Zum Inhalt springen

Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Alleinstellungsmerkmal

Aus dem Lexikon der Dingsbumsologie:

Als Alleinstellungsmerkmal, veritabler Kundenvorteil (engl. unique selling proposition, USP) oder Komparativer Konkurrenzvorteil wird im Marketing und in der Verkaufspsychologie das Leistungsmerkmal bezeichnet, mit dem sich ein Angebot deutlich vom Wettbewerb abhebt.

Rekordelfmeterschütze.

2 Kommentare

Korn, Bier, Schnaps und Wein: Pikantere Details von Mario Basler

Pikanter jedenfalls als das, was gemeinhin bekannt war: Dass er ein bisschen raucht und ein bisschen sehr gerne Bier trinkt.

Was das Archiv der Berliner Zeitung hergibt, ist dann allerdings doch noch mal eine Spur härter. Von an einem Abend verzockten Halbmillionenbeträgen, von exorbitanten Trinkgeldern und von noch ein paar Rum-Cola nach den Bieren und vor allem, hach, herrlich, zotigen Sprüchen über Frauen im Allgemeinen und im Besonderen. Aber lest selbst, die Liste dessen, was die Detektive des FC Bayern gesammelt hatten, ist so lang, dass sie hier schon fast den Rahmen sprengen würde.

Jedenfalls hat es mein Bild über das Ausmaß des Proletentums Baslers drastisch gewandelt: Basler, der Harald Juhnke des deutschen Fußballs.

7 Kommentare

KFC Uerdingen: Vielleicht doch nicht ganz so ewig, sein 7:3

Das Spiel selbst wird „ewig“ bleiben, der Klub vielleicht nicht. Wie Herr Wieland berichtet und ich selbst ebenfalls kürzlich erwähnte, steht der KFC Uerdingen kurz vor der Pleite. Bis zum 15.1. müssen 150.000 Euro aufgetrieben werden. Dazu haben sich ein paar selbsternannte Retter eine Aktion ausgedacht, bei der 1000 Personen jeweils 100 Euro spenden sollen, der Rest des Geldes soll durch die Erlöse zweier Freundschaftsspiele zusammen kommen. [1] Die Url dieser Gruppe von Leuten lautet Tradionsretter.de, was mich irgendwie kaum von den Socken haut. Nur weil etwas Tradition hat, muss man es noch lange nicht bewahren. Außerdem bin ich der Auffassung, dass man die 100.000 Euro lieber mir spenden könnte statt so etwas Abstraktem wie einem Fußballverein, dennoch unterstütze ich die Aktion mit einem Verweis auf selbige, nicht ohne mir zähneknirschend einzugestehen, dass ich ohnehin nicht so viele Fans habe wie der KFC Uerdingen.

Also, auf, auf, gerade jetzt nach Weihnachten sitzt das Geld doch so locker, und gespendet. Was sind schon 100 Euro gegen die Qualen, die die Fußballstadt Krefeld, die eigentlich ohnehin eine Eishockeystadt ist, seit Jahren erleidet und noch erleiden müsste, wenn es den KFC Uerdingen nicht mehr gäbe. Immerhin sah ich das erstes Profifußballspiel meines Lebens in jener Grotenburgkampfbahn, die als eins der wenigen Stadien noch seine Eigenheiten (eine Kurve gerade, eine Kurve kurvig) bewahrt hat.

Zu besagtem 7:3, kürzlich noch bei den 11 Freunden als das beste Fußballspiel aller Zeiten gewählt, gibt es heute in diesem komischen Anachronismus namens Fernsehen ein „Special“, ab 16.45h im WDR, das von der FAZ als außerodentlich sehenswert empfohlen wird.

Nicht ganz so hörenswert dazu ist die Audiogalerie in der ARD, in der Wolfgang Funkel und Karl-Heinz Feldkamp jeweils äußerst knappe Statements zum Spiel abgeben. Trainer Feldkamp sagt, dass die Strategie vor allem daraus bestand, „alles zu geben, den Gegner 90 Minuten lang zu beschäftigen“.

Spielt Galatasaray nicht Champions League?

[1] Wer auf die Idee gekommen ist, ausgerechnet die beiden größten Zuschauermagneten der hiesigen Steppe, den MSV Duisburg und Rot-Weiß Oberhausen, als Rettungsgegner zu verpflichten, der … möge sich doch mal bei mir melden, er könnte mir eventuell bei der Doktorarbeit zum Thema „Verzerrte Wahrnehmungen, Realiätsentfremdung und Wunschdenken unter Fußballanhängern“ weiterhelfen.

16 Kommentare

Hunde, wollt ihr ewig leben?

Man weiß nicht, was die wahren Hunde antworteten, würde man sie fragen.

Wahrscheinlich eher „nein“, sofern ihnen klar wäre, was ewig zu leben bedeutete. Um eine solche Antwort zu geben, müsste man als Hund aber erst mal einen Begriff davon haben, was es denn bedeuten könnte, zu leben.

Zweitens müsste man als Hund einen Begriff davon haben, was Ewigkeit bedeutet. Ich denke, beides zusammen ist zu viel verlangt. Vielleicht könnten Hunde gerade noch verstehen, dass sie leben, andere Lebewesen hingegen nicht oder nicht mehr.

Aber: Ewigkeit, wie soll man das einem Lebewesen erklären, dass weder eine Agenda hat noch ein Handy mit Kalenderfunktion? Das — arme — Lebewesen wüsste sich doch da gar keine Vorstellung von Ewigkeit zu machen. Und wäre zwangsläufig mit dieser Wahl überfordert.

Soll ich jetzt ewig leben oder nicht? Man müsste, naja, es sei mir verziehen, ewig auf die Antwort warten.

Deshalb müssen wir klar sagen: Schweine hätten mit dieser Antwort keine Probleme. Die wüssten erstens ganz klar: Ja, wir wollen leben (jedenfalls länger als bis zum nächsten Schlachthof-Termin) und wenn es sein muss auch ewig (im Notfall könnten sie dann die Weltherrschaft an sich reißen).

Wer mir bis hierher folgen konnte, wird demgemäß auch sofort unterschreiben, dass wir Robert Enkes tolle Hunde-Rettungsaktion eigentlich nur für den Arsch (respektive Sch(w)eine-Nacken, Brezel oder Putenschnitzel) finden: überflüssig.

Warum sollte man Hunde retten, Schweine aber zu Tausenden (zu Lebenszeiten) fressen?

Das ist vielleicht einfach Geschmackssache, aber da muss man nicht extra ne Aktion für Hunde machen. Sondern für Schweine. Also für die Schweine, die die Tiere essen. Wobei das alles jetzt schon ein bisschen kompliziert wird.

Schweine wollen jedenfalls tendenziell genauso häufig ewig leben wie Hunde. Nur die Hunde, die verstehen nicht, was sie damit eigentlich verlangen. Die Schweine schon.

Robert Enke hingegen, da weiß man nicht.

1 Kommentar

Christoph Metzelder auf dem Güterbahnhof?

Während sich alle Welt, nicht nur die WELT, aber auch, fragt, ob denn ein Torhüter, der kein Stammspieler ist, überhaupt in der Nationalmannschaft das Tor hüten dürfe, hat Christoph Metzelder seit dem 11. Spieltag keinen Einsatz mehr für Real Madrid absolviert. Dennoch fragt sich niemand und schreibt auch niemand darüber, ob denn ein Innenverteidiger, der kein Stammspieler ist, in der Nationalmannschaft das Innere verteidigen dürfe.

Wir sagen: gut so.

Der Einfluss von Spielpraxis ist ähnlich überbewertet wie Christoph Metzelder selbst.

Einen Kommentar hinterlassen

Freestyle Football

Erwähnte ich schon, dass diese Sperenzken mit hinterm Rücken rum und vorne am Bauch lang und dann die Elle langjongliert und wieder mit dem Nacken aufgefangen, mit der Hacke ins Nasenloch gespielt und dann mit der Stirn auf den kleinen Finger getickt, von dort wieder auf den Beckenkochen, zurück zu Tante Julia, wieder aufgenommen, drei Mal hoch und drei Mal runter, dass dieser Quatsch mich nicht die Bohne interessiert und für mich auch nix mit „Fußball“ zu tun hat?

Gut.

Dann brauch ich es ja heute nicht zu erwähnen.

15 Kommentare

ZSKA Sofia

In Bulgarien ist ZSKA Sofia mit 13 Siegen aus 15 Spielen bei 2 Remis Tabellenführer mit 41 Punkten vor Lokomotive Sofia mit 31 Punkten, Slavia Sofia mit 30 und Levski Sofia mit 28.

5 Kommentare

Reparationen und Konkurse oder: Move any mountain

Ihr erinnert Euch, dass man kurz nach dem Krieg Fabriken in Deutschland — vor allem in der Zone — Stein für Stein abgebaut und in der Sowjetunion wieder aufgebaut hat. Zumindest will es die in diversen deutschen Familien tradierte Legende so.

Keine Legende und auch kein Schauermärchen ist, dass genau das demnächst mit dem Fritz-Walter-Stadion passieren wird, sollte der 1. FC Kaiserslautern nicht in Kürze noch ein paar Pünktchen mehr holen als er es zur Zeit bewerkstelligt.

Um den Horror perfekt zu machen, würde das Stadion nämlich in Mainz wieder aufgebaut, wo man trotz jüngster Auswärtsniederlage wieder auf dem Weg schnurstracks in die erste Liga ist.

Wer weiß, vielleicht findet sich dann sogar der eine oder andere Lauternfan als Tourist in Mainz in seinem ehemaligen Stadion wieder, einfach so, aus Nostalgie. Vielleicht aber auch nur, weil vierte Liga irgendwie nicht so richtig zündet.

3 Kommentare

Bolzen? Pöhlen? „Tschutten“?

Wir diskutierten dereinst auf dem Bolzplatz schon über ein ähnliches Thema: Regionale Unterschiede bei fußballaffinen Begriffen. Beim Bolzplatz ging es um „Fünferle“ aka „siehe dort“, viel wichtiger ist aber natürlich, wie man denn simples Fußball spielen nennt.

Nun ist eine Übersichtskarte da, wir brauchen also nicht mehr zu schimpfen, wenn wir von pöhlen sprechen und andere uns nicht verstehen. Können Sie ja auch nicht: ist halt regional bedingt.

bolzen2

Somit darf ich mich gerne outen, dass ich niemals weder kicken noch bolzen noch fußballen noch das nie zuvor gehörte „tschutten“ und schon mal erst recht gar niemals „bäbbeln“ sage. Ich sage entweder „zocken“ oder „Fußball spielen“. Pöhlen kam früher vor, würde ich auch heute noch benutzen, wenn ich noch 15 wäre und es nicht dieses doch sehr ordinäre Bouquet hätte.

Tschutten, bäbbeln. Manchmal bin ich in meiner eigenen Muttersprache so fremd.

17 Kommentare

Island, Litauen, Färöer, Schottland

Man bekommt richtiggehend Angst, wenn man diese geballte Power der hier vorhandenen Gruppengegner liest. Gleichzeitig fragt man sich, wie viel Glück die Karin Tietze-Ludwigs der FIFA/UEFA eigentlich noch über uns ausschütten möchten. Kein einziger ernstzunehmender Gegner in dieser Qualifikation zur EM 2004.

Und dann erinnere man sich, dass es nicht darum ging, gegen die damals schwächelnden Schotten um den Tabellensieg zu kämpfen, sondern gegen die ja immer wieder mal erstarkenden, trotzdem weiterhin mit ihren 320.000 Einwohnern (Frauen, Kinder, Alte zählen übrigens auch dazu, es bedeutet also nicht: 320.000 Männer im fußballfähigen Alter, davon gibt es so ca. 20.000) kleinen Isländer, zumindest in der Phase der Scheißdreckrede, die ja nicht mal eine Rede war, sondern nur ein Interview zwischen dem Duzmeister des Sports und dem Schnäuzerkanzler der Republik.

(Nein, Iren, das sind die Iren, die Isen gibt’s nicht, das sind die Isländer, auch wenn Rudi die Iren gerne Irländer nannte.)

Beendet wurde diese Gruppe zwar als Erster, aber mit 13 Toren aus 8 Spielen gegen diese wahrlichen Wurstgegner. 1,626 Tore pro Spiel, davon 4 gegen Färöer. Einem 2:1 zu Hause ging ein 2:0-Kantersieg auf den Färöer voraus. Kantersieg zumindest dann, wenn man nur die Nachspielzeit betrachtet, in der die deutschen Tore fielen.

13 Tore in 8 Spielen in dieser Gruppe.

Man sollte das gar nicht unterschätzen: ein 13:0 gegen San Marino ist nämlich ein 13:0. Ein 2:0 in der Nachspielzeit hingegen ist ein 2:0 in der Nachspielzeit.

5 Kommentare

Golden Goal

Gibt’s ja zum Glück nicht mehr, auch nicht das ebenso unsägliche Silver Goal. Dem Golden Goal hat hier aber jemand trotzdem noch ein sehenswertes Denkmal gesetzt [Link leider tot].

Wir sagen: Farewell, my love, never come back. Danke im Voraus.

3 Kommentare