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Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Ich hatte dann doch keinen Bock mehr

Es wird ja viel zu oft viel zu wenig Augenmerk auf die gelegt, die es eben nicht geschafft haben. Hinter jedem tatsächlichen Erstligafußballer (mal abgesehen von einem in Liechtenstein, Färöer oder Andorra) stehen x (und x ist unbekannt) andere, die es eben nicht geschafft haben, dennoch aber ihre komplette Jugend dem Fußball widmeten.

Man fragt sich ohnehin, wieso man einen Großteil seiner eigenen Aufmerksamkeit Menschen schenkt, deren Lebensrealität nicht nur qua ihrer erfolgreichen Karriere, sondern auch bezogen auf ihre eigene, komplett dem Fußball geopferte Jugend mit der eigenen so wenig zu tun hat.

Wer es immerhin bis zur Schwelle zum Profifußball gebracht hat, und das sind schon die wenigsten und die Geister von unübertriebenen Millionen von Menschen wehen über dieser Schwelle, dem wird neuerdings auf dem Projekt von 18mal18 Aufmerksamkeit geschenkt.

[photopress:lukas_podolski_und_irgendeine_frimpe_1.jpg,full,centered]

In diesem Vorhaben tummeln sich ungefähr 18 Blogger, die ungefähr 18 Jugendspieler der ungefähr 18 Bundesliga-Clubs unter die Lupe nehmen oder auch nur begleiten.

Viel Spaß mit diesem neuen Projekt.

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Vereine aus Elysium

Während Topf 1 aus den üblichen Verdächtigen für eine Viertelfinal-Teilnahme in der Champions League besteht, muss eigentlich jedem Fußball-Liebhaber — und dafür muss man wahrlich nicht einmal besonderer Fußballsozialromantiker sein — bei der Besetzung von Fleischtopf Lostopf 4 das Herz aufgehen:

VfL Wolfsburg, Standard Lüttich, Maccabi Haifa, FC Zürich, FC Kazan, Unirea Urziceni, Apoel Nikosia, VSC Debrecen

Es tut nicht mal weh, an dieser Stelle zuzugeben, dass man vom FC Rubin Kazan (Russland) und von Unirea Urziceni (Rumänien) vorher noch nie gehört hatte. Vielleicht mal anno dazumal gelesen, als man noch das kicker-Sonderheft kaufte.

Dieses eher als Vorspeise für die Großen gedachte Menü weckt wahrhaftige Freude auf den zumindest um die Ecke wehenden Geruch eines europäischen Wettbewerbs — statt eines englisch-spanischen.

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More of the opposite

„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ — „Du mußt nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.

Letztens erst wurde hier erwähnt, dass Jürgen Klinsmann den Fehler machte, auf Krisen und Ergebniskrisen mit der schlechten Strategie zu reagieren „more of the same“ zu leisten. Wer nicht erkennt, dass die ausgewählte Strategie falsch ist, kann sich noch so sehr mühen, er wird seine Ziele nicht erreichen. Natürlich ist man an dieser Stelle nicht nahe genug dran, um irgendetwas über die von Klinsmann tatsächlich gewählten Strategien zu wissen. Es hat ohnehin den Anschein, als sei Klinsmann daran gescheitert, dass seine Bauern das nicht essen wollten, was sie nicht kannten.

„Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.“

Zumal es scheinbar unerheblich ist, ob jemand nun Sprache x oder y lernt, so lange er im richtigen Moment zum Kopfball abspringt.

Klinsmanns Strategie also ist gescheitert. Was macht man als ebenso guter Stratege in der Vereinsführung nun? Natürlich, man ahnt es: Das Gegenteil.

Blieben wir im Bild, müssten wir sagen: Wenn die falsche Strategie uns nicht zum Ziel bringt, dann wird es „einfach umzukehren“ erst Recht nicht tun. Nur ist die Realität nun mal kein Bild und wir brauchen auch kein physisches Ziel zu erreichen.

Wenn aber alles, was an Strategie nun da ist und umgesetzt wird, auf die Winzigkeit hinausläuft, es einfach genau andersherum als vorher zu machen, dann ist das herzerweichend wenig. Sowohl an Strategie, als auch an Reflexionsfähigkeit.

Es hat zwar niemand behauptet, dass van Gaal tatsächlich das Gegenteil von Klinsmann ist, die Stellenbeschreibungen aller Beteiligten klangen aber vor allem in einem Punkte sehr deutlich: Erfahrung müsse der Neue haben. Erfahrung hat van Gaal, Klinsmann hat sie nicht.

Wenn also einfach genau das Gegenteil von dem, was vorher falsch war, nun richtig sein soll, dann müsste konsequenterweise bei einem eventuellen späteren, irgendwann nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit ganz sicher eintretenden Scheitern van Gaals also wieder ein Mann ohne Erfahrung her. Oder eben einer, der zwar deutsch spricht, aber nicht so fies zu den Journalisten ist. Einer, der sich nicht weigert, die Trachtenhose anzuziehen (was van Gaal nicht tat, obwohl man darauf gewettet hätte), einer, der eben besser mit den Leuten kann. Oder einer, der die Bundesliga von innen kennt, eben auch Bielefeld und Rostock und Cottbus, und nicht nur Camp Nou und San Siro. Nicht so ein etwas abgehobener Schnösel aus Holland (!).

Man darf also schwer davon ausgehen, dass die allem zugrunde liegende Strategie, die dort — auch beim nächsten Mal — verfolgt werden wird, folgendermaßen lautet:

“Strategie-Spoiler“
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Podolski’sche Zahl

Die Schweinsteiger’sche Zahl wird hier schon länger vermisst, die Redaktion arbeitet mit Kärcher-Hochdruckreinigern daran, dass dieses Manko endlich behoben wird. 68 Länderspiele hat der gerne „Sebastian“ genannte Bastian Schweinsteiger bereits auf dem Buckel, die Hoffnung bleibt, dass er das Schandmal namens Lothar Matthäus aus den Rekordlisten verdrängt. Zwar betätigt sich Swein-äh-steig-a, wie er in China gerne genannt wird, nicht gerade aktiv darin, sein Image zu verbessern, wenn er innerhalb eines Jahres an die 80 Knöllchen für Falschparken (auf dem Gehweg vor dem Szenelokal, in das er unbedingt muss) seiner lächerlich überdimensionierten Karre sammelt. Dennoch hat Swein-äh-steig-a durchaus ein normal zu nennendes Hirn, wenn man von diesem Promi-Kram, in den er zu trudeln scheint, absieht. Und ist damit eben ein um Längen besserer Vertreter unserer „Farben“ als es der Mann mit dem Faible für Teenies je gewesen sein könnte. Wenn man mal mit Auswärtigen spricht, könnte das durchaus ganz anders wirken, als Antwort auf die Frage, wer unser Rekordnationalspieler sei, „Swein-äh-steig-a“ antworten zu dürfen, statt dieses Kind im Mannespelz erwähnen zu müssen.

Was bei all dem Ballyhoo, das hier um die Schweinsteiger’sche Zahl gemacht wird, fast aus den Augen, aus dem Sinn geraten wäre, ist die Podolski’sche Zahl.

33 Tore hat der junge Affekttäter schon für die Nationalmannschaft erzielt. In nur 64 (! (wer hätte gedacht, dass auch dieser Prinz schon so viele Länderspiele hat?) Partien erzielte er 33 Tore. Wenn man zugrunde legt, dass der nun 24-Jährige seit 6 Saisons für diese Auswahl aufläuft, dann kommt man auf 5,5 Tore pro Spielzeit. Nimmt man an, dass Podolski bis er 30 ist Stammspieler in der Nationalmannschaft bleibt und seine Torquote halten kann (was man hier eher für unwahrscheinlich hält, aber nicht unmöglich), so wird er im Alter von 30 Jahren bei 66 Toren liegen.

Die zwei, drei schlappen Tore bis zur 68 schafft er dann auch noch, vielleicht im ihm gegönnten Abschiedsspiel gegen Grönland, wo er easy-peasy noch mal fünf Mal einnetzt, womit er der neue Rekordtorschütze der Nationalmannschaft wäre.

Hat man bei Schweinsteiger keine Bedenken, ihn dem Kind im Mannespelz vorzuziehen, sieht das bei Lukas Podolsk im Vergleich zu Gerd Müller schon anders aus. Gleich zwei lebende Beweise, dass ein Stürmer möglichst nicht denken soll, braucht man eigentlich nicht. Ein Stürmer, der auch sprechen kann, wäre da schon lieber. Was für die Rekordlisten leider unwahrscheinlich ist, denn Mario Gomez zum Beispiel liegt nach 26 Einsätzen erst bei 10 Treffern.

Lukas Podolski also gilt es ebenso im Auge zu behalten wie Sebastian Schweinsteiger. Der eine für den einen Rekord, der andere für den anderen Rekord.

Nur leider ist auch die Kombination „Podolski’sche Zahl“ zu lang für die hiesige Sidebar. Falls jemand einen guten Vorschlag hat, wie das darzustellen ist, ohne die Versmaße zu sprengen, bitten wir um Lautgebung in den Kommentaren.

Wir halten also erstmal hier in diesem Beitrag fest:

Schweinsteiger’sche Zahl: 83 (bis zum Rekord)
Podolski’sche Zahl: 35 (bis zum Rekord)

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Alle Lose gewinnen

Eigentlich spiele ich gerade mit dem Gedanken, die Sportschau zu „schauen“.

Dann fällt mir ein, dass Bayern heute verloren hat.

Der Ablauf der Sendung wird so vorhersehbar sein, dass man vor Langeweile lieber den Dreck aus den Fingernägeln puhlt, als weiter zuzusehen.

Und dann dieses Marktschreierische, nur weil eines von diesen Bundesliga-Teams noch keinen Sieg geholt hat.

It is Fußball, aber dieser Spieltag dieser Bundesliga geht an alle, die rumgröhlen und aus einer einfachen Niederlage eine Sensation zaubern wollen.

Somit nicht an mich.

„Sind sie dabei“, wie die Losverkäufer auf der Kirmes immer in falschem Imperativ vor sich herkrawatten, „sind Sie dabei, wenn es heute wieder heißt: Bayern München hat verloren.“

Danke, nein.

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Hospitality

Jetzt, da Bayer Leverkusen die Größe seines Hospitality-Bereichs im Stadion aus niemandem bekannten Gründen vervierfacht hat — sie bekommen ja nicht mal beim ersten Spiel im neuen Stadion die läppischen 30.000 voll, aber nun gut, Wattenscheid 09 bekommt sein Stadion auch selten voll — und das geflügelte Wort der „Hospitality“ wieder an allen Ecken und Enden zu lesen ist, verkünde ich, dass ich weiterhin die Hoffnung nicht aufgegeben habe, dass der Tag kommen wird, an welchem ich beim Wort „Hospitality“ nicht sofort an Krankenschwestern denken muss, die alte, nicht mehr gehfähige Menschen im Schlafanzug füttern, die schon ein wenig röcheln. Allerdings leider keine besonders attraktiven Krankenschwestern.

Die Schlafanzüge beherrschen die Szenerie. Und das Röcheln.

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Ja lebt denn der alte Holzjanus noch?

Ja, tut er.

Puh, was für ein Glück. Nachdem er in seinem letzten Beitrag diffus andeutete, dass er eventuell etwas kürzer würde treten müssen, was das Bewegen von Fingern auf Tastaturen angeht, der letzte ihm verbliebene aktive Sport, hat sich die drohende Baisse seiner Beitragsfrequenz erstmal wieder verzogen. Etwas verspätet an dieser Stelle, denn das Folgende ist noch live aus der Sommerpause, deshalb aber nicht weniger lesenswert, wie man sich allein schon bei den Stichworten Fortuna Düsseldorf, Lothar Matthäus und ehemalige Stadtsparkassenvorsitzende denken kann. Und ein kleines Lehrstück darüber, wie man in diesem rechtsfreien Raum namens Internet so vorgeht, um seine Interessen durchzusetzen, ist auch dabei:

… weshalb ich jetzt auch auf weitere Details der jeweiligen Vermarktungspläne verzichten kann. Wer sich ernsthaft dafür interessiert, wird im Forum der Fortuna bestens bedient. Hunderte Seiten mit Einträgen von Leuten, die ganz genau wissen, was das Beste für den Verein ist. Und Ahnung haben die alle! Ich bin wirklich erstaunt, wie viele verkappte Unternehmensberater bei den Fans plötzlich auftauchen. Und allen stand natürlich die „Anschubfinanzierung“ ins Gesicht geschrieben. Ein paar Millionen, jetzt sofort, völlig ohne Risiko, natürlich! Sie müssen nur noch hier unterschreiben! Leute, die mit den Verhandlungen und den Details nicht das Geringste zu tun haben, wissen plötzlich, dass es nur eine Lösung geben kann. Zur (Argumentations-)Not muss dann halt die Mannschaft herhalten, die sei viel zu schwach, um den Klassenerhalt zu schaffen, da müssten sofort Verstärkungen her. Das nenn ich mal ein Vertrauen ins Team. Millionen vor den Augen, den Durchmarsch im Blick (schließlich sind wir wieder wer), da kann man schon mal alles geben. So machte ein Mitglied des Forums wochenlang Stimmung für den Sportfive-Deal (was sein gutes Recht ist), verplapperte sich dann einmal und durfte nachher zugeben, dass er in diesem Konsortium selbst im Hintergrund mitarbeitet, und zwar nicht erst seit gestern. Die Forumsbetreiber, offenkundig von einem „Insider“ mit ein paar Zahlen versorgt (wer das wohl sein könnte?), schlugen sich einhellig auf die Seite von Sportfive und den drei Granden und ziehen den Vertragsabschluss mit Infront gerne mal durch den Kakao, alles zum Wohle des Vereins natürlich. Einer verstieg sich sogar zu der Bemerkung, allein der Name „Woeste“ garantiere einen Brückenschlag zur einheimischen Wirtschaft, anschließend könne man sich nur noch selbst schlagen. Da musste ich allerdings auch erst zweimal hinschauen. Mag sein, dass der Mann in der Wirtschaft kompetent ist, bis der Arzt kommt, aber Geschwafel von wegen, dass es allein der Name mache (ohne Programm, ohne Konzept), kenne ich noch von früher und dachte eigentlich, dass wir über diesen Punkt hinaus wären. Anscheinend nicht. Wenn die Millionen vor der Tür stehen, hat der Verstand schon mal Pause.

Und jetzt auf, zum kompletten Beitrag von janus.

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Zielwwwwwwwwasser Zielwwwwwwwwasser

Hat eigentlich schon mal jemand untersucht, ob der Anteil der Fehlschüsse gestiegen ist, seit es diese animierten Werbebanden hinter den Toren gibt? Mich lenkt das ja schon beim Zuschauen dermaßen ab, dass ich mir vorstellen kann, dass es bei vergleichbaren, reinen Schuss-Situationen durchaus einen messbaren Einfluss hat, so ein etwas dahinzustellen, das sich ständig bewegt. Schließlich ist das ganze menschliche Sehsystem darauf ausgelegt, Bewegtes im grauen Rauschen des visuellen Inputs ausfindig zu machen (neben konsistenten Objekten). Deshalb schaut ja auch jeder zum Fernseher, wenn man sich in einer Kneipe oder ähnlichem öffentlichen Raum aufhält: Weil sich dort was bewegt.

Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. .

In der American Arena liest man (Danke für den Link, nolookpass), den Profis in der NBA machten die von gegnerischen Fans hinter dem Korb zusammengeklöppteln Klöppel beim Ausführen eines Freiwurfs nichts aus, optisch nicht, akustisch wahrscheinlich schon mal gar nicht. Und der Effekt einer solchen Werbebande beim Fußball ist zugegeben geringer als das viel näher stattfindende Klöppeln. Dennoch habe ich meine Zweifel, dass das gänzlich ohne Einfluss auf die Konzentration, Aufmerksamkeit, Orientierung im Raum und die Zielleistung bleibt.

Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. Du sollst hier nicht hinschauen. .

Denn: Wenn sie nicht mehr Aufmerksamkeit erregen würden als statische Banden: Würde man sie dann aufstellen?

Einfach mal einer starren Echse eine Stunde zugucken. Die vor einer animierten Werbebande präsentiert wird.

Da dieser Effekt aber zu Lasten derjenigen Teams ginge, die häufiger aufs Tors schießen als andere, somit tendenziell der erfolgreicheren, wollen wir mal nicht allzu kritisch sein und annehmen, dass man — als Spieler — durchaus damit leben kann. Als Zuschauer hingegen nervt es auch 12 Jahre nach seiner Einführung noch.

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Guten Morgen, Trainer Baade

Durch einen äußerst gewitzten Schachzug und herausragenden Weitblick habe ich es geschafft, im kicker-Managerspiel den besten Saisonstart seit etlichen Jahren hinzulegen:

Indem ich vergaß, mein Team anzumelden.

So kam ich auf 0 Punkte am ersten Spietag und somit auch in der Gesamtwertung, was wesentlich besser ist als alles, was ich zuvor in diesem Jahrtausend nach dem ersten Spieltag hatte. Es kann also nur schlechter werden mit meinen zwei -ovics, dem alten Finnen aus Liverpool und einem gewissen Frederic Löhe als Ersatztorwart, dessen Phänotyp schwer an einen aktuellen Nationaltorwart erinnert. Schiedsrichter muss man ja zum Glück keine aufstellen.

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Saisonvorschau 2009/10

Ich habe hier mal kurz meine Endtabelle erstellt. Was die wenigsten wussten, die Regularien sind jetzt vom Relegationsspiel weg zu noch mehr Transparenz und weniger Durchlässigkeit noch mal total umgestellt worden: Absteigen wird, wer zu Scheiße spielt. Natürlich hat man das nicht publik gemacht, weil man sich vor den Reaktionen der Fans fürchtete. Die von mir getippte Abschlusstabelle sieht dann aber so aus:

Absteiger:

alle außer Bochum.

Meister:

Bochum.

Pokalsieger:

außer Nürnberg niemand, die damit ihr Absteiger-Pokalsieger-Double wiederholen.

Supercupsieger:

Bochum gewinnt 2:1 gegen Nürnberg. Im Waldstadion. 80er, you know?

Attraktivster Fußball:

natürlich nicht Bochum. Hat man Bochum je (außer in der Prä-Europapokal-Saison und in der Europapokal-Saison) attraktiv spielen sehen?

Der Preis für den attraktivsten Fußball geht somit nach: Hannover. Wer so viel Tore reinlässt, der muss das Spiel einfach lieben.

Beste Defensive:

Christian Nerlinger. Hat sich bis Ende der Saison noch nicht einmal getraut, auf den Tisch zu hauen oder einen echten Klops an Interview rauszulassen. Könnte am Alter liegen. Könnte aber auch am Charakter liegen. Uli Hoeneß war schließlich 27, als er Bayern-Manager wurde. Oder 28. Christian Nerlinger ist jetzt 39. Oder 29. Das weiß keiner genau, weil auch niemand genau weiß, wer eigentlich Christian Nerlinger ist. Hat wohl mal für Borussia Dortmund gespielt, hinterließ dort aber sogar weniger Eindruck als Michael Rummenigge.

Bestes Mittelfeld:

Das von Real Madrid. Immerhin ein Bundesliga-Spieler spielte da mit, das war Franck Ribéry. Rafael van der Vaart hätte gerne, wurde aber vorher an somalische Piraten (die immerhin 2 Mio Euro zahlten) verkauft.

Bester Angriff:

Alexander Zickler und sein RB Salzburg. Salzburg gehört zwar nun seit einiger Zeit nicht mehr zur Deutschland, aber der beste war er schon. Hätte beinahe sogar den Goldenen Schuh geholt, wenn die IFFHS nicht kurz vorher in einer Stakkato-Blitz-Aktion von der Stasi aufgelöst worden wäre.

Bester Torhüter:

Seit Oliver Kahns Abtreten vakant. Die meisten Stimmen erhielt posthum Jens Lehmann, der leider einem Hubschrauber-Unglück zum Opfer fiel. Raphael Schäfer erhielt einen Vertrag für Beruhigungsmittel, Christian Vander spielt mittlerweile in der Türkei.

Bester Trainer:

Friedhelm Funkel. Führte die Eintracht nach Skibbes Entlassung souverän auf Platz 15, der dann leider doch ein Abstiegsplatz wurde. Nächstes Jahr versucht FF es wieder mit Hansa Rostock.

Bestes Publikum:

Wie immer das meinige.

Torschützenkönig:

Nicht der Typ mit der Schraube locker, sondern der ewig unterschätzte Uwe Spies. Ließ sich dann doch noch mal zu einem Comeback überreden und startete mit 33 Treffern in nur 17 Spielen in der Hinrunde für den 1. FC Saarland voll durch. Nach seinem Kreuzbandriss auf der Weihnachtsfeier in New York war er dann zwar außer Gefecht, aber selbst der Typ mit der Schraube holte das nicht mehr auf.

Bester Trainer:

Hüstel, hüstel.

Beste Fans:

Wären eigentlich die von Bayern München, wenn man sie nur mal endlich auch hören könnte während eines Bundesligaspiels. Deshalb geht der Preis für die besten Fans natürlich an die Fans von Südafrika. Vuvuzu!

Beknackteste Fans:

Die von Union Berlin. Das ist zwar zweite Liga, und nicht erste, aber in der ersten Liga war niemand so bescheuert für ein Würstchen und eine Eintrittskarte ins Fantasialand sich den Rücken zu versauen. Von dem Asbest hatte ihnen auch niemand erzählt. Selbst schuld.

Tor des Jahres:

Alle, die das bis hierhin zu Ende gelesen haben.

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Der Prinz ist … wo an die Hand genehmen.

Ja ich bin jetzt keiner, der an die Hand ge … nehmen muss.

Ich bin einer, der gerne mit guten Leistungen … auf sich aufmerksam … äh … zeigt!

Gibt es eigentlich wirklich keinen Kodex, der Journalisten verbietet, solch ein Video online zu stellen?

In anderen Situationen kann der Prinz doch auch schon mal zwei Sätze aneinanderreihen, die Sinn und Verstand haben. Wenn es ihm nicht gelingt, muss man das dann unbedingt zu einem Video verwursten?

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Younga-Mouhanis älterer Bruder

Der war gerade in der Bude, wo ich auch war. Ich bestellte ein Käsebrötchen. Er bestellte nix. Ich sagte: Wer sind Sie denn? Er sagte: „Ich bin der soundso (irgendein Kauderwelsch) aus Neudorf.“ Ich sagte: „Das macht nix.“ Er sagte: „Ich bin jetzt dran.“

Dann bestellte er ein Käsebrötchen. Vielleicht waren es auch zwei, eins für ihn, eins für seine Frau. Ich hab nicht genau hingehört.

Ich sagte dann: „Interessieren Sie sich für Fußball, werter Mann?“

Eine große Schwäche meinerseits, des öftern wildfremde Menschen mit dieser Frage zu belästigen.

Er sagte: „Ja natürlich, ich komm aus Afrika, ich liebe Fußball.“

Ich sag: „Aus welchem Land denn?“

Er sagt: „Aus dem Kongo!“

Es folgte eine Diskussion über die Definition über Kongo und DR Kongo, das früher mal Zaire hieß. Oder umgekehrt. Die Diskussion hielt jedenfalls länger an. Ich wollte die Diskussion dann mit einer Killerfrage für mich entscheiden:

„Wo steht denn Ihr Land in der WM-Qualifikation?“

Er behauptete: „Wir sind schon raus, das ist Scheiße.“ Wobei er scheiße mit diesem typisch weichen, französischen „s“ aussprach, wie auch typisch französische Croissants immer so ein weiches „s“ in sich tragen. De Beur, you know? Much butter.

Ich sagte: „Aha.“

Er sagte: „Ja, aber beim nächsten Mal sind wir bestimmt dabei.“

Ich sagte: „Kongo, aber nicht qualifiziert, da hör ich doch eine Nachtigall trapsen!“ (Sagte ich natürlich nicht, aber sinngemäß etwas Ähnliches).

Er sagte: „Macht nix, am Sonntag (oder Freitag?) spielt mein Bruder in Oberhausen, da haben wir alle Karten.“

Ich sagte: “?“, was ich wohl relativ unspektakulär artikulierte. Mir war auch nicht klar, wovon er jetzt sprach.

Er sagte: „Da kommt mein Bruder, der spielt bei Union Berlin, und der kommt nach Oberhausen.“

Ich sagte: „Ja, ich spiele auch bei den Montreal Canadians und ich komme übermorgen nach Liechtenstein.“

Er verstand nicht so ganz, fuhr aber fort: „Das ist mein Bruder, wir haben schon Karten. Wollen Sie auch Karten haben?“

Ich sagte: „Nein, natürlich ja.“

Er sagte: „Na, wir haben immer noch welche über. Mein Bruder hat mir extra welche besorgt.“

Ich sagte: „Nein, natürlich ja. Wie viele kann ich haben?“

Er sagte: „Wie viele Sie brauchen, sagen Sie mir, einfach, dann besorge ich Ihnen. Wir können auch zusammen fahren, wenn Sie hier um die Ecke wohnen.“

Ich sagte: „Ich wohne hier um die Ecken, aber ich habe gar keine Geld.“

Er sagte: „Ja, so ging es uns früher in Kongo auch. Aber jetzt haben wir Geld und wir haben Karten. Kommen Sie mit, wenn Sie wollen, ich lade Sie auch ein. Ist mein Bruder, der spielt.“

Ich sagte: „Nein, natürlich ja.“

Und ging nach Hause.

Ich schrieb nicht mal seine Nr. auf. Obwohl ich verdammt noch mal wirklich jede Ticket gebrauchen kann, ob nach Kongo oder nach Oberhausen. You know?

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