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Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Kuranyi, der Ex-Nationalspieler

Wir haben hier im Blog ja schon mehrfach über Kevin Kuranyi diskutiert. Er war auch schon mal die Frimpe der Woche, und zwar für diesen, seinen Blog [Link leider, leider tot], in dem er heute angeblich direkt aus Barcelona berichtet. Diesen, seinen Blog darf er aber als WM-Teilnehmer gar nicht führen, weil der DFB sowas verbietet.

Wie hier in den Kommentaren schon erwähnt wurde, haben wir bzw. Kevin bzw. Microsoft aber vielleicht Glück, denn für das kommende Länderspiel gegen Italien am 1. März ist er von Clinsfornia gar nicht nominiert worden. Christian Wörns übrigens auch nicht, aber das war ja klar. Könnte also sein, dass Kevin Kuranyi gar nicht bei der WM im Kader sein wird. Dann möchte ich gerne lesen, was er so bloggt, wie er mit Freunden auf dem Sofa die WM-Spiele der Deutschen schaut, möglicherweise gar auf einem Beamer in den eigenen vier Wänden. Und wie vielleicht ein Kamerateam der ARD ihn zu seinen Freunden begleitet, während später am Abend sein Kumpel Gerald Asamoah nach dem Finale den WM-Pokal in den Berliner Nachthimmel reckt, was — nebenbei bemerkt — durch Kuranyis Nichtnominierung ein Stückchen wahrscheinlicher wird.

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Cologne — die Scheiße vom Dom

Wie die RP Online berichtet, müssen Kasey Keller und Jeff Strasser je €3.000 Geldbuße bezahlen, weil sie nach dem Sieg ihrer Gladbacher Borussen gegen den FC Köln einen Schmähgesang angestimmt haben.

Geht’s noch?

Die Fans singen das den ganzen Tag lang (na, okay, wohl nur etwas mehr als 90 Minuten lang) — und jetzt sollen Spieler dafür bestraft werden, dass sie mitgesungen haben? Diese überbordende political correctness geht mir wahrlich auf den Keks. €3.000 Strafe für ein Lied, das zum allgemeinen Kulturgut gehört. Lächerlich.

Bei der Gelegenheit ist mir übrigens aufgefallen, dass die Seite der Borussia ein neues Gewand hat. Ich bin da nicht so oft, denn meist sind die offiziellen Vereinsseiten so spannend wie der Rheinische Merkur.

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Vor Schwäche umgefallen

Wenn ein Spieler während des Spiels umfällt, hat das meistens den Grund, dass er einen Freistoß herausholen möchte und selten den Grund, dass er sich gerade wirklich nicht mehr auf den Beinen halten konnte. Die Erklärungen der Leute, die dieser Tatsache realistisch gegenüber stehen, für das Umfallen reichen von „vor Schwäche umgefallen“ bis zu „sich selbst auf den Fuß getreten“. Cagliaris Trainer hat diese Palette um einen interessanten Aspekt erweitert, wie die FAZ berichtet:

„Hinterher beklagte Cagliaris Trainer Sonetti treffend, Inzaghi sei nicht gefoult worden, sondern beim Laufen ohnmächtig geworden.“

Und wir wissen nach dieser Schwalbe von Inzaghi wieder, warum wir uns auf die Italiener bei der WM so freuen.

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Hüte dich vor dem Tore

Jeder, der einigermaßen mit diesem Sport vertraut ist, der in knapp 4 Monaten alle Schlagzeilen und alle Medien beherrschen wird, weiß, wie man einen Torwart auswählt: der, der am schlechtesten am Ball ist, geht ins Tor. Sozusagen zur Strafe. Die Rolle eines Torhüters ist immer die des Outlaws, desjenigen, der eigentlich gar nicht mitspielen darf. Er darf lediglich seine Knochen hinhalten, sich anrempeln lassen, in Luftkämpfen Ellenbogen abkriegen und dann noch als besonderes i-Tüpfelchen dieser besonderen Tätigkeit den Ball aus dem Netz holen, wenn er gerade den spielentscheidenden Fehler gemacht hat, durch den sein Team die Partie, die Meisterschaft oder gar Schlimmeres verloren hat.

Mit anderen Worten: ins Tor geht der, der der schlechteste Fußballer ist. Und bestraft wird er dafür auch noch, indem er die verantwortungsvollste Position im Fußball innehat.

Dass Torwart-Sein aber nicht nur deshalb abzulehnen ist, sondern auch, weil es lebenslange Konsequenzen haben kann, einen entscheidenden Ball nicht zu halten, entnehmen wir folgendem Zitat, das über den Torwart der ungarischen WM-Final-Verlierermannschaft von 1954 grassiert:

„Über 50 Jahre nach dem Finale von Bern träumt Grosics immer noch von Helmut Rahns Siegtreffer!“

Was bin ich froh, dass ich nur Linksaußen bin bzw. war. Zwar somit auch bekloppt, aber nicht von Alpträumen wegen Fehlern geplagt. Wäre da nur nicht das verlorene Pokalfinale von 1986, als ich… naja… lassen wir das mit den Fehlern, die einen ein Leben lang verfolgen.

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Bist du ein guter Christ?

Heutzutage trägt ja fast jeder eins, also sollte man auch die Sache mit den Fußballtrikots mal aus anderer Warte beleuchten. Nur weil man ein Trikot trägt, ist man noch lange kein Fußballspieler. Und nur weil man eine Uniform trägt, ist man noch lange kein Polizist. Und nur weil ich hier blogge, bin ich noch lange kein Blogger.

Und nur weil einer dummschwätzt, ist er noch lange kein Kaiser.

Ad lib in den Kommentaren.

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Die dümmsten Fans der Welt

Plakative Überschriften sind immer gut. Bleibt nur die Frage, ob jemand die Überschriften überhaupt liest. Ich neige dazu, in Blogs, im Internet generell seltsamerweise gerade die Überschriften immer zu überlesen. Ein Phänomen, das mir nicht beim Zeitung Lesen unterkommt. Deshalb für alle, denen es genauso geht, hier noch mal die Überschrift im Fließtext, bzw. extra hervorgehoben:

„Die dümmsten Fans der Welt“

davon handelt dieser Beitrag. Und wo könnten die dümmsten Fans der Welt anders zu Hause sein als in Duisburg, der Heimat des Trainers? Wie Teammanger Eckhard in seinem Blog schreibt, waren am Wochenende die Fans des MSV zu einer besonderen Glanzleistung in der Lage. Aber seht selbst.

Zwar kein Fan, aber nicht sonderlich intelligent schaut übrigens Ruud van Nistelrooy auf einem anderen Bild aus der Wäsche. Mit diesem Gesichtsausdruck ginge er gut als dümmster Spieler der Welt durch. Erstaunlich, dass die FIFA dieses [Link zum Bild leider tot.] Foto zum Foto des Tages gekürt hat. Ist van Nistelrooy eine Kaulquappe? Oder läuft er im Gegensatz zu mir auf dem Platz auch mal mehr als 10 Minuten und muss dementsprechend auch mal nach Luft schnappen? Schnappi van Nistelrooy.

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Hoch den Rock…

Was soll man von diesem Foto [Link leider tot] halten, das als eines der Sportfotos des Jahres auserkoren wurde? Find ich ein wenig seltsam. Auch wenn ich nicht allzu zartbesaitet bin, drehen sich mir immer die Zehennägel hoch, wenn Leichtathleten ihre nun mal vorhandenen Weichteile nahezu blank in die Kamera halten (müssen). Ein Hoch auf die traditionelle Fußballhose, sitzt, hat Platz und wackelt — nicht.

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Knüppel aus dem Sack Sammer

Matthias Sammer, der rothaarige Griesgram, hat sich einen Personal Trainer genommen, wie ich selbst einer bin. Das hat offenbar gefruchtet, denn selbst die Glattheit und Verbindlichkeit in Person, Oliver Bierhoff, zeigte sich erstaunt über Sammers Auftritt beim DFB. Er kenne Sammer wesentlich introvertierter als dieser sich in Frankfurt zeigte.

Dass der Personal Trainer aber leider nichts an den Grundeinstellungen im Gehirn von Matthias Sammer ändern kann, wird uns deutlich, wenn wir seine wegweisende Äußerung zum Systemfußball an sich betrachten:

‚Wir müssen uns daran erinnern, dass wir früher alle niedergeknüppelt haben – und zwar ohne System.“

Müssen wir das? Ich erinnere mich immer noch mit Grausen an das 0:0 auf Island. Nicht wegen des Ergebnisses, auch nicht wegen Rudis Wutausbruch, sondern einfach wegen der gnadenlos schlechten Spielweise, bei der ich 90 Minuten lang dachte, dass das nicht wahr sein kann, dass das nun Deutschlands Nationalmannschaft ist. Wenn Matthias Sammer lieber ohne System spielt — warum hat man ihn dann als Sportdirektor geholt?

Eine ausführliche Diskussion dieser Entscheidung und ihrer Entstehung folgt hier in Kürze, zunächst mal aber sind wir geschockt, was im Kopf jenes Herren vorgeht, den der DFB für fähig erachtet, eine Menge junger, guter Nationalspieler hervorzubringen.

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WETTERPROBLEME IN TURIN

So ist das mittlerweile. Lese ich die Überschrift

„WETTERPROBLEME IN TURIN“

im Sportteil von Spiegel Online, denke ich im Jahr 2006 zuallererst an mögliche Wettbetrügereien in Verbindung mit Juventus. Erst nach dem Anklicken wird klar, dass es sich um Probleme mit dem Wetter handelt. Schlechtes Wetter beim Rodeln. Olympia und so.

Hoyzer sei Dank für diese nette Assoziationsänderung in meinem Hirn.

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Die letzte Bastion ist gefallen

Aus der Rubrik „Nicht ganz neu, trotzdem erwähnenswert“:

Dass der Fußball und besonders die -weltmeisterschaft zunehmend kommerzialisiert werden, dürfte selbst dem Uninteressierten angesichts der medialen Dauerbeschallung mit dem heraufziehenden Ereignis zwangsläufig nicht entgangen sein.

Bis heute gab es im Profifußball aber immer noch eine Insel der Verweigerung: der FC Barcelona, mit über 100.000 Mitgliedern „mas que un club“, also mehr als nur ein Fußballklub, eine Institution, sozusagen der lebendige Ausdruck katalonischer Identität hatte sich seit jeher den Luxus gegönnt, auf einen Trikotsponsor zu verzichten. Wie gesagt, die letzte Bastion.

Seit Kurzem ist auch das Vergangenheit und der FC Barcelona wird ebenfalls auf seinem Trikot Werbung machen. Ohnehin war das nur eine halbgare Verweigerung gewesen, denn das Logo von Ausrüster Nike prangte natürlich trotzdem schon seit Jahren auf dem Trikot. Eine kleine Träne dürfen wir uns trotzdem heimlich aus dem Auge wischen, wenn die letzten lieb gewonnenen Besonderheiten im Profisport auf dem Altar des Mammons geopfert werden.

[Sozialromantik off]

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Kaffeesatzlesen for runaways

Lehmann, Jens, ist komisch.

Das war schon immer klar.

Jens Lehmann ist der Typ, der mal mit ziemlich vielen Stundenkilometern zu viel geblitzt wurde und zur deshalb anstehenden Gerichtsverhandlung seinen Bruder schickte. Der tarnte sich frimpenmäßig schlecht nur mit einer Sonnenbrille und der ganze Schmu flog sofort auf.

Jens Lehmann neigte früher dazu, seine Interviewpartner arrogant-larmoyant auflaufen zu lassen. Jens Lehmann ist ansonsten Torwart, von denen sagt einer der wenigen existierenden Fußballmythen, das diese ohnehin nicht ganz normal seien (ebenso wie Linksaußen — eine Position, die ich früher inne hatte).

Aus unerfindlichen Gründen muss er immer alles ein bißchen anders machen als andere. So auch wieder auf diesem Werbebild für die Lufthansa [Link auf Seiten der Lufthansa leider tot]. Alle halten brav ihre Händchen auf den Knien, nur Lehmann braucht wieder ne Extrawurst.

Aber machen wir uns doch mal an die Deutung des Bildes. Was soll die gelbe Linie? Die kennt man doch von Fernsehübertragungen, wenn das Bild angehalten wird. Steht Olli Kahn dann nicht leicht im Abseits? Warum trägt Andreas Hinkel Vollbart? Warum steht die Mannschaft nicht zentriert vor dem Flugzeug, sondern nach links versetzt? Bedeutet das das Aus im Achtelfinale? Warum trägt Oliver Bierhoff als einziger keine Sportklamotten, aber auch keine Krawatte zum Anzug? Ist er möglicherweise schon tot? Was macht Marco Engelhardt auf dem Bild? Der fährt doch nicht etwa mit zur WM? Und warum sitzt Lukas Podolski so angetrengt da, als säße er auf dem Klo?

Das sind alles Fragen, die man klären sollte, wenn man wissen will, wie es um die deutsche Mannschaft bestellt ist.

Da fällt mir gerade noch auf, dass der Ball auf der Nase des Flugzeugs ja ein stinknormaler Fußball ist und nicht der aus Slipeinlagen zusammengesetzte „Teamgeist“-Ball von adidas (siehe unten vor den Torhütern). Was die FIFA wohl dazu sagt? Und ist es sinnbildlich zu sehen, dass „Guru“ Günter Netzer rechts über der Mannschaft schwebt?

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Was ist eigentlich ein Trainer?

Als gelernter Student weiß ich, dass man die Dinge, über die man diskutiert, erst mal definieren muss. Und da wir hier ja mit und über und unter der Kunstfigur „Trainer Baade“ diskutieren, sollten wir doch auch wissen, wie Guido Buchwald einen Trainer definiert.

„Der Trainer ist der Chef. Er gibt vor, wie trainiert wird, er stellt die Mannschaft auf, er gibt die Taktik vor. Dafür werden Trainer aber auch schnell entlassen, wenn der sportliche Erfolg mal nicht stimmt.“

Und siehe da: der Trainer ist der Chef. Lasst Euch das gesagt sein.

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Ein bißchen Tratsch

[Paparazzimode on]

Kasey Keller lebt in einem Schloß. Das Schloß liegt am Niederrhein; am Niederrhein liegt auch Mönchengladbach. Kasey Keller arbeitet in Mönchengladbach. Kasey Keller hat zwei Kinder, die auch in dem Schloß wohnen. Kasey Keller stammt aus den USA und hat bis vor kurzem noch in England gearbeitet. Da ist es nur logisch, dass seine Kinder nur Englisch sprechen.

Kasey Keller ist Torwart und seine Kinder gehen zur Schule. Nun hätte mich meine alte Deutschlehrerin für diesen letzten Satz zwar übel bestraft („Mein Vater hat Glatze und eine Metzgerei.“), man muss es aber so sagen, weil das hier der Kern der Geschichte ist:

Wie ich heute so bei meiner Arbeit sitze, plaudere ich mit einer meiner Klientinnen und sie erzählt, dass sie ja an so einer Schule unterrichte, in der man hauptsächlich auf Englisch unterrichtet, in der Nähe des Düsseldorfer Flughafens. Und in dem Artikel über Kasey Keller, der mir das mit dem Schloß verraten hat, war auch die Rede davon, dass Kasey Kellers Kinder eine Schule in der Nähe des Düsseldorfer Flughafens besuchen.

Da es nicht allzu viele Schulen gibt, in denen vornehmlich Englisch gesprochen wird, musste ich also nur Eins und Eins zusammenzählen und schon konnte ich meiner Klientin eine heiße Information über zwei ihrer Schüler erzählen. Dass sie nämlich die Kinder des Nationaltorwarts der USA sind, was sie — auch wenn sie sich ungefähr so viel für Fußball interessiert wie Tobias Lischka — zumindest deshalb interessieren sollte, weil sie auch aus den USA ist. Und das Klischee sagt uns ja, dass man dort besonders patriotisch ist. Kasey Keller ist nicht nur Nationaltorwart, er ist sogar Spieler des Jahres in den USA. Und ein guter Rückhalt der einzigen Borussia.

Ob meine Klientin das nun beeindruckt hat oder nicht, ist irrelevant, denn mich hat es beeindruckt, dass ich nun quasi Zugriff auf die Zwillinge von Kasey Keller habe. Wer weiß, vielleicht geht da ja was mit WM-Eintrittskarten.

Wenn das nicht klappt, bleibt mir immer noch einer meiner anderen Klienten, S. aus England, der mal mit Rudi Völler Mittagessen war…

[Paparazzimode off]

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