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Autor: Trainer Baade

Was bisher geschah (II): Den #tkss entdecken

Der #tkss ist der „Tweet-Kick Schäl Sick“, wobei die letzteren beiden Vokabeln angesichts der medialen Übermacht, mit der Kölner Kulturgut im Unverhältnis zu tatsächlich existenten und dieses auslebenden Anteilen der Bevölkerung in die Lande gesendet wird, wohl nicht mehr erklärt werden müssen. Die „schäl sick“ ist die „scheele Seite“ Kölns, welche auf der scheelen, also falschen, dummen, schlechten Seite des Rheins liegt, welches in diesem Fall die rechtsrheinische bzw. östliche Seite ist. Und ein Tweet-Kick ist leider kein Rumgebolze von Menschen, die Twitter nutzen, aber immerhin ein Treffen fußballaffiner Twitterer (und Blogger). Was dann so aussieht wie im Bild hier rechts.

Ins Leben gerufen wurde der #tkss vom Italo-Schwaben LLcurly, der gleichzeitig die Gazetta di Kalk betreibt, nur echt in rosa, von hirngabel, der neben dem Brustring auch als hirngabel bloggt, und von DooMiniK2k, bekannt durch effzeh.com und die sektiontwitter, ein Fanclub des 1. FC Köln, von Menschen gegründet, welche sich über Twitter kennenlernten.

„Was bedeutet eigentlich #tkss?“

Zum inzwischen 14. oder 15. Male traf man sich im „Brauhaus ohne Namen“, welches — für einen Besucher aus dem Revier überraschend — irgendwann den Ausschank einstellte, weil das Fass leer, der Abend vorangeschritten war und den Bediensteten ihrerseits nach Feierabend dürstete. Wirsing war der Hashtag des Abends, das bedarf keiner weiteren Erläuterung, wird doch der nächste #tkss unter einem neuen Motto stehen. Vergänglich ist nicht nur der Wirsing, sondern auch und vor allem die Erinnerung der Twitternutzer.

„Was ist ein Tweet-Kick?“

So trifft man dort — man darf auch ohne Anmeldung erscheinen, obwohl diese gewünscht wird — auf zur Zeit meist etwa 30 weitere fußballaffine Twitterer, die man dem Namen nach kennt oder eben erst -lernt. Smalltalk ist in großen und kleinen Runden möglich, und aufgrund der großen Fluktuation an Anwesenden bilden sich, ganz wie im Netz beim Twittern, wo sich jeder an ein Thema anhängen kann, immer wieder neue Runden. Hier rechts im Bild das Phrasenschwein des #tkss, das sogar ein Trikot mit der Aufschrift „tkss“ trägt. Schließlich fallen, wo über Fußball gehobelt wird, auch reichlich Phrasen.

Empfehlenswert ist der #tkss für alle, die einen solchen Termin in Köln einrichten können (etwa 5 Minuten zu Fuß vom Bahnhof Messe/Deutz entfernt) und die nicht menschenscheu sind, was man der „Netzgemeinde“ ja wohl nur aus Ahnungslosigkeit nachsagt. Erstens gibt es keine „Gemeinde“ und zweitens ist sie mehr oder weniger so menschenscheu wie Menschen es eben sind. Wer nicht in der Nähe von Köln wohnt, kann auf Glück hoffen, dass sich Pendants wie bereits geschehen in Berlin, München, Hamburg und zuletzt in Hannover nach seiner Machart bilden. Im anderen Fall spricht nichts dagegen, ähnliche Einrichtungen in der eigenen Heimat einzurichten. Noch werden keine Lizenzgebühren erhoben.

Und wie LLcurly zurecht monierte, existiert noch kein solcher fußballaffiner Twittertreff im Ruhrgebiet. Wer also Zeit und Lust auf ein ganz klein wenig Organisationsarbeit hat, sei hiermit aufgerufen. Alle anderen strömen weiterhin zum #tkss nach Köln oder eben nach München, Hamburg, Berlin oder Hannover.

Siehe dazu auch: „Treffen in Köln“, als sich Blogger zum Pokalfinale der Frauen in Köln verabredeten. Kurzer, aber extrem schlauer Hinweis: Will man sich wirklich kennenlernen und unterhalten können, sollte man eher nicht zusammen ein Fußballspiel besuchen, sondern lieber irgendwo einkehren. Zum Beispiel beim allmonatlichen #tkss, der hier seinen neuen Termin sucht.

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Was bisher geschah (I): Deutschland – Schweden 4:4

Die mehr oder weniger „daily soap“ namens „Trainer Baade“ wird natürlich auch dann fortgeschrieben, wenn gerade keine neuen Folgen veröffentlicht werden, in den letzten Tagen grippal bedingt. Ereignet hat sich dennoch eine Menge im Intriganten- und Mimosenstadl namens Profifußball, was jetzt aufgearbeitet werden muss.

Deutschland führt nach berauschender Gala im Berliner Olympiastadion gegen den vermeintlich stärksten Konkurrenten in der Qualifikation für die WM in Brasilien mit 4:0 und gibt historisch einmalig eine Führung mit vier Toren noch aus der Hand. Schwierig macht die Bewertung dieses auch hier als „Desaster“ titulierten Ereignisses die Hinterher-ist-man-immer-klüger-Problematik. Denn wer hätte schon groß nach den zwei Gegentoren gekräht, wenn es beim 4:2 geblieben oder gar noch zu einem 5:2 oder 6:2, wie sonst gerne vornehmlich gegen Österreich erzielt, angewachsen wäre?

Hinterher weiß man natürlich, dass es falsch war, nicht die Defensive zu stärken. Aber hat man das Fehlen eines solchen Schrittes nach den zwei Gegentoren durch Griechenland bei der EM bemängelt? Oder nach jenen zwei durch eben genanntes Österreich in einem der vorigen Spiele? Hat man Löw vorgeworfen, dass er nach dem Anschluss durch die Niederlande bei der EM nicht anders gewechselt hat, als er es tat?

Insofern ist es wichtig zu wissen, ob alle, die nun nörgeln oder sich überhaupt äußern, wenigstens nach dem 3. Gegentor sicher waren, dass auch noch ein viertes folgen würde. Was retrospektiv schwierig in ehrlicher Weise zu beurteilen ist, gerade da diese Partie nun auch schon 7 Tage her ist. Dennoch einmal die Bitte an alle, die diese Frage für sich innerlich beantworten, dies so ehrlich wie möglich zu beantworten (mit dem Wissen im Hinterkopf, dass Zeugenaussagen vor Gericht mit höchster Vorsicht zu genießen sind, das gilt dann natürlich auch hier):

War nach dem Tor zum 3:4 wirklich so glasklar, dass auch ein viertes folgen würde, dass man anders hätte wechseln müssen?

Die Folgen dieses verheerenden Remis‘ sind insbesondere angesichts der noch nicht verarbeiteten (geschweige denn verziehenen) Halbfinalniederlage gegen Italien sowie den beiden sehr schwachen Partien gegen Argentinien und Österreich nicht einzuschätzen. Immerhin hätte Löw, so er nicht ebenfalls grippal erkrankt wäre, diesmal die Eier gehabt, nicht wochenlang in der Versenkung zu verschwinden, um sich hernach in einer etwas obskuren Pressekonferenz ohne Anlass gegen alle aufgelaufenen Vorwürfe, sinnvoll (schlechtes Coaching) oder nicht (Hymne, etc.) zu erwehren.

Sondern wäre direkt ins Sportstudio des ZDF marschiert und hätte sich dort verteidigt. Eloquenter sicher als direkt im Anschluss ans Spiel, als ihm nicht nur das Gesicht aus selbigem, sondern auch jeglicher Lebensgeist aus den Gliedern gefahren war. Das darf man merkwürdig finden, gleichzeitig darf man auch darauf hinweisen, dass derlei in nun 104 Jahren Länderspielgeschichte tatsächlich noch nie vorgekommen ist.

Weshalb man auch hier zur Einordnung dieses Ereignisses wissen sollte, sofern man im Fußball etwas „wissen“ kann, ob es schlicht ein ganz besonderes, aber einmaliges Ereignis war, oder ob es sehr wohl etwas mit der aktuellen Konstellation an Spielertypen und deren Auftreten in Länderspielen zu tun hat. Und ja, die Fragestellung ist, alter Martkforschungstrick, zugespitzt, damit man sich entscheiden muss. Wer meint, dass man diese Frage nicht entscheiden kann, der stimme eben nicht ab. Allen anderen allerdings Dank im Voraus.

Das neue Design hier finde ich

Ergebnisse zeigen

Was sich auf jeden Fall enorm verändert hat, ist die öffentliche Sicht auf Löw. Schon wieder ein Fehler, wenn nicht gleich mehrere, jedenfalls hat er falsch und zu wenig (die dritte!) Auswechslungen getätigt, zumindest Letzteres ist unabhängig von allen hellseherischen Fähigkeiten zutreffend.

Womöglich ist Löw es angesichts der vielen positiven Ergebnisse in den letzten Monaten nicht mehr gewöhnt, überhaupt in solchen Partien in hektische Situationen zu geraten. Möglicherweise war er es aber auch noch nie. Und vielleicht war Urs Siegenthaler an jenem Abend in Berlin beim Stand von 4:0 auch schon nach Hause gegangen, in ein Hotel am Alexanderplatz, mit extradicken Betonwänden aus der Zeit des Kalten Krieges und ergo keinem Handynetz. Wenn aber ein Trainer derart von anderen Geistern abhängig ist, darf die Frage gestellt werden, wieso Siegenthaler eigentlich nicht mit auf der Bank sitzt.

Löws Image jedenfalls hat, ob nun durch ihn verschuldet oder durch einen hanebüchenen Schwenk des Fußballgotts, enorme Kratzer erhalten. Und angesichts der vier Gegentore mit allen Schwächen der jeweils beteiligten deutschen Spieler ist noch dazu völlig in den Hintergrund gerückt, dass weiterhin keine Standards trainiert werden, ob defensiv oder offensiv.

Ebenso weiterhin darf man das hier nicht falsch verstehen: Löw soll nicht abgelöst werden. Die verfügbaren und willigen Alternativen wären kaum besser. Nur soll er endlich an seinen eigenen Schwächen arbeiten. Insofern mag dieses 4:4 tatsächlich einmal als mittlerer Wendepunkt gesehen werden. Die Augen kann man jedenfalls nun endlich nicht mehr davor verschließen, dass „vorne hui und hinten pfui“ gegen Spanien oder Italien nicht reichen wird. Und dass die langjährige defensive Nachlässigkeit endlich wirksam bekämpft werden muss. Natürlich macht das einem wie Löw weniger Spaß, weil es da weniger zu feiern gibt. Aber: (auch) zo is voesbal.

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Eric Cantonas besonders schlappe Variante des Panenka



1. Runde im französischen Pokal, Eric Cantona vergibt für Girondins Bordeaux gegen AS Beauvaix im Januar 1989 (ohne Gewähr).

Ein dermaßen schlapper „Panenka“, dass der Torwart es sogar schafft, nach seinem Hecht in die eine Ecke noch einmal aufzustehen, in die andere Ecke zu laufen und den Ball aufzunehmen. So schlapp, dass man zwei Mal hingucken muss, um zu begreifen, wie gurkig dieser Elfmeter geschossen wurde.

Eric Cantonas späterer glänzend inszenierten Selbstvermarktung hat dieser doch beinahe peinlich anmutende Fehlschuss dann allerdings nicht geschadet.

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Nach Hannover folgt St. Pauli, morgen ganz Europa

Endlich greift der deutsche Fußball durch. Endlich wird aufgeräumt im Saustall „Fankultur“, mit dem man sich im aktuellen Zustand bei keinem Sponsor mehr vorstellen kann. War es gestern noch nur ein einfacher Serienmörder, der gerade mal zwei Dutzend Opfer fand, sind nun endlich auch die dicken Fische dran.

Ein Totenkopf als Insignien von Piraten, die jahrhundertelang ihr Unwesen in Europa trieben, heute noch überall auf der Welt aktiv sind, es in der Antike schon waren, heute vor Somalia und Westafrika — unvermarktbar, das muss weg. Geht nicht mehr, das wird man auch auf St. Pauli einsehen. Gewaltverherrlichend und denkt denn niemand an die Kinder.

Weitergehende Überlegungen wollen auch alle nichtvergetarischen Tiere als Maskottchen verbieten lassen, schließlich fressen diese Tiere andere Tiere. Bären, Krokodile scheiden also ganz aus, ob auch insektenvertilgende, sonst eher niedliche Tierchen verboten werden, ist noch in der Schwebe.

Es kann logischerweise nur vom deutschen Fußball ausgehen, dass auch in der UEFA endlich aufgeräumt wird. Dann ist Schluss mit der „Tartan Army“ und allen weiteren Fan-Armeen, dienen solche Armeen doch in erster Linie dazu, andere Menschen in raueren Mengen zu töten als Fritz Haarmann es je vermochte.

Bis zu NFL, NBA und Co., wo Wikinger, Panther, Krieger, Raubtiere, Haie, Falken oder eben Bären in den doch nur vermeintlich so politisch korrekten USA ihr Unwesen treiben dürfen, reicht der Einfluss des deutschen Fußballs dann allerdings nicht.

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Cool retourniert Valérien Medienschelte

In der letzten Woche führte eine plötzliche Eingebung während einer „nächtlichen Internetsafari“ (© Stadioncheck) dazu, nachzuschauen, was denn eigentlich Harry Valérien macht. Er lebte in Bayern und freute sich seines Lebens, war zu erfahren, er sei zwar nicht mehr sehr kameraaffin, treibe aber regelmäßig noch Sport, zumindest Wandern. Das war in der letzten Woche. Nun ist er tot.

Harry Valérien ist gestorben, für jede und jeden in meiner Generation und drumherum wohl der Sportreporter schlechthin, noch weit vor Manni Breuckmann, Adi Furler oder Jochen Hageleit.

Mir war damals immer klar, dass Harry Valérien entweder ein Alien oder ein Österreicher oder ein Luxemburger sein musste. Ein Deutscher konnte er nicht sein, weil er a) so einen französischen Nachnamen trug, der zusätzlich zum Akzent auf dem erste E in meiner Muttersprache auch keine Bedeutung transportierte, b) einen so herben Akzent sprach, dazu immer wieder stakkato-artige Aussetzer in seinen Satzmelodien hatte, dass er nun mal kein Deutscher sein konnte. Oder vielleicht zwar vom Pass her Deutscher, aber in Monaco aufgewachsen, vielleicht auch in Rumänien, aber niemals ein eingeborener Deutscher. Und dass sich ein Ausländer so sehr für deutschen Sport interessiert und das sogar zu seinem Beruf machte, das war natürlich schon eine besondere Auszeichnung dessen, über was er dort berichtete.

Mittlerweile weiß man, in München geboren und aufgewachsen, mit der für jene Generation typischen Zeit in alliierter Kriegsgefangenschaft, war er eigentlich dann doch absolut deutsch, nur eben kein Preuße. Daher auch der mit westdeutschen Ohren gehört fast unnatürliche, starke Akzent. Sicher Rumäne. Oder Ungar. Nein, Münchner, aha. Die durch all diese Umstände von meinem Hirn nur konstruierte Besonderheit hätte Harry Valérien allerdings gar nicht nötig gehabt, schließlich war er durch sein Tun ein außergewöhnlicher Sportberichterstatter, wie wir gleich noch unten sehen werden.

Was mich bei all den bislang konsumierten Nachrufen wundert, ist das Fehlen einer — jedenfalls für „uns“ damals — ganz wichtigen Komponente des Schaffens von Harry Valérien. Nun gut, dass er womöglich nur seinen Namen fürs Cover hergab und mit den Inhalten eventuell gar nichts zu tun haben könnte, das ahnte man erst später. Aber Harry Valérien ist uns allen — und ich kenne niemanden, der wirklicher Fußballfan ist, der nicht eine Ausgabe davon besitzt oder besaß — bekannt ist er uns allen natürlich wegen seiner WM- und EM-Bücher, wie Benny Berger hier seines zeigt und ich selbst auch diverse besaß (bis sie mir in einer Nacht- und Nebel-Guerilla-Aktion während der WM 1998 geklaut wurden, aber das ist eine andere Geschichte). Solch eines, solch eines oder auch solch eines.

Dazu hatte er natürlich das Glück, dass er in einer Zeit tätig war, in der einerseits das Volk in Deutschland nur drei Sender hatte, die Chance, das man ihm abends zusah, also bei etwa einem Drittel lag, so man an jenem Abend fernschaute. Außerdem bewirkte dieses dünne Medienangebot, dass man sich auch als Flachlandtiroler für Skiabfahrten oder Golfturniere im fernen Florida interessierte, in Ermangelung an Alternativen im sportlichen Fernsehprogramm. Und Harry Valérien andererseits in einer Zeit wirkte, in der das Fernsehen sich noch nicht als Partner der Bundesliga verstand, sondern eben als neutraler Berichterstatter. Und da die meisten sein Wirken nicht selbst miterlebt haben, wollen wir mal schauen, wieso Harry Valérien so sehr geschätzt und als derart integer wahrgenommen wurde.

Da gibt es sicher viele Beispiele, aber weil hier das Thema Fußball lautet und nicht Golf, Schwimmen oder Ski, soll es eben auch ein Fußballbeispiel sein. Et voilá, ein weiteres Resultat jener eingangs erwähnten nächtlichen Internetsafari stand dann auch sofort bereit: Harry Valérien im Gespräch mit einem der schwierigsten Charaktere, die es im deutschen Fußball gibt. Auch und erst recht damals schon, ohne dass Valérien locker lässt oder aber arrogant wird. Von beeindruckender Konsequenz, wobei man den heutigen Reportern zugute halten muss, dass es unter den heutigen Aktiven gar niemanden mehr gibt, an dem man sich derart abarbeiten könnte, wie Valérien diese Gelegenheit damals zuteil wurde, im Sommer 1982, als er an einem spanischen Hotelpool vor johlenden Touristen dieses Enfant Terrible des deutschen Fußballs vors Mikrofon bat. Ein echtes „Musssehen“, dieser Link:

Harry Valérien interviewt einen grantigen, medienscheltenden Fußballer.

Beziehungsweise für den Fall, dass der Link irgendwann nicht mehr funktionieren sollte, das Video auch gleich hier im Bild.



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Sportschau-Hangout mit Trainer Baade: DFB-Elf in Unruhe

Seit den ominösen 2 Toren von Mario Balotelli gegen Manuel Neuer in diesem Sommer ist plötzlich alles anders. Die Nationalmannschaft verliert nicht nur Spiele, sondern auch an Reputation, allen voran Fahrensmann Joachim Löw.

Heute Abend kehrt allerdings Bastian Schweinsteiger (siehe Schweinsteiger’sche Zahl in der rechten Sidebar) in dessen Team zurück.

Die Sportschau lud ein, darüber und über einige weitere Themen zu parlieren. Neben meiner Wenigkeit ebenfalls in dieser Runde, die so vielleicht nie wieder zusammen spielen wird: Jens Peters (Catenaccio, Fokus Fussball) und Martin Rafelt (Spielverlagerung).

Eine angenehme Gesprächskonstellation, in adrette Häppchen geschnitten und ergo sehr gut verdaulich.

Zum Video vom Hangout „DFB-Elf in Unruhe“. [Link leider tot]

(Bevor jemand zurecht anmerkt, dass Irland zuletzt durchaus häufiger zu Hause mal verlor: Stimmt. Hab ich mich kolossal geirrt. Sollte man feuern, den Mann.)

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Der Zorn im !?

In Wolfsburg gehen die Tachometer bekanntlich etwas anders. Wenn da eine Fanrevolte geschieht, dann versammeln sich immerhin 40 Kiebitze am Trainingsplatz, also etwas mehr als die Hälfte der Menschen, denen der VfL Wolfsburg wirklich am Herzen liegt. Wie sehr die Werksmannschaft ihnen am Herzen liegt, das drücken sie dann auch durch entschlossen zornige Inhalte ihrer mitgebrachten — die haben sich die Rentner selbst gemalt — Transparente aus.

„Europapokal!?“ ist da auf einem zu lesen und man stellt sich unweigerlich die Frage, was beim VfL Wolfsburg alles möglich wäre, wenn die Spieler auf dem Platz so viel Kreativität aufbrächten wie die Kiebitze beim Protestieren.

Zudem beherrscht man in der Autostadt Satzzeichen in gerütteltem Maße. Denn wenn man nur eines der beiden wegließe, verlöre das Banner seinen gesamten doch so vorzüglich transportierten Missmut über die Lage. Im ersten Fall („Europapokal!“) wäre es nur eine Aufforderung zum Singen, im zweiten Falle („Europapokal?“) die zwar berechtigte, zur Zeit aber eher unnötige Frage nach einer genauen Definition. So jedoch, durch die Kombination von Ausrufe- und Fragezeichen, wird deutlich, und dann auch gar nicht misszuverstehen:

So kann es nicht weitergehen, Herr Magath. Klaro!?

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Helmut Haller trifft, Hurst aber aucher

Uwe Seeler, der es heute in seiner unnachahmlich botten Art mal wieder genau neben den Punkt brachte, als er Helmut Hallers Tod mit den Worten „Die Einschläge kommen näher“ kommentierte, führte diesen heute verstorbenen Helmut Haller als Kapitän der westdeutschen Nationalmannschaft im Wembleystadion aufs Feld, um dort das Finale der Weltmeisterschaft gemeinsam mit ihm gegen England zu verlieren.

Helmut Haller schoss in diesem WM-Finale das erste Tor. Und da es vermessen wäre, zu behaupten, hier an dieser Stelle hätte man irgendetwas mit Haller verbunden außer dem Umstand seiner ganz frühen Tätigkeit als Fußball-“Legionär“ in Italien, folgen hier statt Blumen das Video von jenem WM-Finale 1966, in dem Haller der Schütze des ersten von insgesamt fünf Toren an diesem Tag war, in voller Länge und — allein deshalb schon hörenswert — mit englischem Kommentar, die Übertragung der BBC.

“ … and Haller, number eight, plays in Italy, they England will have to watch.“



Die Queen ist immer noch die selbe, das Stadion inzwischen nicht mehr.

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Brasilien gut und schlecht wie nie

In der FIFA-Weltrangliste belegt Brasilien nun den schlechtesten Rang seit Einführung dieser Spielerei rund um den Länderfußball im Jahr 1993.

Lediglich Platz 14 steht für die Seleção (nur echt mit dem Wörns’schen nasalen „ão“) zu Buche, gerade einen Platz besser als die Schweiz.

In der ELO-Weltrangliste, die nach dem Prinzip der in vielen Ranglisten verwendeten Elo-Zahl ihre Wertung erstellt, liegt Brasilien hingegen weiterhin auf Platz 2, hinter Spanien, direkt vor Deutschland.

Welcher Konstrukteur der Realität liegt nun richtig?

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Dortmund hat die besten Fans der Welt

Naja, … die besten Fans der Bundesliga jedenfalls.

Ihr werdet es nicht glauben wollen, so Ihr keine Dortmund-Fans seid, aber so ist die Sachlage, belegt mittels harter Fakten, Fakten, Fakten. Wobei Fans in diesem Zusammenhang auch Anhänger meint oder auch Menschen mit Affinität zum Club oder auch schlicht Zuschauer. Die besten Fans der Liga sitzen, pardon, sitzen und stehen also in Dortmund, sagt ein gewisser Dr. Stollenwerk (sic!), und der muss es wissen, denn er hat diese Fans befragt.

Wir sprechen dabei über ein heißes Thema, das noch viel wichtiger ist als all die Promille-Pyros und Gesängesinger oder zuletzt eben Gesängenichtmehrsinger.

Wir sprechen von fürchterlichen Vor-, Mittel- und Nachprogrammen, durch die Vereine selbst in ihren Stadien veranstaltet, gruselig in ihrer Ausprägung, Programme, die kein Mensch bei einem Fußballspiel braucht, da sind wir uns wieder einig.

Braucht kein Mensch. Nicht wahr?

Weit gefehlt — die Zustimmungsrate zu dem hier als eigentlich überall verhasst eingeschätzten Hokuspokus mit Sinnesfoltergarantie geht durch die Decke. Dein Nebenmann im Stadion könnte nicht nur ein Befürworter von debilen Gewinnspielen, Audiowerbung und Fanelfmeterschießen sein — er ist es sogar mit großer Wahrscheinlichkeit.

Die Zustimmungsraten für diesen Popanz, jedes gesunde Gehirn beleidigenden Auswüchse verirrter, ja, teutonischer Geschmackslosigkeitskultur gehen — so sieht die traurige Realität aus, die Reinhold Beckmann einst rief — an allen Bundesligastandorten durch die Decke.

Außer eben in Dortmund.

Das ganze Nebenbrimborium wollen viele Dortmunder nicht. In anderen Stadien möchten die Zuschauer unterhaltende Rahmenprogramme haben. Meist zu über 80 Prozent. In Dortmund ist es weniger als die Hälfte. Dort ist Fußball pur angesagt.

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Michael Ballack — Thank you for the music

Sportlich tot war er schon länger, nun hat er es auch selbst eingesehen und seiner Beerdigung zugestimmt. Es gibt sie noch, die Leute, die wissen, wann Schluss ist. Michael Ballack gehörte nicht dazu.

Andererseits: Wie furchtbar schnell das doch ging. Vorgestern (aka „vorgestern“) noch schlugen hier Kommentare im Blog auf, dass ich Trost spenden solle, wie die deutsche Mannschaft denn nach Ballacks Verletzung nun die WM 2010 überstehen solle. Das ist kaum 24 Monate her und nun ist er schon zu alt dafür, überhaupt noch Fußball zu spielen, zu alt gar fürs Broich’sche Outback.

Auch wenn es absehbar war angesichts seines in heutiger Zeit gesehen hohen Fußballalters — ein Indiz für seine große Qualität liegt auch darin, dass er den Absprung nicht geschafft hat. Denn vor zwei Jahren war er tatsächlich noch der einzige Fußballer von Weltformat im Trikot des DFB, obwohl schon 33 Jahre alt. Obwohl eine ganze Generation Zeit hatte, ihn zu verdrängen oder zumindest ihm Ebenbürtiges an die Seite zu stellen. Mit Ausnahme dieses kosmischen Zufalls namens Klose gab es da aber nichts.

Mit der raschen Entwicklung der Özils und Co. konnte damals niemand rechnen. Er selbst hat es wohl auch jetzt erst geschafft, sich zu vergegenwärtigen, welch ein Sturm (und Stürme beinhalten fast immer auch unschönes Wetter, in diesem Falle von den Gutparlierern aber Schlechthandlern Löw und Co. initiiert) über ihn und auch über den Rest Fußballdeutschlands hinweggebraust ist. Davor gab es jahrelang fast nur Stillstand.

Ein Mann wie Oliver Kahn war Michael Ballack, ein Leuchtturm in ganz finsterer Zeit. Ohne die beiden hätte man gar das eine oder andere Turnier verpasst. Statt Kahn hätte man aber auf Lehmann zurückgreifen können. Wer hätte je in all den Jahren Ballack annähernd ersetzen können?

Sicher gäbe es auch viele private oder menschliche Aspekte an Ballack zu beleuchten, die nicht in bestem Licht erstrahlten, wendete man die Scheinwerfer dorthin. Aber als TV-Fußballkonsument ist man bei diesen Dingen nicht anwesend und im Grunde sind sie es auch nicht, die zu beurteilen sind. Die Länderspiele von etwa 2000 bis 2010 hätte man ohne Ballack aber lieber nicht gesehen, waren doch schon so jene — zum Glück! — wenigen ohne sein Zutun oft eher Wackelpudding als Stärkebeilage, trotz Titan im Tor.

Jemanden, der 10 Jahre lang — mit gewissem Abstand an Klinsmann und Sammer anknüpfend — dafür sorgte, dass man überhaupt mit der Nationalmannschaft rechnen konnte, sie nicht gar in die Zweitklassigkeit abstieg, so zu verabschieden, wie es der Fall war, ist nur mit zwei Vokabeln zu bezeichnen. Opportunistisch und stillos.

Gleichwohl er es nicht mal mehr in der Bundesliga gebracht hätte und seinen Abschied ein wenig vermasselt hat: Er sieht jetzt so alt aus, weil er so lange so gut war. Wer ahnt schon, dass da ein Ferrari kommt, wenn die Straße jahrelang überhaupt nicht mehr befahren wurde?

Immerhin, eins hat er dann doch mit einem anderen großen Kapitän der DFB-Elf gemein. Bernard Dietz wurde auch einfach nicht mehr eingeladen. Und der DFB steht wiederum als Meister des Lavierens da. 98 Länderspiele, 42 Tore, gegen die Großen und ja, die wichtigen Tore — zweifelsohne die Bilanz eines Weltklassemanns. Eine Ära geht zu Ende, doch während man bei Kahns Abschiedsspiel noch frei à la SAT1 „eine ganze Nation Danke sagen“ hörte, hört man beim Abschied von Michael Ballack nur wenige, die einstimmen.

Ein Beispiel gibt es allerdings hier, hoffentlich recht vernehmlich.

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Unbekannte Wutreden: Van Gaal flippt in der Kabine aus

Ein wunderschöner, weil 20 Jahre jüngerer Louis van Gaal war damals natürlich noch explosiver, weil jünger.

Als er im UEFA-Cup als Trainer von Ajax Amsterdam bei RW Erfurt antritt, ereignen sich pikante Szenen, die angeblich erst jetzt der Öffentlichkeit bekannt wurden.



Ob man da jetzt noch einen Übersetzer hätte bemühen sollen, bleibt offen.

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