jeglicher Reife den Bedarf absprechend, wenn man sich auch jenseits der 40 Lebensjahre noch mit seinem Verniedlichungsnamen anreden lässt. Als Plädoyer für einen Hans Flick ohne i im Vornamen ist dieser Beitrag also durchaus zu verstehen.

Pelé? Ja, der heißt immer noch Pelé. Aber Pelé war nie ein Pelinho.

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Des Kickers neue Kleider – II

Nach dem großen Redesign folgte jüngst eine nur kleine, aber feine Änderung beim werten Herrn kicker. Es gibt ein neues Favicon und das sieht so aus:

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Dumm, dass man sich nach einer Änderung ab sofort partout nicht mehr dran erinnern kann, wie denn die alte Version aussah. Einen Screenshot vom kicker von annodazumal habe ich nicht parat, so dass ich nur noch in den Untiefen meiner grauer werdenden Zellen kramen kann — bislang erfolglos. Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass mir dieses zwar mächtig und kolossal daherkommende, gleichzeitig aber modern und vor allem in seiner Schlichtheit elegant wirkende „k“ besser gefällt als das alte Favicon. Wenn ich nur noch wüsste, wie das alte aussah …

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Karneval bei Real Madrid

Zum Karneval erlaubt man sich in Kastillien üble Scherze und verkauft Champions-League-Eintrittskarten zum halben Preis. Das zwar nur an Presseleute und deren Anvertraute, aber es ist doch immer noch ein Skandal, dass diese nur 70 Euro bezahlen müssen. Der volle Preis beläuft sich auf formidable 140 Euro für ein Champions-League-Achtelfinale, wie es sich bei den Königlichen nun mal geziemt.

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Als Bonbon zum Anpfiff sei noch gesagt: Das Durchschnittsnettoeinkommen eines spanischen Arbeiters liegt bei ungefähr 1.200 Euro im Monat.

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Ein Evergreen: Die Daum-Heynckes-Fehde

Der eine ist gerade erst eingestiegen (wobei man schon vorher ahnen konnte, dass er das schnell bereuen könnte, was nach dem 0:5 in Essen aber nun zweifelsohne der Fall sein wird), der andere ist leider kürzlich ausgestiegen. Daum und Heynckes können sich noch nicht mal in einem Pokalspiel begegnen. Die Brisanz, die in einem solchen Duell läge, erklärt sich aus Daums legendärem Auftritt beim Sportstudio. Vielleicht bin ich ja nicht der Einzige, der diese Szenen noch nie gesehen, sondern immer nur davon gelesen hat.

Herrlich ist auch immer wieder die Stimme Günter-Peter Ploogs, während die Zuschauer im Sportstudio sich nicht zu dämlich sind, „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“ anzustimmen. Wie man nach Bayerns drittem Tor sieht, kann Heynckes sogar aus sich raus- und aufs Spielfeld raufgehen. Dass man das damals noch einfach so während des Spiels durfte …

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Wie heißt das Gegenteil von abseits?

Im Englischen heißt das Gegenteil von offside ganz simpel onside. Wie aber heißt auf deutsch der Zustand, wenn ein Spieler eben nicht abseits steht?

Anseits, aufseits, zuseits?

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Ich bin nicht süchtig. Andere schon.

Selbsterferenzialität ist immer langweilig. Wie gut, dass ich heute nicht über mich selbst bloggen muss, sondern über jemand anders, der so unglaublich viel bloggt, dass man ihm einen … äh… Grimmepreis oder was es da sonst noch gibt, verleihen sollte. Aber fangen wir vorne an.

Ich — bin nicht süchtig. Nach diversen Vergnügungen schon, nach ein wenig Aufmerksamkeit bestimmt auch. Diese muss ich aber nicht unbedingt in meinem Blog erhalten. Nach Bloggen bin ich ganz bestimmt nicht süchtig. Sonst würde hier doch kein Tag ohne Beitrag verstreichen, wie es erst Dienstag wieder der Fall war.

Es gibt andere Charaktere, die haben ein schlimmeres Schicksal zu bewältigen. Damit meine ich nicht den Blogger, der hinter allesaussersport.de steht, sondern: seine Freundin. Man kann sich nur wünschen, dass sie Baseballerin ist oder vielleicht selbst in der ersten deutschen Damen-Footballliga spielt, so wie meine werte Bekannte bei den Mülheim Shamrocks, die dort in der Offense und in der Defense spielt, weil sie offensichtlich so robust, ausdauernd und spielintelligent ist.

Jeder, der länger als zwei Tage am Stück in der deutschen Sportbloggerszene unterwegs war, muss diesen Mann kennen. Er scheint vollkommen besessen zu sein und erstaunlich wirkt es schon, dass er neben dieser umfassenden Bloggerei auch noch einen Job ausübt. Anders als als Freilancierer ginge das ohnehin nicht, also ist er auch Freilancierer.

Fachlich sind seine Aussagen zumeist unstrittig, orthographisch hat er seine mittleren bis größeren Probleme, das ist aber angesichts der Fülle von Buchstaben, die er aneinanderreiht, nicht ganz so erstaunlich, und das ist auch gar nicht das Thema.

Allesaussersport.de ist das Zeugnis eines harten Schicksals, eines Junkies, auch wenn er selbst sich als Maniac betitelt, eines Junkies, der erst im letzten Herbst mal kurz eine Auszeit nahm, um dann doch wiederzukehren. Es hätte mir trotz der manchmal Kraut-und-Rübenen-Textgestaltung inhaltlich etwas Entscheidendes gefehlt. Und seit er für die 11Freunde schreibt, bemüht er sich scheinbar sogar, ein wenig an seinen Texten zu feilen.

Und weil ich ganz bestimmt nicht der erste bin, dem dieses wunderbare Blog aufgefallen ist, gibt es nach vielen anderen Gelegenheiten nun auch eine Laudatio in der taz.

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Es gibt keinen vernünftigen Grund, Schalke-Fan zu sein

Nachdem ich in den letzten Tagen hier einige Beiträge aus Gründen der Objektivität einstellen musste, die so geklungen haben könnten, als wäre es etwas durchaus Anständiges, etwas Sinnvolles, gar etwas Erstrebenswertes, Schalke-Fan zu sein, muss ich heute dann doch mal wieder fragen:

„Kannst Du mir einen vernünftigen Grund nennen, Schalke-Fan zu sein?“ (Das Video „Sachbeschädigung“ anschauen.)

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Wenn selbst die Polizei das in ihren Gewaltverherrlichungsvideos [1] [2] so sieht, muss man sich dem als guter Staatsbürger wohl anschließen.

[1] An welcher Stelle und mit welchen Argumenten in diesem Video Gewalt als etwas Negatives dargestellt ist, habe ich nicht verstanden. Und ich bin ausgebildeter Trainer Baade, wie sollen das da Schalke-Fans Dortmund-Fans Grundschüler erst verstehen?

[2] Wie bemerkenswert tagesaktuell es doch ist, dass der größere Bubi antwortet, dass Dortmund die ganzen letzten Spiele verloren hat …

Nachtrag: Mir ist erst jetzt aufgegangen, dass diese Videos wohl nicht für die Peergroup der Darsteller sind, sondern für Eltern und Lehrer. Jene, welche man erst einmal aufklären muss, welche Formen von Gewalt und Repression es überhaupt in Schulen gibt. Mir ist keine davon persönlich unbekannt, als Rezipient, und so richtig hab ich immer noch nicht verstanden, was diese Videos eigentlich bezwecken sollen. Es gibt Mobbing in Schulen? Es gibt Vandalismus? Es gibt Erpressung? Vollkommen neue Erkenntnisse tun sich da auf. Wie wäre es, wenn diese Videos Lösungsansätze zeigen würden, statt einfach nur zu beschreiben? Nun gut, sei’s drum, wenn es Eltern und Lehrer gibt, die von diesen Phänomenen nichts ahnen, dann haben diese Spots sicher ihre Berechtigung.

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Kasachstan und Israel, Surinam und Guyana

Für die kommende in Venezuela stattfindende Copa America wurden folgende Gruppen ausgelost:

Brasilien
Ecuador
Chile
Mexiko

Argentinien
USA
Paraguay
Kolumbien

Venezuela
Bolivien
Urugay Uruguay (Danke, Kai)
Chile

Da fragt sich der geneigte Geografie-Student, was denn eigentlich mit den übrigen drei Ländern in Südamerika ist. Warum nehmen Guyana, Surinam und Französisch Guyana nicht an der Copa America und auch nicht an den WM-Qualifikationen des südamerikanischen Fußballverbands teil?

Für Französisch Guyana ist die Antwort einfach: Das „Land“ ist ein so genanntes Übersee-Département der französischen Nation und somit kein unabhängiger Staat. Französisch Guyana gehört aufgrund dieses Status sogar zur EU und hier wird demgemäß auch mit Euro bezahlt.

Bei Surinam wird die Antwort schon etwas schwieriger, ist Surinam doch seit 1975 von den Niederlanden unabhängig, hat schon Olympiamedaillen gewonnen und verfügt offensichtlich über eine Großzahl fähiger Fußballspieler (Kluivert, Davids, Seedorf, Rijkaard, Gullit — wobei ich bei keinem von diesen weiß, ob sie in den Niederlanden oder in Surinam aufgewachsen sind). Des Rätsels Lösung lautet: Surinam gehört nicht zum CONMEBOL, dem südamerikanischen Fußballverband, sonder zum nord- und mittelamerikanischen Verband CONCACAF. Dasselbe gilt für Guyana, das sogar schon seit 1966 unabhängig ist.

Warum das so ist, konnte ich nicht eruieren, womöglich wollten die hochnäsigen Funktionäre des CONMEBOL keine Spätstarter in Sachen Unabhängigkeit aufnehmen, vielleicht wollten die beiden kleineren Staaten aber lieber an einer Qualifikation teilnehmen, in der sie eine Chance hätten. Das nordwestlich vor Guyana im Meer liegende Trinidad & Tobago hat es ja, wie man weiß, über die Qualifikation via CONCACAF schon mal zu einer WM geschafft.

Bliebe noch die Frage, wieso die CONCACAF-Mitglieder Mexiko und USA an der Copa America, dem Turnier der CONMEBOL, teilnehmen. Dies wird davon beantwortet, dass es a) bei zehn Mitgliedern der CONMEBOL schwierig ist, drei oder vier gleich große Gruppen zu kreieren und b) dass die CONMEBOL deshalb schon seit Längerem „Gastnationen“ zur Teilnahme an der Copa America einlädt. Dass man mit zehn Teilnehmern allerdings ganz einfach zwei Fünfergruppen schaffen könnte, scheint den CONMEBOL-Organisatoren entgangen zu sein.

Das Turnier der CONCACAF heißt übrigens Gold-Cup und hier stand Brasilien bei den letzten sechs Turnieren zwei Mal im Finale. Jetzt alles klar?

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