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Autor: Trainer Baade

Road to Germany Dortmund

Nachdem ich seit November die Qualifikation für das Turnier gespielt habe, den Dummschwätzer täglich, André Heller viel zu häufig und Nick Hornby viel zu selten lesen musste, mich für Euch durch Aufstellungen, Länderinformationen und Gimmickseiten gekämpft habe, tolle WM-Goodies initiiert habe und überhaupt der perfekteste aller perfekten Vorbereiter für die WM war, heißt es nun endlich: Die WM geht los, der Ball rollt, o‘zapft is.

Für mich stellt sich das folgendermaßen dar:

Nach Dienstschluss begebe ich mich in meine Kemenate am Rhein. Dort werde ich, nun gut, Ihr müsst nicht alles wissen. Nachdem ich geduscht haben werde, begebe ich mich zum Wedaustadion, welches neuerdings MSV-Arena heißt und immer noch auf einen Namenssponsor wartet. Dort werde ich das Eröffnungsspiel der WM schauen, bevor ich den Italienern beim Trainieren zuschaue, weil ich jetzt doch noch Karten dafür bekommen habe. Währenddessen wird hoffentlich gleichzeitig das Spiel Polen — Ekuador übertragen, ansonsten bin ich beim Training von Totti und Lotti schnell wieder weg, um eine Leinwand zu finden.

Morgen steht dann das volle Programm auf dem Plan. Vor 15h nach Dortmund „reisen“, dort im Stadtgarten auf einem Fanfest, ob offiziell oder nicht, ist mir natürlich Wurscht, England — Paraguay schauen und danach ins Westfalenstadion FIFA-WM-Stadion Dortmund fahren oder laufen. In diesem duellieren sich Schweden und Trinidad & Tobago, was ich, wie man weiß, von Reihe 33, Sitz 40 aus verfolgen werde. Danach geht es mit dem Taxi zum Hauptbahnhof, um — so es klappt — rechtzeitig um 21h wieder in Duisburg zu sein und das dritte Spiel an einem nur mir bekannten, aber sehr geschätzten Ort zu verfolgen.

Nebenbei werde ich hoffen, dass Deutschland Costa Rica mit mehr als zwei Toren Unterschied schlägt, Schweden Selbiges mit Trinidad mit mehr als einem Tor Unterschied schafft und England Paraguay schlägt. Sehr konservative Tipps, das ist richtig, allerdings möchte ich nun mal gewinnen und das Geld nicht dem Wettanbieter in den Rachen stopfen. 10 Euro habe ich darauf gesetzt, Geld, das ich durch die Teilnahme an einer Umfrage in einem anderen Blog gewonnen habe. Auszahlbar war das Geld ohnehin nicht, also musste es gesetzt werden, und wo fällt das Tippen leichter als bei einer WM, bei der die Leistungsstärken wesentlich größere Differenzen aufweisen als innerhalb einer Profiliga?

Wer also ein Attentat auf mich plant, weil ich ihm auf die Füße getreten bin während der bisherigen Bloggerei, weiß nun, wo er mich wann finden kann. Der Fahrplan hier noch mal in Übersicht:

Freitag

17-20h Deutschland — Costa Rica auf der Leinwand im Wedaustadion

20h-23h Italien beim Trainieren im Wedaustadion zuschauen, gleichzeitig Polen — Ekuador schauen

Samstag

13h Abfahrt nach Dortmund

15h-17h Beim Fanfest im Stadtgarten England — Parguay schauen

17h-20h im Westfalenstadion Trinidad — Schweden schauen

20h-21h Rückreise nach Duisburg

21h-23h an einem geheimen Ort Argentinien — Elfenbeinküste schauen

Leider bin ich immer noch nicht im Besitz einer Kamera, weshalb es von mir hauptsächlich Worte zu meinen Erlebnissen geben wird und keine Bilder. Ich bitte aber weiterhin darum, dass mir mal jemand ein Foto von dem „Bahnhofsstadion“ in Dortmund zukommen lässt.

Danke.

So, und jetzt können die Spiele beginnen.

Mein Tipp für heute Abend: 5:0, und das, obwohl die Wade der Nation nicht jetzt doch nicht jetzt doch nicht jetzt doch mitspielt. Ich fürchte, für die armen Costa Ricaner braucht man nicht mal den Ballack Michael und es wird trotzdem zu einem Kantersieg reichen.

Was mir ansonsten noch aufgefallen ist, ist, dass das Gejammer und Gemecker bei allen groß ist, dass sie keine Karten bekommen haben. Mittlerweile kenne ich allerdings mehr als nur eine Handvoll Leute, die Karten haben. Natürlich ist der Ausschnitt „Leute, die Trainer Baade kennt“ kein repräsentativer Ausschnitt aus der Grundgesamtheit, schließlich kann man annehmen, dass dieser Ausschnitt wesentlich fußball-affiner ist als der Durchschnitt. Aber genau darum sollte es ja auch gehen, darum, dass jene Leute Karten bekommen, die sich tatsächlich für Fußball interessieren. Und da scheint mir der Anteil dann doch nicht ganz so klein zu sein wie zunächst befürchtet. Vielleicht hat sich aber auch nur meine Wahrnehmung verschoben, seit ich selbst freudiger Besitzer einer Eintrittskarte bin. Nebenbei bemerkt erhalte ich so noch einen weiteren Groundhopperpunkt, denn, Duisburg hin oder her, ich war noch nie in Dortmund im Stadion, wenn ein Spiel stattfand.

Das erste und einzige Mal, dass ich mich dort im Stadion aufhielt, war am Tag des UEFA-Pokal-Finales zwischen Feyenoord Rotterdam und Borussia Dortmund, welches auf den Leinwänden übertragen wurde. Ich erinnere mich dunkel an ein ziemlich beschissenes Gefühl in dieser Menschenmenge auf der Südtribüne, obwohl ich definitiv nicht an Demophobie leide und an eine noch beschissenere Sicht auf die Leinwand. Der Abend endete in einer Dortmunder Kneipe mit Keller, einem Sturz eines Freundes die Kellertreppe herunter mit anschließender Landung auf dem Kopf und eine halbe Stunde und tatütata später auf einem Krankenhausflur herumlungernd, wo der Gestürzte, Betrunkene wild protestierend, fluchend und schimpfend sich der Behandlung entziehen wollte, was ihm schließlich nach dem fünften oder achten Versuch der Notärztin, ihn doch zu behandeln, auch gelang, woraufhin wir um 2h nachts in der Dunkelheit der Dortmunder Straßen saßen, kein Bus mehr fuhr und niemand mehr wusste, wie wir eigentlich zu diesem Krankenhaus gekommen und wo in Dortmund wir jetzt waren.

Ich hoffe, der kommende Samstag hält ein besseres Ende für mich parat. Zumindest werde ich ab einem 2:0 für Schweden oder höher bei entsprechendem Ausgang der anderen Partien um 60 Euro reicher sein.

Sollte das der Fall sein, such ich auch noch mal raus, bei welchem Blog ich dieses Wettgeld gewonnen habe.

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WM-freie Zone

Gerade sind sie zur Frimpe der Woche gekürt worden, da möchte ich mich auch gleich schon wieder anbiedern: Die Leute, die sich nicht für Fußball interessieren, haben ja ebenfalls eine Daseinsberechtigung. Sie können zum Beispiel spülen oder Schnittchen machen, während alle anderen Fußball schauen. Sollten sie davon irgendwann die Nase voll haben, lässt ein Trainer Baade sie natürlich nicht allein. In der WM-freien Zone [Link leider tot] findet man Tipps, was man sonst noch so machen kann, was nichts mit Fußball zu tun hat.

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Ich bin so rar, ich bin so rar, ich bin so wunderbar

Die FOTO-Zeitung schenkt uns DVDs von ein paar wichtigen Spielen des letzten Jahrhunderts, darunter vermeintliche „Klassiker“ wie die Finalpartie Deutschland — Holland von 1974. Ein Spiel, das übrigens meiner Einschätzung nach bei Weitem nicht so langsam ist, wie man es angesichts der seitdem verstrichenen Zeit vermuten würde. Diese Sammlung der FOTO-Zeitung umfasst etwas mehr als ein Dutzend Ausgaben. Das bedeutet: Es sind auch nicht mehr als ein Dutzend Spiele zu sehen auf diesen DVDs. Und die Bilder von Gerd Müllers Tor zum 2:1, von Pelés Tor im Finale 1958 oder von Andreas Brehmes Elfmeter kennt ohnehin schon jeder by heart.

Interessanter wäre es da doch, mal das Finale des Europapokals der Landesmeister von 1982 zu sehen, das Bayern München gegen Aston Villa mit 0:1 verlor. Nebenbei bemerkt die erste Niederlage in einem Finale für Bayern überhaupt, vielleicht als kleines Omen für das, was 1999 gegen Manchester United passieren würde. Noch interessanter wäre es, mal zu sehen, was denn die vielbejubelten und heute noch beschworenen „Gladbacher Fohlen“ in den 1970ern tatsächlich so aufs Parkett alias Rasen gelegt haben. Oder wie ein Qualifikationsspiel gegen einen damals noch „Kleinen“ wie z. B. Albanien ablief.

Um noch ein wenig obskurer zu werden: Wie wäre es mit einem WM-Qualifikationsspiel zwischen der DDR und Ungarn aus den 1960ern? Ein Freundschaftsspiel Österreich — Brasilien aus dem selben Jahrzehnt? Wie spielte der junge Bernd Schuster eigentlich im Nationaltrikot in den frühen 1980ern? Solche Spiele in voller Länge, mit dem Originalkommentar, für wenig Geld?

Ihr glaubt, ich scherze, aber all diese Spiele sind hier: raresoccervideos.com verfügbar. Scheinbar nichts, was es nicht gibt.

Ich bin sicher nicht der Einzige, der auf so etwas gewartet hat. Abgesehen davon, dass man für sich selbst endlich mit ein paar Mythen aufräumen kann, kann man dort wunderbar erleben, wie angenehm ein Kommentator ist, der nicht viel mehr sagt, als die Namen der ballführenden Spieler zu nennen.

Fraglich allerdings, ob der Besitzer dieser Videosammlung eine Beziehung führt. Ich denke, eher nein.

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Die Ausgeburt der Hölle wird mitspielen

Ich würde gerne ein wenig mehr dazu sagen, ich muss mich aber angesichts anderer Tätigkeiten auf Folgendes beschränken:

Wayne Looney ist dabei.

Und mit meiner martialischen Schlagzeile meine ich keineswegs, dass er nicht kommen sollte. Eine WM ohne Wayne Looney wäre nur die Hälfte wert, da ich persönlich (also als Person gesehen, nicht als fiktiver Charakter) ein großer Bewunderer seines Talents, seiner Intuition, seines Durchsetzungsvermögens und seines unglaublichen, scheinbar unstillbaren Hungers nach Toren bin.

Bedauerlich nur, dass er meine lieben Toffees wegen des schnöden Mammons verließ, bevor er sie zum ersten Meistertitel seit knapp 20 Jahren führen konnte. Und das, obwohl doch seine ganze Familie Everton-Fan ist.

Auch wenn ich sein Talent mehr als bewundere, so hoffe ich doch, dass er nicht derjenige sein wird, der England nach knapp 40 Jahren zum ersten Titel führt. Das mit dem zu-einem-Titel-führen wünsche ich dann doch lieber einem anderen Engländer: Jens Lihmän.

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Deutschland ist Sitzkissen!

Aus! Aus! Aus! Das Spiel ist aus!

Ich habe Euch lange genug gewarnt. Jetzt ist die Zeit abgelaufen. Die letzten Noten sind gesungen, das Herbstlaub fällt von den Blättern und die Melancholie hält Einzug in unsere Juni-kalten Wohnungen am Rande der Stadt: Es gibt keine Sitzkissen mehr zu gewinnen.

Die letzten 10 Stück der bunten (schwarz-rot-grün) Sitzkissen sind heute bürgermeisterlich beglaubigt gezogen worden und werden in Kürze auf den Fahrradkurier unseres Hauses geladen, der sich damit aufmacht, den Gewinnern einzeln die Hand zu schütteln, ganz im Stile des Dummschwätzers.

Auf diesen tollen Vorgang dürfen sich freuen:

Roswitha Wallewein, Essen

Cordelia Fleischer, Hamburg

Joachim Steiner, Talheim

Claus Tillmann, Beverstedt

Matthias Schumacher, Gelsenkirchen

Maik Jakubik, Greifswald

Heiko Dittrich, Eppendorf

Erich Rietze, Reinhardshagen

Frank Hailer, Calw

Sabine Liebschner, Minfeld

Schade, dass alle anderen leer ausgegangen sind bei unserem quadratischen Sitzkissengewinnspiel, denn jetzt gibt es niemanden mehr, der ein solches Kissen in seinem Briefkasten finden wird:

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Unbekanntes aus … Island: Knattspyrna

… Island: Knattspyrna.

So heißt Fußball auf isländisch. Und es folgen jetzt nicht mehr Übersetzungen von Fußballbegriffen, weil mir nichts mehr einfällt. Ich weiß nur nicht, was Knattspyrna — etymologisch gesehen — mit „Fußball“ zu tun hat.

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Hornby-eskes

Nick Hornby ist eigentlich nicht als Fußballexperte im eigentlichen Sinne bekannt. Er ist eher ein Experte dafür, was es bedeutet, als Fan mit einem Verein zu leiden. Dass er besonders fähig wäre, die Stärken und Schwächen von Teams einzuschätzen, hat er bis jetzt nicht bewiesen. Stattdessen ist er ein Meister des Wortes und so sagt er über die deutsche Mannschaft, dass sie:

„…trotz mieser Leistungen meist gewinnt, weil sie so langweilig spielen, dass der Gegner nach 50 Minuten das Interesse verliert.“

Ich würde jetzt auch gerne noch etwas zum Spiel gegen Kolumbien sagen, aber nach ungefähr 50 Minuten habe ich nicht mehr hingeschaut.

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WM schon lange vorbei

Wie uns eine bekannte Zeitung mitteilt, haben die Spiele der WM 2006 schon längst stattgefunden, und zwar irgendwann im Sommer 1980. Kein Wunder, dass ich keine Karten bekommen habe. Zu der Zeit lernte ich gerade lesen und schreiben, da war es etwas schwierig mit dem Anmelden auf der Ticketseite der FIFA. Davon, dass es noch kein Internet gab, ganz zu schweigen.

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Und auch wenn ich hier selbst klugscheiße, will ich jetzt keinen Klugscheißer hören, der mir erzählt, dass es sehr wohl 1980 schon so etwas wie Internet gab.

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Vorsicht ist die Mutter des Finaleinzugs

Aus „Sicherheitsgründen“ wird die am Hotel der Italiener liegende U-Bahn-Haltestelle für die Dauer des Aufenthaltes der Italiener gesperrt. Aus Sicherheitsgründen. Das heißt also für alle Terroristen, dass sie jetzt an der Haltestelle „St.-Anna-Krankenhaus“ aussteigen und dann Richtung Süden laufen müssen. Wahlweise kann man auch an der hochfrequentierten Haltestelle „Froschenteich“ aussteigen und dann nach Norden laufen. Nach geglücktem Attentat wünsche ich mir als kleines Dankeschön für diesen Tipp 72 Jungfrauen. Aber bitte im Diesseits, nicht im Jenseits.

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Nachtrag: Jetzt wissen wir auch, warum U-Bahnfahrer keine Nachrichtensprecher sind. Gerade hörte ich folgende Durchsage in der betreffenden U-Bahn: „…hat die iranische Mannschaft in diesem Hotel Quartier betrogen.“ Ablesen von einem Zettel ist halt nicht jedermanns Ding.

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Wie die Fans es wollen

Wolfgang Schäuble, der Erfüllungsgehilfe der FIFA und Erzengel aus Schdurgert, bringt es auf den Punkt, wie wir Zuschauer das mit den Sponsoren zu sehen haben:

„Mal ehrlich: Ohne Sponsoren sind solche Ereignisse nicht mehr so zu machen, wie die Fans es wollen.“

Was ist daran ehrlich? In meinem Wörterbuch findet sich unter dem Gedanken, den Schäuble beschreiben möchte, das Wort „verlogen“. Natürlich würde er noch ein paar Argumentchen finden, warum das Ganze so ist. Ist es aber nicht. Das Gros der Kosten für die WM bringen ohnehin der Staat, die Länder und die jeweiligen Städte auf.

Und dass die Fans es anders wollen als es jetzt durchgeführt wird, ist zweifelsohne der Fall. 31,5 Prozent, ich muss das noch einmal wiederholen: Einunddreißigkommafünf Prozent aller Karten gingen in den freien Verkauf. Fragt man mich: ja, das ist richtig so. Ich finde es gut, dass die meisten Leute keine Karten bekommen, nur damit innerhalb der Bannmeile ein paar VIP-Kartenbesitzer ihre Geschäfte abwickeln können, ungestört von störender Werbung von Fremdfirmen.

Da das Thema allzu ausgelutscht ist, will ich den Rest gar nicht zitieren, möchte aber behaupten: Herr Schäuble ist ein echter Fußballfan-Experte.

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