Zum Inhalt springen

Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Das Licht bei der Hand

Nicht, dass man annehmen dürfte, dass man dieserorts etwas mit der SPD oder mit dem Kohlebergbau zu tun hätte. Je früher man diesen Anachronismus abschafft, desto eher können die dort beschäftigten Leute sich einen anderen, sinnvolleren, nicht-subventionierten Job suchen. Wenn man hier durch die Stadt geht, trifft man immer wieder auf Menschen, die einem Aufkleber (das ist 1980) oder Flyer für die Ruhrkohle AG aufs Auge drücken wollen. Ich sage: nein. Sie sagen: Warum nicht? Ich sage: Warum? Sie sagen: hm tja, grummel, grummel, mömmel, mömmel, Argumente haben wir eigentlich auch keine, aber die Region, blabla, der Bäcker, der Zulieferer. Mir geht das dermaßen auf die Eier, dass ich keinen Bock mehr habe, mit so Gestern-gewandten überhaupt noch länger als 2,3 Sekunden zu diskutieren. Subventionen adé.

Das hat aber nix damit zu tun, dass ich nicht von hier käme, „wech“, sozusagen. Und dass auch der kulturelle Teil dessen mir nicht gleichgültig ist. Nur darf und muss man das eben einfach als Folklore abtun/akzeptieren. Es hat ja auch noch niemand nach Subventionen für Spreewaldgurken gefragt. Oder für Lüneburger Heidengewächse.

[Aus Gründen der Entwicklung der Interpreten gelöscht.]

Der derzeitige Oberbürgermeister von Duisburg heißt Adolf Sauerland. Für seinen Vornamen kann er nix. Für den Rest schon.

(Inspiriert von Herrn Wieland.)

9 Kommentare

Färöer — Österreich 1:1

Wow, ein echter Fortschritt gegenüber Landskrona.

11. Oktober 2008. Nicht ganz so populär wie die Niederlage 1990. Aber immerhin.

14 Kommentare

Was man so Erfolg nennt

Erfolge als Spieler: Bundesliga: 1× Platz 18 1996 mit KFC Uerdingen 05
Erfolge als Trainer: Bundesliga: 1× Platz 18 2007 mit Borussia Mönchengladbach

Eigentlich sollte Jos Luhukay froh sein, dass ihm ein zweites Mal ein 18. Platz als Trainer erspart bleibt …

Unter den Tisch fallen muss dabei, dass sein Anteil am 18. Platz als Spieler nicht allzu groß war: 1x in der 83. Minute und 1x in der 63. Minute eingewechselt. Die schlappen 34 Minuten Bundesligaeinsatz hätten selbst für mich nicht ausgereicht, um eine Mannschaft in den Abstieg zu reißen. Dafür hat es als Trainer dann ja voll verantwortlich geklappt — bei Luhukay.

4 Kommentare

Fußball ist für Mädchen

Nein, heute geht es nicht um die Frauenfußball-WM 2011 und die dazugehörige merkwürdig anmutende Auswahl der Austragungs“städte“ (Sinsheim hat keine 36.000 Einwohner und liegt nicht mal wie andere Fußballstandorte vergleichbarer Kleine in direkter Nachbarschaft einer Metropole oder eines Ballungsgebiets), sondern darum, dass das folgende Video zurecht die Verweichlichung — und das ebenso verweichlichte Zeitspiel — der fußballspielenden Männer aufs Korn nimmt. Vor allem aber die so manchem Spieler, u. a. dem, den man hier nicht mehr nennen darf, angedichtete größere Sorge um seine Frisur als um den Sieg:

Dass man stattdessen Rugby versuchen sollte, kann an dieser Stelle zwar nicht unterschrieben werden, der Ruf nach einer anderen Mentalität in unserem Sport im Umgang mit Körperkontakt muss fußballromantisch dennoch unterstützt werden.

13 Kommentare

Wie die Zukunft aussehen könnte

1 Hamburger SV 14:11 16
2 1899 Hoffenheim (N) 16:12 13
3 VfB Stuttgart 12:8 13
4 Bayer Leverkusen 18:11 12
5 FC Schalke 04 11:7 12
6 Borussia Dortmund 13:11 12
7 Werder Bremen 19:16 11
8 Hertha BSC 8:8 11
9 VfL Wolfsburg 14:11 10
10 1. FC Köln (N) 7:9 10
11 Bayern München (M, P) 15:13 9
12 Karlsruher SC 7:9 9
13 Hannover 96 7:11 8
14 VfL Bochum 10:11 6
15 Arminia Bielefeld 12 6
16 Energie Cottbus/1. FC Kaiserslautern 3:10 5
17 Eintracht Frankfurt 5:9 3
18 Borussia M‘gladbach (N) 6:15 3
19 FSV Mainz 05 20:8 17
20 SC Freiburg 15:5 16
17 Kommentare

Statt Zersplitterung

Eine ganz einfache Lösung für das angeblich fehlende Geld bei Bundesligavereinen kommt jetzt aus Spanien aufs Tapet: Statt die Spieltage zu zersplittern, dem Zuschauer noch ein paar Euro extra abzuringen, nur um wieder international wettbewerbsfähig zu werden und ein paar Stars auch mal in Bielefeld und Karlsruhe auf den Plätzen zu sehen, könnte man einfach die Variante Exteberrias wählen:

Er spielt in der kommenden Saison ohne Bezahlung für seinen Club.

Unter anderem, weil er seinem Verein etwas zurückgeben möchte dafür, dass er quasi seine gesamte Profikarriere dort zubrachte. Möglicherweise aber auch, weil er einfach schon genug verdient hat und die übernächste Million gar nicht mehr so unbedingt braucht.

3 Kommentare

Oh, Michaela

Beim WDR arbeitet eine Nachrichtensprecherin mit dem Namen Michaela Rensing, was immer wieder kurze Erheiterung beim Nachrichtenhören bewirkt. Wahrscheinlich wird sie uns länger „in den Medien“ erhalten bleiben als die männliche Ausgabe desselben Namens.

3 Kommentare

Post vom Anwalt?

Das arme Balg. So jung, das Balg, und schon mit einem Bein im Knast.

Und Schuld ist Papa.

(In Trainer-Baade-affinen Kreisen wurde die Diskussion, welchen Geschlechts diese Person angehört, mit einem satten, aber deutlichen „Remis“ entschieden. Die Frage bleibt somit offen: Junge oder Mädchen? Diese Frage soll aber nicht vom eigentlichen Ziel dieses Beitrags ablenken. Natürlich muss dieses Kind jetzt ins Gefängnis. Denn Herr Watzke zeichnet sich nicht durch die Fähigkeit zur Selbstironie aus. Michael Zorc sowieso nicht.)

PS: Entschuldigen Sie bitte die Erscheinung Michael Schumachers auf dieser Webseite, das ist nicht schön, er ist nicht schön, es ging in diesem Fall einfach nicht anders. In Zukunft bleiben wir von diesem kleinen Ausrutscher abgesehen natürlich Langweilig-1-frei.

2 Kommentare

Who stole the Nullvier from Leverkusen?

Wieso sagt eigentlich niemand mehr „Bayer Nullvier Leverkusen“? Wer hat diese kleine, wenigstens etwas Niedliches an der Werkself lassende Mode geschlachtet? Besonders im Wechselspiel mit „Bayer Nullfünf Uerdingen“ hatte das immer ein wenig Charme.

(Wie krank Fußballerhirne sind, erkennt man u. a. daran, dass sie bestimmten Zahlenkombinationen (zwei links-vier rechts-sieben links-eins rechts-vier links und auf ist der Tresor) „Charme“ abgewinnen können, während Autohersteller dazu übergehen, ihre Modelle von Renault 5, Renault 11 zu Megane, Espace oder Fumeur umzubenennen, damit sie nicht mehr so technokratisch klingen. In Fußballerohren hat ein „Nullvier“ oder ein „Achtzehnsechzig“ allerdings überhaupt nichts Technokratisches an sich, sondern im Gegenteil einen warmen Hauch von Zugehörigkeit, Sentimentalität und abgetragener Bettwäsche, die man aber niemals wegwerfen wird.)

8 Kommentare

Bayern jetzt unter 50%

6 Spiele gespielt, das wären maximal 18 Punkte.

Erreicht haben die Bayern gerade mal 8 von 18 möglichen Punkten, das ist deutlich weniger als 50%, um genau zu sein: 44,4% (die Süddeutsche würde dazu 0,44 Prozent sagen, aber wir wollen ja nicht nachkarten).

Gebannt warten wir auf die Analogien, die die schreibende Zunft zum Ergebnis der CSU bei der Landtagswahl im Freistaat Bayern auftun wird. Analogien sind toll, weil man bei jenen, die im Fußballsport zur Außenwelt gebräuchlich sind, sich nicht darum kümmern muss, ob sie in irgendeiner Weise sinnvoll sind oder nicht, wichtig ist nur, dass man zweieinhalb Themen mit einer Fliegenklatsche erledigt.

Dass der aktuelle Punktestand des FC Bayern nichts („aber auch gar nichts“, würde hier mancher anfügen) mit dem Wahlergebnis der CSU zu tun hat, steht vollkommen außer Frage, nur nicht bei jenen, die sich irgendetwas aus den Fingern saugen müssen, was Gehalt hat und schick/modern klingt. Man ist an dieser Stelle nicht alleine damit, zwangsläufige Analogien, die jeglichen inhaltlichen Zusammenhangs mit den sportlichen Verhältnissen entbehren, nicht wirklich würdigen zu können, selbst wenn man es versuchte, weil es einfach nicht geht.

Das macht aber nix, denn die Welt dreht sich weiter und so sind selbst die fußballimmanenten Analogien, dass der FC Bayern zuletzt 197xzig so schlecht gestartet sei und dann nur 12. oder 1991/1992 so schlecht gestartet sei und dann nur 10. wurde, vollkommen überflüssig. Nett, es zu erwähnen, sollte man ja auch mal wissen, dass der FC Bayern der 1970er nicht das Maß aller Bundesliga-Dinge war. Daraus aber Rückschlüsse auf heute zu ziehen, das hat weder Hand noch Tabellen- noch statistische Aussagekraft.

Lassen wir den FC Bayern also unseren Wünschen entsprechend in das nächste Tal rutschen, das erste echte Tal seit 1991/92, aber so weit ist es dank nur zweier Niederlagen — noch — nicht.

Sören Lerby calling.

1 Kommentar

Jetzt mach die Tür auf, Felix

Es ist doch noch nichts verloren, nur weil Du und Deine Dreifaltigkeit jetzt einmal verloren haben. Komm, der Vorstand hat auch noch gar keine Krisensitzung einberufen. Du wirst erstmal weiterarbeiten können. Und dieser eine Weltmeister-Fehleinkauf, das ist gar nicht so schlimm, wirklich nicht. Jetzt mach bitte die Tür auf. Die Mannschaft fragt auch schon, ob morgen jetzt wieder Training ist oder ob sie so wie heute lieber in die Innenstadt Wolfsburgs gehen und einen Kaffee trinken sollen. Sie sagen, wenn es morgen so ist wie heute, dann brächten sie erst gar keine Fußballschuhe mit. Felix, die Presse ist auch hier, sie machen Fotos, du musst jetzt wieder rauskommen. Der Vorstand sagt, 13 bis 15 Fehleinkäufe gesteht er dir noch zu. Die Champions League ist auch erst für 2015 ein Muss, bis dahin darfst du das eine oder andere Spiel verlieren. Bitte, komm wieder raus. Und natürlich ist das unfair, dass Hoffenheim angefeindet wird und man deinen Club darüber total vergisst, aber wenn deine Mannschaft demnächst wieder gewinnt, wird man auch darüber wieder berichten. Jetzt hab dich nicht so. Die Mannschaft braucht dich.

[photopress:ein_herz_fuer_kinder_felix_wolfgang_magath_vfl_wolfsburg_1.jpg,full,centered]

Was?

Nein, ob Lxc4-Bxc4 jetzt angebracht ist oder nicht, ist egal, mach endlich die Tür auf.

4 Kommentare

Haste mal ’nen Job für meinen Sohn?

Damit das hier nicht in den Kommentaren untergeht: Theo Zwanzigers Sohn Ralf Zwanziger ist Manager bei der TSG Hoffenheim, veantwortlich für die Frauenmannschaften. Nur ein kleiner Link [Link leider tot] zum Thema „Zwanzigers erstaunlicher Eifer beim Verteidigen Hopps“, dazu noch diese schönen Bilder [Link leider tot] — fertig ist der Vormittag.

(Mit Dank an Rob.)

15 Kommentare

Ene-mene-mu und raus bist du

Aber nur du. Die anderen bleiben drin.

Die Zahl der Woche lautet — die Spatzen pfiffen es schon länger von den Lostrommeln:

45%.

Durch die Aufstockung des Teilnehmerfeldes von 16 auf 24 werden rund 45% aller zur Zeit 53 UEFA-Mitgliedsverbände in Zukunft an einer EM-Endrunde teilnehmen.

Nehmen wir mal die anhand der Ergebnisse der letzten Jahre tatsächlich als Kleine zu identifizierenden Mannschaften raus: Andorra, Armenien, Aserbaidschan, Färöer, Georgien, Kasachstan, Liechtenstein, Luxemburg, Mazedonien, Malta, San Marino, Weißrussland (über Mazedonien in dieser Liste kann man genauso streiten wie über die Abwesenheit Montenegros in dieser Liste, aber Pi mal Daumen dürften das jene Mannschaften ohne Chance auf eine Qualifikation sein, plus evtl. Nordirland). Zieht man diese 12 Nationen von den 53 ab, bleiben noch 41, von denen sich 24 qualifizieren. Somit stiege der Wert auf: fast 59% und somit fast zwei Drittel aller Starter. Nur einer von drei ernsthaften Konkurrenten scheidet also überhaupt noch aus. Da kann man sich die Qualifikation in diversen Gruppen mit x Spieltagen auch gleich schenken und zwei kleine Vorturnierchen durchführen, die man pro Gruppe auch an zwei Wochenenden abgehandelt hätte. Noch ist natürlich nicht klar, wie der Modus schließlich aussehen wird. Wahrscheinlich ist, dass er an Spannung verliert und es deutlich weniger Partien oder zumindest Termine als zur Zeit geben wird.

Das zweite Problem stellt der Qualifikationsmodus für ein dann zusätzlich durchzuführendes Achtelfinale dar: 4 der 6 besten Dritten einer jeweiligen EM-Vorrundengruppe wären ebenfalls qualifiziert. Zu welch nervigen, intransparenten Rechner- und Schiebereien das auf und neben dem Platz führt, ist Zeitzeugen noch von den WM 1986 bis 1994 in Erinnerung. Einen solchen Modus kann niemand ernsthaft wollen, dem an einem sportlichen und nach einem schlüssigen System gestalteten Wettbewerb gelegen ist. Dass es trotzdem so kommt, wird ähnliche Gründe haben wie jene, dass in der Bundesliga die Relegation wieder eingeführt wurde: Den Großen die größtmögliche Wahrscheinlichkeit einer langen Verweildauer im Turnier zu ermöglichen. Je länger Nationen wie England oder Frankreich im Rennen sind, desto länger rollt der Euro und das Pfund bei der UEFA. Mehr Spiele, mehr Zuschauer, mehr Reichweite in den beteiligten, jetzt eben 24 Ländern.

Dass Platini bzw. die UEFA sich mit solchen Maßnahmen bei den „kleineren Verbänden“ beliebt macht, kommt natürlich noch dazu, ist für das sportliche Desaster dieser Änderungen aber eher irrelevant.

Jeder zweite ist demnächst qualifiziert. Goodbye Großkampftage in der europäischen Qualifikation, hello sportlich irrelevante Scheinqualifikation.

15 Kommentare