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Monat: September 2008

1860 steigt ab

Zugegeben, es sind nur zwei ehemalige Spieler von 1860 München, Bernd Patzke und Alfred Heiß, die so reden, und keine aktuellen Spieler oder sonst Verantwortlichen des Vereins, aber wer so redet, der steigt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ab:

SZ: Droht 1860 der Abstiegskampf?

Heiß: Dazu haben die Spieler eigentlich zu viel Qualität.

Und auch zugegeben, dass es eigentlich Quatsch ist, nach einer kleinen Misserfolgsserie von gerade mal 3 Spielen gleich das Abstiegsgespenst aus Callis Erzählungen an die Münchener Wand zu malen. Doch diese Aussage, erstmal wirksam verinnerlicht, dass man zu gut sei, die führt ganz sicher eine Liga tiefer. Frag nach, zuletzt, beim 1. FC Nürnberg der vorigen Saison. An weiteren Beispielen würde es sowieso nicht mangeln.

Glück für den TSV 1860, dass es mittlerweile nur noch in die 3. Liga ginge und nicht in die Regionalliga.

Wichtig ist nicht die Qualität der Spieler, sondern die Qualität der Mannschaft, und die kann man nur an einem ablesen: am Ergebnis.

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Eine halbe Ewigkeit (mindestens)

Meist lesen sich die Meinungen von Christoph Ruf ganz annehmbar. Heute weiß niemand, was ihn zu einer Tastaturbetätigung mit folgendem Resultat getrieben hat:

236 Minuten war Klose im DFB-Dress ohne Torerfolg geblieben.

Das sind nach Trainer Baade ziemlich genau 2,62 Spiele ohne Tor (um das Ganze noch etwas zu verschwurbeln, fügen manche hier gerne: -erfolg ein), was natürlich ungeheuerlich ist und auf jeden Fall damit bestraft werden sollte, dass der Kandidat nicht nur nicht aufgestellt wird, sondern geteert, gefedert und danach vielleicht noch gekreuzigt wird. Ein Spieler, der fabulöse zweieinhalb Spiele lang keinen Torerfolg erzielt hat, was soll man mit so einem sonst noch anfangen?

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11. September 1965 — 5 Elfmeter in einem Spiel

1965 wurde noch wesentlich härter gepfiffen als heute. Da war nicht erst beim Trikotzupfen oder Hüfteumschlingen — ohne Umfalleritis — Schluss. Damals wurde Strafstoß schon gepfiffen, wenn der Gegner selbigen -punkt nur überquerte oder berührte. Resultat dieser heute keinem vernünftig Fußball spielenden Menschen mehr zu rechtfertigenden Politik am erst seit Kurzem geschichtsträchtigen 11. September, allerdings im Jahre 1965: die bis dato (in der Bundesliga) unerreichte Rekordzahl von 5 Strafstößen in einem Spiel.

Borussia Mönchenglabach — Borussia Dortmund 4:5

mit je zwei verwandelten Strafstößen und auf Gladbacher Seite einem vergebenen Strafstoß. Ein gewisser Günter Netzer war auch schon beteiligt. (Beide Informationen immer gut merken, für Günter Jauch, aber auch private Quiz-Spiele.)

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Kerner, you

Löw lässt Kerner auflaufen. Viel mehr darf man gar nicht erwarten. Das war schön. Ansonsten sollte man [hier Anfang des schwarzen Lochs befürchten] aber mehr auch nicht.

3 Klosetore machen noch keine Qualifikation.

Selbst Klinsmann hätte das wohl nicht so gebracht. Löw aber war darin höchst souverän, was man von ihm nicht so erwartet hätte. Aber das, das hatte Stil. Nicht nur wegen Kerner, sondern vor allem wegen Stil. Wo man gute Nacht sagen muss, darf man das auch sagen müssen.

Und ehrlich gesagt: so klar hat ein Bundestrainer selten einen Wurst-Entertainer abblitzen lassen. Wir sagen vorerst: klapp, klapp, klapp. Sehr gut, Herr Löw. Note 1.

(Nachtrag: Und hier ist dann noch das Video vom Interview von Kerner mit Jogi Löw nach dem Spiel Finnland gegen Deutschland.)

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Skandal: Fanfriedhof in Deutschland

Man wartet mittlerweile schon wie konditioniert auf den Ruf des größten Adenauer-Schützlings aller Zeiten, Karl-Heinz Rummenigge, dass der deutsche Vereinsfußball nun mal mit dem europäischen Ausland finanziell nicht mehr mithalten könne, weil die deutsche Politik partout die Grabstättenverordnung nicht endlich zum Wohle des Fußball — und somit in letzter Konsequenz zum Wohle aller — freigeben wolle.

In Deutschland müssen Tote immer noch auf Friedhöfen beerdigt werden, ganz andere Einnahmequellen hat man da in England (in einer Urne neben dem Spielfeld) oder in den Niederlanden (die Asche des Toten im Stadion verstreut), klar, dass man so auf Jahrzehnte hinaus keine Chance mehr haben wird, die Champions League zu gewinnen.

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Mats Hummels, die Null

Gerade live im Fernsehen nach dem 0:0 der U21 Deutschlands gegen Israel. Mats Hummels im Interview mit einem Reporter, der ihn mit folgender Frage konfrontiert:

„Mats Hummels, uns hat Dieter Eilts gesagt, dass Ihre Mannschaft voll auf Angriff spielen wird, Ihnen hat er aber wahrscheinlich gesagt: ‚Die Null muss spielen.‘ — oder?“

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Der Ende keines Zyklus

Frankreich verliert 1:3 in Österreich und wir blättern gar nicht allzu weit zurück, als uns die vorbildlichen Fußballinternate und natürlich die ungleich attraktiveren Aufstiegsmöglichkeiten gerade für Immigranten als mögliche Gründe für die dauerhafte Überlegenheit der Nachbarn im Westen vorgehalten wurden. Jetzt fragen wir uns, ob die Schwäche der Franzosen nicht zum großen Teil daran liegen könnte, dass alles Menschliche in Zyklen abläuft, selbst beim vermeintlich männlichen Fußball.

Wo ist der Internatsvorteil, die tolle technische und taktische Schulung, die frühe Ausrichtung auf den Fußball als Lebensinhalt und wo sind die über den grünen Rasen gelobten noch vorbildlicheren französischen Fußballausbilder, wenn man 1:3 in Österreich, ja, eben nicht einfach verliert, sondern dem Dahinsiechen der letzten Jahre — das erreichte WM-Finale 2006 war wohl nur das Pendant zu Deutschlands WM-Finale 2002 in einer ansonsten grauenhaft anzusehenden Epoche — einen für alle weit sichtbaren Leuchtturm der Einfalls- und Erfolgslosigkeit aufsetzt?

Natürlich könnte keine Auswahl der Welt den Rücktritt von Zinedine Zidane einfach so verschmerzen, und man kann solche mit Fug und Recht als Jahrhunderttalent bezeichneten Größen nun mal auch bei massig Interessenten nicht einfach so aus dem Internat zaubern. Doch genau dieses Ziel verfolgt man doch mit der Züchtung ganzer Heerscharen von Jugendlichen: Ein breites Fundament zu bilden, um die Ausschläge der Tiefs nicht allzu drastisch ausfallen zu lassen. Hier aber: 1:3 in Österreich. Eine einzelne Niederlage machte noch keinen Trend, doch für Frankreich ist es eben genau das schon lange. Es wird nur jetzt gerade besonders augenfällig.

So zeigt sich wieder einmal, zum Glück für uns, aber auch die Betreiber, dass niemand den genauen Weg zum Erfolg kennt. Und der Stein der Weisen wird im Fußball durch so Faktoren wie ständige Evolution des Spiels selbst, der taktischen Mittel, aber auch der Zusammensetzung der Ligen derart raffiniert stetig verändert, dass kein Mensch ahnt, wo er wohl aufzufinden sein könnte, geschweige denn, dass jemand sein Aussehen beschreiben könnte.

In französischen Fußballinternaten befindet er sich derzeit jedenfalls nicht. Wobei auch das morgen schon wieder anders sein könnte, antizyklisch-zyklisch.

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Unaus

Kevin Kuranyi (Schalke 04/ab 76.): Kam für Podolski und fiel nicht weiter negativ auf.

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Klose feiert neuen Neuzugang

Beim FC Bayern München haben sie endlich etwas von Aufsichtsratmitglied Boris Becker lernen können: Eine Ballmaschine. Man muss sich das in ungefähr so vorstellen wie beim Tennis. Eine Ballmaschine ist nicht etwa Christoph Metzelder, der die allermeisten ihm zugespielten Bälle wieder an den Gegner zurückspielt, bzw. sie gar nicht erst erobert. Eine Ballmaschine ist tatsächlich eine Maschine, was jetzt wiederum Assoziationen bezüglich Carsten Jancker erweckt, die aber ebenso falsch sind.

Miroskloff Klose arbeitet neuerdings beim FC Bayern mit einer solchen, von Boris Becker empfohlenen, Ballmaschine und damit scheint er sehr zufrieden zu sein, auch wenn angesichts der Privatheit des Bayerntrainings keine Bilder davon existieren:

Zusatzschichten förderten Kloses Sicherheit im Abschluss unter Zuhilfenahme einer Ballmaschine, die den Bayernstar begeistert: „Diese Ballmaschine ist eine Sensation.“

Ob Klose selbst damit auch (wieder) zur Sensation wird, werden wir heute Abend ab 20.45h und — gottseidank — mit und von Günter Netzer und Gerhard Delling erfahren. Und nicht von Oliver Fregatte. Liechtenstein hingegen ist keine Maschine, schon eher ein Stolperstein. Miroskloff Klose.

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Tickets für die WM-Qualifikation (außer Deutschland)

Tickets kauft man hierzulande beim Veranstalter. In anderen Kulturkreisen verfährt man gänzlich anders. In Liechtenstein zum Beispiel gibt es die Karten für das WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland nicht beim Fußballverband, sondern, na klar, bei der Post [Link zur Liechtensteiner Post leider tot].

Und dass man in Liechtenstein ganz gut mit SchwarzGeld umzugehen weiß, ist ja auch nicht neu. Wenn also die meist eben wegen jenes SchwarzGeldes gut betuchten Nachbarn aus dem Norden anrücken, dann werden, na klar, mal eben die Preise erhöht.

Preise Einzeltickets

alle Spiele (ausser Deutschland) Deutschland
Kategorie 1 50,00 70,00
Kategorie 2 40,00 60,00

Als guter Geschäftsmann muss man sich natürlich fragen, ob überhaupt jemand aus Aserbaidschan anreisen wird, insofern ist man gezwungen, beim Spiel gegen den fußballerischen und zahlenmäßigen Riesen Deutschland zuzuschlagen, um den Verband überhaupt am Leben zu halten. Nur 7000 Zuschauer fasst das Rheinparkstadion in Vaduz, und so wäre ich doch sehr überrascht, wenn hier in Kürze jemand kommentierte, der selbst vor Ort anwesend war — für nur 60 oder 70 Europa-Dollar.

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