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Schlagwort: MSV Duisburg

Bommer raus

Wie ich schon häufiger erwähnte, ist jetzt die Frage, was danach kommt. Bommer ist jetzt raus.

a) Was rufen MSV-Fans bei den nächsten Spielen?

b) Wer folgt Bommer?

Vor allem b) sollte man sich überlegen, bevor man a)s Vorarbeit leistet.

Nichtsdestotrotz sind Äußerungen von Geliebten von MSV-Spielern, die Bommer eines Trainings „wie in der Kreisliga“ bezichtigen, nicht unbedingt dazu angetan, Bommers Trainerfähigkeiten zu überschätzen. Bommer hatte weder Charisma noch besondere taktische Rafinesse. Seine offensichtliche, vor allem taktisch-strategische Unzulänglichkeit — Spieler motivieren kann schließlich fast jeder — war schon so lange nicht mehr zu übersehen, dass man sich ohnehin fragen musste, warum Hellmich diese vermeintlich brüderliche Freundschaft mit Bommer pflegte.

Jetzt wäre also der richtige Zeitpunkt, beim MSV neben dem neuen Stadion auch mal fußballerisch etwas aufzubauen. Z. B. mittels eines Trainers vom Schlage eines Ralf Rangnicks, Geld wie Hopp Heu hat man schließlich auch hier im Hintergrund. Geld schießt keine Tore. Aber Training mit Verstand bringt Punkte. Und Trainer, die solches leisten können, gälte es dann zu finden. Dafür bräuchte man aber jemanden, der einen Trainer weder nach Sympathie noch nach Gefügigkeit auswählt.

Noch vor jedem Spielerkauf ist ein Trainer schließlich das wichtigste Glied der Kette. Das schwächste, sagen viele, was aber nur zutrifft, wenn die Übergeordneten Hire & Fire als Prinzip ausrufen, weil ihnen sonst nichts einfällt.

Ich hasse diesen beschissenen Satz aus irgendeiner Werbung zwar, aber: Erfolg ist die Summe richtiger Entscheidungen.

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Handball aus dem Lehrbuch

Wer bei der Überschrift zunächst an ein Spiel denkt, in dem sich eine Mannschaft im und kurz vorm eigenen Strafraum einigelt, während die andere, wie man es in einem solchen Fall vom Handball kennen will, um den Strafraum herumspielt, und auf eine günstige Abschlussposition lauert, liegt falsch.

Christian Heidel, Manager beim FSV Mainz 05, beschwert sich stattdessen mit diesen Worten über ein vermeintliches Handspiel des Duisburgers Grlic in der Partie gegen seinen Club:

„Das ist ein klarer Strafstoß, der spielt Handball, wie im Lehrfilm, ich habe so was noch nicht gesehen.“

Da darf man fragen, was Heidel denn in den letzten Jahren so gemacht hat, wenn sein Club gerade spielfrei hatte. Und ganz besonders, was er am 22. Juni 1986 gemacht hat, wenn er so etwas noch nicht gesehen hat.

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Kolorit, lokaler

Die Stehpinkler vom Runden Leder haben etwas ausgegraben, was definitiv hierhin gehört hätte: Peter Közle singt mal wieder Düssbuach. Und auch wenn das schöne Lied mit dem schönen Text (siehe dort) inzwischen von einem neuen „Klassiker“ abgelöst wurde: „Düssbuach“ ist immer wieder schön zu hören. Also. Sofern man das Glück der westlichen Geburt hatte.

Wo sind eigentlich die Tiefflieger hin und warum wird meine Wäsche nicht mehr schwarz, wenn ich sie zum Trocknen ins Fenster hänge? Warum muss ein Oberbayer eine Düssbuacher Hymne singen? Und Bülent Akşen war übrigens ganz nett, als ich ihn während der EM 2004 (oder war es die EM 2000? EMs haben den Hang, verschwommen zu werden im Nachhinein) leicht angeheitert im Finkenkrug fragte, wie man eigentlich Stadionsprecher beim MSV wird. „Man fragt einfach.“ So einfach ist das. Sein Nachfolger tut mir immer noch weh, wenn er wieder seinen Autoverkäufer- wahlweise Versicherungsvertretercharme auflegt, der so gar nicht nach Düssbuach passt.

Guten Tag.

(Hallenhandball ist schon lange nicht mehr. Und OSC steht für „Olympischer Sport Club“ – zur Eröffnungsfeier des Tages …)

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Da bekommt das Wort Kartoffelacker eine ganz ursprüngliche Bedeutung

Und wieso der MSV Duisburg so heimschwach wie Tasmania Berlin ist, ist jetzt auch geklärt:

[photopress:die_frische_haben_wir_ihre_wochenmaerkte.jpg,full,centered]

Unklar bleibt, wieso der Gegner es schafft, auf demselben Steckrüben- und Weißkohlacker Tore zu erzielen und zwar meist genau eins mehr als der MSV.

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Hattrick-Rekordhalter Kahn

Wenn er in Kürze abtreten wird, werden die Zeitungen wieder überquillen vor Lobpreisungen des Herrn (hier: Kahn) und vor gezolltem Tribut an seine Lebensleistung. Gespickt mit Titeln und anderem Brimborium werden wir alles darüber erfahren, was der werte Oliver in seiner ganzen Karriere so erreicht hat.

Eins wird allerdings an den meisten Orten und in den meisten Artikeln fehlen: Dass Oliver Kahn immer noch der Rekordhalter in der Rubrik „schnellster kassierter Hattrick aller Zeiten in der Bundesliga“ ist. Am 27. August 1991 bekam er nämlich noch in Handschuhen des Karlsruher SC drei Stück von Michael Tönnies — wie man so schön sagt — eingeschenkt. Eins in der 11., eins in der 12. und eins in der 16. Minute. Schnellster Hattrick der Bundesliga-Historie und Bananen-Olli war dabei. Insgesamt summierten sich die Gegentore an jenem Tage auf 6, von welchen immer noch 5 ebenjener Michael Tönnies erzielte. 6 Gegentore für Oliver Kahn und man kann sich vorstellen, dass der Busfahrer auf der Rückfahrt die ganze Zeit mit einem komischen Gefühl im Nacken fuhr, man möchte es fast ins DSM-IV aufnehmen und mit dem Etikett „heikoherrlichitis“ versehen. Geht aber nicht, denn um Krankheiten zu definieren, muss man erstmal wissen, was eigentlich der gesunde Zustand ist. Unmöglich bei Oliver Kahn.

Lizas Welt geht voran mit dem Abgesang, allerdings in ordentlich Dur.

PS: Als noch fehlendes i-Tüpfelchen auf seiner Karriere bezeichnet Kahn selbst übrigens ein erzieltes Tor. Klar schimmert hier das Vorbild Lehmann, aber auch das Vorbild Rost durch, und wenn Kahn nicht so ein Rumpelfüßer wäre, hätte er auch damals den Strafstoß gegen Chozebus verweichselt. Hat er aber nicht, weshalb er immer noch auf sein erstes Bundesliga-Tor warten muss und derena Gelegenheiten werden immer weniger. Dieser Druck, unmenschlicher. Kann sich ja keiner vorstellen.

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Der einfache Weg, es allen Recht zu machen

ist Scheiße!
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Die Sonne ist eine Scheibe

Heute diese meist lesenswerte Rubrik auch mal hier:

Astronomie-Freistoß des Tages.

Wobei man mir gerne noch erklären darf, was ptolemäisch bedeutet, auch wenn man es sich angesichts des dort vorhandenen Textes denken kann. Ich hoffe übrigens, dass Energie Cottbus‘ drüben erwähnte erfolglose Serie nicht ausgerechnet heute endet, wenn ich dabei bin.

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Wan-Tatsch-Fußball

Früher kamen Entwicklungen und Trends aus den USA mit fünf Jahren Verspätung hier an, jene aus Großbritannien ungefähr ein Jahr nach ihrer Entstehung. Zu Zeiten von wuwuwu und damit einhergehenden Möglichkeiten haben sich diese Abstände dramatisch verkürzt.

Außer beim Fußball.

Da spielt die Bundesliga noch mit Libero (Nürnberg, Duisburg) und hält den Ball so lange, dass das Großhirn gar keine andere Wahl hat, vorm Stream sitzend auf Stand-By zu schalten, eine Einrichtung, die man auch unter der Bezeichnung Schlaf kennt.

Gestern das Spektakel im Namen Guiseppe Meazzas hingegen war großes Golf und man darf die Frage stellen, wieso so etwas mit 20-Jährigen schaffbar ist, welche hierzulande erst noch in die Provinz zum Lernen geschickt würden, statt sie direkt an Ort und Stelle und vor allem mit den eigenen Methoden zu verbessern um sie schlussendlich dazu zu verwenden, wofür man sie zu sich geholt hat: um den bestmöglichen Fußball zu spielen.

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Essay eines Spieltagsquickies

Man kennt das bequeme, faule Bloggen, indem man einfach ein paar Quickies einfügt und den Leser auf die Leserreise zu anderen Orten schickt. Hier machen wir das ganze mal ebenso quick, aber ohne Links.

Welche Themen wir ab diesem Spieltag nicht mehr diskutieren müssen

- Ob Berti Vogts wenigstens dort, wo man ihn nicht versteht, Erfolg haben kann (der sog. Rehhagel-Effekt)
- Ob man nach freds Äußerung zum letzten Spieltag eigentlich nur noch jedes Mal über Duisburg lachen kann
- Was Thomas Doll im Amt hält (Punkte), obwohl er doch so offensichtlich eine einzige Phrasendreschmaschine, Ausführung Kumpeltyp, ist
- Wie wertvoll ein „Aggressive Leader“ für eine Mannschaft sein kann, besonders in der Schlussphase einer Partie in der Allianz-Arena
- Ob Totgesagte wie Benjamin Auer länger leben
- Was Michael Henke nach seiner Zeit bei Bayern machen wird (egal)
- Ob Manuel Neuer wirklich der neue Bodo Illgner ist (nein, bald eher der neue Walter Junghans)
- Wer den besten Sport-Blog-Beitrag 2007 geschrieben hat (Oliver Fritsch)

Was wir allerdings weiterhin diskutieren müssen

- Wie viele Spiele Thomas von Heesen bis zum ersten Sieg als Nürnbergs Trainer brauchen wird
- Ob 16 Tore in 9 Partien nicht wirklich ein bisschen wenig sind und evtl. sogar Unglück bringen könnten
- Ob Jan Koller in Zukunft vor Partien nicht einen Einlauf machen sollte
- Ob die Radiokonferenz wirklich justiziabler Täuschungsversuch am Rezipienten ist
- Ob eine Torkamera oder ein Strafraumschiedsrichter den fälschlicherweise den Bayern zugesprochenen Einwurf richtigerweise dem HSV zuerkannt hätte
- Warum ich solche Flaschen beim kicker-Managerspiel (classic) gekauft habe, die nur dann gut spielen, wenn sie eingewechselt werden, bei Einsatz von Beginn an aber kläglich versagen
- Ob die Abschaffung der Sportschau dazu führen würde, dass kommende Generationen nicht mehr so an den Fußball angefixt würden wie wir und stattdessen Klavierspielen lernten, Rudern gingen, Theaterstücke schrieben oder vielleicht thailändisch kochten und sich mit Freunden träfen

(Man merkt, so ein Hingewerfe von Stichworten und Halbsätzen macht nicht satt, deshalb ist dieser Versuch hiermit auch wieder beendet.)

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„MSV-Macher“ Hellmich und seine Megalomanie

Man erinnert sich dunkel an einen gewissen Gerhard Schröder, der auch dachte, die Regierungsbildung liefe nur über seine Person. Es kam dann alles ganz anders, und auch beim MSV wird der Verein nicht in der Versenkung verschwinden. In der zweiten Liga möglicherweise, aber doch nicht gänzlich aufhören zu existieren.

Wenn ich die Lust verliere, geht der MSV den Bach runter. Mehr Menschlichkeit, wie ich dem Klub entgegenbringe, geht gar nicht.

Das falsche „wie“ lassen wir unter Lokalkolorit durchgehen, dass er dem Klub „Menschlichkeit“ entgegebringt, mag vielleicht im Vergleich zu Michael A. Roth zutreffend sein, ansonsten braucht so ein Verein ohnehin nicht in erster Linie Menschlichkeit, sondern Erfolg und Fundamente, die eben nicht zusammenbrechen, wenn nur ein Kopf („Mäzen“) die Lust verliert.

Hier outet sich Hellmich also von selbst als jemand, der unfähig ist, Strukturen zu schaffen, die unabhängig von ihm funktionieren. Wir haben nichts anderes erwartet.

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KFC Uerdingen: Vielleicht doch nicht ganz so ewig, sein 7:3

Das Spiel selbst wird „ewig“ bleiben, der Klub vielleicht nicht. Wie Herr Wieland berichtet und ich selbst ebenfalls kürzlich erwähnte, steht der KFC Uerdingen kurz vor der Pleite. Bis zum 15.1. müssen 150.000 Euro aufgetrieben werden. Dazu haben sich ein paar selbsternannte Retter eine Aktion ausgedacht, bei der 1000 Personen jeweils 100 Euro spenden sollen, der Rest des Geldes soll durch die Erlöse zweier Freundschaftsspiele zusammen kommen. [1] Die Url dieser Gruppe von Leuten lautet Tradionsretter.de, was mich irgendwie kaum von den Socken haut. Nur weil etwas Tradition hat, muss man es noch lange nicht bewahren. Außerdem bin ich der Auffassung, dass man die 100.000 Euro lieber mir spenden könnte statt so etwas Abstraktem wie einem Fußballverein, dennoch unterstütze ich die Aktion mit einem Verweis auf selbige, nicht ohne mir zähneknirschend einzugestehen, dass ich ohnehin nicht so viele Fans habe wie der KFC Uerdingen.

Also, auf, auf, gerade jetzt nach Weihnachten sitzt das Geld doch so locker, und gespendet. Was sind schon 100 Euro gegen die Qualen, die die Fußballstadt Krefeld, die eigentlich ohnehin eine Eishockeystadt ist, seit Jahren erleidet und noch erleiden müsste, wenn es den KFC Uerdingen nicht mehr gäbe. Immerhin sah ich das erstes Profifußballspiel meines Lebens in jener Grotenburgkampfbahn, die als eins der wenigen Stadien noch seine Eigenheiten (eine Kurve gerade, eine Kurve kurvig) bewahrt hat.

Zu besagtem 7:3, kürzlich noch bei den 11 Freunden als das beste Fußballspiel aller Zeiten gewählt, gibt es heute in diesem komischen Anachronismus namens Fernsehen ein „Special“, ab 16.45h im WDR, das von der FAZ als außerodentlich sehenswert empfohlen wird.

Nicht ganz so hörenswert dazu ist die Audiogalerie in der ARD, in der Wolfgang Funkel und Karl-Heinz Feldkamp jeweils äußerst knappe Statements zum Spiel abgeben. Trainer Feldkamp sagt, dass die Strategie vor allem daraus bestand, „alles zu geben, den Gegner 90 Minuten lang zu beschäftigen“.

Spielt Galatasaray nicht Champions League?

[1] Wer auf die Idee gekommen ist, ausgerechnet die beiden größten Zuschauermagneten der hiesigen Steppe, den MSV Duisburg und Rot-Weiß Oberhausen, als Rettungsgegner zu verpflichten, der … möge sich doch mal bei mir melden, er könnte mir eventuell bei der Doktorarbeit zum Thema „Verzerrte Wahrnehmungen, Realiätsentfremdung und Wunschdenken unter Fußballanhängern“ weiterhelfen.

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Letzte Gelegenheit

Es gibt sicher den einen oder anderen, der ganz weit unten in sich drin ein wenig Verständnis für diese dumme Aktion von Idrissou aufbringen kann:

Rote Karte: Idrissou – Tätlichkeit (MSV Duisburg)
Kahn hat den Ball fest in den Händen, ehe Idrissou dem Münchner in die Beine tritt. Rot!

Wir natürlich nicht.

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