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Schlagwort: Felix Magath

Alle Trainer des Jahres

Wahlen zum „Fußballer des Jahres“ gibt es in vielen Ländern schon seit Langem, in Deutschland beispielsweise seit 1960 mit dem ersten Sieger Uwe Seeler. Schon über ein halbes Jahrhundert her. Wahlen zum „Trainer des Jahres“ hingegen haben zumindest in Deutschland keine so lange Tradition. Im Gegenteil, wurden sie erst in diesem Jahrhundert aus der Taufe gehoben. Möglicherweise geschah dies erst so spät, da sich der Fußball erst in den letzten zwei Jahrzehnten dahin entwickelt hat, dass man dem Trainer einen deutlich größeren Anteil am Erfolg zumisst als einige Dekaden zuvor. Früher attribuierte man so manchen Erfolg eher zu einem außerordentlich befähigten Spieler. Inzwischen zeichnet das Magazin kicker seit 2002 jedes Jahr den „Trainer des Jahres“ im deutschen Fußball aus. Dieser muss allerdings kein Deutscher sein – siehe 2010, als der Holländer Louis van Gaal gewann – noch muss er in Deutschland tätig sein – siehe Jürgen Klopp, der 2019 als Trainer des englischen Clubs FC Liverpool ausgezeichnet wurde.

Liste Sieger Trainer des Jahres

Wer erhielt diese Auszeichnung in den Jahren seit 2002 durch den Kicker und welcher Trainer gewann möglicherweise sogar mehr als einmal? Rasche Antworten bietet die folgende, immer noch recht übersichtliche Auflistung in Tabellenform.

Jahr Trainer Mannschaft
2002 Klaus Toppmöller Bayer Leverkusen
2003 Felix Magath VfB Stuttgart
2004 Thomas Schaaf Werder Bremen
2005 Felix Magath FC Bayern München
2006 Jürgen Klinsmann Deutschland
2007 Armin Veh VfB Stuttgart
2008 Ottmar Hitzfeld FC Bayern München
2009 Felix Magath VfL Wolfsburg
2010 Louis van Gaal FC Bayern München
2011 Jürgen Klopp Borussia Dortmund
2012 Jürgen Klopp Borussia Dortmund
2013 Jupp Heynckes FC Bayern München
2014 Jogi Löw Deutsche Nationalmannschaft
2015 Dieter Hecking VfL Wolfsburg
2016 Dirk Schuster SV Darmstadt 98
2017 Julian Nagelsmann TSG Hoffenheim
2018 Jupp Heynckes FC Bayern München
2019 Jürgen Klopp FC Liverpool
2020 Hans-Dieter Flick FC Bayern München

Wir sehen also, dass nur zwei Trainer mehr als einmal ausgezeichnet wurden. Interessanterweise sind es zwei völlige Antipoden in der Art und Weise ihrer Trainingsarbeit, in der Form des Umgangs mit Menschen – mit ihren Spielern, aber auch mit Fans und anderen, die ihnen begegnen. Auf der einen Seite der als „Quälix“ und grandioser Schweiger wie auch Schleifer verschrieene Felix Magath, der in den Jahren 2003, 2005 und noch einmal 2009 die Wahl gewann. Auf der anderen Seite nur kurz danach im Doppelpack, nämlich 2011 und 2012 Jürgen Klopp, der in dieser Zeit zweimal Meister mit dem BVB wurde. Und 2019 noch einmal gewählt wurde, als er mit dem FC Liverpool nach etlichen Jahren der Abstinenz den Titel in der Champions League gewann.

Wandel der Rolle eines Trainers

Wie kommt es, dass so unterschiedliche Typen vom Fachmagazin Kicker mit dieser Auszeichnung geehrt werden? Immerhin lag zwischen der letzten Auszeichnung von Felix Magath und der ersten von Jürgen Klopp lediglich eine einzige Saison. Können sich in so kurzer Zeit die Maßstäbe der Bewertung einer Leistung als Trainer so verschoben haben?

Die Antwort dürfte hier schlicht lauten: ja. Gerade im Jahrzehnt der 2010er Jahre nahm die taktische Entwicklung des Fußballs noch einmal enorm an Fahrt auf. Und Jürgen Klopp wurde ja nicht ausgezeichnet, weil er so unterhaltsame Pressekonferenzen gibt, sondern weil er die Vormacht des FC Bayern durchbrach und Titel im deutschen Fußball gewann. Und dies mit einer neuartigen Spielweise, die ganz anders war als man den Fußball in früheren Phasen kannte.

Wer nun aufgrund dieser Entwicklung selbst auf den Geschmack gekommen ist, als „Manager“, wie man im Englischen die Trainer bezeichnet“, Hand an ein Fußballteam und dessen Taktik zu legen, der muss nicht selbst erst den Trainerschein machen. Auf dem Fußball Manager 2020 kann man das alles tun, ohne selbst hinaus auf den Trainingsplatz zu müssen. Etliche Feinheiten der Spielweise eines Teams lassen sich hier einstellen und immer weiter verfeinern. Bemerkenswerte Liebe zum Detail macht das Spielen mit diesem Game hyperrealistisch und in der aktuellen Version noch einmal den berühmten Rudi-Völlerschen-Tick besser als seinen Vorgänger. Genaueres zu den derzeitigen Angeboten dazu findet sich Fußball Manager 2020 im Preisvergleich online, der immer einen Blick wert ist, bevor man seine Karriere als kommender „Trainer des Jahres“ beginnt.

Neue Version mit ursprünglichen Orten für Fußball

Aber auch, wer davon überzeugt ist, dass den Löwenanteil am Erfolg immer noch die Spieler ausmachen, kann sich virtuell austoben. Die Kicker sind es schließlich, die die Anweisungen eines Trainers auf dem Platz auch umsetzen müssen. Auch hier gilt es natürlich, sich stets weiterzuentwickeln. Die Gegner schlafen bekanntlich nicht. Und mehr als nur ein Fußballspiel ist das neue FIFA 20, denn hier gibt es viele Karriere-Modi, in denen man einen Spieler von den unteren Klassen bis in die Nationalmannschaft bringen kann. Oder man verabredet sich doch lieber online zu einem reinen Spielchen for fun mit einem oder mehreren Freunden – ganz wie man beliebt. Die neue Version ist jedenfalls gegenüber der alten noch umfangreicher. Neu – und beliebt – ist vor allem der Street Modus dieser Fußballsimulation. Dabei spielt man in Bolzkäfigen, auf der Straße oder in der Halle. Ganz so, wie es all die vielen Fußballfreaks tatsächlich tun, die auch außerhalb von Vereinen gegeneinander kicken. Wo man dieses Game am besten erwirbt, verrät diese Seite mit allen Infos zu FIFA 20 im Preisvergleich. Auf dass man möglichst bald, aber auch günstig in den Genuss dieses Fußballspiels mit all seinen Finessen kommt.

Selber mal eine Auszeichnung erhalten

Zurück zum Thema „Trainer des Jahres“ in Deutschland. Da waren immerhin mehrfach doch ausgezeichnete Trainer dabei, die nicht einfach nur Deutscher Meister wurde mit ihrem Team (oder als Bundestrainer einen Titel holten). Ob sich dieser Trend fortsetzt oder das alles überhaupt kein wahrer Trend ist, werden die nächsten Abstimmungen unter dem Dach des Kicker zeigen. Bis dahin kann man sich in jedem Fall die Zeit mit den zuvor erwähnten Simulationen vertreiben. Und vielleicht zumindest virtuell selbst zum „Trainer des Jahres“ gewählt werden.

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Alle Trainer von DFB-Pokal-Siegern

Jahr Verein Trainer
1953 Rot-Weiss Essen Karl Hohmann
1954 VfB Stuttgart Georg Wurzer
1955 Karlsruher SC Adolf Patek
1956 Karlsruher SC Ludwig Janda
1957 FC Bayern München Willibald Hahn
1958 VfB Stuttgart Georg Wurzer
1959 Schwarz-Weiß Essen Hans Wendlandt
1960 Borussia Mönchengladbach Bernd Oles
1961 Werder Bremen Georg Knöpfle
1962 1. FC Nürnberg Herbert Widmayer
1963 Hamburger SV Martin Wilke
1964 TSV 1860 München Max Merkel
1965 Borussia Dortmund Hermann Eppenhoff
1966 FC Bayern München Zlatko Cajkovski
1967 FC Bayern München Zlatko Cajkovski
1968 1. FC Köln Willi Multhaup
1969 FC Bayern München Branko Zebec
1970 Kickers Offenbach Alfred Schmidt
1971 FC Bayern München Udo Lattek
1972 FC Schalke 04 Ivica Horvat
1973 Borussia Mönchengladbach Hennes Weisweiler
1974 Eintracht Frankfurt Dietrich Weise
1975 Eintracht Frankfurt Dietrich Weise
1976 Hamburger SV Kuno Klötzer
1977 1. FC Köln Hennes Weisweiler
1978 1. FC Köln Hennes Weisweiler
1979 Fortuna Düsseldorf Hans-Dieter Tippenhauer
1980 Fortuna Düsseldorf Otto Rehhagel
1981 Eintracht Frankfurt Lothar Buchmann
1982 FC Bayern München Pal Csernai
1983 1. FC Köln Rinus Michels
1984 FC Bayern München Udo Lattek
1985 Bayer Uerdingen Karl-Heinz Feldkamp
1986 FC Bayern München Udo Lattek
1987 Hamburger SV Ernst Happel
1988 Eintracht Frankfurt Karl-Heinz Feldkamp
1989 Borussia Dortmund Horst Köppel
1990 1. FC Kaiserslautern Karl-Heinz Feldkamp
1991 Werder Bremen Otto Rehhagel
1992 Hannover 96 Jürgen Gelsdorf
1993 Bayer Leverkusen Dragoslav Stepanovic
1994 Werder Bremen Otto Rehhagel
1995 Borussia Mönchengladbach Bernd Krauss
1996 1. FC Kaiserslautern Eckhard Krautzun
1997 VfB Stuttgart Jogi Löw
1998 FC Bayern München Giovanni Trapattoni
1999 Werder Bremen Thomas Schaaf
2000 FC Bayern München Ottmar Hitzfeld
2001 FC Schalke 04 Huub Stevens
2002 FC Schalke 04 Huub Stevens
2003 FC Bayern München Ottmar Hitzfeld
2004 Werder Bremen Thomas Schaaf
2005 FC Bayern München Felix Magath
2006 FC Bayern München Felix Magath
2007 1. FC Nürnberg Hans Meyer
2008 FC Bayern München Ottmar Hitzfeld
2009 Werder Bremen Thomas Schaaf
2010 FC Bayern München Louis van Gaal
2011 FC Schalke 04 Ralf Rangnick
2012 Borussia Dortmund Jürgen Klopp
2013 FC Bayern München Jupp Heynckes
2014 FC Bayern München Pep Guardiola
2015 VfL Wolfsburg Dieter Hecking
2016 FC Bayern München Pep Guardiola
2017 Borussia Dortmund Thomas Tuchel
2018 Eintracht Frankfurt Niko Kovac
2019 FC Bayern München Niko Kovac
2020 FC Bayern München Hans-Dieter Flick

Falls sich jemand fragen sollte, was mit den Pokalsiegen vor und während des Zweiten Weltkriegs ist, bzw. wieso diese hier fehlen: Bis 1945 hieß der Wettbewerb Tschammer-Pokal, erst ab 1953 wurde er als DFB-Pokal geführt, was ja wiederum in der Titelzeile so als Inhalt für diese Seite angekündigt ist.

Wie immer bleibt der DFB-Pokal eine der interessantesten Veranstaltungen für alle an Sportwetten interessierten. Sie werden zwar gefühlt weniger, doch ist gerade der Pokal immer für Überraschungen gut. Und sollte es mal zu einer solchen kommen, ist die Quote mit einem unterklassigen Sieger gleich geeignet, ein ganzes Wochenende zu versilbern. Einige Anbieter von Sportwetten findet man hier, mit einigen zusätzlichen Informationen. Ausgelost wurde die 1. Runde des DFB-Pokals ja schon, auch hier warten trotz — oder gerade wegen — des Vorgangs, in der 1. Runde die höherklassigen Teams noch zu setzen und somit auf jeden Fall gegen ein unterklassiges Team antreten zu lassen, sicher wieder viele Überraschungen.

Schließlich gibt es nicht erst einen ehemaligen DFB-Pokalsieger, siehe oben, der es schon mal geschafft hat, in der 1. Runde gegen Amateure auszuscheiden.

Was die Trainer angeht, die den DFB-Pokal bislang gewannen, so hat es noch niemand häufiger als 3x geschafft, wie die unten stehende Tabelle zeigt, in der alle Trainer aufgelistet sind, die es mehr als 1x geschafft haben.

Jahr Verein/e Titel
Karl-Heinz Feldkamp Bayer Uerdingen, Eintracht Frankfurt, 1. FC Kaiserslautern 3x
Ottmar Hitzfeld FC Bayern München 3x
Thomas Schaaf Werder Bremen 3x
Udo Lattek FC Bayern München 3x
Otto Rehhagel Werder Bremen, Fortuna Düsseldorf 3x
Hennes Weisweiler Borussia Mönchengladbach, 1. FC Köln 3x
Georg Wurzer VfB Stuttgart 2x
Zlatko Cajkovski FC Bayern München 2x
Huub Stevens FC Schalke 04 2x
Dietrich Weise Eintracht Frankfurt 2x
Felix Magath FC Bayern München 2x
Dietrich Weise Eintracht Frankfurt 2x
Niko Kovac Eintracht Frankfurt
FC Bayern München 2x Kommentare geschlossen

Trainer mit den meisten Spielen in der 1. Bundesliga

Trainer Spiele Vereine
Otto Rehhagel 832 Kickers Offenbach, Werder Bremen, Borussia Dortmund, Arminia Bielefeld, Fortuna Düsseldorf, FC Bayern München, 1. FC Kaiserslautern,
Jupp Heynckes 642 Borussia Mönchengladbach, FC Bayern München, Eintrach Frankfurt, FC Schalke 04, Bayer Leverkusen
Erich Ribbeck 569 Eintrach Frankfurt, 1. FC Kaiserslautern, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, FC Bayern München
Udo Lattek 522 FC Bayern München, Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund, 1. FC Köln, FC Schalke 04
Thomas Schaaf 513 Werder Bremen, Eintracht Frankfurt
Felix Magath 495 Hamburger SV, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart, FC Bayern München, VfL Wolfsburg, FC Schalke 04
Hennes Weisweiler 470 Borussia Mönchengladbach, 1. FC Köln
Ottmar Hitzfeld 461 Borussia Dortmund, FC Bayern München
Friedhelm Funkel 459 Bayer Uerdingen, MSV Duisburg, Hansa Rostock, 1. FC Köln, Eintracht Frankfurt, Hertha BSC
Christoph Daum 426 1. FC Köln, VfB Stuttgart, Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt

Stand 30.6.2015

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Alles Käse

Es spricht für ihn, dass sich Felix Magath im Lande von Wallace & Gromit („Alles Käse“, orginal: „A Grand Day Out“) den Gepflogenheiten seiner Gastnation anpasst und seine Maßnahmen auf dortige Sitten einstellt. Warum nicht mal eine Verletzung mit dem Auflegen von Käse behandeln, wenn das Land doch so voller wohlmundendem Käse ist?

Dass er das tat, entnimmt man diesem so unterhaltsamen wie bizarren Mittel-Longread für den Sonntag Vormittag im Guardian.

Etwa 20% der Menschen glauben an esoterischen Quatsch, warum sollten dann nicht auch unter den Trainern ein paar dabei sein, die auf derlei schwören?

Wolfgang Frank ließ seine Spieler mal auf Minzblättern herumkauen, nachdem er sie um 7h morgens ohne Frühstück zum Waldlauf gebeten hatte. Von Mirko Slomka ist der Einsatz von „Kraftsteinen“ und einer Art Wunderheiler bekannt. Da fällt Magaths Käse-Auflegen fast schon ab, kann doch sicher niemand beweisen, dass Käse keine heilende Wirkung hätte, zumindest bei innerer Anwendung. Und ein bisschen kulinarische Inspiration hat noch nie geschadet.

Problematischer sind da eher die anderen Aspekten seiner Trainings- und Menschenführung, die in jenem Beitrag dargestellt werden. Dass er Spieler in sein Büro ruft und sie dann minutenlang anschweigt, war auch schon aus Deutschland bekannt.

Jetzt kommen ein paar weitere schöne Anekdoten aus England hinzu. (Wer nicht so gut englisch beherrscht, findet bei der Welt eine Übersetzung der skurrilsten, äh, Klöpse.)

Magaths Image als Trainer dürfte nun endgültig, wenn nicht verbrannt, so doch zumindest geschmolzen sein. Heute gibt es Käsesuppe.

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Philipp Lahm: „Der feine Unterzzzzz…

Sollte sich jemand gefragt haben, ob es sinnvoll ist, dass ein nicht mal 30-Jähriger, nicht durch übertriebene Helligkeit oder Mut zum offenen Wort aufgefallener Fußballer ein Buch schreiben lässt, dann ist diese Überlegung mit dem Erscheinen von Philipp Lahms „Der feine Unterschied“ hinfällig. Die Antwort lautet: Nein.

16 Kapitel hat er sich — wahrscheinlich in wörtlicher Rede, von Christian Seiler in Schriftform gepackt — aus dem Gedächtnis geleiert und dabei sind gerade vier wirklich lesenswert. Das ist jenes, in welchem er über die Gründung seiner Stiftung nach einem Aufenthalt in Südafrika abseits des Protokolls berichtet. Dazu jenes, in welchem er von seiner ersten längeren Verletzung schreiben lässt, das bekannte, von dem Besuch des sich in ihn verliebt Habenden erzählende und eventuell noch jenes Kapitel zu seinem nicht autorisierten Interview mit der SZ.

Grundsätzlich krankt das gesamte Werk daran, dass Lahm eben nicht erklärt, wie man Fußballer wird. Er erklärt lediglich, was ihm passiert ist, während er es wurde und während er es ist, aber nicht warum die Dinge diesen Lauf nehmen. Was natürlich daran liegen könnte, dass das niemand erklären kann, ohne solche Konstrukte wie Schicksal oder Zufall zu bemühen. Schade, dass Lahm, wie auch der olle Kahn, stets in diese Falle tappen, den mehr oder weniger zufälligen Ausgang von Ereignissen ihren eigenen Entscheidungen zuzuschreiben und damit später auf „Managerseminaren“ die Menschheit zu nerven. Immerhin hat Philipp Lahm den Titel nicht ausgewählt. Bei der dafür verantwortlichen Dame bedankt er sich im Vorwort des Buches. Wer einen etwas gescheiteren, aber auch etwas gescheiterteren Fußballprofi über sein Wirken, seine Machtlosigkeit, seine Entwicklung im Profifußball reden hören möchte, dem sei dringend zu „Tom meets Zizou“ über Thomas Broich geraten.

Sachliche Fehler im Buch muss sich wohl eher das Lektorat ankreiden lassen. Löws Singsang ist bei Lahm „schwäbisch“, er nennt die Engländer einmal im Fußball „die Briten“ und Franck Ribéry, geboren und aufgewachsen in Boulogne-sur-Mer, attestiert er eine „südländische Mentalität“, obwohl Boulogne-sur-Mer auf der selben Breite wie Portsmouth, Köln und Dresden liegt. Das wäre nicht der Rede wert, wenn es nicht darüber Auskunft gäbe, wie Worthülsen gerne mal Realitäten erzeugen. Ein Nord-Nord-Franzose ist bei Lahm ein „Südländer“ — was ist er selbst aus dem 400 Kilometer weiter südlich gelegenen München dann? Ein Pinguin steht zu vermuten.

Denn Pinguine können nicht so gut reflektieren, und in diesem Buch, das als Ratgeber verpackt ist — wer hat sich das nur ausgedacht? — erzählt Lahm fleißig an der seinigen Realität entlang. Das ist für all jene ermüdend, welche all die Länderspiele und Bayernspiele selbst gesehen haben, die Lahm nacherzählt. Denn wenn es eine Erkenntnis aus Lahms Schilderungen dieser Spiele gibt, dann jene, dass Fußballer tatsächlich nichts denken, während sie spielen, und Trainer tatsächlich nur Platitüden in der Pause absondern à la „Konzentriert Euch!“ oder „Wollt Ihr ins Finale? Dann zeigt es auch!“. Was alles so weit in Ordnung ist, nur hätte man diese Banalitäten eben nicht in einem Buch aufschreiben müssen.

Während des Elfmeterschießens gehen Spielern wie Lahm folgende Gedanken durch den Kopf: „Der geht rein, rein, REIIIIIN [sic]. Den hält er, hält er, NEINNNN [sic], doch nicht.“ Derartige überwältigende introspektive Einsichten sind durchaus mal 20 Euro im Originalpreis wert.

„Seit ich beim FC Bayern spiele, hatte ich nie 3 Spiele in Folge verloren.“ Lahm nach 3 Niederlagen in Folge.

Hat er ein Tor verschuldet, so zum Beispiel im EM-Finale 2008 wie auch im Halbfinale zuvor, räumt er dies freimütig ein, was Philipp Lahm wirklich ehrt. Noch mehr würde es ihn allerdings ehren, wenn er nicht sofort ein „aber die anderen“ nachschieben würde. Wenn er nicht sofort im Duktus des großen Fußballverstehers erklärte, dass solche Gegentore immer die Verkettung ganz vieler Fehler auch anderer Spieler seien. Womit er natürlich prinzipiell Recht hat, und doch will sein Schuldeingeständnis klingen wie das eines, naja, Unter-30-Jährigen, was er, siehe da, tatsächlich auch ist.

Zu Philipp Lahms Verteidigung darf man vorbringen, dass er, was doch wirklich überrascht, zur Zeit der WM 2010 gerade mal 26 Jahre alt war. Weshalb auch mein Tweet von letztens Gültigkeit behält, dass er mit dem Buch wenigstens bis nach dem Ende seiner Karriere hätte warten sollen. Dann wäre etwas mehr zu erzählen gewesen und er hätte eine größere Distanz dazu, vielleicht wäre ihm sogar der eine oder andere lesenswerte Gedanke bis dahin gekommen.

So ist das Buch auch deshalb extrem wenig erhellend zu lesen, weil er außer dort, wo es sich nicht vermeiden lässt — Völler bei der EM 2004, Magath, Hitzfeld, Klinsmann, van Gaal als die in Frage kommenden Trainer — keine Namen nennt. Bei der EM 2008 soll schlechte Stimmung im Team geherrscht haben, Streitereien, vergebliche Aussprachen, man sei sich nicht besonders grün gewesen. Aber Namen fallen keine. Einerseits wiederum ehrenvoll, andererseits dann auch ein überflüssiges Buch.

Böse Zungen behaupten, Lahm habe das Buch vor allem deshalb schreiben lassen, um der Frage zu begegnen, dass er schwul sei. Das hätte er auch kürzer haben können, mit einem öffentlichen Brief à la Arne Friedrichs Freundin. Der Rest ist bis auf die vier genannten Kapitel reinste Nacherzählung von Ereignissen, die jeder selbst am TV gesehen hat — ohne dass sich irgendein Mehrwert ergibt. Mal abgesehen davon, dass Lahm immer wieder mal heult, wenn er verletzt wird oder ausgewechselt oder Beides. Aber selbst das ist ja seit dem TV-Interview nach dem Halbfinal-Aus 2010 gegen Spanien keine neue Erkenntnis mehr. Und ja, das ist uns allen am Ende lieber, dass einer heult, als wenn er keine Regung bei einem Misserfolg zeigt.

„Der FC Bayern ist der einzige deutsche Verein, der die Champions League gewinnen kann.“

Die wenigen Sympathien, die er damit sammelt, zerstört er allerdings wieder, indem er sich ausgiebig dem ebenfalls von seinen Äußerungen bekannten Phänomen der kognitiven Dissonanz hingibt. (Man denke an seine Aussage nach dem 2:5 im Pokalfinale gegen Dortmund, als er sicher war, dass sein Team die „bessere Mannschaft“ gewesen sei.) Als Schalke 5:2 in Mailand gewinnt, schaltet er zur Halbzeit den Fernseher aus, weil er es nicht erträgt, dass eine „schlechtere Mannschaft“ als die seinige gegen Mailand gewinnt. Diese kognitive Dissonanz ist für einen Profi sicher gesund, als nach außen getragene Realitätsverweigerung aber seinem Image eher wenig förderlich.

Seine Ausführungen zur Europa League machen gar beinahe die Wiedereinführung der Prügelstrafe zu einem akzeptablen Tagesordnungspunkt. Froh sei man im gesamten Club gewesen, als man 0:4 in St. Petersburg verlor, dass dieser ungeliebte Wettbewerb endlich zu Ende sei. Als man in Braga antrat und Werder zeitgleich gegen Real Madrid spielte, habe man sich kaum motivieren können, denn: „Der FC Bayern ist ein Champions-League-Verein.“ Und seiner Auffassung nach werden Gruppendritte der Champions League in die Europa League „strafversetzt“. Man wünschte sich wieder und wieder Saisons, in denen der unmotivierte kleine Bengel aus der Vorstadt von nun an ständig in der Europa League antreten muss, auf dass er Demut gegenüber dem Fußballsport lerne.

Der FC Bayern ist aber ohnehin der tollste Verein überhaupt, das quillt an allen Ecken und Enden aus dem Buch heraus. Was natürlich einer, der gerade mal bei einem anderen Club (VfB Stuttgart) gearbeitet hat, am allerbesten beurteilen kann. Bei all den Zeilen sieht man Lahm förmlich vor sich, wie er die Dinge seinem Texter mündlich erzählt, wie er dabei bübisch lacht und strahlt, wenn er von seinen Erfolgen erzählt und wenn er in Schlaumi-Schlau-Manier den Fußball erklärt, gerade so, wie man es aus seinen Interviews kennt. Und wie man es aus seinen Interviews kennt, dass da nichts an Wort- oder Gedankenwitz aufblitzt, auch keinerlei Befähigung zur Betrachtung von außerhalb, so ist auch das komplette Buch ein ermüdendes Nichts, ein stating-the-obvious auf 265 Seiten.

Um es mit dem Titel des 11. Kapitel dieses Buches auszudrücken, der da, nur echt ohne Fragezeichen, lautet: „Wie geil ist das denn …“ — leider gar nicht.

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Wenn Pfauen zur Feder greifen

Die „Kolumne Abseits“ in der „Welt“ ist von stark schwankender Qualität. Außerdem weiß sie oft nicht so wirklich, was sie eigentlich sein will. Glosse, Rückblick ins Historische oder Meinung. Macht aber nix. Manchen Autor kann man ruhigen Gewissens auslassen. Wenn Udo Muras sie schreibt, sind hingegen genau jene kleinen Häppchen an Hintergrundinformation oder auch Historischem dabei, die man hier gerne erfährt.

So informiert uns ihre aktuelle Ausgabe über zweierlei: Nicht nur war Rudi Völler einst — als Vorgänger von Mario Gomez in Bezug auf Mehmet Scholl — wütend über Paul Breitners Nörgelei an den Spielerleistungen zur EM 1988. Auch Felix Magath, der heute sich so hart Inszenierende, schrieb einen öffentlichen Jammer- und Heulsusen-Brief wegen Breitners Klugscheißertum über die Leistungen bei der WM 1986.

Noch größeres Highlight der aktuellen Ausgabe indes: Uli Hoeneß besaß schon als nicht mal Volljähriger, geschäftstüchtig von der Wiege an, eine eigene Kolumne in einer Ulmer Zeitung — „Das mein ich“ — welche er sich vor seinem Weggang aus Ulm zum FC Bayern sicherte. Das allein wäre kein Highlight, wohl aber die Begründung, mit der die Hoeneß’sche Kolumne nach kurzer Zeit eingestellt wurde:

„Zu viel Selbstdarstellung, zu wenig Interna.“

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Trainer, die ihren Meistertitel verteidigten

Nur bezogen auf die Bundesliga

Okay, dass Mannschaften ihren Titel verteidigen gibt es oft und bleibt auch gerne im Gedächtnis haften. Gerade bei der Suche danach, wer vor den Bayern höchstselbst seinen Titel verteidigte, fiel mir aber auf, dass es Borussia Dortmund war. Mit: Ottmar Hitzfeld, der danach mit den Bayern den Titel verteidigte. Zwischen Jürgen Klopp mit Borussia Dortmund und Ottmar Hitzfeld mit den Bayern und Borussia Dortmund gelang das allerdings auch noch Felix Magath. Mit den Bayern.

Hier die Liste der Trainer, die ihren Meistertitel verteidigten.

Nach einer Meisterschaft den Verein zu wechseln und seinen Titel zu verteidigen gelang bislang noch niemandem. Kommt noch. Irgendwann.

Titel Trainer Verein
1970 und 1971 Hennes Weisweiler Borussia Mönchengladbach
1972 und 1973 Udo Lattek FC Bayern München
1973 und 1974 Udo Lattek FC Bayern München
1976 und 1977 Udo Lattek Borussia Mönchengladbach
1980 und 1981 Pal Csernai FC Bayern München
1982 und 1983 Ernst Happel Hamburger SV
1985 und 1986 Udo Lattek FC Bayern München
1986 und 1987 Udo Lattek FC Bayern München
1989 und 1990 Jupp Heynckes FC Bayern München
1995 und 1996 Ottmar Hitzfeld Borussia Dortmund
1999 und 2000 Ottmar Hitzfeld FC Bayern München
2000 und 2001 Ottmar Hitzfeld FC Bayern München
2005 und 2006 Felix Magath FC Bayern München
2011 und 2012 Jürgen Klopp Borussia Dortmund
2014 und 2015 Josep Guardiola FC Bayern München

Jürgen Klopp befindet sich also mittlerweile in recht exquisiter Gesellschaft, zumindest in der Liste der Trainer, die es schafften, in der Bundesliga ihren Titel zu verteidigen. Zum all-time-leader Udo Lattek mit fünf erfolgreichen Titelverteidigungen sind es aber wohl doch noch einige Jahrzehnte zu gehen.

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Gewinnspiel: Mit Coke zur EM — 2 Tickets samt Flug gewinnen

[Update] Eine Entscheidung ist schon gefallen: Es wird das Spiel gegen Dänemark sein, am 17. Juni 2012.

So, ein ganz besonders schöner Beitrag für die Kategorie „EM 2012 — Noch ist Polen nicht verloren“, jedenfalls aus Sicht des späteren Gewinners.

Entweder Ihr wohnt schon in relativer Nähe zum Flughafen Köln — oder Ihr seid so gierig auf die EM, dass Ihr auch eine Anreise zum Kölner Flughafen in Kauf nähmet. Hin- und Rückflug zum Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Dänemark in Lemberg (Lwiw) sind inklusive, solche 2 Tickets könnt Ihr hier bei Trainer Baade in Kooperation mit Coke gewinnen (und Ihr dürft drei Mal raten, wer dabei die Tickets stiftet.)

Schluss des Gewinnspiels — endlich einmal also mit echten Preisen — ist Dienstag, der 17.4. um 12h High Noon mitteleuropäischer Sommerzeit.

Von seitens Coke wünscht man sich, dass Ihr Euch als total verrückte Fans verkleidet, denn das Motto von Coke zur Euro 2012 ist „Fanfieber“.

Das möchte ich Euch nun nicht aufdrücken, denn die Hürde, ein Foto einzusenden, erscheint mir dann doch etwas hoch.

Machen wir es also wie bei den vielen Gewinnspielen ohne Gewinn, die es hier auf der Seite schon gab, die Älteren werden sich erinnern, die Jüngeren gleich aufgeklärt.

Der Titel des Beitrags ist übrigens nicht ganz richtig: „Mit Coke und Trainer Baade zur EM“ müsste es heißen, denn ich werde zum Spiel gegen Dänemark nach Lwiw mitfliegen, ebenfalls ab Köln. Der Gewinner sitzt dann wahrscheinlich im selben Flieger ab Köln zur Partie gegen Dänemark.

Gewinnspiel

Welche deutschen Spieler bestritten mindestens ein Endrundenspiel bei einer EM?

Ihr müsst nur einen richtigen Namen nennen, nur einen Namen pro Kommentar, und dann nehmt Ihr teil, sofern Eure Antwort richtig ist. Bitte aber immer Vor- und Nachnamen des Spielers nennen, es gab bekanntlich auch das eine oder andere Brüderpaar in der Nationalmannschaft. Ich gehe bekanntlich immer mit den einfachsten Antworten in Vorleistung, dann Ihr. Also, bitteschön:

Spieler Einsätze bei EM-Endrunden
Klaus Allofs 6
Markus Babbel 7
Michael Ballack 11
Frank Baumann 2
Franz Beckenbauer 4
Erich Beer 2
Thomas Berthold 1
Oliver Bierhoff 4
Manfred Binz 3
Fredi Bobic 5
Marco Bode 5
Rudi Bommer 1
Hannes Bongartz 1
Rainer Bonhof 2
Uli Borowka 4
Tim Borowski 2
Hans-Peter Briegel 7
Thomas Brdaric 1
Paul Breitner 2
Andreas Brehme 9
Guido Buchwald 6
Bernhard Cullmann 3
Dietmar Danner 1
Karl del‘Haye 1
Sebastian Deisler 2
Bernard Dietz 5
Thomas Doll 3
Dieter Eckstein 1
Stefan Effenberg 5
Dieter Eilts 6
Fabian Ernst 1
Heinz Flohe 2
Bernd Förster 5
Karl-Heinz Förster 7
Steffen Freund 4
Arne Friedrich 7
Torsten Frings 8
Clemens Fritz 4
Michael Frontzeck 1
Mario Gomez 4
Jürgen Grabowski 2
Thomas Häßler 11
Dietmar Hamann 6
Thomas Helmer 9
Mathias Herget 4
Jupp Heynckes 2
Thomas Hitzlsperger 5
Horst Hrubesch 3
Bernd Hölzenbein 2
Uli Hoeneß 4
Horst-Dieter Höttges 2
Bodo Illgner 5
Eike Immel 4
Carsten Jancker 2
Marcell Jansen 5
Jens Jeremies 3
Manfred Kaltz 4
Oliver Kahn 6
Ulf Kirsten 2
Jürgen Klinsmann 13
Miroslav Klose 8
Andreas Köpke 6
Jürgen Kohler 10
Erwin Kremers 2
Stefan Kuntz 5
Kevin Kuranyi 6
Philipp Lahm 9
Jens Lehmann 8
Pierre Littbarski 6
Thomas Linke 1
Sepp Maier 4
Felix Magath 2
Lothar Matthäus 11
Norbert Meier 2
Per Mertesacker 6
Christoph Metzelder 6
Frank Mill 3
Dieter Müller 2
Gerd Müller 2
Hans Müller 4
Andreas Möller 8
Caspar Memering 1
Günter Netzer 2
Oliver Neuville 1
Jens Nowotny 5
Hans Pflügler 1
David Odonkor 1
Lukas Podolski 3
Marko Rehmer 2
Stefan Reuter 8
Karl-Heinz Riedle 5
Paulo Rink 3
Simon Rolfes 2
Wolfgang Rolff 5
Karl-Heinz Rummenigge 7
Matthias Sammer 10
Mehmet Scholl 6
Bernd Schneider 3
Harald Schumacher 7
Bernd Schuster 2
Michael Schulz 1
Georg Schwarzenbeck 4
Bastian Schweinsteiger 8
Uli Stielike 7
Thomas Strunz 5
Olaf Thon 4
Andreas Thom 1
Rudi Völler 8
Berti Vogts 2
Mirko Votava 1
Herbert Wimmer 4
Christian Wörns 3
Wolfram Wuttke 1
Christian Ziege 8

Die Zahl der Einsätze ist nicht nötig, wird aber von mir ergänzt.

Ein“sende“schluss ist Dienstag, 17.4., um 11.59h, es gilt die Zeit des Servers von Trainer-Baade.de.

Viel Spaß.

Achso, ja, eine gültige Emailadresse müsst Ihr in dem Fall natürlich hinterlassen, anderenfalls kann der dann hier in der Redaktion ermittelte Gewinner ja nicht informiert werden, dass sie oder er 2 Tickets für die Vorrundenpartie der EM in der Ukraine erhalten wird, für das deutsche Spiele gegen Dänemark in Lemberg, samt Hin -und Rückflug von Köln aus.

Weiterhin viel Spaß, späterhin dann viel Erfolg.

Nachtrag Keine Doppelnennungen. Wer schon in der Liste steht bzw. in den Kommentaren erwähnt wurde, zählt nicht mehr als gültige Antwort.

Update Und hier haben wir den Gewinner. Vielen Dank an alle fürs Mitmachen und hoffentlich hat es auch ohne Gewinn ein bisschen Spaß bereitet.

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Vakanz beim VfB Stuttgart bald gefüllt

Es hat gestern mächtig Zoff gegeben hinter den Kulissen. Es ist ja allgemein bekannt, dass aus Gründen der Kontinuität jeder Verein seinen eigenen Drehbuchschreiber hat. Der des VfB Stuttgart ist jedoch vor ungefähr drei Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen und noch nicht neu besetzt worden. Seitdem werden die alten Drehbücher immer wieder recyclet, bis man jemanden gefunden hat, der für den VfB Stuttgart etwas schreibt. Allein, die Stelle scheint nicht allzu attraktiv zu sein, zu verfahren die Situation, in die sie der verstorbene Autor hineinschrieb, zu blass, was die Historie des Vereins angeht (die man übrigens nicht rückblickend schön oder gar interessant schreiben darf, das ist leider Prämisse).

Für eine Saison lang wurde das Recyclen in der Gilde der übrigen Drehbuchschreiber, die ja immer auf die Ideen und Storyverläufe des jeweiligen Gegners reagieren müssen, noch akzeptiert. Gestern aber platzte dem Schreiber des FC Bayern dann der Kragen: Immer dasselbe in Stuttgart, wenn sein Team vorbeikomme. Immer diese leichten Siege, immer das Dackelgesicht von Bobic oder einem anderen Sportmanager nach den Niederlagen des Hausherrn, immer diese einfachen Fehler in den Reihen der Stuttgarter, wenn es gegen die Bayern gehe: Wer solle das noch glauben?

Da müsse jetzt eine Lösung her, denn sonst würde sich kein Mensch mehr Spiele des VfB Stuttgart gegen den FC Bayern anschauen wollen, so vorhersagbar, wie es mit dem immer selben Drehbuch sei. Und nicht erst langfristig, sondern jetzt sei bereits der Zeitpunkt gekommen, an dem dieses Auftreten der Spieler der Schwaben die Existenzgrundlage auch der übrigen Drehbuchschreiber gefährde, mindestens aber das Weihnachtsgeld.

Er freue sich schon außerordentlich auf eine Begegnung mit dem Schreiber für Greuther Fürth, sagte der zuständige FC-Bayern-Autor, da habe man schließlich Stoff zum Anknüpfen und Weiterspinnen: Trapattoni, Vestenbergsgreuth, der den Ex-Bayerncoach Felix Magath verulkende Trainer Mike Büskens. Und außerdem seien da noch alle Handlungsstränge denkbar und würden auch plausibel wirken. Nicht immer diese leichten, völlig ungefährdeten, aber auch total langweiligen Siege wie in Stuttgart.

Geeinigt hat man sich dann gestern hinter den Kulissen darauf, dass spätestens ab Ende Mai die Stelle in Stuttgart mit einem neuen Drehbuchschreiber besetzt sein müsse. Wenn einer von Euch also Interesse haben sollte … es könnte allerdings sein, dass es zu dem Zeitpunkt nur noch ein Zweitligajob ist.

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Interview: 10 Monate seinen Traum leben

Markus Oellers war 10 Monate beim KFC Uerdingen im Training Heute sprechen wir mit einem der Nebendarsteller des Fußballs, die ihre 15 Minuten Ruhm oder auch 10 Monate Training bekommen und dann wieder abtauchen. Trainer Baade hat einen davon ausfindig gemacht.

Hallo, Markus Oellers, Dein Name ist den Fußballfans in Deutschland wohl kein Begriff, dabei bist Du eigentlich ein ganz besonderer Star, in Deinem Twitterprofil nennst Du Dich scherzhaft selbst einen Z-Promi. Du hast im Jahr 2005 einen Kaderplatz beim damaligen Oberligisten KFC Uerdingen bei eBay ersteigert. Eine komplette Saison lang durftest Du an allen Trainings teilnehmen, warst Teil der Mannschaft und bist sogar immerhin ein Mal einige Minuten zum Einsatz gekommen.

Ich hatte diese Versteigerung damals sogar hier im Blog erwähnt, ohne ahnen zu können, dass wir uns nur wenige Monate später kennenlernen würden. Dann dauerte es immer noch fünf Jahre, bis ich von dieser Deiner Geschichte erfuhr.

Über die gesamte, fabelhaft im Wortsinne klingende Aktion würde ich gerne heute mehr von Dir hören. Bevor wir uns mit den Details und Anekdoten während dieser zehn Monate beschäftigen, die Eingangsfrage, wie Du überhaupt auf die Idee gekommen bist, mitzubieten.

Als glühender Fan lässt man es sich nicht entgehen, mitzubieten. Mit meiner Freundin hatte ich damals abgesprochen, dass 2.500 Euro die Obergrenze sind und sie stand voll hinter mir. Als die Auktion damals endete, war ich gerade im Urlaub und freute mich für den Verein, der damals weltweit Schlagzeilen machte und ein nettes Sümmchen bekommen sollte …

Wie viel hast Du schließlich bezahlt?

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Alle Meistertrainer der Bundesliga

Jahr Trainer Verein
1963/1964 Georg Knöpfle 1. FC Köln
1964/1965 Willi Multhaupt SV Werder Bremen
1965/1966 Max Merkel TSV 1860 München
1966/1967 Helmuth Johannsen Eintracht Braunschweig
1967/1968 Max Merkel 1. FC Nürnberg
1968/1969 Branko Zebec FC Bayern München
1969/1970 Hennes Weisweiler Borussia Mönchengladbach
1970/1971 Hennes Weisweiler Borussia Mönchengladbach
1971/1972 Udo Lattek FC Bayern München
1972/1973 Udo Lattek FC Bayern München
1973/1974 Udo Lattek FC Bayern München
1974/1975 Hennes Weisweiler Borussia Mönchengladbach
1975/1976 Udo Lattek Borussia Mönchengladbach
1976/1977 Udo Lattek Borussia Mönchengladbach
1977/1978 Hennes Weisweiler 1. FC Köln
1978/1979 Branko Zebec Hamburger SV
1979/1980 Pal Csernai FC Bayern München
1980/1981 Pal Csernai FC Bayern München
1981/1982 Ernst Happel Hamburger SV
1982/1983 Ernst Happel Hamburger SV
1983/1984 Helmut Benthaus VfB Stuttgart
1984/1985 Udo Lattek FC Bayern München
1985/1986 Udo Lattek FC Bayern München
1986/1987 Udo Lattek FC Bayern München
1987/1988 Otto Rehhagel SV Werder Bremen
1988/1989 Jupp Heynckes FC Bayern München
1989/1990 Jupp Heynckes FC Bayern München
1990/1991 Karl-Heinz Feldkamp 1. FC Kaiserslautern
1991/1992 Christoph Daum VfB Stuttgart
1992/1993 Otto Rehhagel SV Werder Bremen
1993/1994 Franz Beckenbauer FC Bayern München
1994/1995 Ottmar Hitzfeld Borussia Dortmund
1995/1996 Ottmar Hitzfeld Borussia Dortmund
1996/1997 Giovanni Trappatoni FC Bayern München
1997/1998 Otto Rehhagel 1. FC Kaiserslautern
1998/1999 Ottmar Hitzfeld FC Bayern München
1999/2000 Ottmar Hitzfeld FC Bayern München
2000/2001 Ottmar Hitzfeld FC Bayern München
2001/2002 Matthias Sammer Borussia Dortmund
2002/2003 Ottmar Hitzfeld FC Bayern München
2003/2004 Thomas Schaaf Werder Bremen
2004/2005 Felix Magath FC Bayern München
2005/2006 Felix Magath FC Bayern München
2006/2007 Armin Veh VfB Stuttgart
2007/2008 Ottmar Hitzfeld FC Bayern München
2008/2009 Felix Magath VfL Wolfsburg
2009/2010 Louis van Gaal FC Bayern München
2010/2011 Jürgen Klopp Borussia Dortmund
2011/2012 Jürgen Klopp Borussia Dortmund
2012/2013 Jupp Heynckes FC Bayern München
2013/2014 Josep Guardiola FC Bayern München
2014/2015 Josep Guardiola FC Bayern München
2015/2016 Josep Guardiola FC Bayern München
2016/2017 Carlo Ancelotti FC Bayern München
2017/2018 Jupp Heynckes FC Bayern München
2018/2019 Niko Kovac FC Bayern München
2019/2020 Hans-Dieter Flick FC Bayern München
2020/2021 Hans-Dieter Flick FC Bayern München
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„Habt Ihr nur Scheiße im Hirn?“

Man muss sich immer wieder vor Augen halten, dass die Methode Magath eine grundsympathische ist. Sonst vergisst man das so schnell. Möglicherweise der Wunschtraum aller verklemmt-autoritären Fußballanhänger.

Vielleicht aber auch einfach ein.



Wobei die zweite Frage im Video ja berechtigt ist. Das hat noch nie jemand verstanden, seit es diese Zwillinge in der Bundesliga gibt. Es weiß allerdings auch niemand, warum ausgerechnet die Ersatzspieler, die gar nicht auf dem Feld stehen, diese beantworten können sollten.

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Minus mal Minus ergibt Plus (EA-Cover-Fluch)?

Möglicherweise wird Felix Magath doch als erster Trainer der Bundesliga mit drei verschiedenen Vereinen Deutscher Meister, denn wenn die Gleichung aus der Überschrift stimmt, ist sein EA-Cover-Fluch jetzt wieder aufgehoben. Er ist zum zweiten Mal auf dem Cover des EA-Fußball-Managers zu sehen, diesmal in der Version 11.

Wohin Mesut Özil wechselt, ist allerdings ab seit ein paar Tagen vollkommen gleichgültig, die medizinische Abteilung ist bei Real sicher genauso gut oder schlecht wie beim FC Barcelona. Bei Werder Bremen oder bei Manchester United. (Bei Real oder Barcelona ist sie zwar sogar eher noch ein bisschen besser, das spielt aber nach dieser Entscheidung keine Rolle mehr).

Denn Mesut Özil ist auf dem neuen Cover von EA FIFA 11. Womit eine verheißungsvolle Karriere dunkle Wege nehmen und einen derben Knick erleiden wird. Später wird Özil noch ehrfurchtsvoll zu den immensen 23 Ligaspielen aufblicken, die Christoph Metzelder während drei Saisons für Real Madrid absolvierte.

Wenn Özils Antrag auf Anerkennung der Sportinvalidität durch sein wird.

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