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Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Indien — Thailand 1:2

Der schlafende Riese will einfach nicht aufwachen.

Für den Rest der Fußball-Welt vielleicht auch besser so.

Nur 1,2 Milliarden Einwohner.

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Alfons Berg aus …

Wir diskutierten bereits, dass Schiedsrichter seltsamerweise häufig aus Kuhdörfern stammen. Zufällig gerade heute diskutiert heinzkamke auf seiner Seite, dass die Kuhdörfler noch dazu häufig Akademiker sind.

Und genauso zufällig wird heute die „Was man wissen muss“-Rubrik unten rechts um die deutschen „Schiedsrichter des Jahres“ erweitert. Dass es so eine Wahl überhaupt gibt, ist äußerst bemerkenswert, bedeutet es doch, dass die Schiedsrichter selbst eingestehen, dass man gut oder schlecht pfeifen kann. Eine Tatsache, die man so im normalen Gespräch eher selten vernimmt. Dass sie also zulassen, dass ein einzelner herausgegriffen wird, der als besser als andere Schiedsrichter dargestellt wird, ist ein kleines Wunder.

Warum es 2008 dann aber gleich vier Schiedsrichter des Jahres gegeben hat, ist hier unbekannt, und riecht außerdem arg danach, niemandem auf die Füße treten zu wollen.

Alle Schiedsrichter des Jahres.

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Platini raucht und säuft

Behauptet jedenfalls die Seite mirrorfootball im Zuge von Platinis Kollaps in einem Restaurant während der WM in Südafrika.

Zu jenem Zeitpunkt wurde (mir) nur bekannt, dass er ein „heavy smoker“, also ein starker Raucher sei. Nun also auch noch ein „heavy drinker“, ein „starker Trinker“. Entweder man wird als Fußballfunktionär bei den vielen Sitzungen und den abendlichen Treffen automatisch zum Säufer oder die Definition von „heavy“ in Bezug auf Drogenkonsum beginnt im Englischen respektive bei den jeweiligen Autoren dieser Meldung schon in Bereichen, die nicht mit normalen mitteleuropäischen Maßstäben übereinstimmen.

Platini ein Raucher, okay, für einen Franzosen, Ex-Fußballer, aber aus den 1980ern, nicht ungewöhnlich. Aber auch noch ein Säufer?

Könnte bedeuten, dass er bald den nächsten Kollaps erleidet, den er dann vielleicht nicht überlebt. Dann geht’s wieder raus aus den Kartoffeln und die Teams aus der Slowakei, aus Rumänien und Norwegen dürfen ganz wie vor Platinis Zeiten zu Hause bleiben, wenn es heißt: Vorhang auf zur Champions-League-Vorrunde.

Es wäre also ganz im Sinne der fußballerischen Vielfalt, wenn Platini sich in Zukunft beim Saufen ein wenig mehr Zurückhaltung auferlegen würde.

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Kanter, der (auch: Canter)

Da sie selten geworden sind, ist einer mal wieder erlaubt. Nachdem wir letztens schon erfuhren, was denn eigentlich ein Tollhaus ist, beantworten wir heute, was der Ausdruck Kantersieg bedeutet:

18 bis 24 km/h.

Klingt nicht nach allzu viel, schaffte man in den Achtzigern auf dem Fahrrad mit seinem Analog-Tacho leicht und locker stundenlang. Womit wir beim Anlass wären: leicht und locker. Denn der „Kanter“ ist ein Laufstil eines Pferds, so wie Trab oder Galopp, und der Kanter zeichnet sich dadurch aus, dass er als besonders leicht und locker empfunden wird, ebenso wie ein auf diese Weise errungener Sieg.

Kanter bedeutet also nicht: „großer Abstand zum Zweiten/Verlierer“, sondern „besonders leicht errungener Sieg“. Womit die Verwendung des Begriffs Kanter-Sieg im Fußball eine geringe Verschiebung erfahren hat. Denn auch ein 11:0 kann hart herausgearbeitet sein, ein 1:0 hingegen leicht und locker erspielt worden sein.

Cantersieg mit C wäre im Übrigen viel schöner, auch weil der Autor selbst schon mal in Canterbury war. Und Canter als Reitstil ist kurz für „Canterbury gallop“.

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La Petite Nation

Im Zuge der erneuten Pleite der Franzosen, diesmal gegen Weißrussland und dem siebten Spiel in Folge ohne Sieg, sowie im Zuge dieser gestrigen Anmerkung meinerseits habe ich mir noch mal eben die Mühe gemacht, die großen Erfolge der großen französischen Nationalmannschaft zusammenzustellen.

1962 Weltmeisterschaft in Chile nicht qual.
1964 Europameisterschaft in Spanien nicht qual.
1966 Weltmeisterschaft in England Vorrunde
1968 Europameisterschaft in Italien nicht qual.
1970 Weltmeisterschaft in Mexiko nicht qual.
1972 Europameisterschaft in Belgien nicht qual.
1974 Weltmeisterschaft in Deutschland nicht qual.
1976 Europameisterschaft in Jugoslawien nicht qual.
1978 Weltmeisterschaft in Argentinien Vorrunde
1980 Europameisterschaft in Italien nicht qual.
1988 Europameisterschaft in Deutschland nicht qual.
1990 Weltmeisterschaft in Italien nicht qual.
1992 Europameisterschaft in Schweden Vorrunde
1994 Weltmeisterschaft in den USA nicht qual.

Okay, okay, der Kenner merkt sofort, dass da noch was fehlt. Aber dann wäre ja Griechenland auch eine große Fußballnation. Oder Dänemark. Ein anderer Kenner würde dann genauso feststellen, dass da auch noch die Ergebnisse von 2002, 2008 und 2010 fehlen. Aber wir wollen ja nicht ständig in den Wunden dieser kleinen Fußballnation bohren, sondern gehen mit gutem Sportsgeist voran:

Vielleicht klappt’s ja mal wieder mit einer Qualifikation für ein Turnier.

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Fehlschuss

Es ist schon extrem bitter, wenn man nach acht (!) Jahren zum ersten Mal wieder einen Elfmeter verschießt, obwohl man in diversen Elfmeterschießen und beim einen oder anderen Strafstoß aus dem Spiel heraus angetreten ist.

Ich mag diese Enden von positiven Serien nicht, zumindest so lange sie meine eigenen sind. Obwohl genau diese, die Enden, so sicher wie das Amen in der Kirche sind. Sowohl so herum, als auch anders herum. 2000 Minuten ohne Tor? Keine Sorge, mein Freund, Deine Serie wird enden. Acht Jahre ohne Fehlschuss? Keine Sorge, mein Freund, Deine Serie wird enden. Selbst Maradonas Serie von 168 (!) Spielen ohne Niederlage mit seiner Jugendmannschaft fand irgendwann ein Ende. Maradona!

Ist man nur lange genug dabei, wird einem das klar, auch wenn es vielleicht am Anfang all dessen noch nicht so klar war. Über Schreiberlinge, die die nicht-erfolgreichen Minuten zählen, kann man dann aber nur noch lachen. Hat je jemand gezählt, wie viele Spielminuten in Folge ich keinen Elfmeter verschossen habe?

Minuten werden nur von Leuten gezählt, die das Spiel nicht spielen. Oder die zufällig in einer positiven Serie sind. Zufällig.

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Daddy not so cool

Ich verbrachte die Nacht mit einigen wichtigen Spielen aus den 1980ern, die ich damals verpasst hatte. Heute habe ich sie auf Super-8 VHS youtube noch mal nachgeholt.

Es geht jetzt nicht um die Frage, wie unglaublich langsam und beschissen und total unplanmässig der Fußball damals gewesen ist. Das war er.

Es geht auch nicht um die Frage, ob irgendein Team von damals je eine Chance gegen ein heutiges Team (Sepp Maier: Die würden wir wegputzen!; Gerd Müller: Die hätten überhaupt gar keine Chance gegen uns!) hätte, sondern um die durchaus beim Zuschauen nicht nur dann und wann von hinten herauflurchende, sondern sich über die diversen 90 Minuten lang aufdrängende Frage:

Wie können ernsthaft Menschen, die damals diesen unglaublich langsamen, frei von jeder Taktik gespielten Fußball als ihr bescheidenes bestes Können, welches sie auf dem Platz tun konnten, vor Millionen von Zuschauern demonstrierten, heutzutage in irgendwelche Fußball-Medien-Shows eingeladen und dazu befragt werden, was die aktuellen Teams auf dem Platz falsch machen?

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Unforgettable experience!!!

Natürlich sind die drei Ausrufezeichen aus dem Original. Das Original ist die Webseite, genauer gesagt das Blog von Edgar Davids, der gerade zu Crystal Palace gewechselt ist. Aus dem Vorruhestand noch mal zurück in den Profifußball, zurück auf den Platz.

Crystal Palace ist ein großer Name, im Sinne von großartig, aber kein allzu erfolgreicher Fußballclub. Er spielt in der zweiten englischen Liga, und dass Edgar Davids für ihn spielt, beschert ihm mehr Aufmerksamkeit als er in den letzten Jahren je hatte. Crystal Palace ist kein allzu erfolgreicher Fußballclub, weshalb er auch nicht über viel Geld verfügt. Die Frage, ob es nicht eher andersrum lauten müsste, diskutieren wir an anderer Stelle.

Und weil Crystal Palace nicht so viel Geld hat, müssen die Spieler schon mal mit dem Zug zum Auswärtsspiel fahren. Das letzte war in Scunthorpe, immerhin 312 Kilometer von Crystal Palace‘ Heimat London entfernt und somit kein einfacher Halbstundentrip.

[photopress:edgar_davids_train_tickets_blog.jpg,full,centered]

Für Zweit- oder Drittligaspieler mag es normal sein, für Profis beim SC Freiburg oder auch schon mal Union Berlin oder Hannover 96 ebenfalls. Für einen Profi wie Edgar Davids, dessen Vita nur von Clubs der Güteklasse „Sahne, die vor allen anderen durch die Tür kommt“ geschmückt wird, scheint es völliges Neuland zu sein.

„Unforgettable experience!!!“

So äußert er sich zu seiner Zugfahrt, von der er die Tickets fotografiert und online gestellt hat.

Für Davids, für den Flugreisen um den halben Globus völlige Normalität darstellen, ist eine Zugfahrt, eine Zugfahrt mit einem herkömmlichen Zug in England ein unvergessliches Erlebnis.

Fast so unvergesslich wie selber einkaufen gehen. Die Fußballschuhe putzen. Oder eigenhändig ein Formular ausfüllen.

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Dietmar Mögenburg trainierte am Fußballtor

„Da bin ich also letzte Woche mal so richtig vor den Pfosten gelaufen.“

Kein Zweifel daran.

Kennen die Jüngeren unter uns gar nicht mehr: Dietmar Mögenburg war mal Co-Weltrekordhalter in so etwas, was man Hochsprung nennt. Also, beides kennen die Jüngeren nicht mehr: Weder Dietmar Mögenburg noch Hochsprung. Welches Stadion, in das mehr als die üblichen Wattenscheider-Festspiel-3.000-Zuschauer passen, hat heutzutage noch eine Laufbahn oder eine Hochsprung-, Hammerwurf- oder Kugelstoßanlage? Außer dem Olympiastadion in Berlin keins mehr, und „das ist auch gut so“.

Denn Leichtathletik ist abgesehen von Sprintdisziplinen ein ähnlich bescheuerter Anachronismus wie Turnen.

Direkt aus den 1980ern nun, als man junge Schülerinnen und Schüler noch zu jenen eben erwähnten Anachronismen wie Turnen und Leichtathletik zwang, hier das Interview mit Dietmar Mögenburg, der davon berichtet, welche Funktion zu seinen Zeiten ein Fußballtor für einen Hochspringer hatte.



Dass der Hochsprung-Weltrekord allerdings seit 1993 nicht übertroffen sein soll, ist kaum zu glauben. Anachronismus hin oder her.

Wem die 2,56m, die ein Fußballtor hoch sein soll, etwas spanisch vorkommen: Maximal erlaubter Durchmesser von Latte oder Pfosten betragen 12cm and there you go. Oder auch nicht.

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Mein Dagepuch – lesen?

Wohl den wenigsten ist die Lust am Schaudern fremd. Nicht umsonst gibt es eine nicht gerade kleine Gruppe an Menschen, die sich freiwillig und gerne Horrorfilme, oder konkreter vielleicht Filme des Genres „Suspense“ anschauen. Im Folgenden geht es hier dann allerdings eher um Horrorfilme.

Das Buch „Anpfiff“ von Toni Schumacher las man an dieser Stelle noch tatsächlich freiwillig, weil auch ohne Schaudern. Dass dort von Prostituierten und Doping die Rede sein würde, war man noch nicht so wirklich zu erfassen in der Lage, und so lockte viel mehr die Aussicht auf einen Einblick ins Innenleben einer Bundesliga- oder sogar der Nationalmannschaft. Bücher schreibende Profis mag es schon mehr als einen gegeben haben, pro Saison oder Zeitraum des Heranwachsens waren es aber derart wenige, dass ein solches Buch von Toni Schumacher einer Sensation gleichkam, für jemanden, der nur allzu gerne genauer in ein Bundesliga-Team geblickt hätte. Möglicherweise schlechte Sprache wurde damals kaum als Kriterium angesehen, und so empfand man es als absoluten Glücksfall, dass nur wenige Monate nach Erscheinen auch die örtliche Bücherei das Buch in ihrem Bestand führte und man es ausleihen und, natürlich nur als Metapher, verschlingen konnte, ohne dafür zu bezahlen.

Wenn man heute auf jene Bücher zurückblickt, die man eigentlich damals hätte lesen sollen, aber kein Geld, keine Kenntnis davon oder auch einfach keine große Lust hatte, weil der Tag ja nur soundsoviel Stunden und es tatsächlich auch im Leben eines Jungtrainers noch andere Dinge gibt als Fußball, so kommt man an einem nicht vorbei, bei dem sich schon immer kein kleiner Impuls zur Lust am Schaudern und am Gruseln einstellt. Die Rede ist von Loddars legendärem Tagebuch mit dem so legendären wie kreativen Titel:

„Mein Tagebuch“.

Nun stellt sich zu Zeiten von eBay gar nicht mehr die Frage, ob man ein Exemplar davon je auf einem Trödelmarkt oder in einer Antiquariats-Buchhandlung würde finden können: Nur zwei, drei Mausklicks entfernt wäre schon das eigene Exemplar dieses „Buches“. Doch genauso nah sind natürlich die Rezensionen auf z. B. amazon.de zu diesem Buch. Und was man da zu diesem vermuteten Meisterwerk der Fußball-Literatur zu lesen bekommt, lässt die Vorfreude aufs Schaudern ins schier Unermessliche steigen:

„Eine Lektüre dieses Buches (…) lohnt sich nicht, da das Buch über keinerlei Gehalt verfügt.“

„Die Art und Weise, wie Lothar seine müden Geschichten zum besten gibt, ist dünn, langatmig und schlichtweg schlecht.“

„Eine so gute unfreiwillige Satire hat es wohl bis jetzt noch nicht gegeben. Der Gipfel der Naivität.“

„Manchmal sind allerdings auch überflüssige Berichte zu lesen, wie zum Beispiel, daß Matthäus kalte Pizza ißt, oder sein Haus überschwemmt ist.“

Dem Impuls zum Schaudern entgegen steht dabei der ebensolche Wunsch, nicht noch mehr Trödelkram aka Staubfänger in die Wohnung zu holen, welcher schon nach einmaligen Lesen seine Existenzberechtigung in diesen Wänden verwirkt hat, weil es eventuell tatsächlich so schlecht ist, dass man aus dem Schaudern nicht mehr rauskommt, es aber auch nie wieder in die Finger nehmen wird. Die Preise, die man dafür erlöst („Für dieses Werk wäre eigentlich noch ein Stern zuviel (die 3 Euro waren es in jedem Fall)“, „Auch für 5 Euro ist das Buch noch zu teuer.“), lohnen den Aufwand, es weiterzuverkaufen kaum. Und so dreist, Schrott, den man selbst nicht mehr benötigt, hier im Blog zu verlosen, ist man noch nicht.

Da wäre Entscheidungshilfe vielleicht ganz angemessen: Hat jemand der geneigten Leserschaft dieses Werk schon konsumiert und kann sich dazu äußern? Man führe ungern im eigenen Leben fort, mit dem Wissen, diese denkbare Wissenslücke in seinem Fußball-Erfahrungsschatz nie getilgt zu haben. Aber vielleicht ist es ja gar keine Lücke.

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Michael Tönnies‘ schnellster Hattrick der Bundesliga-Geschichte

Dazu ein ordentlich bedienter Oliver Kahn.

Eine Sendung von RTL, mit Uli Potofski (den Namen muss Helge Schneider erfunden haben).

Ein Field-Interview mit Michael Tönnies, bei dem man nicht weiß, ob er gerade frisch vom Brettergymnasium kommt.

Und als Sahnehäubchen Winnie Schäfer, der demonstriert, was für ein kluger Trainer er ist.

Herrlich, diese youtube-Zeitreisen.



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