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Kategorie: Äh-ßerungen

„Gut, äh…“ und wer’s gesagt hat

Entwaffnend gute Frage

Es gibt keinen aktuellen Anlass, davon zu berichten. Es kam nur gerade in den Sinn, wie herrlich entwaffnend Kevin Kuranyi nach seinem Comeback in der Nationalelf sagte, dass er viel gelernt habe durch die Nichtnominierung für die WM.

Auf die Rückfrage, was er denn genau gelernt habe, antwortete er verschmitzt grinsend: „Gute Frage.“

Wünschenswert wäre, dass all die vor sich hin palavernden Gurus auch mal so ehrlich antworteten, wenn sie zu einem Fußballthema befragt werden. Am besten sollte man gar nicht mehr über Fußball sprechen, so lange man keine weiteren Erkenntnisse Loy’scher Qualität gewonnen hat.

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4-4-2: Freunde der Rechtschreibung

Aus der aktuellen „Four-Four-Two“:

„Bisherige Tuniere“

(Rechtschreibfehler aus dem Original)

Außerdem:

„Wenn Hitler 1938 einem Attentat zum Opfer gefallen wäre, würden nur wenige zögern, ihn einen der größten Staatsmänner der Deutschen, vielleicht den Vollender ihrer Geschichte zu nennen.“

Joachim Fest in der Four-Four-Two, dabei wird er allerdings ähnlich kritisch behandelt wie hier, weshalb ich mich auch ausdrücklich schäme. Zu viel heiße Luft, zu wenig Gehalt.

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Moderne Psychopharmaka und ein bisschen Selbstbetrug

In der Reviersport lesen wir:

„Er macht einen guten Job. Die Zusammenarbeit klappt wunderbar“, sagte Völler im Express-Interview über Löw.

Wirken die Tranquilizer endlich?

Außerdem äußert sich der kluge Völler über den Einstieg von „Großinvestoren“:

[…] Um diesen Status quo zu ändern, sollte man nach Meinung von Völler aber nicht den Fehler begehen, Großinvestoren in die Klubs zu holen: „Das könnte man. Aber man muss auch auf die Gefahr hinweisen. Was passiert, wenn ein Abramowitsch bei Chelsea von heute auf morgen aufhört? Dann bricht alles zusammen.“

Das ist zwar richtig, nur vergisst Völler dabei die eigenen Verhältnisse in Leverkusen. Man frage nach beim KFC Uerdingen, ehemals Bayer Uerdingen, einst Bundesligist, nun fast pleite in der Oberliga.

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Robert Enke wirft sich was ein

Bei uns ist es so, dass du als Torhüter ganz schnell Publikumsliebling werden kannst, wenn du dir nicht jedes Mal die Bälle selbst hinten rein wirfst.

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Wo man foppt, da lass dich nieder, böse Menschen foppen keine Spieler

Schon wieder wird Oliver Kahn vergessen. Er scheint wirklich auf dem absteigenden Ast zu sein. Während Philipp Lahm im Interview mit der Süddeutschen sogar den Michael Manuel Andrack der Bundesliga — Miroslav Klose — in seine Liste der „lustigen Menschen“ beim FC Bayern aufnimmt, fehlt ein Hinweis auf Kahn gänzlich.

sueddeutsche.de: Hat Sie Ribéry schon mal gefoppt?

Lahm: Nein, das traut er sich nicht.

sueddeutsche.de: Seine Streiche sind ja berühmt.

Lahm: Ribéry ist ein lustiger Mensch. Das macht schon Spaß. Aber genauso mit Luca Toni und Miroslav Klose, da kann man viele bei uns aufzählen.

Kann man. Ja, tut man aber nicht. Philipp Lahm, der alte Diplomat. Zu sagen, Klose ist lustig, aber Kahn nicht zu erwähnen, das reicht in der Diplomatenschule, um zu verstehen.

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Riskiert Jens Lehmann die EM?

Nein.

Jedenfalls nicht, wenn man diesem Beitrag des Kickers/kickers glaubt, ihm gleichzeitig aber nicht vertraut:

Lehmann sagte der ZEIT, dass er und seine Frau gerne „bis zum Sommer 2008 in London“ bleiben wollen. „Selbst wenn ich bei Arsenal nicht spiele“.

Meine Eingebungen zu diesem Thema hießen da:

  • Tottenham Hotspurs
  • FC Chelsea
  • FC Fulham
  • West Ham United

In Birmingham oder Portsmouth kann man bestimmt auch in London wohnend ein halbes Jahr spielen, ohne am Pendelstress Pendlerstress zu Grunde zu gehen.

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Das große Problem der Überbelastung

Treppenwitz der Woche:

„Durch ein drittes Sonntagsspiel könnte das Problem der Überbelastung deutscher Uefa-Cup-Vertreter gelöst werden.“

Wir leben schließlich im Zeitalter der Behauptungen. Wenn ein großer Kaiser, König oder zumindest Herzog irgendetwas behauptet, dann ist das auch so. Empirie, was kümmert uns Empirie, Erkenntnisse, was kümmern uns Erkenntnisse, wichtig ist, was der König für richtig empfindet.

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Kabinenkotzen

Herrlich, was Herr Pabst, von dem noch nie jemand zuvor gehört hat, der aber immerhin so expertis ist, dass er von der Süddeutschen interviewt wird, über Max Merkel (und dessen Erbe, Werner Saint Laurent) zu sagen hat:

„Was Max Merkel gepredigt hat, diente dazu, einen Fußballer frühzeitig in Rente zu schicken. Zuckerbrot und Peitsche. Einmal ganz lieb, und dann sehr hart. Zehnmal 200 Meter laufen, fünfmal 400 Meter, zweimal 1000 Meter und dann übergeben sich die Spieler vor der Kabine. Das macht man nicht. Da brauchen sie 14 Tage, drei Wochen, bis man sich wieder erholt.“

Eigentliche Quintessenz des Interviews ist aber, dass man — anders als das Gejammer von (ausgerechnet!) Huub Stevens, Ottmar Hitzfeld und Co. glauben machen soll — durchaus zwei Spiele in 48h durchführen könne. Nur müsse man dann eben genügend Grundlagenausdauer haben sowie regenieren, statt hart zu trainieren. Außerdem empfiehlt er unterschiedliche Trainingsinhalte je nach Alter des Spielers.

Unabhängig von der Frage, wie viele Spiele man innerhalb eines bestimmten Zeitraums sinnvoll bestreiten kann, spricht er noch dem einen oder anderen die nötige Ausdauer ab:

„… als Voraussetzung die Ausdauer. Das heißt, ein Fußballer muss 90 Minuten laufen können. Und das, habe ich manchmal den Eindruck, können nicht alle: Die sind nach 60 Minuten platt.“

Auch wenn ich schon länger kein popeliges Bundesligaspiel mehr über 90 Minuten live gesehen habe — und auch, wenn es „populistische Scheiße“ ist, über mangelnden Arbeitseinsatz der „Scheißmillionäre“ zu wettern — erstaunt schon, dass jemand, der die ganze Woche nix anderes zu tun hat, als sich auf ein Spiel am Samstag vorzubereiten, es nicht schafft, 90 Minuten lang ohne Konzentrations- und Kraftverluste Fußball zu spielen.

Schließen wir mit Mario Baslers Worten nach seinem Abschiedsspiel: „Ich war genauso fit wie während meiner Karriere: nämlich gar nicht.“

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Legendäre Halbzeitansprachen: Zwo Halbe

Weder der Rudi-Völlersche „Tick“ (den Michael Skibbe inzwischen übrigens in sein Sprachrepertoire übernommen hat) noch das Klinsmannsche „wo“ dürfen in einer garantiert wirksamen Halbzeitansprache fehlen. Das „schnelle Umschalten“ muss genauso angesprochen werden wie der „Wille“, das „Verschieben“ und natürlich die „Konzentration“.

[photopress:zwo_halbe.jpg,full,alignleft] Die Zutaten „mehr über die Außen“ und „folg ihm bis aufs Klo“ sind seit einiger Zeit von der WHO als eher ungesund identifiziert worden und fehlen in aufgeklärten Zeiten demgemäß. Nun aber zum Wortlaut jener Rede, die in Fußballerkreisen unter dem Stichwort „Zwo Halbe“ nur kurz hinter der „Scheißdreckrede“ und der „Flasche leer“ firmiert:

„So, Jungs, gute Leistung, verdiente Führung, [Im Hintergrund: ‚Zwei Tore Unterschied‘] weitere Chancen, die hatten ‚zwo Halbe‘.

Also insofern, ham wer das umgesetzt. Vor allen Dingen schön, dass wir in der Mitte viel laufen.

Robert, starke Zweikampfbilanz, ja? Weiter viel gelaufen, zurückgelaufen. Und äh … deswegen kamen dann auch die Chancen eben, gut übergeben, ja, und hatten dann auch immer noch n Bein dazwischen: ’s war okay.

Alex, musst, musst mehr reinschieben, wenn der Ball da drüben ist, lass den Mann hier stehen.

[Spieler: Ja gut, aber dann spielt er außen dem an, der ist ja tot da außen, der macht ja gar nix.]

Aber in der Mitte ist dann, ist dann n Loch.

[Spieler: Besonders … ja.]

Is n Loch und …

… dadurch, dass wir zum Ball verschieben, haben wir oft Situationen, wo wir doppeln oder zu dritt auffen Ballführenden gehen, drei gegen zwei, deswegen: Mitschieben …

[Spieler: Ja klar, ich weiß schon was du meinst. Jaja, schon klar.]

… und wenn der Ball dann wechselt, dann müssen wir wieder schieben, wir machen das alle, das müssen wir zu elft machen. Gilt auch für die beiden … Stürmer.

Ihr müsst mal aufpassen, wenn der Ball auf der Seite ist, dass ihr beide auch auf die – wenn die den Ball haben! – dass ihr beide dahin lauft, dann ham die keine Anspielstation außer dem Torwart. So haben wir übrigens das Tor gemacht, indem wir schnell den Ball gewonnen haben, und sie unter Druck gesetzt haben.

Dass ihr das noch mehr macht, das sind nur n paar Meter, die manchmal fehlen. Wenn der Tim noch zu weit auf der Seite hängt oder der Akki, ja? Wenn ihr da noch, einfach nur den Weg zumacht. Da stehen, ja? Oder drauf lauern. Das müssen wer, das müssen wir noch n Tick besser machn. Und dann kommen wir noch, noch schneller an das Tor, ich hab gemerkt, die spielen sehr offensiv und spielen hinten rum, aber … durch n paar geschickte Bälle kommen wer gut vors Tor.

Hinten rum braumer net groß spielen. Da gehen die halt drauf.

Das müssen wer net, […] muss man ganz ehrlich sagen, jetzt auch gegen die, ähm, schnell nach vorne spielen, das ist unser Spiel.

Lasst die doch den Ball haben, lasst die doch hinten rumspielen, juckt mich doch nicht. Im Mittelfeld, im Mittelkreis, da wollen wir den Ball gewinnen. Schnell nach vorne, da machen wir unsere Tore, ham wer jetzt schon die ganze Zeit gemacht, dann klappt’s auch wieder.

Ballbesitz, interessiert nicht. Lass die 80% Ballbesitz haben, juckt nicht, mich stört das nicht, ihr habt die besseren Chancen.

Fürn Flagge, eben Titschi … aber die ersten beiden. Sozusagen zwo …

[Spieler: Ich hab mich beinah […]]

[Spieler: Kommt noch.]

[Spieler: Stinken, die Schweine.]

Mit links hatter geklappt, gell?

[Spieler: mehrfach unverständliches Gebrabbel]

Das fehlt uns noch so, dass wir sozusagen aus jeder Situation, dieser Instinkt, aus jeder Situation n Tor machen, ja? Das machn wer noch zu wenig. Also manche Bälle mal zu schlampig oder ned die nötige Konzentration oder vielleicht fehlt manchmal auch der Wille, ja, von Anfang an waren so n paar Gelegenheiten, wo wir den Ball gewonnen haben, da kam der Ball, also zu, zu lang gebraucht, schnell umschalten, schnell den Weg in die Spitze suchen, wenn der Ball dann mal ned ankommt oder zu lang …“

Und hier geht’s zum selben Text in der gesprochenen Version, bekanntermaßen ist der Urheber jener Rede möglicherweise nicht mehr lange Trainer. Um es mit Berti Vogts zu sagen: „Vielleicht ist der Büblingshauser Fußball zu erfolgreich.“

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