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Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Trainer Baade „inside“ — Beim MSV Duisburg in der Kabine und in der Business Lounge

Letztens ging ein lange von mir gehegter Wunsch in Erfüllung: Einmal eine Kabine eines Bundesligisten, egal welcher, von innen sehen. Dass es dann gleich eine Kabine zum Zeitpunkt kurz vor Eintreffen der Spieler darin direkt vor einer Bundesligapartie war, war ein schmackhaftes Sahnehäubchen auf der Umsetzung dieses Wunsches.

In der Kabine

Wie überschaubar groß (wenn ich schreibe „überschaubar klein“, kommen wieder diese vielen Emails und Briefe, wie despektierlich ich mich äußern würde) die Kabine ist, zeigt ein Bild weiter unten. Kein allzu großer Unterschied zu Kabinen in unterklassigen Sportstätten — was die Grundfläche angeht.

Bei obigem Bild interessant: Manchmal fotografiert man etwas und bemerkt erst beim Entwickeln in der Dunkelkammer einen Aspekt, der einem vor Ort völlig entgangen war. Die Sitzpositionen sind hier aufsteigend nach Rückennummern sortiert. In dem Fall habe also ich eine kleine Straße geschossen, ohne es beim Fotografieren zu merken.

Nettes Accessoire: Diese Bändchen mit dem Namen an der Rückenlehne des jeweiligen Platzes. Für den Fall, dass der Zeugwart das Trikot vergessen hat? Oder vielleicht doch als Orientierung und Anweisung, weil der Kader ja selten zwei Mal der Gleiche ist? Man weiß es nicht, und Zeit zu fragen bleibt bei solchen Besichtigungstouren leider selten, weil man nicht allein ist und jeder wohl Hunderte Fragen hätte. Oder zumindest diese eine.

Ebenfalls auffällig: Für jeden Spieler waren gleich zwei oder drei Paar Fußballschuhe bereitgelegt, neben den obligatorischen Badelatschen. Sicher mit verschiedenen Stollenlängen oder generell unterschiedlicher Beschaffenheit je nach Wetter — denn dass man solchen Aufwand betreibt, nur um kurz vor Anpfiff doch noch auf eine andere Farbe umzusteigen, erscheint unrealistisch.

Ein bisschen Platz ist dann allerdings durchaus in der Kabine, wie das folgende Bild zeigt. Auf dem Tisch in der Mitte der Kabine steht Kaffee (! (glaube ich)) und der Zeugwart ist wenig begeistert, dass er während der Vorbereitung aufs Spiel in seiner Arbeit gestört wird. Verständlich, aber hier auch nicht zu vermeiden.

Dazu kommt in der Kabine des MSV Duisburg tatsächlich, wer hätte das gedacht, die gute, alte, klassische Taktiktafel, auf der allerdings noch nichts angeschrieben war.

Was ganz sicher aber nicht bedeutete, dass der MSV Duisburg ohne Taktik ins Spiel ging, da zeichnet Oliver Reck aus dem im Laufe seiner 509 Profispiele erworbenen Eff-Eff schneller eine stimmige Aufstellung an die Tafel als sein Schatten es von der Taktiktafel wieder löschen könnte. Vermutlich.

Die einzelnen Spieler mit Handschlag in der Kabine zu begrüßen war uns dann nicht vergönnt, für uns ging es weiter, aus der Kabine raus ins Stadion. Natürlich genau jenen Weg nehmend, den auch die Spieler nehmen, wenn sie vor einer Partie einlaufen. In Duisburg sind es nur ganz wenige Meter, keine Rolltreppe, kein langer Tunnel, in dem man sich vor dem Einlaufen von Einlaufkindern verarschen lassen könnte, und schwupps ist man draußen im Stadion.

Stadioninneres

In Ermangelung einer Laufbahn befindet man sich sofort beim Verlassen der Katakomben an den beiden Trainerbänken, die zwar durchaus ziemlich bequem aussehen, aber den einen oder anderen Wisch mit einem feuchten Lappen über die Sitzflächen hätten vertragen können. Sag ich, der ich da nicht mal besonders pingelig bin, aber wer weiß, vielleicht ist das ja alles im Ablauf bis zum Anstoß noch enthalten.

Etwas knallig in der Farbcombo blau (für den MSV) und gelb-rot für einen der Sponsoren, aber das wollen Sponsoren ja nun mal — dass es im Auge knallt und nicht in Vergessenheit gerät.

Steht man vor der Trainerbank, steht man logischerweise automatisch auch im Bereich der Coachingzone. Et voilà.

Der Trainer (nicht im Bild) in der Coachingzone (im Bild). Dort sieht der Rasen übrigens besonders abgewetzt aus, in beiden Coachingzonen, obwohl der Großteil dieser Zonen gar nicht aus Rasen besteht. Ein Wunder? Oder Sparmaßnahmen, um die besten Rasenstücke auf dem eigentlichen Spielfeld unterbringen zu können? Vielleicht Beides.

Jedenfalls wirken die mit Kreide gezogenen Linien nicht besonders ehrfurchteinflößend, selbst dann, wenn man gerade nicht außer Rand und Band ist. Elektrisch geladene Kuhzäune wären da vielleicht die sinnvollere Einrichtung.

Links im Hintergrund übrigens ein Trainingstor, das man dort wie auf der anderen Spielfeldseite platziert hatte, um den Torhütern und auch den Feldspielern zusätzliche Einspiel- und Einschussmöglichkeiten zu geben. Einschuss von einschießen wie warmschießen, nicht wie Pistolenkugel. Diese Tore sind sonst noch nie aufgefallen, könnte daran liegen, dass man sonst immer auf den letzten Drücker im Stadion anrückt, und heute eben schon zur Führung da war.

Genau dort, wo die Spieler die Katakomben verlassen, befindet sich auch eine der insgesamt fünf standardmäßig bei einem Spiel im Stadion befindlichen Kameras, die übrigen vier verteilen sich auf die Haupttribüne. Die Menschen dieser einen bekannten Produktionsfirma tun hieran ihren Dienst.

Eine putzige Angewohnheit hat man an der Wedau eingeführt: Vor dem Spiel und in der Halbzeit bläst man mehr oder weniger lustige Figürchen auf, die dann Werbung für Produkte machen sollen. Man beachte auch die Limonadenflasche im Hintergrund. Leider pflegt man diese Angewohnheit aber beinahe schon so lang wie das neue Stadion steht, hat die Dinger in der gesamten Zeit aber vermutlich nicht ein einziges Mal gereinigt. Ist nicht weiter tragisch, denn der Spaß, den es bereitet, den Helfern vor Anpfiff und in der Halbzeit dabei zuzuschauen, wie sie verzweifelt versuchen, die Luft rechtzeitig aus diesen Etwassen herauszubekommen, wiegt auf, dass sie nicht gänzlich blitzeblank sind.

Doch auch hier, im Inneren des Stadions konnten wir natürlich nicht so lange verweilen, bis Oliver Reck oder Karsten Baumann eintrudelten. So ging es flugs weiter in die Business Lounge, die vom Typus her dem Glückauf-Club auf Schalke gleichzusetzen ist, wenn auch natürlich bei einem nur halb so großen Stadion auch nur etwa halb so groß.

Business Lounge

Da ich nach meinem Besuch genau dort eine berechtigte Rüge erhielt, dass ich das Menü nicht fotografiert hatte, hier also direkt als erstes das Menü der Business Lounge beim MSV Duisburg im Spiel gegen Erzgebirge Aue. Tippfehler kosten übrigens nichts extra.

Ansonsten ist die Business Lounge ein im ersten Stock der Haupttribüne befindliche offener Raum, der für gewisses Entgelt seinen Besuchern unbegrenzten Zugriff auf Speisen und Getränke ermöglicht, welche man möglichst vor Anpfiff verdaut haben sollte. Also hurtig angestellt und zugelangt, denn in der zweiten Liga stößt man schließlich sonntags schon um 13.30h an.

Besondere Merkmale, die an die Historie des Clubs anknüpfen findet man auch hier in Form von Fotos früherer Stars und Spielszenen (nicht im Bild), allerdings keine im Bereich der reinen Gestaltung der Lounge.

Die Promidichte nicht ganz so hoch wie in München, waren die üblichen MSV-Legenden (ebenfalls nicht im Bild) aber alle anwesend.

Currywurst in der Halbzeit. Pils dazu.

Im zweiten Geschoss befinden sich auch noch einzelne Logen, also jene Logen, welche man eigentlich meint, wenn man davon spricht, in einem Stadion „in einer Loge“ zu sein; sowie weiterer Raum für deren Gäste, der etwas mondäner gestaltet ist.

Eigentlich waren in diesem Stadion nur 30 Logen geplant, wegen allzu guter Nachfrage in der Zeit der Erstklassigkeit erweiterte man diese Zahl aber auf 40.

Eine kurze Stippvisite auch hier.

Loge

Ganz schön geräumig, trotz der Erweiterung, und dazu auch jede einzelne mit eigener Theke versehen.

Bis es schließlich soweit ist, Anpfiff, die Partie im Stadion zu verfolgen. Auch in Duisburg gehen übrigens viele Menschen ins Stadion, die dann beim Singen ihre Schals im Takte der Musik von De Höhner wiegen, was sie offenbar nicht stört, solange sie dies nicht ahnen. Gut so.

Es gehen sogar mehr Menschen in ein Stadion in Duisburg bei einer Partie gegen Erzgebirge Aue als Menschen in ein Stadion in Fürth gehen, wenn Fortuna Düsseldorf dort spielt und der Heimverein gerade aufgestiegen ist.

15.627 zu 15.500.

Wobei man zugeben muss, dass sich um die letzte Ziffer der Zuschauerzahl in Duisburg solch seltsame Mythen ranken, dass man geneigt wäre, auch die 127 mehr als jene in Fürth anzuzweifeln.

Wer Lust hat, kann sich in dieser Menschenmenge bestimmt in Kürze bei einem hochauflösenden Rundumfoto selbst suchen und sich mit seinem Dingsbums-Profil zu erkennen geben; sind ja schwer in Mode, diese 360°-Panoramen.

Zur Partie selbst lese man dann beim werten Kees Jaratz. Im Anschluss daran verabschiedete man insgesamt sechs mehr oder weniger verdiente Spieler mit Präsenten und je ein, zwei von ihnen ins Mikro gehauchten Sätzen (Bruno Soares: „Duisburg wird immer in meinem Herz bleiben, vielen Dank, viel Glück!“) und hernach hätte man weiter in der Business Lounge netzwerken oder sich den kulinarischen Genüssen hingeben können, was wir beides nicht taten, sondern nach Hause strebten.

Die Treppe herunter, an den hübschen Hostessen vorbei zum Ausgang und um die Erfahrung reicher, dass Profikabinen in ihrer Machart nicht gänzlich anders sind als Nichtprofikabinen, sowie beeindruckt seiend, wie kurz in Duisburg der Weg von der Kabine auf den Platz ist.

Besten Dank an die Zebra-Kids und die Rheinschafe, die diese Tour ermöglichten. Die Zebra-Kids sind ein gemeinnütziger Verein, der sich auf unterstützenswerte Weise der Förderung von Kinderheimen und einzelnen Aktionen in diesem Geiste verschrieben hat. Diese Tour war wiederum ihren eigenen Förderern vorbehalten, wozu die Rheinschafe zählen.
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Trainer, die ihren Meistertitel verteidigten

Nur bezogen auf die Bundesliga

Okay, dass Mannschaften ihren Titel verteidigen gibt es oft und bleibt auch gerne im Gedächtnis haften. Gerade bei der Suche danach, wer vor den Bayern höchstselbst seinen Titel verteidigte, fiel mir aber auf, dass es Borussia Dortmund war. Mit: Ottmar Hitzfeld, der danach mit den Bayern den Titel verteidigte. Zwischen Jürgen Klopp mit Borussia Dortmund und Ottmar Hitzfeld mit den Bayern und Borussia Dortmund gelang das allerdings auch noch Felix Magath. Mit den Bayern.

Hier die Liste der Trainer, die ihren Meistertitel verteidigten.

Nach einer Meisterschaft den Verein zu wechseln und seinen Titel zu verteidigen gelang bislang noch niemandem. Kommt noch. Irgendwann.

Titel Trainer Verein
1970 und 1971 Hennes Weisweiler Borussia Mönchengladbach
1972 und 1973 Udo Lattek FC Bayern München
1973 und 1974 Udo Lattek FC Bayern München
1976 und 1977 Udo Lattek Borussia Mönchengladbach
1980 und 1981 Pal Csernai FC Bayern München
1982 und 1983 Ernst Happel Hamburger SV
1985 und 1986 Udo Lattek FC Bayern München
1986 und 1987 Udo Lattek FC Bayern München
1989 und 1990 Jupp Heynckes FC Bayern München
1995 und 1996 Ottmar Hitzfeld Borussia Dortmund
1999 und 2000 Ottmar Hitzfeld FC Bayern München
2000 und 2001 Ottmar Hitzfeld FC Bayern München
2005 und 2006 Felix Magath FC Bayern München
2011 und 2012 Jürgen Klopp Borussia Dortmund
2014 und 2015 Josep Guardiola FC Bayern München

Jürgen Klopp befindet sich also mittlerweile in recht exquisiter Gesellschaft, zumindest in der Liste der Trainer, die es schafften, in der Bundesliga ihren Titel zu verteidigen. Zum all-time-leader Udo Lattek mit fünf erfolgreichen Titelverteidigungen sind es aber wohl doch noch einige Jahrzehnte zu gehen.

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Ramschladen Ewigkeit

Der Fußball als Sportart war jung. Er ahnte nicht, dass er einmal alt werden würde.

Als der Fußball noch jung war — das passiert Menschen häufiger — dachte man nicht an die Zukunft, bzw. man stellte sie sich als etwas ganz Fernes vor, etwas, das niemals wirklich eintreten würde. Also konnte man problemlos beschließen, die Rückennummer 7 nie mehr zu vergeben. Man hatte ja noch genug andere Nummern in petto.

Später, als ein weiterer legendärer Spieler des Vereins die Rente einreichte, sparte man die 3 für alle Zeiten aus, wenn es vor der Saison an die Nummervergabe an die Spieler ging. Früher gönnte man sich den Spaß nur bei den so genannten „one club stars“, irgendwann, als alles immer schneller wurde, reichten bereits einige gute Jahrzehnte in diesem Team oder ein besonderer Erfolg, schon wurde die Nr. nie mehr vergeben.

Immer rasanter wurden die Vergabebedingungen gesenkt, die dazugehörigen Trikots wollten schließlich verkauft werden, und die Ansage, dass diese Nummer nun auf ewig mit dem sie zuletzt getragen habenden Spieler verknüpft sei, kurbelte das Geschäft in aller Regel wie gewünscht ordentlich an.

Mittlerweile reichten schon zwei gute Saisons aus, um eine Nummer nicht mehr zu vergeben, später senkte man auf nur noch „mindestens ein Tor für den Verein erzielt“. Wer einen Klub verlassen wollte, ohne dass man seine Rückennummer nicht mehr vergeben wollte, galt bei diesen Zuständen quasi als unverkäuflich, denn wie schlecht musste ein Spieler gewesen sein, dass man nicht mal seine Rückennummer nie mehr vergeben wollen würde?

Irgendwann stand sie vor der Tür, klopfte an, man machte auf: die Zukunft war gekommen, jetzt schon!, so schnell, konnte doch keiner ahnen. Der bange Blick auf die Liste mit den nicht mehr zu vergebenden Nummern und schon fuhr der Schreck durch die Glieder. Tatsache, man hatte wahrhaftig alle relevanten Nummern schon als „wird nie mehr vergeben“ deklariert und nun saß man ratlos da, Nummern über 99 wurden schließlich weiterhin im Fußball nicht erlaubt.

Bis man ausgerechnet in Köln eine gute Idee hatte, was bezogen auf den Fußball selten genug ist: Man wollte Rückennummern nur noch „für begrenzte Zeit“ nie mehr vergeben, also so lange der betreffende Kandidat noch aktiv sein würde. Eine schlaue Lösung, die die besondere Würdigung von Hinz und Kunz und wer sonst noch Fußballvereine wechseln wollen würde, weiterhin ermöglichte, ohne dass einem eines Tages, wie damals, die Rückennummern ausgehen könnten.

Seitdem kann man jedes Jahr zu Saisonbeginn anhand der verwendeten und nicht verwendeten Rückennummern ablesen, welcher ehemalige Spieler des Vereins noch aktiv ist, und welcher sich bereits zur Ruhe gesetzt hat. Ist die Nummer also wieder frei, kann ein Nachfolger sie wieder tragen, bis sie nach dessen Ausscheiden das nächste Mal „nie wieder vergeben“ werden kann.

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Beliebbare Projektionsfläche zum Selbermachen

Heute:

Die problemlos beliebbare Projektionsfläche.

Wir brauchen: Einen geeigneten Kandidaten für die Rolle. Er sollte möglichst mit einiger Erfahrung und einem gewissen Hauch von Metropolität ausgestattet sein. Es ist nicht unbedingt nötig, dass der Kandidat vor seinem Engagement beim Zielensemble ein absoluter Topstar seines Metiers war, allerdings ist es sehr hilfreich.

Sehr wichtig ist hingegen, dass er kein Deutsch spricht oder dies zumindest nicht vor Kameras und Mikrofonen versucht. Ansonsten ist auch ein gutes Aussehen sehr willkommen, aber ebenso wenig ein Muss, denn das Rezept funktioniert problemlos auch ohne dieses nette Goodie.

Natürlich ist es ebenso förderlich, wenn die von allen geliebte Projektionsfläche pro Forma ein paar Kinder gezeugt hat, gerne mit einer hübschen Frau, noch gerner mit immer derselben Frau, aber am Ende des Tages ist auch das nicht wichtig.

Denn wichtig ist, dass er ansonsten hauptsächlich die Klappe hält.

Mit allem, was er zum Ensemble, zu den glühenden Liebhabern der Theatergruppe, oder zu seinen Kollegen äußern würde, das über übliche Floskeln hinausginge, könnte er womöglich sein bei Ankunft porentief reines Image beschmutzen. Und genau das wollen wir ja vermeiden, denn die Projektionsfläche soll schließlich wie von Geisterhand von allen geliebt werden.

Er möge also auf der neuen Bühne ein paar Erfolge feiern, auch schwächere Phasen wird man ihm verzeihen. Wenn er nur immer bei Ankunft in der Nähe der Bühne rechtzeitig die Scheibe der Fahrertür halb herunterfahren lässt und ein leicht verschwörerisches, leicht bübisches Grinsen — mit ausreichend Raum zur Interpretation auf Rezipientenseite — aufsetzt.

Es ist also völlig egal, wie der Darsteller sich fern der wenigen Minuten rund um den Auftritt im Spotlight benimmt, denn so lange die Projektionsfläche spiegelblank ist, sind alle Beteiligten der Auffassung, einen, nein den perfekten Vertreter für all ihre Hoffnungen auf ein Fünkchen vom Glamour, auf künstlerischen Erfolg gepaart mit echter Identifikation mit dem Ensemble gefunden zu haben.

Was für ein Kompliment es doch ist, dass sich solch ein Weltstar dort zu Hause fühlt, wo man selbst ebenfalls wohnt und auch dann noch treu seine Obolusse entrichtet, wenn die Projektionsfläche längst über alle Berge sein wird.

Derweil wird im Keller der Anlage die rund um die Uhr betriebsfähige Druckmaschine angeworfen, mit der die zu verkaufenden Arbeitskleidungen der Projektionsfläche beflockt werden, die danach Tag und Nacht unter die Leute gebracht werden. Deren Betreiber schauen immer mal wieder sich die Hände reibend vorbei.

Ist der Vertrag zu Ende, treffen sich alle zu einer letzten großen Abschiedsvorstellung auf der Bühne und verdrücken ein oder zwei Tränchen — gibt es ebenso wie Theaterblut aus der Tube — und sobald der Vorhang gefallen ist, zücken alle ihre Geldbörsen und zählen die Dollars.

Ein kurzer, professioneller Handshake noch, alle haben ihren Schnitt gemacht und die Projektionsfläche zieht weiter, um an anderer Stelle beliebt zu werden.

Die nun leer im Raum schwebende von der Projektionsfläche zurückgelassene Lücke wird schnell zurechtgeschnitten und dem kollektiven Gedächtnis einverleibt, wo schon die anderen Inhalte rumstehen, die sich alle Glaubenden selig gegenseitig wiederkäuen.

Im ersten Moment füllt man noch Poesiealben mit dem Schmerz übers Weiterziehen der Projektionsfläche, bald richten sich die Gedanken aber auf eine neu angekündigte Projektionsfläche, deren Eintreffen man kaum erwarten kann.

Denn weißt Du noch, was war das doch damals schön mit der alten.

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Evolution im Fußball am Beispiel von Königen

Hinterher ist man immer schlauer, besonders, wenn man über irgendwas bloggt.

Wenn man aber als Michael Preetz partout nicht gemerkt hat, wo sich der Fußball — auch seit seinem eigenen Abschied von der aktiven Karriere — mittlerweile hinbewegt hat, dann kommt eben dabei raus, dass man sich von einem Reiner Calmund, lange aus dem Geschäft, zu einem Otto Rehhagel, noch länger aus dem Geschäft, raten lässt. Zwar kann Letzterer trotz deftigster Niederlagen immer noch den Klassenerhalt schaffen, der Tagesspiegel schrieb aber trotzdem heute Vormittag schon vom „Abschied des Märchenerzählers“.

Preetz‘ sonstige Trainerauswahl mag ja auch immer ein Kompromiss aus den verfügbaren Mitteln, den auf dem Markt verfügbaren Personen und dem sein, was man tatsächlich gerne umsetzen würde. Und dass Favre „aus Gründen“ die Mannschaft nicht mehr folgte, mag auch nicht Preetz‘ Schuld sein. Und absteigen müssen eben immer zweieinhalb, egal, wie viel alle 18 Klubs versuchen.

Die sonstige Trainerauswahl in Preetz‘ Amtszeit spricht aber nun mal nicht dafür, dass er in einer Weise im — aktuellen — Fußball zu Hause wäre, mit der man Erstklassiges liefern kann. Babbel, der bislang auch kaum durch taktische Finessen überzeugt hätte, Funkel, Skibbe (sic!) und eben Rehhagel. Auch wenn vielleicht nur als Mann für die Medien geholt.

Allerdings: Hinterher ist man immer schlauer, besonders, wenn man über irgendetwas bloggt.

Und das Ende vom Märchenonkel, da denken viele Leser ja immer, man würde sich stets über das Scheitern von im Fußball handelnden Personen freuen, das Ende vom Märchenonkel ist nur ein letztes Indiz, dass Rangnick mit seiner „Viererkettenerklärung“ damals eben richtig lag und weit, weit der Zeit voraus war. Die aber nun auch noch den Märchenerzähler eingeholt hat.

Was sich am Ende aber nur bestätigt, auch wenn man das von hier aus am Ende der Verwertungskette nicht wirklich beurteilen kann: Damals, auch Völler bei der Nationalmannschaft mit Co Skibbe, damals bestand das Trainersein wirklich mehr oder weniger nur aus Handauflegen, sprich: Die Leute bei Laune halten und dann, wenn es drauf ankam, heiß machen.

Insofern sind all ihre Geschichten von früher nicht gelogen — nur war das ein anderes Spiel und ein anderer Job als jetzt. Udo Latteks Glück bei seiner Zeit in Dortmund war, dass er mit Matthias Sammer als eigentlich Verantwortlichem mehr Fortune hatte als Otto Rehhagel mit seinen Fädenziehern in Berlin.

Wie dem auch sei: Es ist gut*, dass diese Zeit jetzt endlich vorbei ist. Ihm selbst zuliebe hätte Otto Rehhagel das allerdings nicht unbedingt an seiner eigenen Person demonstrieren müssen.

* Wenn es anders wäre, wäre es allerdings auch nicht besonders tragisch, nur anders.

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In Momento bisschen guck

(In der rechten Seitenleiste existierte hier bis vor Kurzem eine besondere Würdigung schöner Menschen. Wobei genauer gesagt nicht die schönen Menschen gewürdigt wurden, sondern die Fotografen. Nun gut, die wissen halt auch nicht vorher, was sie da fotografieren werden, wenn es sich ständig bewegt, vor allem also jene Bildredakteure, die es im Fußball entweder nicht gibt oder die über einen sehr eigenwilligen Humor verfügen, wurden gewürdigt. Heute ein neues Highlight, das aber ohne Namen auskommen muss, weil es aus dem Amateurfußball stammt.)

Wüsste man nicht ganz, ganz genau und verbrieft, dass Bildredakteure im Fußball sich niemals ansehen, was sie auswählen, man würde sie schon gerne fragen, was sie sich so dann und wann bei ihrer Auswahl denken.

„Guck, Oma, ich bin in der Zeitung!“

„Wo denn?“

Hier, der in rot-weiß.“

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Echte Prachtorganismen wie wir es sind

Ein biologischer Organismus ist ja sehr anpassungsfähig. Sehr anpassungsfähig. Von der Sahara bis nach Grönland vermag der Mensch sich überall genug Nahrungsmittel zu verschaffen, dass er dort überleben kann. Und Kulturfolger gibt es außer der Ratte und dem Skorpion nur wenige. Wobei der Skorpion gar kein Kulturfolger ist, aber der einzige, der (laut Quellen) einen Atomkrieg überleben würde. Also die Ratte. Und die Möwen, die natürlich noch kilometerweit hinter einer Fähre herfliegen, die von Hamburg bis in die Antarktis fährt.

Einen solchen sehr anpassungsfähigen Organismus nenne ich nun zufällig — ich habe nichts dafür getan, dass ich einen solchen besitze — mein eigen und ich muss zugeben: Ja, er ist tatsächlich äußerst anpassungsfähig.

Er hat zum Beispiel eine Marcel-Reif-Immunität entwickelt, die ich selbst als Besitzer ihm nicht zugetraut hätte. In letzter Zeit häufen sich die Ereignisse, in denen ich gezwungen bin, Fußball mit Marcel-Reif-Hintergrundrauschen zu hören/zu sehen. Und siehe da: Mein Organismus hat eine Marcel-Reif-Immunität entwickelt, von der ich nie dachte, dass es diese geben könne.

Das Erstaunliche daran: Ich habe gar nix dafür getan, dass mein Organismus das bewerkstelligt hat. Aber wenn ich jetzt Spiele schaue, bemerkt mein Organismus, dass Marcel Reif kommentiert, und schaltet sofort auf Durchzug. Weil Marcel Reif genau das zum Spiel zu sagen hat, was ich zum Spiel zu sagen hätte: gar nix.

Er labert halt ein bisschen rum. Und hat ansonsten kaum Ahnung vom Spiel. Einen tollen Prachtorganismus habe ich mir da zufällig eingefangen: Er schafft es, nur wenige Minuten nach Anpfiff auf Durchzug zu schalten und sich einzig aufs Spiel zu konzentrieren; die mal so mal so, je nach Spielstand Elogen oder Tiraden des Marcel Reif vollkommen rauszufiltern. Und mir somit ein reines, echtes Spielvergnügen zu bescheren.

Wäre ich nicht selbst der Besitzer/Ausüber von diesem Organismus, ich würde ihm glatt auf die Schulter klopfen.

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Anstalten ohne Anstand

Einem würdigen Umgang mit dem Tod eines Menschen, eines einzelnen, ganz konkreten Menschen, im Gegensatz zu unkonkreten in einer Konfliktsituation oder Krisensituation gestorbenen Menschen, kommt man nicht näher, indem man für ein Millionenpublikum die Bilder sendet, wie es genau aussah, als dieser verstarb. Es gibt durch die Bilder eines solch gesundheitlich bedingten Todes auch keinerlei Erkenntnisgewinn. Und insofern auch keine Pflicht zur Berichterstattung, nur weil man zufällig die Bilder zur Verfügung hat. [/moralin off]

(Ehrlich jetzt mal gefragt: Arbeiten in TV-Anstalten keine Menschen?)

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Europa ist ein fernes Land

Ehrlich gesagt interessiert mich „el clasico“ nicht die Bohne. Das ist ein Ligaspiel in einer ganz weit entfernten Welt. Hab ich mich je für die spanische Liga interessiert? Nein. Für die italienische? Nein. Für die englische? Ein bisschen. (Durchaus für Everton, aber dazu später mehr.)

Ich verstehe nicht ganz, wo es herkommt, dass man plötzlich ausländische Ligen interessant findet. Versteht mich nicht falsch, ich hab nix dagegen, ich zum Beispiel schaue immer wieder gerne nach Holland. Aber wenn ich es vergesse, fällt es mir gar nicht auf. I grew up with 1. Bundesliga und 2. Bundesliga und Kreisliga direkt bei mir vor der Tür. Aber Italien? Spanien? Hat mich nie über reine Ergebnisse hinaus interessiert, vor allem, weil es darüber gar keine Berichte gab.

Ich möchte gerne von Euch wissen, wann es anfing, dass Ihr Euch für andere Ligen außerhalb der deutschen interessiertet. Und falls nicht, dann auch.

Also mir ist es wurschtegal, wer in welchem Ausland Meister wird. Nicht aber, ob Bayer Uerdingen vielleicht doch noch den Aufstieg schafft.

Ernst gemeinte Frage: Wann bogt Ihr falsch ab bzw. wann fing das an, dass Ihr Euch für ausländische Ligen ernsthaft interessiertet?

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Alle Halbfinals im UEFA-Pokal/Europa League/Messe-Pokal mit mehr als einem Teilnehmer aus dem selben Land

Inzwischen ist die Genese eines Blogeintrags häufiger so, dass angesichts irgendwelcher äußeren Ereignisse ein Gedanke durch das huscht, was man gerne als sein Bewusstsein empfindet, welcher oft aus einer Fragestellung besteht. Diese wird schnell bei Twitter wahlweise hineingetutet oder herausposaunt, woraufhin sich die Bewusstseine anderer Menschen ebenfalls mit dieser Frage beschäftigen, und ihre Erkenntnisse oder Vermutungen in ihren eigenen Twitterkanal schreiben.

Früher liefen all diese Schritte nur im Kopf respektive Haus des Autors ab, möglicherweise noch gewürzt durch Kommunikation mit anderen Mit-Fußball-im-TV-Schauern, heute eben auf diese Weise. Weshalb sich die Fälle häufen, dass aus einem Tweet ein Blogbeitrag wird.

Der gestrige Anlass war das Halbfinale des UEFA-, ärghs, der Europa League. Es führte zur Frage, ob es neben dem bekannten rein deutschen Halbfinale aus der Saison 1979/1980 je ein anderes mit Teams allein aus einer Nation besetztes Halbfinale im UEFA-Pokal oder der Europa League gegeben habe. Wobei es neben England, Spanien, Deutschland und Italien schon schwierig wäre, ernsthafte Kandidaten für diesen Umstand zu finden. Allerdings fand sich ein solch weiterer ernsthafter Kandidat dann doch, da muss man nicht lang zurückblicken, das war im letzten Jahr Portugal mit drei Teilnehmern.

In der Phantasie hätte ein rein schwedisches oder rein ungarisches Halbfinale natürlich extremen Charme, in der Realität konnten seit Einführung dieses Wettbewerbs wie erwähnt nur deutsche Teams 1979/1980 dieses Kunststück vollbringen, alle vier Teilnehmer des Halbfinales zu stellen.

Mit Hilfe der Herren breitnigge, bunkinho, KBauer11, Tasmane1985, Mahqz sowie der Dame KatarinaWerderf machte ich mich also hinab in die gar nicht mal so tiefen Tiefen der Fußballhistorie des UEFA-Pokals. Dieser Wettbewerb existiert schließlich erst seit 1955, mit regelmäßiger Durchführung sogar erst seit 1960. Der englische Pokal zum Beispiel wird seit 1871 ausgespielt.

Langer Rede, kurzer Sinn:

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Momente der Sterblichkeit

Alles kulminierte in dieser Szene: Der von vielen als gefährlichster Stürmer der Welt gesehene Mann, den Marketingmenschen nicht mit Namen, sondern mit Produktbezeichnung anreden, tauchte alleine vor dem von vielen als weltbesten Torwart angesehenen Wächter eben jenes auf. Es war angerichtet für eine Demonstration der Künste des Ersteren, die so hoch angesiedelt werden, dass es auf diesem Planeten keinen passenden Vergleich mehr dafür gibt. Millionen FIFA-xx-Anhänger hielten den Atem an, endlich einmal würden sie in der Realität erleben, wie die unfehlbare Tormaschine eines ihrer Wundertore fabrizieren und hernach zelebrieren würde, vereiteln könnte dies nur ein ebenso außerirdischer Reflex des Adonis zwischen den Pfosten.

Doch es kam anders.

Nur ein Kullerbällchen war die anscheinend allein so apostrophierte Tormaschine zu fabrizieren in der Lage. Und auch wenn dessen weitere Verarbeitung kurze Zeit später dann doch noch zu einem Torerfolg führen würde: Mit dieser harmlosen Rückgabe zum Torwart zerstoben die Worte, die rund um diesen Wundermann gekleistert werden, zu einem Haufen fußballferner Lobpreisungen. Welche dann doch, wenn man sie in die richtige Reihenfolge brachte, plötzlich so Wörter wie „zo“, „is“ und „voesbal“ ergaben, und man konnte, wenn man diese vor sich hinlas, die Stimme eines Niederländers vernehmen, der jene Worte mit Emphase aussprach. Das Wort „Tormaschine“ war im Staub der Trümmer der Gelegenheit nicht mehr zu erkennen, nur noch wild umherfliegende Buchstabenfragmente, welche man mit viel Wohlwollen zum Ausdruck „gefährlicher Gewaltroller“ zusammenbauen konnte.

Die Millionen FIFA-xx-Anhänger atmeten aus und setzten sich um eine Illusion ärmer wieder hin.

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Tonite’s Matchup: Klopp vs Jupp

Herzlich willkommen zur Vorstellung der Teilnehmer eines der entscheidenden Meisterschaftskämpfe in dieser Saison. Abgesehen vom doppelten P gibt es nicht viel, was die beiden heutigen Kontrahenten, die einzig verbliebenen ernsthaften Titelanwärter, gemein haben, aber das macht die Angelegenheit umso spannender.

In der roten Ecke des Herausforderers, bereits rötlich leuchtend:

Jupp.

Der Altmeister, der dennoch als Herausforderer in dieses Match geht, kennt keinen „special move“, sein „special move“ ist es schließlich, keinen special move zu haben. Er kennt nur eine Strategie, und die lautet: Die besten Spieler aufstellen und dann hoffen, dass es irgendwie schon klappt. In Ermangelung von annähernd gleichstarken Gegnern, kann er das selten erproben. Dieser Umstand erklärt, dass Jupp die Sache mit dem Einwechseln und Akzente Setzen trotz seiner beinahe ewig währenden Karriere noch nicht so ganz in sein Repertoire aufgenommen hat. Eingewechselt wird, wie in der Sitzung vor Anpfiff besprochen.

Natürlich kann Jupp auf seine vielen Gladiolen verweisen, auch wenn selbst ohne Brille nicht zu übersehen ist, wie verwelkt diese inzwischen sind. Der letzte große Triumph für Jupp datiert von 1998, als Klopp noch in der Abwehr von Mainz 05 dilettierte. Apropos Klopp:

In der schwarz-gelben Ecke des Champions:

Klopp.

Was viele nicht wissen: Klopp wird gar nicht von ihm selbst gesteuert, sondern von seinem Co-Trainer Zeljko Buvac. Buvac bereitet im Hintergrund die entscheidenden Moves vor, er bestimmt, wann es Zeit ist, zuzuschlagen, oder wann, den Gegner am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen. Hat also so viele „special moves“ zur Verfügung, dass das sein „special move“ ist: Den Gegner nie wissen zu lassen, was er als nächstes plant.

Das Einzige, was Klopp selbst in seinen Klopp einbringt, ist sich vollständig auf dessen Außendarstellung und das Motivieren seiner Spieler zu verlegen, welches er beides bis zur Perfektion beherrscht. Special move von Klopp bei der Außendarstellung: Im Jubel noch mehr auszuflippen, als es Peter Neururer je bei seinen Tänzen vermochte, ohne so wie dieser damit seine Reputation zu vernichten.

Ärgster Schwachpunkt von Klopp: Reißt national Bäume aus, ist international aber ein unbeschriebenes Trainerblatt. Und wenn der Gegner am heutigen Abend eins mitbringt, dann ist es internationale Abgewichstheit, wie auch immer die genau aussehen mag.

Ausblick Wir dürfen gespannt sein, wer nach wie vielen Runden des Kampfes einen entscheidenden KO-Treffer wird setzen können. Aller Voraussicht nach wäre nach einem frühen Tor für Klopp die Partie — siehe mangelnde Adaptionsmöglichkeiten von Jupp — schon entschieden, soweit eine Partie vor dem Schlusspfiff des Schiedsrichters entschieden sein kann.

Woran Klopp sich die Zähne ausbeißen könnte, ist, dass Jupps Strategien zwar veraltet sind, er diese aber mit einer Inbrunst verteidigt, wie man es von alten Menschen kennt und fürchtet, denen im Seniorenheim das Apfelmus als Nachtisch weggenommen werden soll. Problematisch beim Gegner: Manchmal vergessen die Spieler von Klopp vor lauter Sinnieren über den nächsten special move, wo das Tor eigentlich steht. Ausgleichende Gerechtigkeit: Dafür erinnert sich der Torhüter von Jupp manchmal nicht, wo sich sein Tor befindet, wenn er durch die Lüfte irrt.

Seien Sie live dabei und schalten Sie heute Abend ein, wenn die gespannte Match-Gemeinde erfahren wird, wer den Gegner am Ende ausknockt: Tonite’s Matchup, 20h, Westfalenstadion, Klopp vs Jupp. Garantiert das letzte vorentscheidende Match vor dem nächsten.

photo credit: blah.adam.
photo credit: xmacex

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Die Erfinder des Berlin-Berlin-“Schlachtrufs“

Die Erfinder des 2xBerlin!-Wirfahrendajetztmalhin!-Schlachtrufs im Zuge von Veranstaltungen im DFB-Pokal sind die Fans von Bayer Uerdingen, heute KFC Uerdingen. Zumindest ist das so, wenn man RPO Glauben schenken darf, was oft schwerfällt. Hier allerdings nicht ganz so schwer, war das 1985er-Finale des DFB-Pokals doch das erste, das in Berlin stattfand.

Von manchen Bräuchen nimmt man an, dass sie schon immer zum Fußball gehörten. Dann ist es schwer vorstellbar, dass diese Dinge einmal anders waren. Zum Beispiel sich wegen der (selbst ernannten) Zugehörigkeit zu einem Fußballverein gegenseitig auf die Fresse zu hauen, und dabei so viel Spaß zu empfinden, dass man es freiwillig immer wieder macht. Oder aber eben im DFB-Pokal dieses Berlin-Fahren-usw. anzustimmen, was es erst seit dem 6. April 1985 gibt, als Bayer Uerdingen sein Halbfinale im DFB-Pokal in Saarbrücken gewann. Womit seine Fans sicher sein konnten, tatsächlich nach Berlin zu fahren, bzw. den für sie dazu nötigen Anlass zu besitzen.

Den heute deutschlandweit bekannten Slogan „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“ erfanden die Uerdinger Fans, nachdem ihre Mannschaft am Ostersamstag 1985 das Halbfinale mit 1:0 beim Zweitligisten 1.FC Saarbrücken gewonnen hatte.

So wären die Urheber dieses Slogans schon mal geklärt. Fehlt nur noch die Antwort auf die Frage der Herkunft der „Melodie“.

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