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Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

FC Bayern, Weltmeister in Europa

Das ist Weltrekord in der Türkei.

Vielleicht liegt es daran, dass man schon so viele schale Endspiele gesehen hat, bei denen der Hype vorher ähnlich groß war, und man dann auf die erste Torchance bis zur 27. Minute wartete, die Partie hernach durch ein Tor zum 1:0 in der 54. samt anschließendem Komplettvermauern des eigenen Strafraums entschieden wurde, dass die Begeisterung über dieses Fußballspiel so groß war.

Mit großer Verwunderung las man davon, dass mancherorts die Partie als „spielerisch bieder“ bezeichnet wurde. Mit Verlaub, da haben Sie ein anderes Spiel gesehen als ich. Wenn spielerisch unbieder und somit attraktiv nur bedeutet, dass alle Passstafetten stets funktionieren, landet man in der von vielen zurecht beklagten Langeweile durch Perfektion des spanischen Spiels bei der EM 2012 (mit Ausnahme des Finales).

Das hatte diese Partie ganz und gar nicht. Eher war dieses extrem hohe Verteidigen der Dortmunder eine Offenbarung: Da hat jemand Maßnahmen im Köcher, die selbst die derzeit beste Mannschaft der Welt, die, nur zur Erinnerung, in zwei Spielen 7:0 gegen den FC Barcelona gewann, in Verlegenheit bringen und irgendjemand beklagt sich über spielerische Biederkeit? Wie gut soll Fußball denn noch werden?

Denn dieses Finale bringt zumindest den Autor an den Rand seiner Vorstellungskraft. Sepp Maier war es, der 1972 nach dem deutschen 3:1 in Wembley dachte: „Besser kann man nicht mehr spielen“. Und dieses Zitat wird jetzt ausnahmsweise nicht gebracht, um über den Maier Sepp zu spötteln. Es wird immer verständlicher, wie man in seinem Gedankengefängnis der Gegenwart festsitzt und sich partout nichts Anderes, dieser Spielweise noch Überlegeneres vorstellen kann. Und dennoch wird es so kommen, dass dieser Fußballsport in 20 Jahren wieder einen weiteren Schritt gemacht haben wird. Wie gesagt ohne, dass man sich hier vorstellen kann, wie das aussehen könnte.

Apropos „überlegen“ — das waren die Dortmunder ja nur in den ersten 25 Minuten, bis der Schiedsrichter ein Zeichen setzte, sich in eine Passkombination einschaltete, den Ball und für den Rest des Spiels auch das Dortmunder Spiel bremste. Die Bayern ein völlig verdienter Sieger, denn Matchplan und -taktik hin oder her: Wer Gomez und Schieber, die beiden Eingewechselten, vergleicht, weiß, wo den BVB ein wenig der Schuh drückt, der Atem ausgeht oder die Potenz fehlt. (Ein totaler Underdog eben, nur drei Titel in den letzten zwei Jahren.)

Die mit offensichtlich großem Abstand beste Mannschaft Europas ist also quasi Weltmeister geworden, wenn man in schöner Tradition amerikanischer Sport-Arroganz die Champions League mal als die wahre WM des Klubfußballs interpretiert. Weltmeister in Europa, mit demnächst dem weltbesten Trainer und dem immer noch talentiertesten Jungspieler mit deutschem Pass, wo der deutsche Fußball doch ohnehin schon an Talenten so reich ist, dessen Karriere wohl irgendwann an der Wahl zum Weltfußballer des Jahres vorbeistreifen könnte: Da kann einem Angst und Bange werden.

Die schöne Bundesliga, jetzt gerade zu ihrem Geburtstag nur noch ein besseres Warmlaufen für die Bayern, die auch die Dreifachbelastung samt Länderspielen locker wegstecken können, Geld für einen doppelt erstklassig besetzten Kader ist eben schon lange vorhanden und wird auch in Zukunft nicht fehlen.

Eigentlich ein schöner Moment „für den deutschen Fußball“, dieses Endspiel, der Fußball darin und in gewisser Weise auch sein Verlauf, zumindest wenn man auf den WM-Titel 2014 hofft, der besser mit Siegertypen wie Lahm und Schweinsteiger 2013 als mit Verlierertypen wie Lahm und Schweinsteiger 2012 zu erringen sein wird.

Neben dem Licht, das dieses Finale auf die Zukunft des Fußballs hierzulande wirft, liegt aber auch ein ziemlich dunkler Schatten. Ein Motorrad knattert vorbei, eine Scheibe wird eingeworfen. Jemand schreit. Schnell den Kragen hochgeschlagen und nach Hause. Dem Sog der Spielkraft des FC Bayern scheint zur Zeit niemand gewachsen. Finstere Eintönigkeit am Ende der Straße.

Zum Glück kommt im Fußball aber sowieso immer alles anders als man denkt und schon im DFB-Pokalfinale könnte die nächste Überraschung zelebriert werden, wenn der VfB Stuttgart den amtierenden Weltmeister in Europa besiegen sollte. Allein, dass es überhaupt eine Überraschung wäre, wenn ein mehrfacher Meister wie der VfB Stuttgart ein Pokalspiel gegen die Bayern gewinnt, ist dann nun mal nicht zu leugnen. Finstere Eintönigkeit am Ende der …

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Lesung in Bremen und Gespräch mit dem Grünweiß-Podcast

Bei Werder Bremen überschlagen sich die Ereignisse, die beinahe anderthalb Jahrzehnte andauernde Kontinuität bei Manager und Trainer ist zu Ende. Sicher nicht gut für die Fanseelen rund ums Weserstadion, wohl aber gut für die Stammtische der Fußballliebhaber. Denn nach 14 Jahren Abstinenz dürfen auch die Bremer Fans jetzt mal mitmischen bei einer spannenden Trainersuche.

So erstaunt es wenig, dass bei den Bremer Blogs und Podcasts nach drei sportlich trockenen Jahren wieder viel diskutiert wird. Zufällig liegt mein Lesetermin in Bremen in dieser unruhigen Zeit, am Dienstag, den 4. Juni lese ich ab 20h im „Eisen“ wieder die „Drama Queens in kurzen Hosen“.

Deshalb klopfte der Werderaner Tobias Singer vom Blog Meine Saison bei mir an, ob ich nicht Teil dieser Ausgabe des Grünweiß-Podcasts sein wollte. Zu Gast in Bremen war ich am Mittwoch, leider nur per Skype, was die eher mediokre Tonqualität bedingte. Wir sprechen auch über meine Lesung, aber natürlich ebenso über die Lücke, die Thomas Schaaf hinterlässt. Und eigentlich hätten wir noch einige weitere Themen im Angebot gehabt, aber da streikte dann leider die Technik.

Wie ich mir sagen lassen habe, besitzt das „Eisen“ in Bremen doch einen sehr besonderen Charme. Wer in Bremen lebt, wird den Laden wohl kennen, für mich ist es der erste Abend dort. Ich hoffe, mit vielen von Euch, so dass es wieder ein runder Abend wird.

Hier geht’s zum Gespräch mit Grünweiß, dem Werder-Bremen-Fußball-Stammtisch, mich gibt’s ab Minute 18:30 zu hören, aber natürlich sind die gesamten 1.22h hörenswert.

Einen Trainerwechsel in Bremen, das gab es zuletzt zu einer Zeit, als wir auf unseren Handys gerade mal SMS bei monochromer Darstellung verfassen konnten.

PS: Der Eintritt am 4. Juni ins Eisen ist frei. Be there or be square.

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Das tragische … naja

… hört einfach selbst.



Das tragische Dreieck aus Fredi Bobic, Gerhard Poschner und Marco Haber, live im Neckarstadion mit „Steh auf (eo amama eo)“. Man erkennt einen Anflug von Humor in dem Wortspiel mit „tragisch“, in Anlehnung an das damalige „magische Dreieck“. Der Song ist dann aber wieder klassischer Fußballerkram — für unsere Breiten jedenfalls klassisch.

Gerhard Poschner setzte damals übrigens jene Fußstapfen, in die Toni Kroos heute beschwingt tritt: „Ich wollte sein wie Hartmut Engler“, verriert er 11Freunde. Und da schau her, der ganze Song kommt aus Englerschem Hause:

Gerhard Poschner: Es war ja noch die glorreiche Zeit der Band „Pur“. Die kommen aus dem gleichen Ort wie ich. Nach einem Konzert sagte mir Sänger Hartmut Engler nach zwei Bacardi-Cola: „Weißt du, was ich am liebsten machen würde: Fußball spielen, wie du.“ Ich: „Du Trottel, und ich würde am liebsten auf der Bühne stehen und so singen können wie du!“ Sein Produzent stand daneben. Ich versprach ihm, dass ich ein Tape aufnehmen würde. Er versprach mir, dass er es produzieren würde. Fredi und Marco standen dabei, die musste ich gar nicht groß überzeugen.

Glorreiche Zeit?

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Noch’n Rekord für den FC Bayern

Der Stadtneurotiker war es, der zuletzt in einer Trambahn fahrend laut nachdachte, ob der damals noch wahrscheinliche, jetzt tatsächliche Deutsche Meister im Frauenfußball, der VfL Wolfsburg, damit der erste Verein wäre, der sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern den Titel gewönne. Man ist fast geneigt zu sagen: ausgerechnet der VfL Wolfsburg.

Doch ein Blick in die Liste der Deutschen Meister im Frauenfußball zeigt: Es ist des Stadtneurotikers eigener Herzensclub, welcher auch diese Leistung als erster vollbracht hatte. Zwar im Wortsinne kein Rekord, sondern eine Premiere, aber eben eine besondere Leistung. 1976 war der FC Bayern München Deutscher Meister im Frauenfußball. Und damit schon zwei Jahre nach Einführung von Deutschen Meisterschaften im Frauenfußball der erste Verein, welcher diesen Titel bei den Männern und bei den Frauen errang.

(Ansonsten bleibt zu konstatieren: Wachablösung oder nicht, zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 wird weder der 1. FFC Frankfurt noch Turbine Potsdam Deutscher Meister. Kann der Attraktivität ja eigentlich nur guttun. Wäre es nicht ausgerechnet undsoweiter.)

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Wir leben Abneigung

Guten Tag, mein Name ist VfL Bochum. Ich habe eine neue Freundin. Genauer gesagt habe ich meine Liebe zu einer alten, beinahe abgelegten Freundin erneuert. Ich finde, die Öffentlichkeit sollte das wissen. Deshalb habe ich Schals drucken lassen. Auf der einen Hälfte des Schals mein Gesicht, auf der anderen jenes meiner Freundin. Man kann diese Schals jetzt kaufen. Und jeder kann öffentlich sehen, dass ich ein „Nein“ nicht verstehen mag.

Denn wie es guter Brauch wäre, müsste meine neue, alte Freundin diese Freundschaftsschals eigentlich ebenfalls drucken, vor allem aber kaufen, anlegen und leben. Leider habe ich nicht ganz verstanden, dass die Liebe auf der anderen Seite längst erloschen ist, was die ganze Angelegenheit ein wenig peinlich aussehen lässt. Vielleicht merke ich es in den nächsten Tagen ja noch, denn allzu schwer ist eigentlich nicht zu verstehen, was die andere Seite verlautbaren lässt. Der VfL Bochum erklärte dem Pottblog:

Der FC Bayern München wird den Fanfreundschaftsschal nicht anbieten, weil das ganze Projekt ausschließlich auf unsere Initiative zurückzuführen ist.

Bis dahin blamiere ich mich aber weiterhin fröhlich mit einer nur einseitig gelebten Liebe. Was bei Abneigung noch gut funktioniert, die Einseitigkeit, hat bei Liebe den leicht schalen Beigeschmack dessen, dass ich ein begriffsstutziger, verlassener Mann bin — es aber nicht mal merke.

So blöd kann man eigentlich selbst in Bochum nicht sein. Und siehe da, wenn man genauer hinschaut, taucht ein ganz anderer Grund auf, welcher die Schals gut verkaufbar macht:

Da wir hier in Bochum auch in Konkurrenz zu den beiden großen Reviervereinen stehen, wollten auch viele VfL-Fans mit dem Freundschaftsschal zum Champions League-Finale gegen den BVB „Flagge zeigen“ und sich wieder offen zur Fanfreundschaft VfL Bochum 1848 & FC Bayern München bekennen.

Um Flagge zu zeigen gegen den BVB verkauft man in Bochum also Fanfreundschaftsschals mit dem Wappen des FC Bayern. Gibt es diese einfältig gestalteten Anti-Sticker jeglicher Couleur nicht mehr, früher gerne vor den Stadien und an Hauptbahnhöfen zu erwerben?

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Verlierern beim Verlieren zusehen

Well, gestern Abend hatte ich nichts zu tun.

Was natürlich eine Lüge ist. Tatsächlich suchte ich nach einem Anlass zu prokrastinieren, ich hätte eigentlich sehr viel zu tun gehabt, aber das wären alles Dinge gewesen, die mir nicht unbedingt als Abendbeschäftigung gefallen hätten.

Man kennt das vom Prokrastinieren, da ist jede Abwechslung willkommen, da ist man nicht besonders wählerisch. Also schaltete ich zum ersten Mal seit Jahren wahllos das TV ein und siehe da: Es gab da eine Show, die einigermaßen unterhaltsam zu sein versprach.

Nun gut, es ging nicht um ernsthaften Sport, somit eigentlich nicht das, was ich bevorzuge, aber immerhin: Eine Scripted-Reality-Scheiße darf es alle 10 Jahre dann auch mal sein, ohne dass man sich dafür entschuldigen muss, es gesehen zu haben.

Dennoch hatte ich eigentlich auf ernsthaften Sport gehofft, so wie ich ihn am liebsten sehe.

Es gab dann leider nur das Finale eines Wettbewerbs, der zwar eigene Starter kennt, aber dennoch in späteren Runden das Sammelbecken der Verlierer eines anderen (!) Wettbewerbs darstellt. Zwei (!) dieser Verlierer in einem anderen (!) Wettbewerb hatten es dann auch ins Finale geschafft. Total hanebüchen gestaltet vom Drehbuchschreiber dieser Sendung.

Das Spiel an sich war durchaus toll, schon in den ersten 15 Minuten gab es drei heiße Szenen, nicht im Strafraum, sondern im Fünfmeterrraum. Ein äußerst seltenes Phänomen in dieser Scripted-Reality-Scheiße, wie ich aus Erfahrung weiß, später kam einiges an Sehenswertem hinzu, der Autor hatte gar eine Reminiszenz ans EM-Finale 2008 eingebaut, dazu ein toller Lattentreffer, tolle Torwartparaden und so weiter.

Was soll ich sagen, der Autor dieser Sportshow hatte sich dann einfallen lassen, den Ausgang des letzten Finales zu wiederholen. Eckball in letzter Minute, Tor. Soweit so schön, so weit vorhersehbar, wenn man sich schon mal ans Drehbuchschreiben oder zumindest über dieses Gedanken gemacht hat.

Ziemlich unterhaltsam, gute Show.

Ich hätte allerdings viel dafür gegeben, wenn das alles ernsthafter Sport gewesen wäre, und keine zusammengekleisterte Showkacke, in der Teams in einem ganz anderen Wettbewerb starten und dann in einem wiederum völlig anderen Wettbewerb im Finale landen. Immer dieser übertriebene Showaspekt bei den Drehbuchschreibern dieser Scripted-Reality-Kacke. Deshalb schau ich ja so selten Stories im TV.

Beim nächsten Mal schaue ich ganz sicher wieder echtem Sport zu, bei dem man in einem Wettbewerb startet und wenn man ausgeschieden ist, ist man ausgeschieden.

Der Name der Veranstaltung gestern? Irgendein Franz faselte was von „Verlierer-Cup“. Und einer dieser Verlierer gewann dann tatsächlich am Ende das Finale gegen einen anderen Verlierer, aber beide aus einem anderen Pokalwettbewerb.

Total hanebüchen, wie gesagt.

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Da schweigt des Welterklärers Beredtheit

Da ich (erst) gestern in den Genuss des ZEIT-Interviews mit Uli Hoeneß kam, habe ich für alle, welche es nicht lesen konnten, hier mal die Antwort auf die eigentlich im Raum stehende Frage mitgebracht.

„(schweigt lange). Das ist eine gute Frage. Ich weiß es nicht.“

Das ist alles, was man aus diesem Interview wissen muss, denn der Rest ist exkulpatorisches Blabla, warum er und dass er gerne gezockt hat, wie das im Detail ablief und so weiter. Aber das interessiert doch hier gar nicht, er kann ja zocken wie er will (auch wenn er sich früher gerne als Anti-Börsianer geriert hat, es ist aber nicht strafbar, so zu reden und dann gegenteilig zu handeln), die Frage ist, warum er Steuern hinterzogen hat. Die zitierte ist zwar nicht die alleinige Stelle, an der das Thema dann endlich besprochen wird, aber das Obige ist seine Antwort auf die Kernfrage:

Wie er seine Steuererziehung erklärt.

Dazu schweigt er. Natürlich muss er sich nicht selbst belasten, Verfahren schwebt und so weiter — warum dann aber dieses Interview?

Man kann nicht behaupten, dass die ZEIT Uli Hoeneß festnagelt. Stattdessen akzeptiert sie auch noch die Anwesenheit von Hoeneß‘ Sohn beim Interview, der dann auch noch ein paar Sätze sagen darf, die arme Familie, schlecht schlafen, viel schwitzen. Was ist das nur für ein Selbstverständnis eines Mediums, solch mit offensichtlicher Intention vorgebrachtes Gewäsch zu verbreiten? Und was Hoeneß zu seiner Straftat vorbringt, ist für einen, der sonst selten um Einschätzungen verlegen ist, ohne Experte in der Sache zu sein, doch arg wenig. Selbst wenn man die Möglichkeit in Betracht ziehen muss, dass er es tatsächlich nicht erklären kann, was menschlich und annehmbar wäre: Sein sonstiges Klugschwätzen zu allem und jedem wird dadurch, dass er sein eigenes strafbares Verhalten nicht erklären kann, noch mal schaler und hohler als es ohnehin schon war. Dass er auch jetzt, da die Bombe geplatzt ist, immer noch keine besondere Stringenz in seinem Verhalten zeigt, indem er nämlich nicht von seinen Funktionen im Verein zurücktritt, passt da gut ins Bild, das dieses Interview (hier) erzeugt. Nebelkerzen von der Spielsucht und den bedauernswerten Verwandten werfen und darauf hoffen, dass die Weißwaschung in der öffentlichen Meinung möglichst schnell voranschreitet. Er leidet ja so, die Familie erst. So durchsichtig wie billig und leider dennoch in vielen Hirnen erfolgreich. Ein Rücktritt wäre das nötige Zeichen gewesen, dass er die Verantwortung übernimmt und Einsicht beweist, nicht jedoch dieser Versuch, sich als leidendes Opfer der Umstände zu gerieren.

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Ab heute: Quiztour im Revier zu 50 Jahren Bundesliga

Keine Veranstaltung von Trainer Baade, sondern von der Zeitung Reviersport in Zusammenarbeit mit der RAG. Aus Anlass des anstehenden 50-jährigen Jubiläums unserer geliebten Bundesliga (man stelle sich ein Leben ohne vor!) tourt das extra dafür eingerichtete Kneipenquiz durchs Revier. Einfach als Team hier anmelden und schon kann man an einem der 10 Termine (siehe rechts in der Sidebar) in den diversen Städten des Ruhrgebiets teilnehmen, kostenlos. Und die Teilnahme lohnt sich, denn neben dem Spaß, den jeder einzelne Abend bereiten wird, ziehen die ersten zwei Teams ins große Finale ein, welches Ende August an einer besonderen Location mit besonderen Preisen durchgeführt werden wird. Die Sieger der Einzeltermine erhalten allerdings auch schon schöne Preise aus dem Fundus von Reviersport.

Wieso das hier erwähnt wird, obwohl es keine Veranstaltung von Trainer Baade ist? Nun, irgendjemand muss ja die Quizfragen zusammenstellen, vorlesen und die Antworten auswerten, das wird dann meine Wenigkeit übernehmen. Bei einigen Terminen begleitet von Ulli Potofski, welcher der netten Aufgabe nachgehen wird, durch die sonstigen Ereignisse des Abends zu führen. Denn es werden jeweils einige bekannte Fußballer an den Orten mitquizzen und in den Quizpausen für das eine oder andere Döneken ans Mikro gebeten werden — dazu gehören die üblichen Verdächtigen wie Willi Landgraf oder Ente Lippens, aber auch weniger häufig im Rampenlicht stehende Akteure der Bundesliga werden dabei sein, wie Dieter Bast, Fred Bockholt, Martin Max oder die Traditionsmannschaft von RWO. Welche man natürlich alle gerne übertrumpfen darf.

Im Mittelpunkt steht schließlich Euer Wissen über 50 Jahre Bundesliga.

Also: hier das eigene Team anmelden und Reviersieger im Fußballquiz werden.

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Erst wenn die letzte Dauerkarte verkauft sein wird

… wird man merken, dass das vielleicht keine so gute Idee war.

Wenn man klamm ist, kommt man auf allerlei Ideen, welche geeignet sein könnten, einen aus dieser Lage zu befreien. Leider steht da ein Konjunktiv, denn natürlich sind nur sehr wenige Ideen tatsächlich dazu geeignet, die Klammheit zu beenden. Anderenfalls gäbe es ja kaum noch Klamme — Personen oder Institutionen.

Fußballvereine versteigern im Zuge eines monetären Engpasses schon mal gerne die Namensrechte an ihrem Stadion, einen Platz im Kader oder haben sonstwie abstruse Ideen.

Ein neues Mitglied in dieser langen Liste abstruser Ideen ist die SG Wattenscheid 09 mit ihrem Angebot an ihre Fans, Dauerkarten auf Lebenszeit für einen einmaligen Obolus zu verkaufen.

Für unter 30-Jährige kostet diese Dauerkarte beispielsweise 600 Euro für einen Stehplatz, 1150 Euro für einen Sitzplatz. Dann gibt es zwei weitere Alterskategorien, eine für 30- bis 50-Jährige und eine für über 50-Jährige, welche für einen Stehplatz in der Lohrheide für den Rest ihres Lebens nur einmalig 400 Euro bezahlen müssen, für einen Sitzplatz auch nur 750 Euro.

Gut, die SG Wattenscheid 09 spielt zur Zeit unterklassig und von allzu großer Qualität ist der Fußballsport dort nicht, auch wenn das Stadion sehens- und erlebenswert ist. Aber es wäre ja durchaus denkbar, dass sich die Zeiten wieder ändern. Wenn dann hier Dritte Liga gespielt würde, und x Prozent der Karten aber schon weg sind, weil sie eben von einem Dauerkartenbesitzer auf Lebenszeit besessen werden, hätte 09 einen klassischen strukturellen Nachteil.

Dass die Einnahmen dieser Dauerkarten angelegt werden, ist in Zeiten von Minuszinssätzen auch eher nicht anzunehmen. Somit verpfändet man hier schon seine Zukunft, und wird sich, wenn sie eingetreten sein wird, ein wenig umsehen, dass die Eintrittseinnahmen entweder immer weniger werden oder aber entscheidend geringer sind als bei den Konkurrenten.

Betreiber von Fußballclubs und Weitsicht — das scheint zusammenzupassen wie der Teufel und das Weihwasser.

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Es ist schwierig, zwei Mal Berlin zu sagen, ohne an Fußball zu denken

Aber das ist ja heute auch völlig richtig und passend so, gleichzeitig an Berlin und an Fußball zu denken. Denn heute geht es nach Berlin ans Mikro und hinter die Leselampe, wo nette Menschen in der Schwalbe ab 20h auf mich warten und gemeinsam ein wenig den Schätzen dieses Blogs lauschen wollen. Und auf die Augen gibt’s auch was.

Also, seid dabei, ab 20h in der Schwalbe, wenn es wieder heißt:

Vorhang auf für die „Drama Queens in kurzen Hosen“.

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Zauberlehrling in Bayern-Bettwäsche

Auweh, noch ein Text zu Hoeneß, dem gefallenen Sünder? Nein, keine Sorge. Zu einer Zeit, in der beinahe minütlich neue Enthüllungen in seiner Causa bekannt werden, eine Einschätzung dieser Vorgänge zu formulieren, gleicht dem Versuch, auf einer Eisscholle treibend ein Lagerfeuer anzuzünden. Man wird in jedem Fall scheitern.

Fußballdeutschlands Arterie geplatzt

Der Takt der Explosionen ist momentan ohnehin so hoch, dass man in vielerlei Hinsicht lieber Deckung sucht — Hoeneß-Sympathisanten eher aus Entsetzen, andere Fußballinteressierte wegen der Gefahr überkochender Wut — als sich Gedanken zur abschließenden Bewertung zu machen. Doch dass die Fußballwelt mit dem Erscheinen der ersten Nachricht „Hoeneß: Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung“ aus den Angeln sprang, daran gibt es keinen Zweifel.

… weiterlesen bei bettingexpert.

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Gewinnspiel: Stadiontausch

[Update: Alles chronologisch sortiert, gar 3x gab es 3 Stadien in einer Saison.]

Heute ein doch etwas diffizileres Gewinnspiel als nur „Rote Karten für Nationalspieler“ oder dergleichen Anfänger-Kram mehr.

Heute die Frage:

Welche Bundesligisten bestritten im Laufe einer Saison ihre Heimspiele in zwei verschiedenen Stadien?

Ich bitte um Euer Wissen.

3 verschiedene Stadien in einer Saison

Verein Saison Stadion 1 Stadion 2 Stadion 3
TeBe Berlin 1974/1975 Mommsenst. Olympiastadion, Berlin Poststadion
VfL Bochum 1975/1976 Ruhrstadion Stadion am Schloss Strünkede Westfalenst., Dortmund
Borussia M‘gladbach 1977/1978 Stadion am Bökelberg Rheinstadion, D‘dorf Jahnstadion, Rheydt

2 verschiedene Stadien in einer Saison

Verein Saison Stadion 1 Stadion 2
Hamburger SV 1969/1970 Volksparkstadion Stadion am Rothenbaum
Hamburger SV 1970/1971 Volksparkstadion Stadion am Rothenbaum
Hamburger SV 1971/1972 Volksparkstadion Stadion am Rothenbaum
FC Bayern München 1971/1972 Stadion an der Grünwalder Straße Olympiastadion
FC Bayern München 1972/1973 Stadion an der Grünwalder Straße Olympiastadion
Kickers Offenbach 1974/1975 Stadion am Bieberer Berg Waldstadion, Frankfurt
Rot-Weiss Essen 1974/1975 Georg-Melches-Stadion Parkstadion, Gelsenkirchen
Fortuna Düsseldorf 1975/1976 Stadion am Flinger Broich Rheinstadion
1. FC Köln 1975/1976 Müngersdorfer Stadion, Köln Radstadion, Köln
TeBe Berlin 1976/1977 Mommsenstadion Olympiastadion, Berlin
Borussia Dortmund 1976/1977 Westfalenstadion Parkstadion, Gelsenkirchen
FC St. Pauli 1977/1978 Millerntor Volksparkstadion
1. FC Kaiserslautern 1978/1979 Betzenberg, Kaiserslautern Südweststadion, Ludwigshafen
Karlsruher SC 1988/1989 Wildparkstadion Frankenstadion Heilbronn
FC St. Pauli 1988/1989 Millerntor Volksparkstadion
FC St. Pauli 1989/1990 Millerntor Volksparkstadion
SG Wattenscheid 09 1990/1991 Lohrheidestadion Ruhrstadion
TSV München 1860 1994/1995 Stadion an der Grünwalder Straße Olympiastadion
Hansa Rostock 1995/1996 Ostseestadion, Rostock Olympiastadion, Berlin
VfL Wolfsburg 2002/2003 VfL-Stadion Volkswagen Arena
TSG Hoffenheim 2008/2009 Carl-Benz-Stadion, Mannheim Rhein-Neckar-Arena, Sinsheim
Bayer Leverkusen 2008/2009 Esprit-Arena, Düsseldorf Bay-Arena Leverkusen
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Reservierte Vorfreude

Am vergangenen Wochenende durch München zu streifen bedeutete auch, schon an jeder zweiten Kneipe die Aushänge zu sehen, dass man natürlich das Spiel FCB – FCB übertragen werde — aber dringend um Reservierung gebeten werde. Klar, diese Partie ist von der Dimension her vergleichbar mit einem WM- oder EM-Halbfinale, da ja der dortige, lokale Verein („eine regionale Sache“) in dieser Partie antritt. Vergleichbar mit einem WM-Halbfinale, welches aber nicht im Free-TV übertragen wird. Da sind Reservierungen schon mal angezeigt. Mein Gastgeber in jenen Tagen reservierte dann auch schon am Freitag Abend (!) einen Platz für die Übertragung am heutigen Dienstag. Es scheint so, als wenn der Autor dieser Zeilen nicht log, als er davon schrieb, dass man in München bei Spielen im Bezahlfernsehen nirgendwo mehr einen Platz in Kneipen bekomme.

Auch wenn es noch einige Tage hin war, spürte man insbesondere in den diversen Gastronomiebetrieben überall schon diese herrliche Mischung aus Vorfreude und Anspannung, wie auf ein großes Fest, zu dem sich alle schick machen. Noch oszillierte die Stadt nicht zwischen Wahnsinn und Hoffen auf sportlichen Erfolg, aber diese hektische Betriebsamkeit machte sich breit. Es wird sicher eine große sportliche Veranstaltung heute Abend. So wie auch EM-Halbfinals immer große Feste sind mit vorheriger großer Vorfreude. Welche jäh endet, wenn der Gegner nach 20 Minuten 2:0 führt. Das wäre natürlich keinem der Gastronomen zu wünschen, wie auch meinem Gastgeber vom Wochenende in München nicht. Aber das ist der Preis, den man für die Vorfreude zahlen muss: Dass man nicht weiß, wie’s ausgeht — und es kann immer sehr böse ausgehen.

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