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Monat: August 2008

Leder Schlussmann

Der Indirekte Freistoß bemerkte, dass Menschen, die über Fußball schreiben, oft eine andere Sprache benutzen als jene, die ihn spielen. Sein Beispiel war „Schlussmann“, ein Wort, das jeder versteht, aber tatsächlich nie jemand benutzt.

Dass Medienleute immer Worte benutzen, die sonst keiner in den Mund nimmt: ein Schlussmann! Kann man sich folgenden Dialog im Alltag vorstellen? „Spielen Sie Fußball?“ „Ja, ich bin Schlussmann.“ Oder so: „Papa, bitte schenk mir zu Weihnachten Handschuhe, der Trainer hat mich als Schlussmann aufgestellt.“

Ich frage heute also nach weiteren Beispielen, Schwarm-Wissen ist gefragt. Welche Begriffe ìm Fußball kennt Ihr noch, die man liest und hört, die man aber gleichzeitig selbst nie benutzen würde?

Ich lege vor mit dem wirklich unangenehmen Beispiel des Reporters in Bremen von 90elf, der offensichtlich das Wort „Ball“ nicht zu seinem Wortschatz zählt. Ständig fabulierte er am letzten Spieltag etwas davon, dass Spieler xy das „Leder“ hier- und dorthin bewegt hatte, oder dass das „Leder“ in jene oder diese Richtung unterwegs war. Im realen Leben habe ich noch nie gehört, dass jemand von mir verlangte, ihm das „Leder“ zuzuspielen oder es aufs Tor zu schießen. Also, wir haben:

  • Schlussmann
  • Leder
  • Übungsleiter
  • (weites) Rund
  • Unparteiischer
  • nesteln
  • Karton
  • Rekordmeister
  • in die Maschen
  • Nickeligkeiten
  • Remis
  • Filigrantechniker
  • Sechzehnmeterraum
  • Mann in schwarz
  • Arschkarte
  • Stoßstürmer
  • Aluminium
  • Flankenlauf
  • eklatant
  • Youngster
  • fulminant
  • Spielgestalter
  • Anspielstation
  • Mittelfeldstratege
  • Pausentee
  • Kugel
  • Protagonisten
  • Spielgerät
  • Kreativabteilung
  • (heimisches) Geläuf
  • Offensivabteilung
  • Spielleiter
  • Torwächter
  • Mittelfeldmotor
  • Wasserträger
  • Nahtstelle der Viererkette
  • Querbalken
  • Querlatte
  • Königstransfer

Zu gewinnen gibt’s wie (fast) immer nix, die Liste wird minütlich aktualisiert. Los geht’s.

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19-21h im Internet, bitte passende Kleidung mitbringen

Internet ist doch ein einziges Trainingsgelände.

sagt die Frau mit dem Allerweltsnamen und vielleicht hat sie recht. Vielleicht aber auch nicht. Jetzt, da jeder Hansel, der Internetzugang und möglicherweise sogar einen Computer hat, ins Internet reinschreiben darf, sind die Dinge eben genau kein Trainingslager mehr, sondern ein Tag der offenen Tür. Und Tage der offenen Tür sind vor allem dann peinlich, wenn sie öffentlich stattfinden. Geht bitte nach Hause, Danke.

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Asche zu Asche Kunstrasen

Man sollte ja nicht annehmen, dass Leichtathleten immer auf Tartanbahnen laufen. In meinem — eine ebenfalls vom Aussterben bedrohte Vokabel — „Heimatverein“, in welchem ich zunächst eine bis zwei Saisons in der Leichtathletikabteilung verbrachte, bevor ich rechtzeitig zur zweiten E-Jugend-Saison zur Fußballabteilung wechselte, lief man auf Asche.

Asche zu soundso.

Asche, es staubte im Sommer, es staubte nicht im Winter, es war hart, die immer noch jungen Gelenke schienen bis ans Äußerste strapaziert zu sein. Speerwerfen, Disku(r)swerfen, Hürdenlauf, Weitsprung, Hochsprung, Stabhochsprung (okay, dabei brachte ich es kein einziges Mal zu einem gültigen Versuch), 400m, 100m, 200m, und so weiter und so bekannt, gerade jetzt, kurz nach Peking aka Beijing 2008.

Allerdings liefen nicht nur die Leichathleten ihre Runden und Sprints auf Asche, auch die Fußballer mussten mit selbigem Belag vorlieb nehmen. Es staubte im Sommer, es staubte nicht im Winter, aber gefrorene Asche war seltsamerweise noch unfreundlicher zu auf sie herabstürzenden Hautpartien als staubige Asche. Man konnte später Stunden damit zubringen, einzelne Pokelexperimente an unter der Haut befindlichen Elementen des eigentlichen Sportplatzbelags durchzuführen, man konnte sogar stundenlang in einer Badewanne (Witze bezüglich des Nachnamens des Trainers und dieses Themengebietes erübrigen sich, da der Verfasser dieser Zeilen schon mit allen Witzen, die es überhaupt in diesem Zusammenhang gibt, mehr als ausreichend konfrontiert worden ist und Witze, die jeder an einer bestimmten Stelle machen würde, sind einfach nicht mehr lustig, es sei denn, man hieße selbst Louis de Funès oder Pierre Richard) rumsitzen und sich damit beschäftigen, die Tiefe der eigenen Haut sowie Wege zu erkunden, wie man solche Partikel wieder an die Oberfläche bringen könnte oder konnte.

Der Platzwart wechselte alle paar Saisons, eins sah man ihn (von wem auch immer gespielt) ständig tun: Den Platz im Sommer zu wässern. Das war sehr sinnvoll, denn auf einem Ascheplatz wachsen so viele kleine, zarte Pflänzchen heran, die Durst haben, dass man einen Ascheplatz eben ständig wässern sollte, um ihn wachsen und gedeihen zu lassen.

Es gibt einen unverwechselbaren Geruch, so wie Gerüche immer unverwechselbarer sind als optische oder haptische Impressionen, der von einem Ascheplatz im Sommer ausströmt: er riecht nach Asche. Asche, das wissen die Leser wohl, ist keine Asche von einem Brand oder von einer Zigarette, sondern irgendein undefinierbares Irgendetwas, was man aus den Bergwerken dieser Region herausgeholt hat, womit man dann nix anzufangen wusste und deshalb begann, es auf Sportplätzen zu verteilen. Zeitweise hielt sich auch das Gerücht, dass ebenjene Asche krebserregend sei, besonders, wenn man sie im Körper beließe, weshalb es tatsächlich zu Szenen im heimischen Badezimmer (hier Baade-Witz einstreuen) kam, in denen meine Mutter meine Knie kontrollierte, ob sie denn nach der Partie auch tatsächlich krebserregende-Stoffe-frei seien, was in den allermeisten Fällen der Fall war.

Es staubte im Sommer immer ordentlich, da konnte der Platzwart so viel wässern, wie er wollte, wenn 32°C und dieser Atomreaktor namens Sonne auf die Asche einwirkten, war sicher, dass jeder den Ball führende Spieler eine dicke, atomhafte Staubwolke hinter sich herziehen würde. Die spürte zwar nicht der ihn verfolgende Verteidiger, dafür war er — so es gut lief — zu nah, aber die nachfolgende Gesellschaft würde dann schon merken, vor allem in ihren Atemwegen, was sich Sekunden zuvor dort ereignet hatte.

Es holperte und stolperte und holperte und stolperte, so war Asche. Auftupfing at its best, immer hoch, immer weit, irgendwie kacke, aber so war es dann nun mal. Es roch nach Asche, es schmeckte auch nach Asche, sogar fühlte es sich nach Asche an.

Doch dann, eines Tages, fuhr ich mit meinem Renault Megane am alten Spottplatz vorbei und sah: Der Platz ist umgegraben. Es gibt keinen Grund mehr, auf Asche zu zählen, es ist neuerdings ein Kunstrasenplatz. Es ist neuerdings ein Kunstrasenplatz. Es ist neuerdings ein Kunstrasenplatz. Ein Kunstrasenplatz. Da braucht man keinen Platzwart mehr. Widerlich, sowas.

Asche, es staubte im Sommer, es staubte nicht im Winter.

Ich weißle, ich weißle.

Ein Meister aus Kunstrasen.

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Dumm, dümmer, Trainer Baade

Hatte ich dereinst über Ailton gelästert, der inzwischen so weit gediegen ist, dass man eigentlich nicht mehr über ihn lästern darf (wo zur Hölle ist Altach? Und wer zur Hölle nennt einen Fußballclub „Cashpoint SCR Altach“? Für Ailton allerdings wahrlich der richtige Club.), und zudem möglicherweise gar nicht so ist, wie er wirkt, darf ich mich nun selbst einreihen bei jenen, die blöd sind. Ailton wurde zwei Mal an der selben Stelle geblitzt — am selben Tag. Mir ist nun das gleiche Kunststück gelungen, allerdings nicht am selben Tag, sondern mit Abstand von zwei Jahren. Trotzdem blöd, der Baade. Spenden bitte aufs übliche Konto.

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Ausgesch …

Die gar nicht klammheimliche Freude über die Demonstration der Beschränktheit des Unaussprechlichen und seiner seelenlosen Kompagnons währt nur kurz, bis plötzlich wieder einfällt, dass man heutzutage ja gar nicht mehr ausscheiden kann. Man verliert zwar den direkten Vergleich, statt dann unter der Woche auf dem Sofa sitzen zu müssen, landet man aber einfach im nächstbesten Wettbewerb. Als ausscheiden noch ausscheiden war, früher, ad lib, verweichlichter Wettbewerb, verhätschelte Sicherheitsgesellschaft, wen soll schon nur halbes Scheitern begeistern?

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Horizontal, vertikal, scheißegal

Zeit meines Lebens habe ich Probleme mit links und rechts. Hier links abbiegen. Nein, das andere links. Ah, ja. Natürlich, natürlich, ich meinte auch das andere links. Mit oben und unten passiert das nie, mit links und rechts allerdings ständig, wenn auch nur in Druck- (unmenschlicher), Stress- und ähnlichen Situationen.

Dasselbe Schicksal ereilt mich, wenn es um horizontal oder vertikal geht. Dabei ist das mit horizontal und vertikal ja eigentlich viel einfacher als die Sache mit links und rechts. Hinterm Horizont Unter einem Horizont kann ich mir jederzeit etwas vorstellen und ich weiß auch, wie er sich normalerweise auf meiner Netzhaut repräsentiert: gerade. Also eben. Horizontal gerade eben. Unter einem Links an sich kann ich mir wenig vorstellen, und dass Rechts irgendein Verwandter von Recht sein soll, hilft mir in den Zehntelsekunden, in denen derlei Entscheidungen gefällt werden müssen, bei weitem nicht so viel wie das Adjektiv zu Horizont.

Das erschwert die Problematik.

Horizontal, das wird mir fast immer sofort klar. Vertikal wird mir nur dann überhaupt klar, wenn es zusammen mit horizontal verwendet wird. Sozusagen das andere Links im Bezug auf horizontal. Diese gleichzeitige — für mein Hirn zur ordnungsgemäßen Verarbeitung der Begriffe unablässliche — Verwendung von horizontal und vertikal ist seit dem Ende des Märchensommers 2006 in diesen Breiten deutlich zurückgegangen. Es wird fast nur noch vertikal alleine benutzt, und dann streikt mein Hirn immer bei dem Versuch, mir vorzustellen, wie vertikales Spiel denn aussehen soll.

Diese Schwierigkeit wird noch dadurch verschärft, dass ich mittlerweile beim Blick aufs Spielfeld meist den Blick der Fernsehkamera vor meinem geistigen Auge habe. Ich sehe das Spiel also nicht aus Spielerperspektive, sondern aus Fernsehkameraperspektive. Wo ist da jetzt horizontal? Horizontal ist doch da, wo die Sitzreihen anfangen, wo das Stadiondach der Gegentribüne entlang läuft und warum sollte man nicht in dieser Richtung Pässe spielen, die ja dann zwangsläufig entweder auf das eine oder das andere, sie es auch das eigene, Tor zulaufen würden. Ein Rückpass ist zwar nicht spannender als ein Querpass, außer wenn er zu kurz geraten ist, aber ob Rück- oder Quer ist jetzt gar nicht so entscheidend, denn jene Pässe, die in Richtung des gegnerischen Tores gehen, dürften sicher überwiegen.

Vertikal, das erinnert immer an vertikutieren, was man mit Rasenflächen sicher des öfteren tun sollte, vertikal erinnert an Kreuzworträtsel aus der FAZ, derer ich noch nie auch nur eines komplett zu lösen im Stande war, an Kreuzworträtsel allgemein, vor allem erinnert es aber an Wörter wie Vertigo, vertiefen, verteufeln, wertmindern und pferd, sofern man westdeutsch das p vom pf weglässt. Es sagt mir einfach nix. Wo soll das sein, dieses vertikal? Etwa in der Nähe von links? Vielleicht im zweiten Hydranten? Outer space, ganz hinten in der Galaxie?

Vertikales Spiel muss ein Begriff sein, der eingeführt wurde, um eine Kunstsprache zu erfinden, derer nur die Eingeweihten mächtig sind, zu denen ich nicht zähle. Man könnte es profan „nach vorne“ oder „zum Tor hin“ nennen, aber das würde ja nicht diese nebulöse Verwirrung in meinem Hirn auslösen, sondern klare Bilder erzeugen. Bilder von Spielern, die einen Pass zum gegnerischen Tor hin spielen, die die Gasse suchen und dann verfehlen, aber immerhin finden wollten, von Spielern, die alleine de Spil gewinne aufs Tor zurennen und dabei verdammt noch mal vertikal spielen und laufen, ohne dass mir bewusst wäre, dass da irgendjemand irgendetwas Vertikales machte.

Vertikal. Die Einführung dieses Ausdrucks ist doch eine bewusste Verhohnepiepelung all der anderen Rentner nebst meiner am Spielfeldrand, die nicht mal mit Fremdwörtern wie positiv, negativ, ein Drittel, zwei Drittel, objektiv, subjektiv oder Fitnesstrainer etwas anfangen können. Wir echten Fußballexperten hier, ihr Dumpfbacken dort. Elitäre Nomenklatur, die allein der Ausgrenzung dient.

Mir als Richtungslegastheniker bleibt somit nur noch eins. Darauf zu hoffen, dass es bald wieder heißt: „Gladbach spielt von links nach rechts in den dunklen Trikots, Hamburg von rechts nach links in den hellen Trikots.“ Dann ist alles gut.

Denn hell und dunkel, das ist einfach.

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Michael Hitzlsperger

:Nein, das wird nix.

Geh nach Hause. Zurück auf die Bank. Kusch, kusch.

Thomas Hitzlsperger hat doch tatsächlich, laut SPON, Michael Ballack und Torsten Frings den Kampf angesagt um Stammplätze im mittleren (manche sagen auch: zentrales dazu) Mittelfeld. Genauso könnte Gerhard Tremmel nun endlich den doch wohl verdienten Stammplatz im Tor der Nationalauswahl für sich fordern.

Hitzlsperger, you are wrong.

Das sind nun mal einfach zu viele Dinge, die gegen Dich sprechen. Kein Kopfballspiel, keine Geistesblitze, keine Genauigkeit in langen Pässen, keine guten Standards (außer diesen Schraubzwingen, die er ins Tor prügelt) und vor allem kein Standing in den Zweikämpfen, keine Körpersprache (die wäre wurscht, wenn der Rest da wäre) und eigentlich überhaupt nix außer 08/15-machine-gun-fußball. Das ist nun mal zu wenig. Das mag alles immer und immer wieder gegen Belgien, Estland oder sogar Finnland reichen, darüber hinaus kann man aber mit Hitzlsperger auf dem derzeitigen Fähigkeitenstand keinen internationalen Blumentopf (was heißt Blumentopf auf esperanto?) gewinnen.

Wo ist da die Spielgestaltung, das überraschende Moment, das irgendwas, was ihn mehr dazu qualifiziert, in der Stammelf der Nationalmannschaft zu sein als z. B. Piotr Trochowski, als z. B. den leider alternden Bernd Schneider oder den auch alternden, aber sich nicht verbessernden Tim Borowski?

Hitzlsperger kann einfach gar nix, außer ein Indianer zu sein. Das möglicherweise kann er gut, aber mehr auch nicht. Und es ist auch nicht so, dass er nicht später noch in eine andere Rolle hineinwachsen könnte. Charakterlich scheint er ein guter zu sein, ein echter Fußballer, den es interessiert, wie er sich verbessern kann. Da hat Hitzlsperger dann noch Einiges, womit er sich in den nächsten Jahren beschäftigen kann, am zweiten Weihnachtstag, wenn man seine Geschenke auspackt und merkt, das ist eigentlich alles nix für einen. Nicht mal das lustige Quartettspiel mit Kevin Kuranyi, Adenoid Hynkel, Heinz Erhardt und Stan Libuda, die dann alle doch nicht an der WM 2006 teilnahmen, anders als man selbst. Eine Nationalmannschaft aber, die auf dem derzeitigen Hitzlsperger aufbaut, ist eine Karikatur all dessen, was wir seit dem immer noch glücklich zustande gekommenen Wechsel 2004 erlebten.

Hitze, bleib bei deinen Leisten, Du Indianer.

PS: Böse Zungen behaupten, er habe die Hochzeit mit der Frau, die acht Jahre lang seine Lebensbegleitungsstewardess war, nicht aus dem Grunde abgesagt, weil er gemerkt hat, dass es „doch nicht so richtig passt“, sondern weil er nach x Jahren als Profi endlich gecheckt hat, welche Anziehungskraft Geld auf Frauen ausübt. Aber das weiß man hier nicht, das ist hier auch egal. Sein Geld kann er ja verschenken, an wen er will, aber bei seinen Leisten, da muss er bleiben. Gerade mit dieser äußerst braven Frisur, die nur schwerlich nicht als Sinnbild seines Fußballspiels zu sehen ist.

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Alter schützt vor Torheit nicht

20. September 1971.

Die Rede ist weder von Oliver Kahn noch von Jens Lehmann, sondern von Henrik Larsson.

Alter schützt also vor Torheit nicht.

Offensichtlich besonders nicht vor schräg in der Luft „liegend“ — wie man so schön sagt, doch runter kommen sie immer — erzielten Toren.

Solche außerirdischen, im Ausland erzielten Tore natürlich wie immer via 101greatgoals. Wenn man ganz ehrlich ist, ist jener Bart allerdings auch eine Torheit.

Dennoch: manche Spieler sollte man auch vier oder fünf Mal zum Rücktritt vom Rücktritt überreden.

Zu 2% vielleicht auch deshalb, damit immer noch Spieler aktiv und Torheiten-erfolgreich sind, die älter sind als man selbst. Aber höchstens 2%. Der Hauptanteil geht doch an die Liebhaberei.

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Jens Jeremies war ein Original

Im Getränkemarkt meines Vertrauens hing seit der WM 2002 ein Plakat der damaligen Nationalspieler, diverse Fotos von Ballack, Ramelow, Jeremies in Aktion, mancher von ihnen mit Trauerflor wegen des damals verstorbenen Fritz Walter. Natürlich auch Oliver Kahn, der Titan, wie er in seinem blauen Shirt mit seinen kurzen blonden Haaren irgendeine Deutschland-sucht-die-Superparade-Parade hinlegt bzw. sich selbst bei selbiger. Im Laufe der Jahre vergilbte das Plakat immer schneller und der eine oder andere Bubi, der dort seine nachmittägliche Dose Cola kaufte, wird mit so manchem Gesicht schon gar nix mehr anfangen können. Jens Jeremies? Marco Bode? Marko Rehmer? Wahrscheinlich nie gehört noch gesehen.

Letztens hat jemand das Plakat gegen eins von der „Euro 2008″ ausgetauscht. Eigentlich eine schöne Idee, Vergilbtseins Charme hat auch irgendwo seine Grenzen, doch offensichtlich hatte der Plakatherausgeber keine Rechte an den Originalbildern. Darauf nämlich auch zu sehen: Mario Gomez in Jubelpose. Man kommt nicht umhin, sich zu fragen, bei welcher Euro 2008 ein fröhlicher, jubelnder Mario Gomez aufgenommen worden sein soll.

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Der Kosmos zieht sich wieder zusammen, statt älter werden wir wieder jünger, merkt Ihr schon dieses Rumpeln und Ziehen?

Endlich! Fußball ist zumindest in Bezug auf die Rückennummern der Spieler wieder Fußball. Die FIFA schreibt vor, dass es bei Länderspielen nur noch Nummern von 1 bis 18 geben darf. Leider ist nicht festgelegt worden, dass die Anfangself auch nur die Nummern 1 bis 11 tragen kann.

Da der DFB irgendwelche Probleme mit rascher Beflockung hat, gab es gestern ein Phänomen zu bestaunen, das wir seit Jahrzehnten nicht mehr kennen: Keine Spielernamen auf den Trikots. Das ist toll. Demnächst bauen wir die Stadien wieder zurück, lassen uns bei der kleinen Schlägerei nach dem Spiel von bekutteten Fans erstechen und in ca. drei Monaten schon gibt’s wieder nur noch einen Ball pro Spiel und Stadion. Wenn den ein Zuschauer mal nicht rausrückt, geht’s eben nicht weiter. Nachspielzeit wird nicht mehr angezeigt und die Reporter machen tatsächlich Pausen beim Sprechen. Einziger Haken: ab in ca. 20 Jahren gibt es nur noch 4 oder 5 Spiele der Bundesliga in der Sportschau als Zusammenfassung zu sehen, der Rest wird lediglich per Ergebniseinblendung abgehandelt.

Besonders gespannt darf man auf die Zeit ohne Bundesliga — stattdessen mit Endspielen um die Deutsche Meisterschaft — sein: Wie das wohl sein wird?

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73% aller Unfälle passieren zu Hause

Besser, Sie sind nicht da.

Die Liste der lustigen Orte, an denen Fußballer oder im Fußball Beschäftigte sich eine Verletzung zuziehen können, wird nach Andreas Müllers tollem Stunt in der eigenen Garage um einen Punkt erweitert. Beim „Rangieren“ mit seinem Motorrad erlitt er eine Knochenabsplitterung und einen Bänderriss in der Schulter. In Kürze wird er operiert. Wie es dem Motorrad geht, ist nicht bekannt.

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