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Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Eintracht Frankfurt mahnt „Adlerblog“ ab

Das Adlerblog schließt heute die Pforten, weil es von Eintracht Frankfurt wegen Markenrechtsverletzungen abgemahnt wurde. Der Blogger hatte einen Shop betrieben, in dem er Produkte wohl mit Bezug zur Eintracht aus Frankfurt betrieb. Dabei erzielte er einen für Fußballblogger in dieser Dimension recht typischen Umsatz Gewinn von etwas mehr als 60 Euro in zwei Jahren. Grund genug für die Eintracht, anwaltlich dagegen vorzugehen und dem Blogger die Anwaltskosten von 1.880 Euro aufzuhalsen. Der Streitwert wurde auf 75.000 Euro festgelegt, was sicher juristisch gut begründbar ist. Was nicht gleichzeitig bedeuten muss, dass es dem gesunden Menschenverstand entspricht.

Auf das Angebot, die 60 Euro um das Mehrfache aufzustocken und im Namen der Eintracht für einen guten Zweck zu spenden, erhielt er nach seiner Aussage keine Antwort von Eintracht Frankfurt, stattdessen die Aufforderung des Anwalts — und ich kann mir gut vorstellen, dass dies auf wenig freundliche Weise geschah — derartige Anfragen zu unterlassen. Klar, denn wenn der Adlerblogger sich außeranwaltlich mit der Eintracht einigte, erhielte er ja kein Honorar mehr, er kann also kein Interesse daran haben, dass die Angelegenheit gütlich über den Tisch geht. (Widerspruch dazu hier.) Was allerdings jedem Verein klar sein muss, bevor er Anwälte mit einer derartigen Aufgabe beauftragt.

Nähere Diskussion dazu natürlich bei Blog-G unter Adler zu Möwen, auch die FR befasst sich mit dem Fall: Eintracht ist kein Gemeingut.

Blogger lernen, falls sie es nicht schon längst wussten: Niemals Wappen von Vereinen oder Ähnliches zu eigenen kommerziellen (und auch nicht kommerziellen) Zwecken verwenden. Eigentlich Bloggerlehrstunde 1, aber das hilft dem Betreiber des Adlerblogs auch nicht weiter. Falls jemand weiß, ob und wo gespendet werden darf, gerne in die Kommentare.

Macht keinen Sinn mehr [Link jetzt bekanntlich tot].

[Update] Spenden kann man beim Eintracht-Podcast.

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„Referees at Work“ online sehen

Wer es noch nicht gesehen hat, sollte sich alsbald die Zeit nehmen. Das Gute ist: Der Film ist wirklich extrem sehenswert. Das ebenfalls Gute: Er ist auch online verfügbar, also kann man ihn sehen, wann man gerade die Zeit findet. Und wann sollte man diese sonst haben, wenn nicht in der Sommerpause?

Hier also „Referees at Work“ online sehen. Ab jetzt gibt es keine Ausreden mehr, warum man diese fantastische Dokumentation über die Arbeit eines modernen Schiedsrichtergespanns noch nicht gesehen hat. Sie ist ja jederzeit verfügbar. Und ein echter Augenöffner.

Referees at Work.

(Danke an LizasWelt, der auf Twitter darauf hinwies, dass der Film jederzeit online steht.)

PS: Wer „Referees at Work“ schon kennt, kennt vielleicht noch nicht „Martin Hansson — The Referee“, die Doku über den Schiedsrichter, der das absichtliche Handspiel von Thierry Henry gegen Irland übersah. Kürzer, nur circa 30 Minuten lang, aber tragischer als eine Fehlentscheidung.

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Ständig Streit

Schönes Psychogramm der Wesensart von Mr. „Keiner mag mich – warum nur?“, lesenswerterweise bereits aus dem Jahr 1997. Wessen Psychogramm das ist, ist schnell zu erfahren, durch einen einfachen Klick auf diesen Beitrag in der Welt. Und warum das so ist, dass ihn keiner mag, erfährt man dort auch.

Thomas Helmer hielt es damals gar für behandlungsbedürftig. Viele glauben ja, die Bezeichnung „Logorrhoe“ für extrem gesteigerten Mitteilungsdrang sei ein Witz und diese Störung gebe es gar nicht. Weit gefehlt.

Oder wie Andy Brehme feststellte:

Seit es Handys gibt und überall telefoniert werden kann, ist der Lothar viel ausgeglichener geworden.

Und weiter:

Eigentlich könnte Matthäus die letzten Jahre seiner Laufbahn genießen und entspannt überlegen, was er in Zukunft machen will. Doch statt dessen tritt er sich selbst mit Wucht gegen das Schienbein und ramponiert sein Image.

Und das war 1997. Menschen werden reifer, ja — aber nicht alle.

Wobei dieses Trauerspiel gar nicht zwangsläufig etwas mit dem Umstand zu tun haben muss, dass er unermesslich reich geworden ist und sich die Medien wegen seiner sportlichen Fähigkeiten eine zeitlang um ihn rissen.

Sein Hauptschullehrer in Herzogenaurach erinnert sich allerdings daran, daß schon der Schüler Lothar Matthäus ständig Streit mit den Kameraden gehabt habe.

Seit jener Sendung bei Vox ist er nun aber ohnehin endgültig erledigt, das soll weitgehend auch für diese Webseite hier gelten. Vielleicht noch das eine oder andere Bonmot, das müsste ausreichen. Am Boden liegen, drauftreten, tut man ja in christlich geprägten Kulturkreisen eher nicht. Wenn er sich nur nicht selbst ständig auf den Boden werfen würde …

„Was haben die anderen nur gegen mich?“

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Gewinnspiel: Der langsame Tod des Laufwunders

Respektive der Pferdelunge.

Nach dem mit echten Preisen versehenen Tippspiel zur EM 2012 heute wieder eins der klassischen Gewinnspiele bei Trainer Baade: Ein Gewinnspiel ohne Gewinn, außer an Erkenntnis. Oder Arsenal für die diversen Fußballquizze dieser Welt:

Der langsame Tod des Laufwunders hat in den Fußball Einzug gehalten, weil sich kaum ein Spieler noch erlauben kann, konditionell unterdurchschnittlich schlecht zu sein, über mehrere Spiele hinweg. Die Anforderungen der heutigen Spielweise machen es nötig, das beinahe jeder Spieler auf dem Platz seine 10, 11 oder 12 Kilomter abreißt.

Jene Spieler, welche es auf 12,5 Kilometer bringen, im Vergleich zu jenen, welche „nur“ 10 Kilometer gelaufen sind, als „Laufwunder“ zu bezeichnen, diesem Vorgang fehlt in gewisser Weise die Berechtigung.

Weshalb die Laufwunder aussterben, heute sind beinahe alle Spieler Laufwunder und die Unterschiede werden marginalisiert. Natürlich gibt es immer noch laufbereitere und weniger laufbereitere Spieler, das scheint aber eher eine Frage der Motivation und nicht des Laufvermögens zu sein.

Und da die Laufwunder respektive Pferdelungen aussterben, wollen wir doch noch mal schnell vor ihrem endgültigen Dahinscheiden sammeln, welche Spieler einst als Laufwunder galten.

Ein Inbegriff eines Laufwunders respektive einer Pferdelunge ist aus meiner Wahrnehmung immer noch Wolfgang Rolff, weshalb ich ihn hier als ersten in den Ring werfen möchte.

Ein Laufwunder definiert sich darüber, dass es von vielen so genannt wird oder wurde und dies auch über das Umfeld des eigenen Vereins hinaus Konsens ist oder war. Es definiert sich also nicht über die tatsächlich gelaufenen Kilometer in einem Spiel.

Wie man weiß, haben sich die Maßstäbe da doch ziemlich verschoben. Wer die Laufleistung eines Spielers aus den – beispielsweise – 1930er Jahren mit der heutigen eines durchschnittlichen Torwarts vergleicht, wird den damals sportelnden Menschen Unrecht tun. Zu ihrer Zeit waren sie damit eben, je nachdem, einige der besten ihrer Epoche. Es werden nur nicht mehr viele hinzukommen, und wenn doch, dann nur aus dem Wunsch der Legendenbildung heraus, und nicht, weil die reinen Zahlen dies erlauben würden. Wobei zugegebenermaßen auch früher, als man gar keine Zahlen zur Verfügung hatte, nicht nach Zahlen, sondern nach Augenmaß entschieden wurde, wem man dieses Etikett des Laufwunders oder der Pferdelunge anklebte.

Der erste also soll Wolfgang Rolff sein, der übrigens in seiner Karriere ganz schön rumkam. Wer galt oder gilt noch als explizites Laufwunder?

Laufwunder Mannschaft(en)
Lars Bender TSV 1860 München, Bayer Leverkusen
Sven Bender TSV 1860 München, Borussia Dortmund
Daniel Bierofka TSV 1860 München, Bayer Leverkusen, VfB Stuttgart
Uli Bittcher FC Schalke 04, Borussia Dortmund
Hans-Peter Briegel 1. FC Kaiserslautern, Hellas Verona, Sampdoria Genua
Wolfgang Dremmler Eintracht Braunschweig, FC Bayern München
Ralf Falkenmayer Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen
Clemens Fritz Werder Bremen, Bayer Leverkusen, Karlsruher SC, Rot-Weiß Erfurt, VfB Leipzig
Ryan Giggs Manchester United
Jürgen Groh 1. FC Kaiserslautern, Hamburger SV, Trabzonspor
Kevin Großkreutz Rot-Weiß Ahlen, Borussia Dortmund
Andreas Lambertz Fortuna Düsseldorf
Willi Landgraf Rot-Weiss Essen, FC Homburg, FC Gütersloh, Alemannia Aachen
Lucio Bayer Leverkusen, FC Bayern München, Inter Mailand, Juventus
Herbert Lütkebohmert FC Schalke 04
Thomas Müller FC Bayern München
Hermann Ohlicher VfB Stuttgart
Ivica Olic Hertha BSC, NK Marsonia, NK Zagreb, Dinamo Zagreb, ZSKA Moskau, Hamburger SV, FC Bayern München, VfL Wolfsburg
Franz Raschid Bayer Uerdingen
Wolfgang Rolff Fortuna Köln, Hamburger SV, Bayer Leverkusen, Racing Straßburg, Bayer Uerdingen, Karlsruher SC, 1. FC Köln
Hasan Salihamidzic Hamburger SV, FC Bayern München, Juventus, VfL Wolfsburg
Hartmut Schade Dynamo Dresden
Burkhard Segler Borussia Dortmund, Rot-Weiß Oberhausen
Dietmar Sengewald FC Carl Zeiss Jena
Wolfgang Sidka Hertha BSC, TSV 1860 München, Werder Bremen
Peter Stark Blau-Weiß 90 Berlin
Jörg Stübner Dynamo Dresden
Jens Todt SC Freiburg, Werder Bremen, VfB Stuttgart
Christian Träsch VfB Stuttgart, VfL Wolfsburg
Herbert Wimmer Borussia Mönchengladbach
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Adleraugen aufblasen

Vertreter, die Eskimos noch Kühlschränke und Bewohnern der Sahara Heizlüfter aufschwatzen, gibt es eigentlich nur in dieser Redewendung, bei der FIFA aber gibt es sie auch in realiter.

Ich hatte in der letzten Saison mal selbst geplant, ein „Chip-O-Meter“ einzuführen, es dann aber aus diversen organisatorischen Gründen nicht begonnen. Ein Chip-O-Meter, das zählen sollte, wie häufig überhaupt die Frage diskutiert werden muss, ob ein Ball im Tor war oder nicht. Natürlich sollte dieses Chip-O-Meter beweisen, wie selten dies tatsächlich nötig ist.

Jetzt hat mir Udo Muras diese Arbeit im Nachhinein abgenommen und listet auf, wie häufig eine derartige strittige Situation in der Bundesliga seit 1994 auftrat. Wenig überraschend ist es seltener als 1x pro Saison, womit sich meiner Meinung nach die Frage nach der Verhältnismäßigkeit ein wenig aufdrängt. In einer Saison finden 306 Begegnungen statt, seit 1994 wurden also 5508 Partien durchgeführt. Muras kommt inklusive Phantomtor auf 14 strittige Szenen in 18 Jahren, bzw. von 5508 Partien entspricht dies 0,25 Prozent und in Worten nicht mal einer Situation pro gesamter Saison.

Auch andere empfinden die Einführung der Tortechnik als Nebelkerze oder als vergeblichen Versuch, die Gerechtigkeit zu erhöhen.

Es kommt hinzu, dass niemand weiß, wie sehr Blatter davon getrieben ist, dem aufstrebenden Rivalen Platini — seines Zeichens Gegner von Tortechnik — ans Bein zu pinkeln. Plötzlicher Aktionismus bei jemandem, der sich jahrelang gegen jegliche Technik sperrte, sollte insbesondere bei seiner Vorgeschichte in punkto Machtspielen hellhörig machen.

Und dann wäre da ja auch noch der Umstand, dass mögliche Hersteller dieser Technik bereits FIFA-Sponsoren sind. 36 Profivereine à 300.000 Euro auszurüsten würde in Deutschland die eher irrelevante Summe von 10,8 Millionen Euro ergeben. Weltweit gesehen ist da aber dann doch schon ein erkleckliches Sümmchen im Spiel. Und schnell ist man ebenso bei der Frage, ob neben dem Bau von weißen Elefanten aka nicht mehr genutzten Stadien in der südafrikanischen oder ukrainischen Steppe es nun auch noch nötig gemacht werden sollte, Klubs in ärmeren Regionen der Welt 300.000 Euro aus der Tasche zu ziehen. Wofür sie als Gegenleistung erhalten, dass die Tortechnik weniger als 1x pro Jahr genutzt werden muss/kann weniger als „1x geteilt durch Anzahl der Teams in der Liga“ (bei ungefähr der selben Größenordnung wie bei Muras‘ Daten) pro Jahr genutzt werden kann/muss. In einer 18er-Liga also über den Daumen etwa 1x in 20 Jahren.

Südafrika und die Ukraine sind noch dazu nicht die einzigen Regionen, in denen Fußball gespielt wird. Den gibt es bekanntlich überall. Es möge niemand behaupten, dass „die armen Kinder in Afrika“ hier ein Totschlagargument seien. In diesem Fall sind sie ein legitimes Argument, denn wo bleibt die Verhältnismäßigkeit zum Nutzen angesichts dieser Kosten, die die meisten Vereine kaum werden stemmen können, an denen sich mal wieder ein „FIFA-lizensiertes“ Unternehmen eine goldene Nase verdient? Wo doch ein einfacher Videobeweis in den allermeisten Fällen bereits ausreichen würde. Dann blieben vielleicht noch 1 oder 2 Fälle pro Jahrzehnt, die nicht geklärt werden könnten. Mit einer solchen Quote soll man nicht glücklich werden können? Wäre eine zuverlässigere Angelegenheit als der Motor meines Autos, und diesem vertraue ich mein Leben an. Hier geht es, ich weiß, dass man das in diesem Kontext eigentlich nicht erwähnen darf, aber in dieser Frage geht es nur um Fußball.

Weniger als ein Mal pro Saison …

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Paul Breitner mieten und quatschen hören

Traurig, weil die EM vorbei ist? Man nicht mehr den üblichen Klugscheißern beim Klugscheißen zuhören kann? Kein Waldis-EM-Club mehr, mit illustren Gästen, die heiße Luft produzieren? Unangenehme Entzugserscheinungen in Richtung dieser Non-Konversation ohne jedes Ziel?

Keine Sorge, da kann Abhilfe geschaffen werden, denn Paul Breitner bietet sich und sein Schandmaul bei der European Speakers Agency [Link zu Breitners Auftritt leider tot] als Redner zum Mieten an, Tarife werden leider nicht kund getan. Aber der alte Vorzeigelinke wird es sicher für ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee machen, über solche Themen zu palavern wie „Erfolg ist planbar“ oder „Bedeutung des Sports/Fußballs in unserer Gesellschaft“. Überwältigende Erkenntnisse warten da ganz sicher auf die Zuhörer und lindern den EM-Gebrabbel-Entzug.

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Der passable Fußballer Ziggy Stardust

Immer wieder spannend, wie die Verbindung von Stars aus anderen Kulturbereichen zum Fußball aussieht, ob sie ihn selbst gespielt haben, Fan welcher Mannschaft sie sind. Bei David Bowie kann man sich kaum vorstellen, dass er mal von Fußball angetan war, weder in seiner Jugend noch später, doch es war genau anders herum, noch dazu scheint er nicht völlig talentfrei gewesen zu sein, berichtet zumindest diese Fanseite aus Bowies Jugendzeit in der Schule, hier genauer 1957/1958.

Ein sehr schickes Mannschaftsfoto der Burnt Ash First Eleven (direktes Verlinken leider nicht möglich, deshalb beim oberen Link auf das Foto rechts klicken) Ziggy Stardust, Verzeihung, David Bowie, Verzeihung David Jones ist der erste links in der zweiten Reihe. Und da es wohl etwa 50 bis 60 Jungs in dieser Stufe gab und David Jones zur ersten Elf gehörte, muss er wohl zumindest ein passabler Fußballspieler gewesen sein.

Später, als er schon berühmt war, spielten immerhin seine Roadies gegen die Stereophonics, was David Bowie mitnichten dazu nutzte, selbst auszuspannen und ein Nickerchen zu halten. Viel lieber verbrachte er die Zeit damit, von der Seitenlinie ins Spielfeld hineinzupöbeln [Link leider tot].

Bezug zu Fußball gibt es aber auch in einem seiner Hits:

And the papers want to know whose shirt you wear

„Whose shirt you wear“ ist — angeblich, die Quellen widersprechen sich — auf englisch die saloppe Frage danach, Fan welchen Teams man ist. Die Zeile stammt aus dem Song Space Oddity von 1969, gefragter Mann ist darin der weltraumreisende Major Tom.

Umgekehrt, von Musikern auf Ereignisse in Stadien, ist der Einfluss nicht so selten. Doch während man in Deutschland „Klaus & Klaus“ in Stadien covert, ist es in England wenigstens nicht das allerschlimmste: Zur Melodie von Bowies Song „Rebel Rebel“ sangen die Fans von Manchester United die Silben „Neville Neville“ und ehrten auf diesem Weg die beiden Brüder Gary und Phil, ihres Zeichens Spieler im Trikot von Manchester United.

Und dann gibt es da natürlich noch eine Verbindung David Bowies zum Fußball, die aber so oder ähnlich für alle großen Musiker gilt: Klick.

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Lesetext: Das Uhlenkrugstadion

Für alle, die nicht zur jetzt gerade stattfindenden Lesung kommen konnten, hier einer der fünf Texte aus dem Buch „111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss“, die ich auf der Lesung lesen werde, von mir höchstpersönlich vorgelesen.

Uhlenkrugstadion.

Auf der Lesung gibt es natürlich noch weitere Leckerbissen für alle Sinne dazu, was hier leider entfällt.

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Samstag, 2. Juni — Der Abend zum Buch

Am Samstag, den 2. Juni 2012 veranstalten der famose Kees Jaratz und ich einen kleinen Abend zu unserem Buch, welcher durchaus als offizielle Buchpräsentation verstanden werden darf. Ort ist der Bühnensaal des Café Steinbruchs in Duisburg.

Beginn 20h, Eintritt frei.

Die Dauer unseres Potpourris aus Texten und Orten aus dem Buch, weiteren Anekdoten und Erlebnissen mit den vielen Originalen, auf die wir bei der Recherche getroffen sind, beträgt etwa eine Stunde und im Anschluss freuen wir uns darauf, mit allen neuen Besitzern des Buches und daran Interessierten noch ein wenig weiterzuplaudern. Sowie mit jedem anderen natürlich auch, der einfach nur ein bisschen etwas über Fußball im Ruhrgebiet erfahren möchte.

Hier der Link zur Veranstaltung im Café Steinbruch.

Wer vergessen haben sollte, worum es geht, hier der Link zu unserem Buch „111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss“.

Samstag, 2. Juni 2012, 20h im Café Steinbruch, wir freuen uns auf Euch und das Buch freut sich glaube ich auch.

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Wie Arjen Robben mit Monty Python vergessen lernen könnte

Lassen wir mal beiseite, dass bei zwei in kurzer Folge verschossenen Strafstößen überhaupt noch nicht die Rede davon sein kann, dass hier eine dauerhafte Form von Unfähigkeit vorliegt, dann ist das Folgende recht spannend:

Drei wirksame Tipps soll es für Sportler geben, welche plötzlich nicht mehr beherrschen, was sie eigentlich in Weltklassemanier können. So wie Robben zum Beispiel Strafstöße verwandeln, denn vor seinem Doppel-Fail gegen Dortmund und Chelsea hatte er zwei Jahre lang keinen einzigen Strafstoß vergeben.

Psychologen empfehlen drei Tricks: sich immer wieder der gleichen Situation aussetzen («practice under pressure»). Ein Lied summen während der Ausübung, um sich selber am Nachdenken zu hindern («Always Look on the Bright Side of Life»). Oder Mantra-artig ein Wort brabbeln, das der gewünschten Bewegung entspricht («saaanft» etwa beim Putten auf dem Green oder «swusch» beim Basketball-Freiwurf).

Wobei es wichtiger wäre, dass Bastian Schweinsteiger seinen Fehlschuss vergisst, als dass Arjen Robben dies gelingt. Am 13. 6. werden die beiden schließlich Gegner bei der EM 2012 sein.

Merkwürdigerweise beschleicht mich die Ahnung, dass Jupp Heynckes die NZZ nicht ausreichend regelmäßig liest. Und auch nicht jene Quellen, aus denen sich der verlinkte Beitrag speist.

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Vor 8 Jahren: Das letzte Spiel am Bökelberg

Heute vor 8 Jahren: Arie van Lent köpft das letzte Tor am altehrwürdigen Bökelberg. Woraufhin Gegner TSV 1860 München absteigt, alle beiden Mannschaften und Fans eine ganze Menge Tränen vergießen und einige Zeit später, das stand allerdings vorher schon fest, das Stadion abgerissen wird.

Alle drei Tore für Borussia Mönchengladbach an diesem Tag per Kopf, Jeff Strasser steht während des Spiels bei den Fans in der Nordkurve und wenn mich meine alten Augen nicht täuschen, macht Max Eberl beim Warmmachen mit den Fans die Welle.



(Die Daten zum Spiel.)

Wenn man es ohne Fußballerbrille betrachtet, war am Bökelberg zwar überhaupt nix altehrwürdig, es war ein heruntergekommenes Etwas, auf dem man sich gerne schon mal das Haupt nassregnen lassen musste und beim Treppensteigen auf der Gegengerade den Hauch von Reinhold Messners Bruder im Nacken spürte — aber an dieser Stelle hier, also hier im Blog, schaut halt niemand ohne Fußballerbrille auf diese Dinge.

Deshalb altehrwürdig.

Und so steile Stehränge mit den kleinen Wellenbrecherchen hätte man ja doch gerne mal wieder. Was ich nie verstanden habe: Wieso die Spieler immer aus jener Ecke gegenüber der Haupttribüne aufs Spielfeld kamen. Klar, weil da die Kabinen waren, aber warum waren sie dort?

Wie auch immer, 8 Jahre ist es schon her, dass die letzte Partie im Mai 2004 am Bökelberg gespielt wurde. Nur wenige Monate später, im November 2005, wurde dieses Blog hier aus der Taufe gehoben und das ist dann das eigentlich Beängstigende an dem ganzen Jubiläum und seinem Weitentferntsein.

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Die Großtante aller Niederlagen

Am Samstag waren wir alle Bayernfans Hobbypsychologen. Gab es irgendjemanden, der bei dieser Art Bastian Schweinsteigers, zum Elfmeter anzulaufen, nicht aufgeschrien und Stop! gerufen hätte? Jede Faser seines Körpers wollte doch intensiv seiner Umwelt mitteilen, dass dieser Körper es für keine gute Idee hielt, jetzt, am Ende dieser 120+x Minuten auch noch in wenigen Sekunden für die Niederlage verantwortlich zu sein. Aber wenn die fünf Schützen nominiert sind, gibt es nun mal kein Zurück mehr. Und all wir Hobbypsychologen waren danach und womöglich für längere Zeit noch mit dem eigenen Bewältigen dieser Niederlage beschäftigt. Wobei, das darf sicher sein, es eben kein zweites Barcelona war. Weshalb die Bewältigung schneller gehen wird.

Vorab: Es sei niemandem seine persönliche Einschätzung dieses Finales daheim genommen. Jeder leidet selbst so, wie er will und gerne auch mit immer neuen Höhe- bzw. Tiefpunkten des Leidens. Objektiv gesehen ist aber klar, dass es nur die Aktualität des Schmerzes gewesen sein kann, die zum Ausspruch verleitete, dass Drogbas Schüsse ins Tor im Resultat schlimmer gewesen seien als die Mutter aller Niederlagen. In diesem Spiel sah es keineswegs die gesamte Spielzeit lang so aus, als würde der FC Bayern sicherer Sieger dieser Partie werden, sondern nur genau von Müllers Tor bis zu Drogbas Ausgleich. Das ist zwar „schon au“ irgendwie bitter, hat aber eine ganze andere Qualität, zumal (bis auf den von Robben vergebenen Strafstoß) die ganz großen weiteren Chancen fehlten.

In einem Elfmeterschießen, und darauf lief die gesamte Spielanlage des FC Chelsea doch schon in den ersten Minuten hinaus, stehen die Chancen nun mal 50-50, wobei sie aufgrund diverser Umstände in diesem Fall aus Münchner Sicht schlechter standen. Zum Einen, weil man sich selbst diesen Riesendruck auferlegt hatte, das „Ding“ (O. Kahn) im eigenen Stadion unbedingt zu gewinnen. Zum Anderen, weil man immer noch keine professionelle Vorbereitung auf Eventualitäten eines Fußballspiels für nötig hält. Dazu gehörte, intensiv Elfmeter zu trainieren, die jeweiligen Spieler auf das vorzubereiten, was kommen kann und — das ist kein Muss, aber wie sichtbar wurde, wäre es nötig gewesen — auch die Schützen schon im Vorhinein zu bestimmen.

Ändern könnte man diese dann immer noch, wenn es soweit ist. Jupp Heynckes lief angeblich vom Einen zum Anderen und erntete nur Absagen, so dass der eigene Torwart schon einer der regulären fünf Elfmeterschützen sein musste. Was sich im Nachklapp als absolutes Plus für Manuel Neuer erwiesen hat, ist eine unübersehbare Peinlichkeit für jene, welche ins Finale mit dem höchsten aller möglichen fußballerischen Niveaus gingen und für diese Angelegenheit verantwortlich sind.

Weiterhin weiß doch jeder, dass man nicht im Vorhinein zum Geburtstag gratuliert. Insofern musste jeder, der einen Funken Aberglaube in sich wiemeln spürt, zusammenzucken, als die Kurve der Bayern die Worte „Unsere Stadt, unser Stadion, unser Pokal“ ausrollte und damit den Grundstein für die Niederlage gelegt hatte. Selbst wenn man nicht abergläubisch ist, ahnte man in diesen Momenten, dass es nie gut ist, die Götter herauszufordern, und wenn es nur die Fußballgötter sind.

So entspann sich eine Partie, die man so ähnlich schon im Halbfinale dieses Wettbewerbs gesehen hatte, und so unansehnlich es auch sein mag, es ist vollkommen legitim, so zu spielen. Zumal sich auch die berechtigte Frage stellt, wie stark oder schwach die Bayern wirklich waren — und wie viel der schwachen Offensivleistung der Gäste darin zu begründen war, dass Bayern eben so stark spielte.

Einen Höhepunkt an Frechheit lieferte jener Reporter von sky, der den Trainer des frisch gebackenen Champions-League-Sieger befragte, ob dieser den Stil seiner eigenen Mannschaft „schön“ fände. Ein bisschen frech ist es, diese Frage zu stellen. Frecher ist es allerdings, dass sich ein Mensch mit so wenig Ahnung vom Spiel jemals als Sportreporter beworben hat und somit zu diesem Job gekommen ist. Als wäre es im Fußball je um Schönheit gegangen und als interessierte das irgendjemanden im Moment des Triumphs — außer schlechten Verlierern, denen die Argumente fehlen. Und die einzigen Argumente, die es im Fußball gibt, sind erzielte Tore.

Man kann sich doch nicht ein (monetäres) Leben daraus basteln, die Unwägbarkeit des Fußballsports so sehr zu melken, dass es für ein Häuschen im Grünen reicht und man den Kindern die Universität bezahlen kann, wenn die Unwägbarkeit dann aber ernst macht mit ihrem Unwägbarsein, sich über ihre Existenz beschweren.

Weshalb sich stante pede ans Scheitern anschließende Diskussionen der üblichen Verdächtigen (Kahn: „Eier“, Effenberg: „Führungsspieler“, Lattek: „Neid“) auch darin erschöpfen, ihre Weltsicht auf den Fußball wiederzugeben, statt sich mit aktuellen Problemen des FC Bayern auseinandersetzen. Wer in einem Pokalwettbewerb im Fußball Zweiter wird, hat nicht allzu viel falsch gemacht, sonst wäre er dort nicht hingekommen. Was nicht bedeutet, dass man nichts verbessern könnte, denn:

Was ist nur aus dem FC Bayern geworden, der als ich als Kind zum Fußball kam noch nie ein Finale verloren hatte? Dann kam Aston Villa, dann Uerdingen, dann Porto und heutzutage verlieren die Bayern mal eben zwei Finals in einer Woche. Ein „Barcelona“ war es aber dennoch nicht, weil die Häufigkeit des Scheiterns bei den Bayern enorm zugenommen hat, und man deshalb dran gewöhnt sein müsste. Schon beim Abschlachten während des DFB-Pokalfinales durch den BVB spürte ich zum allerersten Mal in meinem Leben eine Gefühlsregung, die mir wirklich Angst bereitete: Ich hatte Mitleid mit den Bayern.

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