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Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Wo die Asche dunkel ist

Ich war immer Linksaussen.

400 Jahre Vereins-Dienlichkeit, 400 Jahre Vereinstreue. Der Baade, der spielt links vorne. Den kann man „blind“ aufstellen. Der rennt da vorne rum und schläft die Flanken vorne rein. Dribbelt immer noch, egal wie alt oder jung, die Gegner aus und schlägt dann die Flanke rein.

So sehr ich diese Position geliebt habe: Es kommt aber auf die Zuarbeit an. Man gewinnt ein Spiel eben nicht alleine. Als „Werner“ diese Position der Zuarbeit verließ, folgte darufhin „Klaus“.

Damit war der Käse gegessen.

Es gab keine Zuarbeit von hinten mehr. Es folgten nicht die Pässe in die Gasse. Es kam eigentlich gar nix mehr außer Missverständnissen. Er spielt lang, ich geh kurz. Das Problem war nicht so sehr eine tatsächlich schlechte Fähigkeit, sondern dass jemand den Grundbegriff des Fußballlspiels nicht verstanden hatte:

Der Passempfänger enscheidet, wo der Pass hinkommt.

Nicht der Passspieler.

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Herzlichen Glückwunsch, Rudolf Völler

Zum Geburtstag.

Ja, ist ein alter Hut. Wer aber Zeit hat, die ja heutzutage keiner mehr hat, sollte sich das schöne Schauspiel noch mal anschauen. Es hat immer noch dramaturgische Qualitäten, die man dem ollen Rudolf eigentlich gar nicht zugetraut hätte.

Dass die „Höhepunkte“ dieses erbärmlichen Nullzunulls fehlen, stört dabei überhaupt nicht, schließlich fanden die Höhepunkte nach dem Spiel statt. MAZ ab:



Davon abgesehen vermisse ich jetzt schon Günter Netzer, noch bevor er seine Karriere als Kommentator beendet hat.

„Island ist Tabellenführer, oder nicht?“

Island.

Rudolf.

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Länder, gegen die Deutschland noch nie verlor*

Die WM in Südafrika rückt tatsächlich immer näher — nur noch 12 (c‘mon Klugscheißers, lasst es sein) Tage! — da ist es mal wieder Zeit für ein bisschen Nationalmannschafts-Content.

Immerhin 46 45*** Länder haben es mehr oder wenig häufig versucht, gegen die Auswahl des DFB** zu gewinnen, es dabei aber nie bewerkstelligen können.

Albanien 13-1-0
Armenien 2-0-0
Aserbaidschan 2-0-0
Australien 2-0-0
Böhmen 0-1-0
Bolivien 1-0-0
Bosnien 0-1-0
China 1-1-0
Costa Rica 1-0-0
Ecuador 1-0-0
Estland 3-0-0
Färöer 2-0-0
Georgien 3-0-0
Ghana 1-0-0
Griechenland 5-3-0
Iran 2-0-0
Island 3-1-0
Israel 3-0-0
Japan 1-1-0
Kamerun 2-0-0
Kanada 2-0-0
Kolumbien 2-2-0
Kuwait 1-0-0
Lettland 2-1-0
Liechtenstein 4-0-0
Litauen 1-1-0
Malta 7-1-0
Marokko 4-0-0
Moldawien 4-0-0
Neuseeland 1-0-0
Nigeria 1-0-0
Oman 1-0-0
Paraguay 1-0-0
Peru 1-0-0
Polen 12-4-0
Saarland 2-0-0
San Marino 2-0-0
Saudi-Arabien 2-0-0
Slowenien 1-0-0
Südafrika 2-1-0
Thailand 1-0-0
Tunesien 1-2-0
Ukraine 2-2-0
VA Emirate 3-0-0
Weißrussland 0-1-0
Zypern 5-1-0

45, das hört sich eigentlich mehr als ordentlich an, ist aber angesichts der geringen Zahl an Ländern, gegen die überhaupt mehr als eine Handvoll Länderspiele stattfanden, eher Augenwischerei. Denn natürlich ist gegen all jene, gegen die schon mal angetreten wurde und die sich nicht in dieser Liste finden, bereits einmal verloren worden. Da hier aber nur Albanien, Griechenland, Polen, Malta und Zypern diese Handvoll an Begegnungen überschreiten, ist es angesichts der Vielzahl der Länder, die bereits gegen den DFB gewannen, eher niederschmetternd. Zumindest wenn man es zum Beispiel mit der Bilanz Englands in dieser Frage vergleicht. Na gut. Eher so mittelprächtig.

(*Da es sich hier um eine fußballbezogene Webseite handelt, sind jegliche billigen Witze zu irgendwelchen Randsportarten genauso verboten wie noch billigere bezüglich irgendwelcher Kriege.)

(**Womit auch klar ist, dass diese Liste die Ergebnisse der DDR nicht berücksichtigt.)

(*** Siehe Diskussion in den Kommentaren.)

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Der Mensch als Nörgler

Es ist alles so ausgelutscht. Ich nerve mich selbst schon damit. Seit es twitter gibt (bzw. genauer gesagt natürlich: seit ich dort teilnehme) ist es noch mal zwei Portionen schlimmer geworden. Alle, die sich äußern, äußern sich negativ. Nicht zum Spiel, nicht zu solch einem Spiel wie Manchester gegen Bayern, aber zur Berichterstattung darüber. Sei es die Krawatte, die einer trägt, sei es das hohle Interview (besonders gerne von mir bemäkelt), sei es die Tatsache, dass ManU in England nicht ManU heißt, sondern ManUtd oder United.

Es scheint, als sei die Menschheit eine Horde von erbärmlichen Klugscheißern. In dieser Horde weiß jeder alles, aber wirklich alles besser, und mit twitter hat auch jeder einzelne dieser Horde nun das nötige Postillionshorn in der Hand, um sein Besserwissen auch jederzeit kund tun zu können.

Die romantischen, poetischen, in 140 Zeichen amüsanten oder kreativen Tweets verlieren sich in den Millionen von Abläster-Tweets, die durch die anderen Millionen von Tweets, die einfach nur einen lustigen, interessanten oder lesenswerten Link enthalten, nicht gerade aufgefangen werden, zumal da ja noch die Milliarden an Klugscheißer- und Schlechte-Laune-Ausdrück-Tweets sind.

Natürlich ist Twitter auch gar nicht das Medium für eine Auseinandersetzung, es liegt mir vollkommen fern, grundsätzlich etwas gegen Twitter einzuwenden. Jeder ist frei darin, wem er folgt, wie häufig und wie genau er die Tweets anderer Leute verfolgt.

Das ist hier auch gar nicht das Thema, denn hier geht es immer noch um Fußball (denn der ist immer noch wichtig). Nur scheint es so, dass die Haupt- und Lieblingsbeschäftigung von Twitterern ist, TV-Sendungen (!) zu kommentieren. Anstatt sich hinzusetzen und eine Email an die Sendungsbetreiber zu verfassen und abzusenden, wird getwittert über das TV wie es twitteriger nicht geht. Mein einer von den beiden Opas war berüchtigt dafür, dass er kein gutes Haar an irgendeiner Fernseh-Sendung ließ, ob nun politische Diskussion oder Neujahrs-Ski-Springen. Warum er dann trotzdem immer alles geschaut hat, was das Fernsehen damals anbot, lässt sich auch nach längerem Grübeln nicht schlüssig begründen.

Offensichtlich war das Ablästern an sich der Zweck des Fernsehschauens. Und so scheint es auch mit diesen Twitterern zu sein: Je beschissener eine Sendung ist, umso lieber wird sie geschaut. Genauso gilt dies wohl auch fürs ins Stadion gehen: Je beschissener die eigene Mannschaft spielt, umso lieber geht man hin, weil man dann zurecht und mit Recht nörgeln kann.

Der ist doof, der andere ist lahm, der andere hat zwei linke Füsse, der Trainer ist ein Abzocker und der Präsident ein Vollidiot. Ja, herrlich, was kann man sich Besseres wünschen als notorischer Berufsnörgler? Nichts natürlich.

Sollte irgendwann per Zufall mal Erfolg oder schöner Fußball ins eigene Stadion Einzug halten, wird der Berufsnörgler mit der Faust in der Tasche dort sitzen und still leiden. Er weiß aber: die nächste schlechte Phase kommt bestimmt.

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Tischtennis, my darling

Als ich – wie es in letzter Zeit immer häufiger wird – zuletzt mit ein paar Chinesen arbeiten durfte, war der gesellschaftspolitische Vorteil, dass ich mich in allen Ligen von Schottland bis nach Albanien sehr gut auskenne, dahin.

Denn die Chinesen spielten keinen Fußball, und sie goutierten ihn auch nicht. Natürlich war ihnen Manchester United ein Begriff, der FC Liverpool (FC Everton leider nicht), sie wussten auch mit einer Europameisterschaft und einer Weltmeisterschaft etwas anzufangen.

Nur: Interessiert hat sie das nicht wirklich. Ungefähr so, denke ich, wie mich interessiert, welches Mode-Label Victoria Beckham gerade in den Ruin reißt. Natürlich, man liest davon, wie man ja auch von Toten in Afghanistan liest oder von umstürzlerischen Bestrebungen im studentischen Frankreich. Kümmern tut es einen allerdings nicht.

Und so waren sie so höflich, zu sagen, dass sie natürlich wussten, dass Deutschland im Finale der Europameisterschaft stand. Und wer Wayne Rooney ist. Und so weiter. Es hat sie aber nicht interessiert. Was sie interessiert hat, war Tischtennis.

Tischtennis.

Sobald diese Vokabel einmal gefallen, einmal gelernt war, gingen ca. 30% des Unterrichts dafür drauf, sich über Tischtennis zu unterhalten. Tischtennis hier, Tischtennis dort, dieser und jener Aufschlag, die größten Stars, die Geschichte des Spiels, die Faszination auch, die dieses Spiel umgebe, alles, alles, Tischtennis, Tischtennis, Tischtennis.

Ich schaltete dann irgendwann auf Autopilot, weil keiner mehr meine durchaus grandiosen Anekdoten zum Thema Fußball hören wollte.

Tisch-ten-nis.

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Der ist doch schwul

Heute mal ohne großes Federlesen einfach nur ein Link:

Artikel.

Damals, als die Pornos noch aus Skandinavien kamen, dachte man ja irgendwie, die seien irgendwie versauter als man selbst. Heute weiß man: Sie sind wohl einfach zwei Schritte weiter.

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Schluss damit

So, Schluss damit, endlich Schluss.

Liebe 11Freunde, liebe Süddeutsche, wir haben alle unsere Panini-Alben noch zu Hause. Kein Mensch braucht mehr Fotogalerien der ach-so-lustigen alten Haarfrisuren von alten Fußballern.

Das ist nicht mehr lustig, auch nicht unterhaltsam, es ist einfach nur 1990er, sich darüber noch lustig machen zu wollen.

1990.

Nicht 2010.

Schluss damit.

Die letzte Galerie ist längst veröffentlicht.

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Schluss damit!

Ich werde jetzt keine weitere Tirade anfügen, Ihr seid derer in unangemessenen Fällen wohl ebenso überdrüssig wie ich selbst. Nur diese kleine Anmerkung hier sei mir erlaubt, weil der selbe Beitrag nur als Kommentar an den ursprünglichen Beitrag angefügt wahrscheinlich untergehen würde:

Ich habe mich in die Robinson-Liste eingetragen, nein, ich habe nicht bei sky angerufen oder dorthin gemailt. Ich hoffte auch ein wenig, mit einer einmaligen Anfrage seitens sky, welche unbeantwortet bleibt, wäre es getan.

Jetzt bekomme ich doch in den letzten Tagen noch eine postalische Spam-Nachfrage, einen zweiten Brief, ob ich nicht mal bei sky Punkt de Punkt Slash Slash Minus Anstand Minus Stil Slash trikots Punkt AC(hier Blitz einfügen)DC Punkt ADAC nachschauen möchte, ob ich da nicht vielleicht doch eins von diesen günstigen sky-Trikots kaufen wollen würde. Nur, falls es mir zusagt, natürlich. Noch dazu könne ich an einem dieser bräsigen Gewinnspiele teilnehmen, bei dem die Zahl der geworbenen SPAMsky-Abonnenten darüber entschiede, wer schließlich die Zweieurofuffzig nach Hause geschickt bekommt, aus denen der Gewinn dann bestünde. Die Angaben zur Gewinnsumme sind nur ungefähr, wie damals schon gesagt, ich habe nicht genau hingelesen.

Muss ich nun also bei SPAMsky anrufen und mich händisch aus den riesigen, weltumspannenden Datenbanken austragen lassen? Währenddessen ich mir leider ziemlich sicher sein kann, dass niemals eine(r) von den wenigen, wenigen SPAMsky-Mitarbeitern und -erinnen diese Adresse überhaupt finden würde, um sich selbst in die Lage zu versetzen, sie aus ihrem Datenbestand zu löschen?

Das mag nun alles hier einen ironischen Unterton haben, die Sache ist aber nicht zum Scherzen. Ich bekomme zum zweiten Mal unverlangte Post von einem Unternehmen, welches sich ganz offensichtlich meine Kontaktdaten — denn adressiert ist es nicht etwa an Trainer Baade, Soundso-Soundso-Straße — sondern an „xyz-Liga, Trainer Baade, Soundso-Soundso-Straße etc. pp.“ aus dem Internet verschafft hat und mir wenn nicht unzulässiger-, so doch dreisterweise diesen SPAM schickt. Da ich mit diesem Datenzusatz weder im Telefonbuch stehe noch mich jemals in meinem Leben bei irgendeinem Gewinnspiel oder auch nur bei einer Universität eingeschrieben habe, können diese Daten nur von der Liga-Seite stammen, weshalb man auch davon ausgehen kann, dass ein Mensch diese Daten gesammelt hat, der das wahrscheinlich aber nicht aus freien Stücken tat, sondern um damit seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Vielleicht auch den neuen Trikotsatz von sky, das wäre natürlich genauso möglich.

Womit sich an der Vorgeschichte der Rekrutierung dieser Daten, aber auch der Dreistigkeit, ausgerechnet jemandem, dem SPAMsky das eigentliche Betreiben dieser Liga verhindert, solche Anfragen zu schicken, nichts ändert.

(Wer die Vorgeschichte nicht kennt, der möge hier nachlesen, wie sky sich erdreistet, mich zu bespammen.)

PS: Letzter Verbraucherbeschwerde-Beitrag hier, versprochen.

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Der genialische Moment (wird gemeinhin falsch verstanden)

Danke für alle Kommentare zu einem meiner letzten weniger frequentierten Beiträge: „Der eine, feine Pass“. Es freut mich natürlich, wenn ich damit erfreuen konnte, das ist ja quasi die basale Intention dieser ganzen Seite. Mir selbst muss ich keine Witze erzählen, da ich diese in aller Regel schon kenne. Ganz besonderer Dank geht in diesem Fall an den werten erz_, der die Kontextschmiede [Link zur Zeit nicht verfügbar] betreibt, ohne dass man aufgrund seines Nicks auf eine besondere Vorliebe für einen Klub aus Aue schließen sollte. Erz fügte dem Ganzen tatsächlich noch mal, wie es seine Art ist, etwas Lesenswertes hinzu, nämlich die interessante Frage, wodurch sich dieser eine, gelungene Pass von den anderen Situationen, die man so beim Spielen erlebt, unterscheide. Welche anderen Situationen er meint, schildert er in seinem Kommentar zum Beitrag.

Ich möchte einerseits nicht dem Inhalt meines eigenen oben genannten Beitrags widersprechen, dem werten Erz jedoch schon. Das allerdings nur in einer ganz bestimmten Vokabel. Denn man, wie er sich ausdrückt, berechnet nicht alle Vektoren der möglichen Bewegungen auf dem Platze. Dafür geht das Ganze für das menschliche Hirn zu schnell. Also dafür, in der Lage zu sein, die Geschehnisse und Verläufe explizit zu berechnen.

Was ich damit meine, kann sehr gut mit dem Bild veranschaulicht werden, dass ein Hund, von dem nicht anzunehmen ist, dass dessen Gehirn ganz grundsätzlich anders als das eines Menschen funktioniert, vor allem — und das ist ja offensichtlich — nicht jener Teil des Gehirns, welcher für Bewegung oder besser gesagt Bewegungskoordination im Zeit-Raum-Kontinuum zuständig ist, von welchem (dem Hund, nicht dem Kontinuum) dennoch anzunehmen ist, dass er nicht den blassesten Schimmer davon hat, was „rechnen“ überhaupt sein könnte (nicht zu verwechseln mit „zählen“). Trotzdem ist dieses irdische Wesen relativ problemlos dazu in der Lage, seinen Körper auf solche Weise in diesem Zeit-Raum-Kontinuum zur rechten Zeit an der rechten Stelle zu positionieren, dass der Hund beispielsweise eine Frisbee-Scheibe, aber auch einen sehr schnell geworfenen oder geschossenen Tennisball mit seinen ihn gegebenen Möglichkeiten aus der Luft, mitten im Flug zu fangen in der Lage ist.

Dass ihm das nicht immer gelingt, wie gut er auch geübt sei in dieser Aufgabe, lässt darauf schließen, dass schlechte Pässe, schlecht verarbeitete oder weitergeleitete Pässe weniger jenem Teil des Gehirns zuzurechnen sind, welchen wir gemeinhin dafür verantwortlich machen, dass wir als Menschen uns über Tiere und noch zu entdeckende andere Welten erheben zu dürfen meinen, als vielmehr: dass da ziemlich viel Kleinhirn beteiligt ist, welches wiederum einerseits jeder Mensch besitzt, andererseits aber, sonst gäbe es diese Unterschiede in der fußballerischen Qualität zwischen Menschen nicht, nicht bei jedem gleich gut ausgeprägt ist, in seiner Effektivität, die Lösung ballistischer Aufgaben einzuschätzen.

Denn, um es kurz zu sagen: Das Kleinhirn rechnet nicht, es schätzt. Da es schätzt, wozu eben auch eine pro Lebewesen unterschiedlich lange Lernzeit gehört, verschätzt es sich auch des Öfteren. Je nach Qualität des Spielers Kleinhirn des Hundes. Insofern darf man von einem schlechten Pass (oder auch: Torschuss) nicht auf grundsätzlich mangelnde Qualität eines Spielers schließen. Ein solcher Schluss wäre erst dann möglich, wenn man eine ausreichende Anzahl an Schuss-, Pass oder auch (für Torhüter) Fang-Situationen beobachtet hätte, welche den Gesetzen der Inferenz(?)-Statistik genüge tun würden.

Was wiederum die große Anzahl an Fehleinkäufen erklärt, welche sich nur in dem Anschauen eines Zusammenschnitts der „besten Szenen“ eines Spielers begründen. Die eigentlich relevante Information hierbei wäre ja: Wie viele Versuche hat jemand benötigt, um solch tollen Fallrückzieher, Dribbling oder auch Doppelpass hinzubekommen und noch viel wichtiger, wenn aber auch eigentlich die selbe Frage: Wie wahrscheinlich ist es, das er diese eine sehr gute Lösung der Situation zu wiederholen in der Lage wäre?

Man erinnert sich heute noch gerne und mit großer Erheiterung an die — das ist jetzt Zufall, dass es diese ist — Schalker Einkaufspolitik, irgendeinen Eddie Soundso aus Österreich tatsächlich für einigermaßen viel Geld zu verpflichten, weil jener Eddie (oder so) in jener Partie zwei oder vier gute Stürmerszenen gegen Schalke hatte. Ohne zu ahnen, wie er in seinen sonstigen Partien auftrat. Nicht weit davon entfernt ist übrigens auch jene Art, nach der der FC Bayern seine Spieler einkauft. Weil Uli Hoeneß, so traurig das ist, zwar ein Lehramtsstudium begann, dabei aber nicht weit gekommen zu sein scheint.

Ein immer mal wieder spielerisch schwächelnder Franck Ribery wäre einem Arséne Wenger sicher nicht ins Haus gekommen. Das vermeintlich „genialische Moment“, das manche Spieler manchmal zu haben scheinen, ist ja nur eine der eigenen schlechten Einkaufspolitik geschuldete Verbrämung der Tatsache, dass dieser Einkauf genau jene Aktion, die zu einem Tor führte, eben nicht ständig im einigermaßen zuverlässig abzurufenden Verhaltensrepertoire hat.

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A new hope

For all of you out there … die dachten, sie hätten das Pech gehabt, zu spät für Maradona und Cruyff und erst Recht für Pelé geboren zu sein und gleichzeitig dachten, die seit den alten Größen stattgefundene Evolution des Fußballs hätte es unmöglich gemacht, dass ein Einzelner noch so aus einem ohnehin schon auf höchstem Niveau spielenden Team heraussticht — für all jene gibt es eine gute Nachricht:

Er hat das A und das S am Ende seines Namens aus reiner Bescheidenheit gestrichen — und damit es nicht ganz so schnell auffällt.

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He broke the rules

Die rules sagen nämlich, dass x Prozent des eigentlich schon pervers anmutenden Gehalts als Fußballprofi der oberen Kategorie Schmerzensgeld dafür sind, dass man eine Person des öffentlichen Interesses ist. Also y Prozent des Gehalts werden für die fußballerischen Fähigkeiten bezahlt (übrigens immer, auch dann, wenn derjenige sie nicht einbringt), x Prozent sind Schmerzensgeld. Dafür, dass man Interviews geben muss, Radio-, Fernseh-, Blog-Interviews, dass man eine Webseite betreiben sollte, auf der man private Nichtigkeiten und vermeintlich eigene Meinungen zum Besten gibt, auf dass die Fans („Werde ein Fan!“) das Gästebuch stürmen und auch dafür, dass man seine Visage in Fotos halten muss, die im kicker-Sonderheft oder bei Panini, in Zeitungen und auch im Internet erscheinen.

Teil des Deals ist es dann auch, als öffentliche Person, damit zu leben, dass man beschimpft wird, wenn der Erfolg ausbleibt. Diesen Deal hat Paulo Guerrero gestern verletzt.

Man mag es als neutraler Mensch, der nicht vom Fußballvirus infiziert ist, äußerst merkwürdig finden, dass Trash Talk Teil des Spiels ist, dass Marco Materazzi auf Zinedine Zidanes Schwester herumhacken oder sie sexuell begehrlich finden kann oder eben auch nicht, aber genau das vorgibt, und genau das Zinedine Zidane mitteilt, weil doch jeder wusste, dass Zizou im Grunde seines Herzens bei Tottenham hätte unter Vertrag sein sollen: ein Heißsporn, den man leicht mit solchen Mitteln aus der Konserve locken kann. Gelungen. Titel für Italien. Herzlichen Glückwunsch. Unlautere Mittel? Aber wieso denn, auf dem Platz ist alles erlaubt, oder nicht?

Wenn sich dann schlichtere Gesellen finden, die ernsthaft annehmen, dass sie mit dem Eintritts-Geld auch das Recht auf Beschimpfungen erkauft haben – wenn man diese ausschlösse, dürfte ein nicht geringer Teil der Zuschauer eigentlich gar nie mehr ins Stadion. Denn natürlich gehört es zur Folklore, die Gegner zu beschimpfen, ihnen alles Schlechte und Unglück der Welt zu wünschen, aus der Anonymität der Tribüne (ob nun Steh- oder Sitz- spielt dabei keine Rolle) und nachher befriedigt nach Hause zu gehen, weil man endlich mal wieder die eigenen dunklen Triebe rauslassen konnte und noch dazu dem Verein des Herzens etwas vermeintlich Gutes getan hat.

Wenn es sich dann gegen die eigenen Leute richtet, wird plötzlich aufgeheult: Au weia! Wie kann er nur. Den eigenen Spieler beschimpfen, und dann auch noch unter der Gürtel- oder pc-Linie.

Erstaunlich ist daran eigentlich nur, dass solche Vorfälle so selten passieren.

Bei 20-30-40.000 Zuschauern im Stadion muss der Idioten-Anteil empirisch gesehen ohnehin schon höher sein als es die geringe Zahl der Vorfälle dieser Art suggeriert.

Ein Idiot hat also das getan, was er sonst immer mit den Gegnern tut: er hat einen Spieler seines eigenen Klubs beschimpft.

Guerrero ist selbstredend auch nur ein Mensch, und Beleidigungen dieser Art sind zwar eigentlich mit dem Gehalt abgegolten, dass jemand dann mal zufällig doch ernsthaft zuhört und die Inhalte, die der Idiot ihm an den Kopf wirft, ernst nimmt, ist bedauerlich.

Denn Guerrero war schon bezahlt dafür, diese Äußerungen hinzunehmen. Wie er auch jegliche negativen Schlagzeilen in Zeitungen und Blogs hinnehmen muss, weil es Teil des Deals ist, dass er das hinnimmt. Ein Arbeitnehmer verkauft natürlich weder seine Menschenrechte noch seine Würde mit einer Unterschrift unter einen Profifußballvertrag, aber: erwartet wird es von ihm.

Weshalb der Hase dort im Pfeffer liegt, wenn man solche „Fans“ ins Stadion lässt. Und hinnimmt, dass die eigenen Fans weiterhin die Gegner aufs Übelste beleidigen. So etwas gibt es nicht im Volleyball, nicht im Handball und nur zu geringen Teilen im Eishockey. Im Fußball aber soll es aus nicht nachvollziehbaren Gründen zur Folklore gehören, den Gegner zu verunglimpfen. Wenn dann dieses schlichte Gemüt sich gegen die eigenen Spieler wendet, ist man plötzlich vollkommen aufgebracht. Dabei könnte man an jedem Spieltag Tausende Leute wegen Beleidigung (des Gegners) aussortieren.

Wenn man denn wollte.

(Frank Rost jedenfalls will offensichtlich nicht. („Das ist normal, das gehört zum Fußball dazu.“) Aber wir waren hier ja auch beim Thema „schlicht“.)



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Leben wie Gott in Deutschland

Es ist jetzt vielleicht etwas problematisch, mit diesem Bild auszudrücken, was eigentlich ausgedrückt werden soll. Denn das Internet ist ja öhm… internetionell, sozusagen. Wenn also jetzt jemand aus Oberbayern, aus der Schweiz oder auch aus Schwaben diesen Beitrag aufruft, wird er sich denken: Was will uns der Autor mit diesem Bild sagen? Ein ganz gewöhnliches Bild von einem Dorf in einer ganz normalen Landschaft.

[photopress:gemeinde_korb_cacau.jpg,full,centered]

Wenn aber jemand aus Duisburg, Dortmund, Bochum, Köln, Hagen oder Iserlohn diesen Beitrag aufruft, wird er* sofort verstehen, was damit gemeint ist. Das ist die Kulisse, die einer dieser Reig’schmeckten, der deutsche Nationalspieler „Helmut“ Cacau, angeblich jeden Tag beim Aufstehen und vor-die-Tür-Treten, wie man es in jedem guten Werbespot erstmal nach dem Aufstehen macht, sich im eigenen Haustürrahmen zu recken, erblickt. Kein Wunder, dass er Deutschland irgendwie besser findet als Brasilien, welches ja nur in unseren Träumen so [Link leider tot], äh Entschuldigung: so [Link leider tot] aussieht, in Wahrheit aber oft so [Link leider tot]. Und weil bei Cacau das Wunder vom Aufstieg von (fast) ganz unten nach relativ weit oben tatsächlich zutrifft, darf man ihm auch abnehmen, dass er das Leben in Korb im Remstal (so heißt dat Kaff) zu schätzen weiß. Was jedem Leser aus Duisburg, Dortmund etc. pp. sofort klar wird beim Blick auf das Bild.

Dem Leser aus der Schweiz, Villingen-Schwenningen oder Füssen aber eben vielleicht nicht, weshalb diese Erklärung jetzt Not tat, nun, da sie geleistet ist, aber eben nicht mehr.

* sofern er oder sie nicht Berge an und für sich und Provinzmief ausstrahlende Dörfer hasst, in denen die Madln noch in Dirndln rumlaufen, Reig’schmeckte geschnitten werden und die Bubn nach der Messdienerschaft direkt zum Landwirtsdasein gezwungen werden

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Vollkommen schmerzbefreit

Bayer HealthCare macht’s möglich:

Alivio total contra el dolor.

In Deutschland hätte man das gleiche eher damit illustrieren müssen, wie Bayer Leverkusen – völlig schmerzbefreit – seit 1979 der Meisterschale hinterherhechelt, mal mehr, mal weniger grandios scheitert, es aber geradezu cartoonesk jedes Jahr aufs Neue versucht – um wieder zu scheitern. Rudi Völler, früher Calli und ein paar andere machen’s möglich.

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