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Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Der Glanz der Anderen

Angesichts des Wechsels von „Wortspiel“ Guardiola begeht so mancher wieder den Fehler, diese Entscheidung als Plus für die gesamte Bundesliga zu verkaufen. Tatsächlich ist es ein Ausdruck neuer Attraktivität des Zieles Bayern München, nicht aber eine Wertschätzung für den FC Augsburg, Fortuna Düsseldorf oder Mainz 05, wenn ein Startrainer sich für einen der fünf besten Clubs der Welt entscheidet, der noch dazu Zahlen als Jahresgehalt seines Trainers aufrufen kann, mit denen andere Teams beinahe ihren kompletten Jahresetat bestreiten.

Einher geht dieser Vorgang mit der von einer gewissen Arroganz geprägten Annahme, dass man sich als Fußballfan in Deutschland über diese Verpflichtung freuen solle. Auch wenn der FC Bayern die relative Mehrheit an Fans im Land besitzt: Von der absoluten Mehrheit ist er weit entfernt.

So verkennt man wieder und wieder, dass ein Konkurrent des FC Bayern sich nicht darüber freut, wenn dieser sich weiter verstärkt. Aus welchem Grund sollte er das tun? Weniger hoch gehandelte Trainer als Nachfolger von Heynckes wären auf deutlich mehr Gegenliebe gestoßen als ausgerechnet der weltweit begehrteste Kandidat.

Die Attraktivität der Bundesliga definiert sich für viele, nicht alle, aber einen erklecklichen Anteil der Zuschauer über den Erfolg des eigenen Clubs, nicht über Starnamen in der gegnerischen Truppe. Einzig gegen solche zu gewinnen macht die Angelegenheit reizvoller als vorher. Genau diesen zusätzlichen Anreiz hätte aber wohl kein Fan in Deutschland für Partien gegen den FC Bayern benötigt.

Fünfjahreswertung, Glanz- und Strahlkraft des deutschen Fußballs: Für einen neutralen Beobachter ist das alles begrüßenswert. Und eine dadurch verursachte Sogwirkung auf andere ausländische Stars sei unbestritten. Dem Bremer, Frankfurter oder Stuttgarter Vereinsfan kann es allerdings vollkommen gleich sein, was für eine Startruppe man sich in welchem anderen Club zusammenstellt.

Es war der Betreiber des Königsblogs, welcher beim Wechsel Ruud van Nistelrooys zum HSV offen in die Runde fragte (in einem Podcast, deshalb nicht verlinkt), wieso er als Schalke-Fan sich über eine Verstärkung eines Gegners freuen solle. Und dass er das nicht tun kann, daran hat sich auch im Falle von „Wortspiel“ Guardiola nichts geändert.

Man erinnere sich daran, wie Louis van Gaal vor dem Champions-League-Endspiel 2010 in großen Lettern auf dem Titelbild der Zeitung mit den wenigen Lettern im Namen postulierte, dass nun ganz Deutschland dem FC Bayern die Daumen drücken möge — man spiele dort für das ganze Land.

Weit gefehlt, Louis, und jede weitere Äußerung in diese Kerbe ist nur ein neues Indiz der Arroganz, eigene Erfolge gleich für Fußballdeutschland zu reklamieren. Jenes aber wünscht sich größtenteils nichts mehr, als dass der finanziell in einer ganz eigenen Liga spielende Krösus aus dem Süden endlich nicht mehr die besten Spieler und Trainer der Welt kauft. Sondern Platz macht für andere, auf dass diese Deutscher Meister werden können.

Ein Gewinn für die Auflage- und Klickzahlen der Medien, schön auch für den Glamourfaktor des Premiumprodukts Bundesliga. Für alle Fans anderer Clubs stellt Guardiolas Engagement in der Bundesliga aber keinen Mehrwert dar, sondern schlicht ein neues Kapitel aus dem langen Buch: Mit ungleichen Waffen ins Duell gehen müssen.

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Mitmachen bei der Wahl zum Sportbloggerbeitrag des Jahres 2012

Hinweis: Die Wahl endet am Mittwoch, 23.1.2013 um 18h.

Wir brauchen Eure Stimme. „Wir“ sind dabei die Mitglieder des Sportbloggernetzwerks, welche alljährlich den besten Beitrag des abgelaufenen Jahres wählen. Die Entscheidung fällt Ihr, also jeder, denn es ist eine offene Abstimmung.

Die 11 nominierten Beiträge findet man samt der Abstimmung bei Fokus Fussball. Geht’s raus und stimmt ab.

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Ein Abend für acht Mark mit Tita, Calli und Liza

Alex Feuerherdt ist einer der beiden Betreiber vom in Kürze hier noch näher beleuchtet werdenden vorzüglichen Schiedsrichter-Podcast Collinas Erben, bloggt unter LizasWelt über Politik und Fußball und ist neben vielen anderen Publikationsorten auch bei Twitter zu finden.

Anlass des heutigen Austauschs mit Alex Feuerherdt ist der Umstand, dass Bayer Leverkusens grandioser Europapokalsieg aus dem Jahr 1988 inzwischen auch schon jubiläumshafte 25 Jahre her ist. Jener Europapokalsieg, mit welchem Bayer Leverkusen an gewonnenen Europapokaltiteln mit Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund oder dem 1. FC Magdeburg gleichzog.

Früher verhielt es sich nämlich so, die Älteren werden sich erinnern, dass deutsche Mannschaften einen Europapokalwettbewerb öfter auch mal siegreich beendeten. Dies gelang Bayer Leverkusen, als es im Rückspiel im heimischen, als Fußballstadion gerade erst in der Entstehung begriffenen Ulrich-Haberland-Stadion zu Leverkusen die 0:3-Niederlage aus dem Hinspiel bei Español Barcelona wettmachte und das spätere Elfmeterschießen für sich entschied, wie diese Daten noch einmal in Erinnerung rufen. Geschehen ist all dies unter den Augen von Alex Feuerherdt, der sich hier bei „Trainer Baade“ zum Gespräch eingefunden hat und, wie man sieht, die Eintrittskarte fein säuberlich mit dem Endergebnis versehen aufbewahrt und heute mitgebracht hat.



Hallo Alex, schön, dass Du Zeit für ein paar Auskünfte über diese Partie hast. Bekanntlich bist Du kein Fan von Bayer Leverkusen. Wie kam es, dass Du Dich damals trotzdem dazu entschlossen hast, zu dieser Partie zu gehen?

Das geschah vor allem aus einer Abi-Laune heraus. Wir waren an der Schule ein recht fußballaffiner Jahrgang und ohnehin durch die ganzen schulischen wie nichtschulischen Aktivitäten, die so ein Abitur mit sich bringt, viel zusammen. Als Bayer Leverkusen dann ins Finale einzog, fanden sich sofort zwanzig Leute – fast ein Drittel der Abschlussklasse –, die das Rückspiel im Haberland-Stadion live sehen wollten, auch wenn niemand davon ausgewiesener Bayer-04-Fan war. Der Termin lag kurz nach den letzten schriftlichen Prüfungen und vor den mündlichen, das passte gut.

Ich habe mich dann bereit erklärt, Stehplatzkarten für alle zu besorgen. Und tatsächlich war das kein Problem – binnen weniger Tage hatte ich auf meine schriftliche Bestellung hin zwanzig Tickets à acht Mark im Briefkasten. Acht Mark! Nun war es damals zwar grundsätzlich leichter, an Karten zu kommen, als es heute der Fall ist, zumal die Nachfrage erheblich geringer war, für Spiele von Bayer Leverkusen zumal. Trotzdem habe ich ein bisschen gestaunt, dass es so leicht ging, immerhin war es ein Europapokalfinale.

Und dann verlor Bayer das Hinspiel in Barcelona sang- und klanglos mit 0:3. Damit schien die Luft schon vor dem Rückspiel raus, und wir waren deshalb maßlos enttäuscht. Aber dann dachten wir: Scheiß drauf, wir machen da trotzdem ’ne Party draus. Kein Einziger hat sein Ticket zurückgegeben, alle sind mitgefahren, auch wenn niemand geglaubt hat, dass Bayer auch nur den Hauch einer Chance haben würde. Wir haben sogar ein Transparent gemalt, „Tschö, Español!“ stand darauf, und es am Zaun hinter dem Tor in der Südkurve befestigt. Genau auf dieses Tor wurden dann später die Elfmeter geschossen.

Hattest Du auch noch eine andere Partie dieser UEFA-Pokalsaison im Stadion gesehen?

Keine einzige. Bundesligaspiele einige, aber kein Uefa-Pokal-Spiel – was eben auch mit dem anstehenden Abitur zusammenhing. Insofern war ich in dieser Saison tatsächlich ein Erfolgsfan von Bayer 04 Leverkusen.

Gab es irgendwelche besonderen Aktionen seitens Bayer? Konfetti, Choreos, Bands, die auftraten? Immerhin stand der Club vor dem größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte, auch wenn ein Titelgewinn nach dem Hinspiel unwahrscheinlich wirkte.

Um ehrlich zu sein: Ich weiß es nicht mehr. Mich haben Vorprogramme vor Spielen eigentlich noch nie sonderlich interessiert, zumindest keine, die auf dem Rasen stattfanden. Eine Choreo gab es meines Wissens auch nicht, aber das möchte ich nicht beschwören. Woran ich mich allerdings noch erinnern kann, ist ein Song, der vor dem Spiel gleich mehrmals durch die Lautsprecher genudelt wurde. „Einer geht noch, einer geht noch rein“ – das kennt man ja, aber dann hat da irgendeine Schlagerkapelle in Anspielung auf das benötigte Ergebnis den Reim „Viere müssen’s, viere müssen’s sein“ draufgesetzt. Das klang eher nach Durchhalteparole als nach Motivationsmucke und jedenfalls ziemlich unbeholfen, aber irgendwo war das schon wieder so schräg, dass wir es schließlich alle mitgesungen haben.

Wie lief die Partie, deren Ergebnis man natürlich kennt, aber nicht mehr zwangsläufig ihren Verlauf?

Bayer war engagiert, aber irgendwie nervös und fahrig. Zur Pause stand es immer noch 0:0, und dass da noch drei oder gar vier Tore für Leverkusen fallen würden, glaubte eigentlich kein Mensch. Aber dann wechselte Ribbeck nach der Pause Herbert Waas ein, einen quirligen und wuseligen Stürmer, und sofort wurde es ein anderes Spiel, weil die Abwehr von Español mit ihm überhaupt nicht zurecht kam. Nach knapp einer Stunde stocherte Tita den Ball nach einer Vorlage von Waas und einem grotesken Abwehrfehler der Spanier schließlich ins Tor. Tita, das war dieser unglaubliche Brasilianer – irgendwas zwischen offensiver Mittelfeldspieler und Stürmer –, der vor der Saison zu Bayer gekommen war und dann gleich eine Riesensaison spielte. Der hatte ein sensationelles Ballgefühl und war ausgesprochen torgefährlich.

Giftig konnte er außerdem sein, und genau deshalb holte Ribbeck ihn wenige Minuten nach dessen Tor vom Platz. Er hielt ihn für platzverweisgefährdet, wie sich später herausstellen sollte. Ein Spanier hatte Tita offenbar kurz zuvor, vom Schiri unbeobachtet, ins Gesicht geschlagen, deshalb fürchtete Ribbeck ein Revanchefoul und nahm ihn runter. Im Stadion hat das niemand verstanden, wirklich niemand. Tita war das Herz und die Seele des Leverkusener Spiels, und jetzt sollte er schon Feierabend haben? Für ihn kam Klaus Täuber, bei dem schon der Spitzname – „Boxer“ – nahe legte, dass er nicht gerade zu den Filigransten zählt. Und was macht dieser Täuber? Schlägt nicht mal eine Minute nach seiner Einwechslung mit seinem ersten Ballkontakt eine Traumflanke von links auf Falko Götz, der den Ball per Hechtkopfball verwandelt. Mit seinen Wechseln hat Ribbeck das Spiel entschieden, das muss man klar sagen.

In Leverkusen ist das Publikum ja oft dröge, aber jetzt war natürlich richtig was los, die Leute haben einen Höllenlärm veranstaltet. Zweinull und noch etwa 25 Minuten zu spielen. Die Spieler von Español wurden plötzlich panisch, das war förmlich mit Händen zu greifen. Die Abwehr wirkte schon die ganze Zeit unsicher, vor allem bei Flanken, und bettelte regelrecht um einen weiteres Gegentor. Zehn Minuten vor Schluss hat ihnen Bum-Kun Cha dann den Gefallen getan, wieder war es ein Kopfball, diesmal nach einer Hereingabe von rechts. Alles auf null also. Ich glaube, danach hatte Bayer in der regulären Spielzeit noch die eine oder andere gute Torchance, aber der Ball wollte jetzt nicht mehr rein. Also Verlängerung.

Wie lief die Verlängerung?

Hochspannend, aber sie hatte nicht mehr die Intensität der zweiten Halbzeit. Leverkusen war weiterhin überlegen, ging jetzt allerdings weniger Risiken ein als vorher, und die Spanier schienen mir ohnehin nur noch darauf bedacht zu sein, sich ins Elfmeterschießen zu retten.

Einer der immer noch wenigen Europapokale, welcher also im Elfmeterschießen entschieden werden musste. Damals, 1988, war vielleicht noch nicht ganz so klar, dass deutsche Mannschaften — von einer kleinen Ausnahme letztens abgesehen — ihre Elfmeterschießen stets zu gewinnen pflegen. Deshalb berichte auch hier gerne: Wie lief das Elfmeterschießen 1988 in Leverkusen?

Erst einmal war es unfassbar, wie viele Menschen nach dem Abpfiff der Verlängerung plötzlich auf den Platz strömten – und auch dort bleiben durften. Es handelte sich in erster Linie um Journalisten, Reporter und Kameraleute. Wenn man sich heute die Fernsehbilder vom Elfmeterschießen anschaut, sieht man, wie praktisch nach jedem Schuss die Reaktionen aus nächster Nähe eingefangen und Kurzinterviews mit Spielern und Trainern geführt werden. Das Ganze wirkte unglaublich chaotisch, zumal sich auch noch die Rollstuhlfahrer, die vorher am Spielfeldrand waren, in Bewegung setzten, weil sie fürchteten, dass ihnen die Sicht versperrt wird. Insgesamt ein sagenhaft hektisches Gewusel.

Das Elfmeterschießen selbst begann für Bayer denkbar schlecht: Die Spanier trafen zweimal, während Ralf Falkenmayer seinen Schuss vergab. Aber dann wendete sich das Blatt, was maßgeblich an Leverkusens Torwart Rüdiger Vollborn lag, der vor jedem Schuss von Español wild mit den Armen ruderte. Er hielt zwar nur einen Elfmeter, aber die spanischen Schützen waren offensichtlich derart verunsichert, dass einer von ihnen den Ball an die Latte zimmerte und ein anderer – der letzte Schütze – ihn über das Tor schoss. Die Leverkusener Schützen dagegen verwandelten alle: Wolfgang Rolff, Herbert Waas und als letzter der „Boxer“, Klaus Täuber.

Wenn es vor der Partie kaum organisiertes Feiern gab, wie verlief dann schließlich die Siegerehrung?

In dem Chaos nach dem Elfmeterschießen habe ich irgendwann den Überblick verloren, zumal wir auf den Stehplätzen ordentlich Party gemacht haben. Irgendwann stand da ein Podest auf dem Platz, und es wurde noch mal extrem laut, als der Pokal überreicht wurde. Den hat später übrigens wohl Reiner Calmund mit nach Hause genommen.

Alex, vielen Dank für Deine Mühen und Deine Auskünfte aus einer fernen Zeit: für acht Mark zu einem Europapokalendspiel ins Stadion.

Alex Feuerherdt ist Autor der Fußball-Chronik von Bayer 04 Leverkusen aus dem Werkstatt-Verlag.

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Torhüter mit den meisten Eigentoren in der Bundesliga

50 Saisons der Bundesliga sind fast rum, man blickt immer noch auf all das, was war. Jeder kennt zum Beispiel das wunderbare Eigentor von Tomislav Piplica, bei dem sich allerdings niemand an den Schützen des Schusses erinnert (Antwort hier). Und weil damit klar ist, dass Tomislav Piplica als Torhüter ein Eigentor erzielt hat, steht auch sofort die Frage im Raum, welche Torhüter die meisten Eigentore in diesen 50, na, neunundvierzigeinhalb Saisons erzielt haben.

Es ist — bitte keinen Tusch! — der Schütze des wohl skurrilsten Eigentores der Bundesligageschichte himself.

Hier also die sehr kurze Liste all jener Torhüter, welche mehr als 1 Eigentor während ihrer Karriere erzielt haben.

1. Tomislav Piplica 3
2. Richard Golz 2
Oliver Reck 2
Andreas Köpke 2
Simon Jentzsch 2

Quelle der Daten ist diesmal weltfussball.de, und ich kann mir eigentlich kaum vorstellen, dass sie korrekt ist, denn das würde bedeuten, dass Oliver Kahn durch seine gesamte Bundesligakarriere mit 0 Eigentoren gekommen ist. In der Nationalmannschaft hat er dagegen alleine deren 2 erzielt.

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Ein ganz besonderer Schlag Mensch

Oliver Neuville, mit seinen für ihn typischen hängenden Schultern und dem meist teilnahmslosen Gesichtsausdruck. Markus Feinbier, drahtig wie eh und je, anders als die meisten der heutigen Mitspieler und Gegner. Bachirou Salou, mit seinen für diese kleine Halle viel zu mächtigen Schritten, aber leichter Plautze. Martin Schneider, Markus Osthoff, Peter Peschel.

All diese und viele Ex-Profis mehr spielten am vergangenen Sonntag beim Reviermasters der Traditionsmannschaften in Mülheim den Reviermeister aus. Zehn Teams insgesamt, und nur die Spieler des Teams des Mitausrichters Deutsche Post befanden sich auf der Höhe ihrer Schaffenskraft, während alle anderen Teilnehmer ihre besten Tage kurz bis mittellang hinter sich hatten. (Jene, welche ihre besten Tage lange hinter sich hatten, befanden sich nur auf der Tribüne, also z. B. Enatz Dietz, Ata Lameck und Lothar Woelk.)

So spielten also die Traditionsmannschaften des VfL Bochum, der SG Wattenscheid, von Rot-Weiß Oberhausen, dem FC Schalke 04, des Titelverteidigers MSV Duisburg, von Rot-Weiß Essen, Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen plus zwei Gastteams um diese kleine, ein Mal im Jahr stattfindende Meisterschaft.

Und dass Profifußballer ein ganz besonderer Schlag Mensch sind, zeigte sich in der ausgesprochenen Ernsthaftigkeit samt immer wieder hochkochender Hitzigkeit der Partien. Da wurden auf dem kleinen Stückchen Hallenrasen taktische Fouls begangen, der Schiri beleidigt, sich beinahe gegenseitig mit Fäusten malträtiert und es gab Zeitstrafen in rauen Mengen. Allein das Halbfinale zwischen dem Team der Post und Bayer Leverkusen sah drei Zeitstrafen bei nur vier Feldspielern pro Team und zehn Minuten Spielzeit.

Mit völlig unironischem Ernst gingen alle Beteiligten zur Sache. Nun ist hinlänglich bekannt, dass Fußball ausübende Menschen und Ironie so selten zusammen gesichtet werden wie im deutschen Fußball einstudierte Tricks bei Standardsituationen.

Aber zumindest ein bisschen weniger ernsthaft, ein Stückchen mehr für die Galerie hätten sie alle spielen können. Schließlich ging es für keinen von ihnen, anders als in Testspielen von Profimannschaften, noch um einen Stammplatz oder einen Vertrag. Schlicht dieser schnöde Ein-Tages-Titel stand auf dem Spiel. Zwar kommt noch jeder Hobbyfußballer zu einem solchen Turnier, um zu gewinnen, hier aber ging es bis aufs Messer zur Sache, mit den üblichen Kandidaten Hitzköpfen und einem Schiedsrichterpaar, das alle Hände und Karten in Hosentaschen voll zu tun bekam.

Ein wenig erschreckend fast, wie ernst diese Angelegenheit genommen wurde.

Einerseits zwar beruhigend — gewesene Profifußballer wollen auch nach dem Abpfiff ihrer beruflichen Karriere kein Spiel verloren geben. Also wird es im Profialltag auch nicht anders gewesen sein, und das, was wir allwöchentlich in der Bundesliga sehen, ist keine Show, sondern authentischer, intrinsisch motivierter Kampf um den Sieg.

Und dann doch ein wenig Distanz schaffend zwischen dem schnöden Allerweltsfußballer und ihnen selbst. Sie sind von ihrer Wesensstruktur her so gebaut, dass sie niemals verlieren wollen (oder immer gewinnen, was etwas anderes ist, auch wenn es aufs Gleiche hinausläuft), und sind tatsächlich die bärbeißigen, übermotivierten und völlig ironiebefreiten, bis an die Zähne motivierten Streiter, als die sie gerne stilisiert werden. Das ist nicht unbedingt in jeglicher Hinsicht sympathisch.

Schließlich ist es alles doch nur ein Spiel — und diese Typen, die nie verlieren konnten und schon beim Gesellschaftsspiel nach vollzogener Niederlage das Spielbrett samt allen darauf befindlichen Spielfiguren in hohem Bogen durch die Wohnküche befördern, wütend und kaum zu besänftigen — diese Typen hat erstens keiner lieb und zweitens sollen genau von diesem Schlag Mensch unsere Helden im Fußball stammen?

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Auf Küppersbuschs Spuren 
Hamborn 07 — KFC Uerdingen

In der Ecke des Herausforderers: die Sportfreunde Hamborn 07, Teilnehmer des ersten live im deutschen TV übertragenen Spiels am 26. Dezember 1952 beim FC St. Pauli, DFB-Pokal-Halbfinalist von 1961 und Beinahe-Gründungsmitglied der Bundesliga, wenn nicht der Meidericher SV den Vorzug erhalten hätte.

In der Ecke des Champions: der KFC Uerdingen, deutscher Pokalsieger von 1985, Ausbildungsstätte Felix Magaths zum Manager und untrennbar verknüpft mit der Vokabel „Dresden“. Aktuell unangefochtener Tabellenführer der Oberliga Niederrhein mit vor Anpfiff 15 Siegen aus 16 Partien.

Auf dem Rasen: zwei Teams mit jungen Männern im Dienste von Fünftligisten. Aktive Spieler in ersten Herrenmannschaften werden scheinbar immer jünger, waren sie vor Kurzem noch ungefähr so alt wie der Autor, sind sie plötzlich im Schnitt zehn Jahre fitter.

Auf den Rängen: 848 zahlende Zuschauer, zwei Drittel davon in Uerdinger Farben. Ebenfalls auf den Rängen der Autor, der doch für einige Minuten glaubte, es mit über 1.600 Zuschauern zu tun zu haben, schließlich lautete die Seriennummer auf der Eintrittskarte 1.694. Doch da hatte Hamborn 07 wohl die verkauften Karten der kompletten Saison durchgezählt, denn sonst treffen hier nur 200 bis 300 Zahlende pro Partie ein, allerdings nicht alle Vollzahler.

Der Entschluss fiel schnell und kurzfristig. Die U-Bahn vor der Haustür führt schließlich nicht nur direkt zur MSV-Arena und zum Düsseldorfer Stadion, sondern auch zu weiteren Orten, an denen höherklassig Fußball gespielt wird.

Der Spielplan sah den Anstoß schon für 14h vor. Klar, denn die Uerdinger würden gerne in die Regionalliga West aufsteigen und früher Vogel fängt bekanntlich Punkte und derlei mehr, während Hamborn 07 die selben für den Kampf gegen den Abstieg benötigte.

Flugs in die Linie 901 begeben, die über Ruhrort und Bruckhausen nach Hamborn eine exzellente Stadtrundfahrt durch dieses gefühlt an allen Enden und Ecken sterbende Duisburg ermöglicht und in direkter Nähe des Hamborner Stadions hält — „Am Holtkamp“. Fassungsvermögen 5.000 Zuschauer mit einer kleinen überdachten Haupttribüne mit Platz für 500 Menschen.

Von der Haltestelle einige wenige Hundert Meter zu Fuß durch Hamborn zu flanieren bietet die Gelegenheit, zu bewundern, wofür Menschen in und um Hamborn heute ihr Geld ausgeben. Zum Beispiel für Autotuning und Erzatzteile. Dabei ist von stolzen Besitzern dieser Karren auch zu lernen, dass Buchstaben auf den Nummernschildern dieser getunten Autos eine Bedeutung besitzen. So steht ein „X“ dafür, dass der Fahrer des Wagens Single ist. Darauf wären Nichttuner im Leben nicht gekommen, aber natürlich dienen diese Karren in erster Linie zum Balzen und zum Ausstechen der Konkurrenten, was schon sehr kurzfristig gesehen ohnehin ein und dasselbe ist.

Wenn gerade schon der legendäre Bruckhausener Hochofen 4 abmontiert wird (schickeres Bild hier), so müssen sich die Anwohner um neue Aktivitäten fürs Portemonnaie kümmern. Was liegt da näher, als sich mit dem hier so populären Autotuning zu beschäftigen? Erzatzteile immer parat, ob neu oder gebraucht, einfach anrufen, lieber aber nicht fotografiert werden, dann skeptisch gucken und nachfragen, was man da fotografiere. Die Erzatzteile, auch im übertragenen Sinn, für das, was hier früher mal passierte.

Im Stadion „Am Holtkamp“ angekommen zeigt sich, dass der monetäre Unterschied zwischen fünfter (7 Euro) und zweiter (11 Euro) Liga nicht ganz so groß ist, wie der Unterschied bei der Zahl der anwesenden Fans. Denn da war es nur dank der Uerdinger Anhänger ungefähr ein Zehntel dessen, was sich an Menschen zum örtlichen Zweitligisten verirrt. Dem Staunen Ausdruck verliehen, dass das happige Preise seien, entgegnete der Kassenhäuschenmann nur, dass er das ständig höre, aber eben die Preise nicht selbst festlege. Und von irgendetwas müsse der Verein ja auch leben können.

Die drei Hände voll überzeugter Hamborner Fans schreckt solch ein Eintrittspreis natürlich nicht ab, wahrscheinlich sind sie ohnehin Mitglieder. Singen konnten sie genauso wie die Uerdinger, wenn auch aus weniger Kehlen. Bunte Fahnen geschwenkt, nur Grund zum Konfettiwerfen würde es in dieser Partie nicht geben.

So sangen die Uerdinger Ultras (nicht die „Harlekins Krefeld“!) auch Dutzende Minuten lang von ihrem Traum, in die 1. Liga zurückzukehren. „Ja, wir kommen wieder, in die 1. Liga“ reimte es sich da nicht ganz unfallfrei, aber stimmlich im Original doch überzeugender als das davon erstellte Tondokument dies wiedergibt. Weshalb das Tondokument hier ausfällt.

Vorbei am ersten Fotografen, auch für die fünfte Liga waren gleich mehrere ausgerückt in der Hoffnung, davon noch leben zu können. Dass sie selbst mit dem Handy fotografiert wurden, machte die meisten von ihnen ein wenig ungehalten, auch wenn sie diese Stimmung dann nicht völlig rausließen, man ist ja Profi.

Wie man überhaupt in dieser Gegend scheinbar nicht gerne fotografiert wird, ob jetzt jeder Zweite etwas zu verbergen hat, weil er krumme Dinger dreht, eine gewisse Grundskepsis gegenüber jenen besitzt, die einen Ausflug nach Hamborn für sich als ein touristisches Erlebnis begreifen — oder ob sie nach Abwägen aller Pros und Kontras der neuen Medien zu dem Schluss gelangt sind, dass sie lieber nicht in irgendjemandes Blog auftauchen möchten, das weiß man nicht.

Vorbei also am ersten Fotografen, hinter das Hamborner Tor, wo man den einen oder anderen Einschlag schon in der ersten Halbzeit erwartet hätte. Dazu kam es aber nicht, sondern zum Gespräch mit einem mittelalten Herrn, der alleine abseits der vielen Uerdinger Fans stand, weil er sich „das Spiel und die Taktik“ anschauen wolle. Wie sich herausstellte, war er ehemaliger Jugendtrainer bei einigen der ganz großen Vereine des Fußballwestens.

*

Das ganze Trainersein sei eigentlich nur Menschenführung. Natürlich komme auch ein bisschen Taktik und Strategie dazu, aber die könne man sich für fünf Mark auf nem Kneipendeckel notieren. Menschenführung, das A und O, und bei jüngeren Teams natürlich sowieso. Er hatte auch ältere Teams, aber auch da sei es Menschenführung. Wann einer gestreichelt werden müsse und wann er die harte Hand brauche, das müsse man immer wieder neu austarieren. Das allerschlimmste am Trainerjob sei es aber, einem Spieler mitteilen zu müssen, dass er nicht aufgestellt werde. Hat vielleicht gut trainiert, besser als sein Konkurrent, und trotzdem gebe es manches Mal Gründe, dass man lieber jemand anderen aufstelle. Das sei hart, aber da müsse man als Trainer nun mal durch. Wenn er länger drüber nachdenke, sei eigentlich nicht diese Aufgabe das schlimmste am Fußball, sondern die Eltern der Spieler. Die müsse man bändigen und das sei allzu oft überhaupt nicht möglich. Die Eltern der eigenen Spieler wohlgemerkt.

Gedankt werde einem das ganze Trainersein auch von niemandem, wenn man gefeuert wird, macht eben jemand anderes den Job. Wer sich nach oben durcharbeiten wolle, der habe einen langen Weg vor sich, wenn er nicht als Ex-Profi direkt irgendwo einsteige. Und am Ende könne man dann doch nicht mehr allzu viel beeinflussen, wenn das Spiel läuft. Ob Uerdingen heute noch ein Tor schießen wird: Kann der Trainer da was für oder nicht?

Wohl nicht.

Spritgeld bekomme man vielleicht, auch schon mal eine Aufwandsentschädigung, aber nicht viel mehr. Und je höher man trainiere, desto weiter die Fahrten. Wer am Sonntag um 11h in Siegen Anstoß hat, muss eben schon vor 7h aus den Federn. Das mache man zwar gerne, sonst würde man es ja nicht machen, aber richtig Freude ist das auch nicht. Und natürlich brauche man eine Partnerin, die das alles mitmacht. Schließlich mache man das alles ja neben seinem normalen Job: drei Mal Training in der Woche, am Wochenende Spiel.

Wer nicht klarkomme damit, dass ständig von den Spielern an der Autorität des Trainers gegraben werde, der solle vielleicht besser erst gar nicht mit diesem Job anfangen. Und dass gegraben werde, das sei so sicher wie das Amen in der Kirche. Denn man habe ja immer mindestens die Nr. 12 bis Nr. 15 im Kader, die unzufrieden seien. Andererseits könne man sich auch mit weniger Härte in die Autorität des Amtes flüchten. Einer muss es halt entscheiden, wer spielt, und das sei nun mal der Trainer.

*

Vom Spiel selbst verpasste man durchs Schwätzchen halten nicht viel, denn obwohl Uerdingen erdrückend überlegen war, passte die Zahl der Torchancen noch an die Finger einer Hand. „Kein gutes Spiel“, befand auch der Profi im Spielbewerten und dann trennte man sich kurz vor der Halbzeit wieder, er wollte ja das Spiel schauen und man selbst noch wenigstens ein Mal an den Uerdingern auf der Haupttribüne vorbei. Die gaben nicht auf, zu singen, ganz im Stile der Ultras, und so machte sich immerhin Fußballatmosphäre breit. Denn die wenigen Hundert sangen zusammen immer noch so leise, dass man die Anweisungen des Schiedsrichters und der Spieler untereinander wie auch den einen oder anderen Fluch verstehen konnte. 0:0 zur Pause, wahrlich keine Partie für Feinschmecker, aber eben Fußball.

Womit auch gleichzeitig klar wurde, dass man über derartige Ligen hinaus nur auf drei Wegen existieren kann:

a) ein Verein verfügt über viele Zuschauer
b) ein Verein verfügt über einen potenten Mäzen oder Sponsor
c) ein Verein hat mit Glück eine äußerst gute Generation noch nicht weggekaufter Spieler zusammengesammelt

Wobei im Falle von c) schon sehr bald b) oder a) vorhanden sein müssen, sonst setzt auch dort der Ausverkauf ein. Im Prinzip völlig frustrierend für alle Vereine, die wissen, dass sie weder a) noch b) besitzen, so wie es bei den Sportfreunden Hamborn 07 der Fall ist. Während der anrückende Gegner aus Uerdingen über a) und b) verfügt, was zusammen dann eben die Eingangs erwähnte Bilanz von 15 Siegen aus 16 Spielen ergibt.

Weshalb ein im Anschluss an die Partie befragter Hamborner Mittelfeldspieler auch ganz richtig mit seiner Einschätzung lag, über die spät zustande gekommene Niederlage nicht allzu enttäuscht zu sein, schließlich habe man gewusst, was die Mannschaft heute erwarte. Und man habe sich mehr als achtbar aus der Affäre gezogen.

Außerdem sei für ihn, Mitte 20, der Zug abgefahren, noch etwas höherklassig zu spiele. Er spiele in Hamborn, weil er schon seit über 10 Jahren hier sei, die Stimmung in der Truppe gut sei und er das Ganze nicht als Beruf begreife. Geld gäbe es auch keines, sagt er zumindest, während der eine oder andere Uerdinger durchaus schon vierstellig verdiene. Da könne man sich ausrechnen, wie die Kräfteverhältnisse auf dem Platz seien. Drei Mal pro Woche Training, in dieser Woche vor dem Spiel gegen Uerdingen mehr Taktik als sonst, schließlich müsse man über 90 Minuten verteidigen.

Eigentlich nicht schlecht gelungen, aber leider nur eigentlich. Dann schnell duschen, damit man sich nicht erkältet, denn es herrschte bestes Fußballwetter, an diesem Samstagmittag, wie schon erwähnt.

In der zweiten Halbzeit wurden die Spielrichtungen getauscht, nun also auf der anderen Seite hinter den Toren stehend. Und dabei die eine große Hamborner Chance erleben, die beim Stand von weiterhin 0:0 den Verlauf auf den Kopf hätte stellen können. Vom Sechzehner ins lange Eck gelupft, der Torwart schon geschlagen, da lag sie im Wortsinne für einige Zehntelsekunden in der Luft, die Sensation. Dann schlägt der Ball aber auf dem Tornetz ein, 15 Zentimeter zwischen Glück und dertrainerwirdinfragegestellt. Kein Tor.

*

Zur Rechten, 66-jährig, Rentner, schwerhörig und mit Hörsturz auf einem der beiden Ohren. Trotz Hörgerät hört er kaum noch was. Aber genug, um Auskunft geben zu können. Sehr früh morgens hätte er angefangen zu arbeiten. Um 5h. Dann war er um 13h schon wieder zu Hause und hat sich schön in den Sessel plumpsen lassen. Blues hört er so gerne. Blues oder Blues Rock, und dann habe er immer richtig gute Laune gehabt und sich in Feierabendlaune gefühlt. Volle Pulle die Kopfhörer, wegen der Nachbarn, aufgedreht, Blues oder Blues Rock.

Leider sei er dabei dann fast immer eingeschlafen, aber die Kopfhörer liefen extrem laut weiter mit Musik. Deshalb heute die Schwerhörigkeit. Der Hörsturz kam vielleicht einfach so, weiß man nicht. Aber Hamborn 07, da geht er immer hin. Und arbeiten kann er ohnehin schon länger nicht mehr.

Zur Linken, 85-jährig, Rentner, Jahrgang 1927. Mit 17 noch in den Krieg geschickt worden, man glaubt es nicht, dass immer noch Menschen leben, die gegen Russland kämpften oder gegen alliierte Flugzeuge, in der Jugend nichts anderes als Nazi-Propaganda in der Schule und trotzdem — anscheinend — ein normaler Mensch geworden. So normal, dass er mit 85 noch zu den Sportfreunden Hamborn 07 erscheint. Das sei ihm wichtig. Nach dem Spiel müsse er aber heim, nicht mehr die Puppen tanzen lassen, witzelt er. Kennt die Glanzzeiten der 07er noch, ist nie hier weggezogen, war nur mal in Gefangenschaft bei den Kanadiern. Aber schnell wieder zu Hause und dann 50 Jahre unter Tage. Ist aber auch schon lange her.

*

Dann fällt doch noch das 1:0 für Uerdingen. Auf den Rängen kaum Entsetzen, keine Resignation, als hätte man hier schon alle Tore der Welt fallen sehen und auch in allen letzten Minuten, die Spiele haben können. Schön wär’s gewesen. War es aber nicht, für Hamborn. Dann eben keine Punkte. Wer spielt wie Albanien, darf nicht allein nichts zulassen. Bei dem, was er dann doch zulässt, muss dem Gegner auch noch Pech am Stiefel kleben. Wörtlich und auch nicht so wörtlich.

Das war in dem Moment nicht der Fall, als Issa Issa für Uerdingen traf. Seines Zeichens libanesischer Ex-Nationalspieler. Dass man im Libanon überhaupt Fußball spielt, fragt man sich noch, da gehen sich schon auf der Seite vor der Haupttribüne zwei Uerdinger und ein Hamborner an die Gurgel, allerdings eher harmlos. Für Hamborn gibt es Gelb, für einen Uerdinger Rot. Sind die Uerdinger Anhänger nicht so begeistert von, aber da man jetzt 84 Minuten lang auf die Führung gewartet hatte, diese eingetroffen war und es nach keiner Sensation mehr aussah, nahm man auch die Rote Karte ähnlich lässig hin wie der Hamborner Anhang das Gegentor. Am Ende gewinnt der Favorit, äußerst schmucklos, in der Tabelle sieht man das aber nicht.

PS: Warum das Ganze den Titel „Auf Küppersbuschs Spuren“ trägt? Friedrich Küppersbusch, der gewitztere der beiden Sonneborns, hatte in den 1990ern in der Sendung „Privatfernsehen“ (die nur so hieß, aber im ÖR gesendet wurde) eine Saison lang von den Spielen des damaligen Landesligisten Hamborn 07 berichten lassen. Erstellt wurden die Beiträge von Tom Theunissen, in der Sendung von Küppersbusch aber im Rahmen des Löwenreports zu sehen, angelehnt an den Beinamen „Hamborner Löwen“. Was wieder eine dieser Skurrilitäten mit sich bringt, dass das Wappen von Hamborn 07 einen Adler zeigt, während der Spitzname — nun ja, es wird sicher eine plausible Erklärung geben. In Uerdingen kennt man bekanntlich nur den Grotifanten.

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Zahlen lügen nicht: Stadien immer unsicherer

Die Zahlen lügen nicht. Die Stadien der Bundesliga werden immer unsicherer. Das spiegelt sich nicht zuletzt in ständig fallendem Zuschauerinteresse wider. Früher ging man unbehelligt und -beschwert ins Stadion. Heute fürchten viele aufgrund eigener Erfahrungen oder derer von Freunden und Bekannten den Gang ins Epizentrum des Terrors, in ein Bundesligastadion.


Zuschauerschnitt pro Spiel der 1. Bundesliga

Die Grafik zeigt deutlich, dass die Zuschauer der mangelhaften Sicherheit Tribut zollen (müssen). Waren es einst ganze Familien, Frauen, Kinder, Junge und Alte, die sich an einem Stadionbesuch erfreuten, trauen sich heutzutage nur noch die ganz Hartgesottenen ins Stadion. Dass man bald Mittel und Wege findet, diesen Trend umzukehren, bleibt zu hoffen, ist aber unwahrscheinlich.

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Wann ist ein Narr ein Narr?

(Vorab: Ein Narr ist immer ein Narr, wenn er sich mit der FOTO-Zeitung einlässt, wie es Zwanziger zu jeder Zeit besonders gerne tat und noch immer tut. Ein Narr ist ein Narr, wenn er sich, wie im Podcast bei Jens Weinreich zugegeben, allein aus der FOTO-Zeitung über Politik informiert und neben einer Regionalzeitung keine weiteren Medien konsumiert.)

Ein Narr ist aber immer auch dann ein Narr, wenn er die nach ihm benannte Freiheit nutzt, den Herrschenden Wahres zu servieren, gerne als Scherz, hier in Buchform verpackt. Normalerweise können diese dann über ihre eigenen Fehler lachen und sich vielleicht gar hinterfragen. In diesem Fall hat man es allerdings mit besonders humor- und somit auch kritikresistenen Exemplaren der Gattung Funktionär zu tun.

Natürlich ist das Ganze für sich schon eine Narretei, so Vieles an diesem Buch ist falsch: der Zeitpunkt so dicht an seinem Rücktritt, der Vorabdruck in der FOTO, die wenig distanzierte Selbsterhöhung im Titel und das höchst unseriöse Ausplaudern von etlichen Interna rund um Verträge, Planungen und Personal mitten aus der Zentrale des DFB. Eine so große Narretei, dass man annehmen muss, das Alter habe schon seine Finger im Spiel. Jenes eifersüchtige, sich ständig missverstanden fühlende Alter, nicht das weise, gütige, in sich hineinlächelnde und über die Bewertungen der Nachwelt erhabene.

Gleichzeitig ist ein Narr vor allem dann ein Narr, wenn man nie genau weiß, wann er die Wahrheit spricht und wann er nur versucht, sein Publikum zum Narren zu halten. Denn so richtig die Kritik an Hoeneß‘ allgemeinem Gebaren einer allwissenden Müllhalde, an Niersbachs offensichtlich fehlendem Interesse an Zwanzigers sozialen Themen — als habe der DFB sich nur um den Profifußball zu kümmern, welcher ja anders als die Amateure besonders gut ohne den DFB auskäme — und so richtig der Wunsch nach mehr Demokratie im DFB ist, so grotesk ist es, den größten aller Schurken rund um den Fußball zu beschützen: den Blatter Sepp.

Da hält der Theo nun seinerseits uns alle zum Narren, denn ob er etwas verstanden hat, mutig war und dem Fußball Gutes wünscht oder ob er doch nur zu eitel ist, den Verlockungen des Großmeisters des Werbens zu widerstehen und sein Hirn schon von Blatters Spielen vernebelt ist, kann man von hier nicht beantworten.

Ein Narr ist aber vor allem dann ein Narr, wenn er mal wieder nur auf Vorabschnipsel in irgendwelchen Blättern fußend eine Bewertung eines immerhin mehrere Dutzend Seiten umfassenden Werkes vornimmt. Weshalb man sich, sofern man noch kein Exemplar in den Händen hält, am besten von allen Bewertungen fernhält. Alles andere wäre eine recht große, na, Dummheit.

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„Dolly Dimples“ — Lebensabschnittspartner Fußball

Für die wenigsten Fußballer ist dieser nur ein Lebensabschnittspartner. Die wenigsten kommen davon weg. Und diese wenigen suchen wir hier. Kein klassisches „Gewinnspiel ohne Gewinne“ bei Trainer Baade, aber einer dieser Beiträge, in denen wir zusammen den Inhalt sammeln.

Enno, Gründer und Ex-Autor des hertha-blog (sowie von Welt Hertha Linke selig), hatte vor geraumer Zeit hier angefragt, ob man nicht mal Spieler zusammentragen könnte, die nach ihrer Karriere als Fußballer ungewöhnliche berufliche (oder künstlerische oder sonstige) Wege einschlugen. Seitdem also nichts mehr mit Fußball oder Berichterstattung über diesen zu tun haben, gleichwohl aber nicht in ihren angestammten Beruf zurückgekehrt oder einen solchen, schnöden ergriffen haben.

Beispiele, die wir nicht suchen, wären Peter Wynhoff, Sachbearbeiter bei der Kreisbau AG, oder Jürgen Groh, Briefträger, was sein Ausbildungsberuf war.

Wobei die Grenzen da fließend sind: Früher hatten viele Spieler einen normalen Beruf, welcher sogar im Kicker-Sonderheft aufgelistet wurde, heute ist es die Ausnahme. Allerdings befinden sich „heutige“ Spieler noch mitten in ihrer Karriere, weshalb sie auch noch nichts nach ihrer Karriere ausgewählt haben können. Definitiv ausgenommen sind alle Mitarbeiter von Fußballschulen oder sonstigem Verkaufsquatsch, ob nun als Redner, Werbefigur oder Tennishalleneröffner im Zusammenhang mit ihrer Fußballerkarriere. Keine Spielerberater, Jugendtrainer, Fanbetreuer, Scouts, Fanshopmitarbeiter, TV-Experten oder Co-Trainer. Und auch keine Manager der Nationalmannschaft.

Zwei, drei Beispiele, die vorgeben könnten, was gesucht ist, folgen hier:

Thomas Allofs Fortuna Düsseldorf, 1. FC Kaiserslautern, 1. FC Köln, Racing Straßburg Betreibt ein Unternehmen der Abfallwirtschaft.
Ioannis Amanatidis Eintracht Frankfurt, 1. FC Kaiserslautern Gründete ein Modelabel und betreibt ein Restaurant.
Peter Artner FK Austria Wien, First Vienna FC, FC Admira/Wacker, SV Austria Salzburg, Hercules Alicante, US Foggia, VSE St. Pölten Glasfabrikant mit eigener Firma.
Frank Bartenstein Kickers Offenbach Geschäftsführer einer Sicherheitsfirma.
Sebastian Deisler Borussia Mönchengladbach, Hertha BSC, FC Bayern München Betreibt einen Dritteweltladen in Freiburg.
Robert „Bobby“ Dekeyser FC Bayern München, 1. FC Nürnberg, 1860 München Stellt mit seiner von ihm gegründeten Firma Outdoor-Möbel her.
Thomas Eichin Borussia Mönchengladbach, 1. FC Nürnberg Geschäftsführer des Eishockeyclubs Kölner Haie.
Yves Eigenrauch FC Schalke 04 In der Öffentlichkeitsarbeit eines Kinder- und Jugendtheaters und diversen gemeinnützigen Projekten, wie dem Gelsenkirchener Wohnprojekt „Pelikan – Generationenübergreifendes Wohnen“, tätig.
Ralf Falkenmayer Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen, Eintracht Trier Mitarbeiter eines Großhandels für Parkett und Laminat.
Wolfgang Feiersinger Borussia Dortmund, Austria Salzburg, LASK Linz, PSV Salzburg Hüttenwirt der Hochwildalmhütte bei Kitzbühel.
Bernd Förster SV Waldhof Mannheim, FC Bayern München, 1. FC Saarbrücken, VfB Stuttgart Betreiber einer Autowaschanlage.
Dieter Frey FC Bayern München, SC Freiburg, Werder Bremen, 1. FC Nürnberg Lehrer für Wirtschaft und Recht an einem Nürnberger Gymnasium.
Urs Güntensperger FC Luzern, FC Lugano, FC Zürich, Eintracht Frankfurt, Lausanne-Sports, FC Basel, FC Tuggen, FC Horgen, FC Rheinach Bezirksleiter Metall bei der Würth AG.
Hans-Jürgen Gundelach Eintracht Frankfurt, FC Homburg, Werder Bremen Leitender Mitarbeiter in einem Computerhandel.
Jimmy Hartwig Kickers Offenbach, VfL Osnabrück, TSV 1860 München, Hamburger SV, 1. FC Köln, Austria Salzburg, FC Homburg Theaterschauspieler in diversen Produktionen.
Achim Haucke Alemannia Aachen Kohlenschlepper in Hamburg.
Jan Heintze Kastrup BK, PSV Eindhoven, Bayer Uerdingen, Bayer Leverkusen Jan Heintze Promotion Products.
Ronnie Hellström Hammarby IF, 1. FC Kaiserslautern, Gif Sundsvall Skandinavienleiter von Hornbach.
Peter Hidien Hamburger SV Kundendienstbetreuer bei Firma Peter Gerdau Tankschutz in Tangstedt/HH.
Udo Horsmann FC Bayern München, Stades Rennes, 1. FC Nürnberg, TSV 1860 München Möbeldesigner
Dirk Hupe Union Solingen, Arminia Bielefeld, Borussia Dortmund, Fortuna Köln Leitet Versicherungsbüro in Solingen.
Volker Ippig FC St. Pauli Lascher im Hamburger Hafen.
Manfred Kaltz Hamburger SV, Girondins Bordeaux, FC Mulhouse Vertriebsdirektor eines italienischen Mineralwasser-Konzerns, Immobilienmakler, Vermögensberater und er engagiert sich in einem Rehabilitationszentrum.
Werner Kamper VfL Osnabrück Geschäftsführer eines Betriebs für Landmaschinenbau.
Jupp Kapellmann Alemannia Aachen, 1. FC Köln, FC Bayern München, TSV 1860 München Arzt.
Rudi Kargus Wormatia Worms, Hamburger SV, 1. FC Nürnberg, Karlsruher SC, Fortuna Düsseldorf, 1. FC Köln Betätigt sich künstlerisch als Maler.
Manfred Kastl Hamburger SV, Bayer Leverkusen, VfB Stuttgart Besaß ein Hotel, das „Haus Kastl“ bis zur Insolvenz, welches er in ein Pflegeheim umwandelte, welches insolvent ging. Professioneller (?) Pokerspieler.
Dieter Kitzmann 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Frankfurt, Union Solingen Betreiber eines Tabakladens in Kaiserslautern.
Wolfgang Kneib FSV Mainz 05, Borussia Mönchengladbach, Arminia Bielefeld Innendienst der Württembergischen Versicherung AG.
Martin Kree VfL Bochum, Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund Hatte im Gegensatz zum Großteil der Branche keine Berührungsängste mit neuen Techniken und leitet jetzt eine IT-Schulungs-Schule.
Peter Kunter Eintracht Frankfurt, Freiburger FC Zahnarzt.
Marek Lesniak Pogon Stettin, Bayer Leverkusen, SG Wattenscheid 09, TSV 1860 München, KFC Uerdingen, Xamax Neuchatel, Fortuna Düsseldorf, Preußen Münster, SpVgg Velbert, SV Hilden-Nord Mitarbeiter bei einer Autoteilefirma.
Ilhan Mansiz Genclerbirligi Ankara, Kusadasispor, Samsunspor, Besiktas Istanbul, Vissel Kobe, Hertha BSC, MKE Ankaragücu Eiskunstläufer.
Erwin Markert Kickers Offenbach Besitzt ein Versicherungsbüro.
Hans-Bert Matoul Chemie Leipzig, Lokomotive Leipzig, BSG Traktor Langeln, Einheit Wenigerode Übernahm während seiner aktiven Karriere die Bäckerei seines erkrankten Vaters, ist heute diplomierter Wirtschaftswissenschaftler.
Frank Mill Rot-Weiss Essen, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, Fortuna Düsseldorf Aktiv in der Schrott- und Baubranche, u. a. (wohl) mit Mill-Container.
Thomas Miller SpVgg Unterhaching, FC Augsburg, TSV 1860 München Finanzbeamter.
Markus Münch FC Bayern München, Bayer Leverkusen, 1. FC Köln, FC Genua, Besiktas Istanbul, Borussia Mönchengladbach, Panathinaikos Züchtet Pferde und ist Galopptrainer.
Herbert Mühlenberg SC Jülich 1910, 1. FC Köln, Bayer Leverkusen, VfL Osnabrück, VfB Rheine Lehrer am Osnabrücker Gegengymnasium.
Wolfgang Mühlschwein Kickers Offenbach Ingenieur mit eigener Firma.
Arne-Larsen Ökland Bayer Leverkusen Betreibt die Pizzeria-Kette „Dolly Dimples“ in Norwegen. (Womit er so gerade noch durch den Gastwirt-Filter rutscht.)
Markus Osthoff 1. FC Saarbrücken, Eintracht Trier, MSV Duisburg, Borussia Mönchengladbach, Eintracht Braunschweig Lehrer für Sport und Hauswirtschaft.
Jürgen Pahl Chemie Halle, Eintracht Frankfurt, Rizepspor Betreibt eine Obstplantage in Paraguay.
Manfed Pohlschmidt Preußen Münster, Hamburger SV, FC Schalke 04 Betreiber einer Lottoannahmestelle.
Tobias Rau Arminia Bielefeld, Eintracht Braunschweig, VfL Wolfsburg, FC Bayern München Student des Lehramts
Knut Reinhardt Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund, 1. FC Nürnberg Grundschullehrer in Dortmund.
Andreas Reinke Hamburger SV, FC St. Pauli, Iraklis Saloniki, Real Murcia, 1. FC Kaiserslautern, Werder Bremen Landwirt mit eigener Wurstproduktion.
Helmut Roleder VfB Stuttgart Businesstrainer.
Bodo Rudwaleit Dynamo Berlin, Stahl Eisenhüttenstadt Betreibt ein Taxiunternehmen in Berlin.
Jürgen Rynio Karlsruher SC, 1. FC Nürnberg, Borussia Dortmund, Rot-Weiss Essen, FC St. Pauli, Hannover 96 Leiter einer Einrichtung für Behinderte
Gunnar Sauer Werder Bremen, Hertha BSC, VfB Leipzig Ist Immobilienmakler in Bremen
Thorsten Schlumberger Hertha BSC, Tennis Borussia Berlin, SC Charlottenburg, Blau-Weiß 90 Berlin, BSV Brandenburg, FSV Velten, SV Wilhelmshafen Physiotherapiepraxis in Berlin.
Stefan Schmitt SGK Heidelberg, VfB Stuttgart, SV Sandhausen Zahnarzt.
Georg Schwarzenbeck FC Bayern München Inhaber eines Schreibwarengeschäfts.
Martin Spanring TSV 1860 München, Fortuna Düsseldorf, FC Schalke 04, SC Freiburg, VfB Stuttgart, Bursaspor, Freiburger FC Sportmanager im Europapark Rust.
Hans-Peter Stark Blau-Weiß 90 Berlin. Beliefert mit seinem Unternehmen die Spitzengastronomie.
Gert Trinklein Eintracht Frankfurt, Kickers Offenbach, Dallas Tornado Mitglied der Stadtverordnungsversammlung für die FDP in Frankfurt.
Mario Tolkmitt Bayer Leverkusen, FC Berlin, Fortuna Düsseldorf Busfahrer und Betriebsrat in Burscheid.
Horst Weyerich 1. FC Nürnberg, SpVgg Fürth, Erzieher bei der Lebenshilfe Fürth.
Reiner Wirsching 1. FC Schweinfurt 05, 1. FC Nürnberg, TSV Vestenbergsgreuth Arzt.
Roland Wohlfarth 1. FC Bocholt, MSV Duisburg, FC Bayern München, AS Saint-Etienne, VfL Bochum, VfB Leipzig, Wuppertaler SV Bauleiter einer Estrichfirma.
Andreas Zeyer SSV Ulm 1846, SC Freiburg, Hamburger SV, Karlsruher SC, VfL Bochum, SC Freiburg Diplom-Ingenieur beim Stahlbauunternehmen der Familie in Nehresheim.
Michael Zeyer SSV Ulm 1846, SC Freiburg, 1. FC Kaiserslautern, SV Waldhof Mannheim, MSV Duisburg, VfB Stuttgart, Fortuna Düsseldorf, 1. FC Heidenheim Betreiber eines Sterne-Restaurants mit dem Namen 5.

Die Liste wird um Eure (Gedächtnis-) Fünde erweitert und zur besseren Übersicht dann alphabetisch sortiert, natürlich gibt es kein richtig oder falsch. Wobei ebenso selbstredend gilt: je ausgefallener, desto Kracher.

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janus — Der Traum vom Tal-Titan

Diesen Text über seine Zeit im Jugendfußball beim immerhin ehemaligen Bundesligisten Wuppertaler SV verfasste janus, der seine Schreiberkarriere eigentlich beendet hat, für eine Ausnahme glücklicherweise in diesem Fall aber sehr gerne zu haben war.

Am Anfang war ein Traningsanzug. Damals, 1982, kickte ich im jüngeren Jahrgang der C-Jugend des 1. FC Wülfrath, als Muttern von einer Anfrage des Wuppertaler SV berichtete. Der galt in der Gegend meiner Geburt und Jugend als der „große“ Verein, als „Titan vom Tal“, weil es der einzige Club war, dessen Senioren höherklassig spielten, in den 1970er Jahren sogar in der 1. und 2. Bundesliga; Anfang der 1980er immerhin noch in der Oberliga Nordrhein. also drittklassig, jede Saison aufs Neue mit Aufstiegsträumen. Jugendarbeit und Talentförderung galten als vorbildlich. Das Kürzel WSV verhieß den Traum vom Profi-Fußball direkt um die Ecke, auf einem richtigen Rasenplatz im Stadion am Zoo. Hartnäckig hielt sich bei den Jugendmannschaften im Umkreis das Gerücht, der WSV würde all seine Mannschaften als erstes neu einkleiden, mit einheitlichen Trainingsanzügen, etwas, wovon wir auf dem Dorf nur träumen konnten. Nebenbei, es stimmte, aber nur bedingt.

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Unbezahlbares Mem vom Spaßfood

Die Fastfoodkette McDonald’s ist zu einem Sinnbild im Fußball geworden, welches sie sich selbst einerseits nicht wünschen kann, und doch nicht gänzlich unglücklich sein wird, was mit einem Besuch ihrer „etwas anderen“ Restaurants alles verknüpft wird.

Denn wann immer es im Fußball um gesunde Ernährung geht, wird ein Besuch in einer der vielen Filialen von McDonald’s als Negativbeispiel herangezogen. Fettig, kalorienreich, ohne nachhaltig zu sättigen, dazu Softdrinks mit Unmengen an Zucker — gerade so, wie sich nicht nur Fußballer nicht ernähren sollten, sondern Menschen grundsätzlich nicht.

Weshalb es McDonald’s auch nicht gänzlich unpassend sein wird, dass Aufenthalte in ihren Filialen als besonders erstrebenswert angesehen werden, von einer starken Anziehungskraft und einem hohen Erlebniswert geprägt. Wäre dem nicht so, würden die Herren Fußballer ja nicht ausgerechnet bei ihnen stets sündigen, wenn sie denn mal ihre Ernährung nicht berufsgerecht ausfallen lassen.

Angefangen mit dem legendären McDonald’s-Besuch des dänischen Teams vor dem späteren Titelgewinn bei der Europameisterschaft 1992, werden seitdem immer ausgerechnet ihre Produkte herangezogen, wenn man sich mit dem Überdiesträngeschlagen der Profis auseinandersetzt. Zuletzt wieder von Armin Veh, der in einem Interview bei der FAZ eine Anekdote erzählte, nach der er es aufgab, sich um die Ernährung der Spieler zu kümmern. Trotz vorherigen Vortrags eines Ernährungsberaters sah er in der Folgewoche drei seiner Spieler bei eben jenem Burgerbrater, einsehend, dass man den jungen Leuten nicht jeglichen Spaß im Leben verbieten kann, sofern ansonsten die Disziplin stimmt.

Und dass es Spaß macht, zu McDonald’s zu gehen, sogar auch für junge Leistungssportler — diese Botschaft für Geld in allen Massenmedien zum Thema Fußball zu kommunizieren, dafür könnte der Werbeetat von McDonald’s gar nicht groß genug sein. Umso zufriedener darf man sein, dass alle im Fußball Beteiligten freiwillig und von sich aus zur Metapher „McDonald’s“ gleich attraktive, erlebnisreiche und befriedigende Ernährung mit hohem Spaßfaktor greifen. Selbst zum Teil der Mythen der Popkultur (zu der Fußball zählt) geworden zu sein, davon kann die Pommesbude um die Ecke nur träumen.

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