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Kategorie: Äh-ßerungen

„Gut, äh…“ und wer’s gesagt hat

1860 steigt ab

Zugegeben, es sind nur zwei ehemalige Spieler von 1860 München, Bernd Patzke und Alfred Heiß, die so reden, und keine aktuellen Spieler oder sonst Verantwortlichen des Vereins, aber wer so redet, der steigt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ab:

SZ: Droht 1860 der Abstiegskampf?

Heiß: Dazu haben die Spieler eigentlich zu viel Qualität.

Und auch zugegeben, dass es eigentlich Quatsch ist, nach einer kleinen Misserfolgsserie von gerade mal 3 Spielen gleich das Abstiegsgespenst aus Callis Erzählungen an die Münchener Wand zu malen. Doch diese Aussage, erstmal wirksam verinnerlicht, dass man zu gut sei, die führt ganz sicher eine Liga tiefer. Frag nach, zuletzt, beim 1. FC Nürnberg der vorigen Saison. An weiteren Beispielen würde es sowieso nicht mangeln.

Glück für den TSV 1860, dass es mittlerweile nur noch in die 3. Liga ginge und nicht in die Regionalliga.

Wichtig ist nicht die Qualität der Spieler, sondern die Qualität der Mannschaft, und die kann man nur an einem ablesen: am Ergebnis.

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Kerner, you

Löw lässt Kerner auflaufen. Viel mehr darf man gar nicht erwarten. Das war schön. Ansonsten sollte man [hier Anfang des schwarzen Lochs befürchten] aber mehr auch nicht.

3 Klosetore machen noch keine Qualifikation.

Selbst Klinsmann hätte das wohl nicht so gebracht. Löw aber war darin höchst souverän, was man von ihm nicht so erwartet hätte. Aber das, das hatte Stil. Nicht nur wegen Kerner, sondern vor allem wegen Stil. Wo man gute Nacht sagen muss, darf man das auch sagen müssen.

Und ehrlich gesagt: so klar hat ein Bundestrainer selten einen Wurst-Entertainer abblitzen lassen. Wir sagen vorerst: klapp, klapp, klapp. Sehr gut, Herr Löw. Note 1.

(Nachtrag: Und hier ist dann noch das Video vom Interview von Kerner mit Jogi Löw nach dem Spiel Finnland gegen Deutschland.)

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Mats Hummels, die Null

Gerade live im Fernsehen nach dem 0:0 der U21 Deutschlands gegen Israel. Mats Hummels im Interview mit einem Reporter, der ihn mit folgender Frage konfrontiert:

„Mats Hummels, uns hat Dieter Eilts gesagt, dass Ihre Mannschaft voll auf Angriff spielen wird, Ihnen hat er aber wahrscheinlich gesagt: ‚Die Null muss spielen.‘ — oder?“

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Unaus

Kevin Kuranyi (Schalke 04/ab 76.): Kam für Podolski und fiel nicht weiter negativ auf.

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Schamhafte Sinnpflanze

Auch mimosa pudica genannt.

Nach dem bereits dritten sieg- und torlosen Spiel waren Rost und Torwart Gerhard Tremmel heftig aneinandergeraten. Nach Ansicht von Rost hatte der Schlussmann [sic! (Anm. d. Red.)] der Lausitzer im Internet zu heftig Kritik an Team und Trainer geübt. „Wo kommen wir denn hin, wenn jeder Spieler öffentlich die Mannschaft kritisiert“, sagte Rost. Tremmel hatte auf seiner Homepage geschrieben: „Nun stecken wir also gleich wieder unten drin und müssen gar nicht auf Hannover oder Bochum zeigen, sondern sollten uns an die eigene Nase fassen. Und zwar wirklich an die eigene…“ Für Rost ging die Kritik zu weit. „Das kann er so nicht sagen“, betonte der Mittelfeldspieler.

Was meint Timo Rost damit, wenn er sagt: „kann er so nicht sagen“, wenn Tremmel es nachweislich doch schrieb?

Ist Timo Rost der Auffassung, dass Gerhard Tremmel, wenn er den selben Text sinngemäß mit anderen Worten formulierte hätte, alles richtig gemacht hätte?

Was genau an „so“ kann Tremmel gemäß Timo Rost „so nicht sagen“ — dass man sich an die eigene Nase fassen solle oder dass man gar nicht erst auf Hannover oder Bochum zeigen solle?

Kurze, aber nicht unwichtige Frage an mich selbst: Mit welchem komischen, von mit Mimosen noch euphemisierend umschriebenen Menschen ausgeübten Sport beschäftige ich mich eigentlich?

PS: Laut oben verlinktem Eintrag heißt die Pflanze Mimose auf englisch „touch-me-not“. Und Timo Rost auch nicht.

Quelle.

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Abschiedsspiele: Aufforderung zum Scheißelabern

Peter Neururer über Oliver Kahn

„Dass ein überreagierender Torwart, der unter Druck steht, überreagiert, ist normal.“

Udo Lattek

„Das Tier in ihm, das war das Menschliche an ihm.“

Winnie Schäfer

„Beim 7:0 gegen den FC Valencia war Oliver Kahn, ich würd sagen, zu 80% am Sieg beteiligt.“

Philipp Lahm

„Er hat alles gewonnen, was man gewinnen kann.“

DSF

„Eine ganze Nation sagt Danke.“

Sepp Maier

„Der Oliver und ich, wir sind doch Situationskomiker.“

JBK

„Der Abend wird sicher eine gefühlige Angelegenheit.“

Béla Réthy

„Am 27.11.1987 machte er sein erstes Spiel. Damals war Helmut Kohl noch Kanzler und der Kalte Krieg war noch in vollem Gange. Ein Stück Zeitgeschichte.“

Béla Réthy

„Oliver Kahn zieht zum letzten Mal die Schuhe aus.“

Oliver Kahn

„So, das war’s jetzt.“

Jürgen Klinsmann:

„Er hat auch einfach so nen Big Bang jetzt verdient.“

JBK:

„War das für Sie, Jogi Löw, jetzt eher so ein emotionales Erlebnis […]?“

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19-21h im Internet, bitte passende Kleidung mitbringen

Internet ist doch ein einziges Trainingsgelände.

sagt die Frau mit dem Allerweltsnamen und vielleicht hat sie recht. Vielleicht aber auch nicht. Jetzt, da jeder Hansel, der Internetzugang und möglicherweise sogar einen Computer hat, ins Internet reinschreiben darf, sind die Dinge eben genau kein Trainingslager mehr, sondern ein Tag der offenen Tür. Und Tage der offenen Tür sind vor allem dann peinlich, wenn sie öffentlich stattfinden. Geht bitte nach Hause, Danke.

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Reinkarnation-Meier

„Man sieht schon wieder die Verrücktheit dieser Liga“, sagt Fortunas Trainer Norbert Meier dazu.

Dazu, das sind die total verrückten Ergebnisse in der neuen dritten Liga, nämlich dass Paderborn erst 4:1 in Düsseldorf gewinnt und dann 0:4 gegen Sandhausen verliert. So etwas Verrücktes hat es noch nie gegeben.

Aber eigentlich soll hier auf etwas anderes hingewiesen werden: wieder.

Irgendwie seltsam wirkte dieser Norbert Meier schon immer, so blutleer, so tapsig, so Vogts‘esk beim Sprechen, womöglich ein Alien, der aus der Zukunft kam. Oder vielleicht wiedergeboren, dabei aber gefangen in immer derselben Zeitschleife. Wie sonst kann er etwas „wieder“ sehen, was es noch nie zuvor gab? Nicht-Wiedergeborene haben noch nie eine Drittliga-Saison in Deutschland erlebt, er anscheinend schon.

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War das der emotionalste Moment Ihrer Karriere?

Als hier ein paar Tage lang Zwangspause herrschte, musste ich mit diesem Anachronismus namens TV vorlieb nehmen, sofern ich nicht Phelps-gleich (200m in knapp 9 Minuten) durchs Becken radelte. Dachte ich eigentlich, die jährlich nun mal unvermeidliche Portion Kerner schon während der Bregenzer Klamauk- und „Life is live“-Festspiele hinter mir zu haben, kam es beim Betrachten von diversen Olympioniken zum Super-GAU: Auch da kernert es ohne Ende. Offensichtlich hatte ich zu viel LSD genommen, blieb darauf hängen und von da an hörte ich in meinem Kopf Stimmen, die immer dieselbe Frage in verschiedenen Variationen stellten, womöglich auch, weil ich genau diese in meiner nicht unbeträchtlichen Lebenszeit schon so und anders unendliche Male beim TV-Fußball gehört habe:

„War das der emotionalste Moment Ihrer Karriere?“
„Welche Emotionen hat man da als (Sieger, Verlierer, armes Kerner-Opfer)?“
„Wie viel Emotion steckt in so einer Medaille?“
„Beschreiben Sie mal Ihre Emotionen!“
„Haben Sie schon mal etwas Emotionaleres als das erlebt?“
„Wie haben Sie Ihre Emotionen ausgelebt?“
„Ist Ihnen rational schon klar, was Sie da geleistet haben, oder nur emotional?“
„Welche Emotionen beherrschen Sie jetzt?“
„Emotional war das sicher das Größte, was Ihnen je passiert ist, oder?“
„Wie waren Ihre Emotionen bei der letzten Kurve/Sprung/Furz/Scherenschlag?“
„Wie kontrollierten Sie Ihre Emotionen bei dieser Anspannung?“
„Wenn man dann da oben auf dem Treppchen steht, was hat man da für Emotionen?“
„Erzählen Sie uns von Ihren Emotionen?“
„Waren Sie schon mal emotional aufgewühlter als heute?“
„Wie werden Sie diese Emotionen in den nächsten Tagen und Wochen verarbeiten?“
„Wann werden Sie diese Emotionen in den nächsten Tagen und Wochen verarbeiten?“
„Werden Sie diese Emotionen in den nächsten Tagen und Wochen verarbeiten?“
„Selten hat man die Emotionen bei Ihnen so deutlich gesehen wie heute!“
„Welche Emotion überwiegt jetzt?“
„Werden Sie diese Emotionen je vergessen?“ und noch mal:
„War das der emotionalste Moment Ihrer Karriere?“

Und ich kann mit Fug und Recht sagen:

Ja, es war der emotionalste Moment meiner Karriere.

Nämlich als ich zwei Stockwerke tiefer schellte, diesen bärtigen Mann um seine Schrotflinte bat, wieder hinaufstiefelte und dem Fernseher mitsamt seinem Kernemotionalen den Garaus machte. So etwas erlebt man nur einmal, so eine Befreiung, so ein Triumph, das werde ich meinen Enkeln noch erzählen, meine ganze Familie hat daheim zugeschaut und als dann draußen auch noch die Nationalhymne Hymne der NRA gespielt wurde, da flossen dann auch bei mir die Tränen.

Dialog zwischen dieser Frau, die nicht Monica Lierhaus ist, und Kerner:

Sie: „Die Turner sind mit der Mannschaft übrigens nur Vierter geworden, ganz knapp an Bronze vorbei.“

Kerner: „Aber sie hatten trotzdem gute Laune?“

Sie: „Ja, sie hatten gute Laune.“

So, zurück zum Fußball, respektive Traufe.

Das mit dem LSD und den Stimmen hat sich erledigt, seit ich abdrückte. Plötzlich verstummten die Stimmen. Die Asche des Fernsehers schwelt noch ein bisschen vor sich hin und stinkt. In ein paar Tagen wird das alles vergessen sein.

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Die Türken werden deswegen kein Tor schießen, weil

Von calli.tv war hier schon öfter die Rede, gleich zwei Mal wurde etwas verlinkt. Eigentlich — so traurig das ist — muss man sagen, dass man jeden Beitrag von Calli-Claquer verlinken könnte und man hätte immer etwas zu lachen. Schaut euch also, wenn ihr gleich wieder dort seid, einfach um, was euch sonst noch so zusagt. DJ Bobo? Steffi Jones? Oliver Bierhoff?

Anyway, verlinkt wird heute das Interview mit Manni Breuckmann [Link leider tot], nicht, weil Calli haha Manni so kluge Sachen bezüglich des Ausgangs des bevorstehenden EM-Halbfinals sagt, („ham es drei mal geschafft, dat Dingen zu drehen“), sondern weil er als wahrscheinlich erster von allen Calli-Interviewpartnern darauf hinweist, dass dessen antatschende joviale Art einfach nicht seriös ist. Rumschwallern hier, rumschwallern da, ein bisschen angrabschen, fertig ist das Non-Produkt voller Floskeln, das nur davon lebt, heiße Luft aka Bullshit zu produzieren.

Was kostet es eigentlich, so eine Kölsch-Dumm-Rumschwätz-Ausbildung zu machen, mit der man rumlabern kann wie ein Perpetuum Mobile? Und was kostet es eigentlich, zur eigenen Karikatur zu werden? Muss man dafür doof sein oder schlau — oder bauernschlau gar?

PS: Hat Manni Breuckmann etwa seine Länderspielkarriere beendet? Kreisch!

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Das schönste Tor aller Zeiten

Welches das war, will die FIFA auf ihrer Seite wissen. Und da es für „im Auge des Betrachters“ nun mal keine harten Kriterien gibt, kann man da wunderbar und stundenlang drüber sinnieren und doch zu keiner verbindlichen Entscheidung kommen. Sehr einfach zu erlangender Content. Ich frage jetzt nicht, welches Tor das schönste aller Zeiten war, denn ein humoriger User namens bembelboy hat die Antwort, der man nicht widersprechen kann, schon gegeben. Nicht Maradona, nicht Helmut Rahn, nicht Zinedine Zidane oder gar Oliver Bierhoff, sondern … lest selbst:

Ohne mich selbst großartig loben zu wollen bin ich der Meinung, dass mein Freistoß im Training des FC Ober-Roßbach im Jahr 1999 einer der schönsten Treffer überhaupt war. Der Ball schlug dermaßen im Winkel ein…das gab es seitdem nie wieder. Außerdem war es auch mein einziger Freistoßtreffer.

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Kontinuität

Gibt es etwas, das Sie vermissen, wenn Sie den heutigen mit dem damaligen Fußball vergleichen, Charly Körbel?

Die Traditionsvereine 1.FC Köln, Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach und Bayern München hatten über Jahre hinweg nahezu identische Mannschaften, mit denen sie sich jede Spielzeit aufs Neue begegneten. Darin bestand ja auch der Reiz: Breitner gegen Grabowski, Schwarzenbeck gegen Hölzenbein, Müller gegen mich. Das gleiche, wenn Gladbach kam. Diese kontinuierlichen Duelle solcher Persönlichkeiten auf dem Fußballplatz vermisse ich heutzutage.

Ich auch. Hat unter anderem auch zur Folge, dass ich mir kaum noch Aufstellungen merken kann, geschweige denn, wer jetzt eigentlich mal länger als anderthalb Saisons wo Stammspieler war. Aber auch diese dauerhaften Duelle fehlen, bei denen sich jahrelang die immer selben Spieler beharken und überhaupt erst so etwas wie eine persönliche Rivalität aufbauen können.

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