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Schlagwort: Borussia Mönchengladbach

Interaktive Fortsetzungsgeschichten

[Update 25.3. 15.00h] Der Jupp wird zum Dreier.
[Update 24.3. 17.00h] Der gefeuerte Georghe Hagi.
[Update 21.3. 22.00h] Viele Neueinträge aus der nicht ganz so jungen Vergangenheit.
[Update 20.3. 13.00h] Noch mehr Neueinträge, darunter ein echter Gentlemen und drei Verwandte.
[Update 18.3. 20:00h] Viele Neueinträge in der Liste und alphabetisch sortiert.

„Bei interaktiven Fortsetzungsgeschichten weiß man am Anfang noch nicht, wie es dann am Schluss aussehen wird.“

So schreibt lernen-mit-spass.ch über das heutige Thema. „Fortsetzungsgeschichten“. McP hatte in den Kommentaren gefragt, wie denn wohl die Verlaufschancen solcher Fortsetzungsgeschichten sind, angesichts des Return of the Rolf zu seinem früheren Marzipanschneckengeber. Wir wollen heute mal sammeln, wie solche Rückkehren verlaufen sind, weshalb es nett wäre, wenn der Kommentierende auch gleich ergänzen würde, nicht nur wer und wann mehrmals den selben Verein trainierte, sondern auch, was dabei rauskam. Ob das überhaupt sinnvoll ist, weil sich Muster oder wiederkehrende Handlungsstränge ergeben oder eben nicht, wird sich zeigen.

Meine Vermutung — allerdings durch nichts gestützt — geht in die Richtung, dass solche Fortsetzungsgeschichten ähnlich einer wiederaufgewärmten Liebesbeziehung verlaufen: Man merkt dann nach kurzem und als schön empfundenen Aufflackern der alten Leidenschaft, dass die Gründe, aus denen man sich beim ersten Mal trennte, beim zweiten Mal immer noch vorhanden und zu schwerwiegend für eine Fortführung der Gemeinsamkeit sind. Allerdings gibt es sicher Regel bestätigende Ausnahmen, bzw. ist die Regel ja noch gar nicht nachgewiesen. Außerdem stellen eine Fußballmannschaft und ihr Trainer keine Liebesbeziehung dar.

Ob dann jeweils die Liste hier oben aktualisiert wird oder nur in den Kommentaren verbleibt, hängt auch von der Zahl der Fälle ab.

Bitte gleich mal um Unterstützung bei der Beschreibung des Tätigkeitsverlaufs der einigen mir zu Beginn eingefallenen Rückkehrern.

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5x beim selben Verein

Uwe Klimaschefski FC Homburg 1970-1971, 1972-1974, 1974-1980, 1987, 1993-1994

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4x beim selben Verein

Helmut Kronsbein Hannover 96 1953-1957, 1963-1966, 1974-1976, 1976-1978

Max Schäfer TSV 1860 München 1937-1938, 1941-1945, 1946-1951, 1953-1956

A. W. Turner Hamburger SV 1920-1921, 1922-1923, 1925-1926, 1932-1933

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3x beim selben Verein

Rudolf Agte Hamburger SV 1919-1920, 1923-1925, 1927-1929

Jürgen Heinsch Hansa Rostock 1978-1979, 1981-1985, 1993-1994

Jupp Heynckes FC Bayern München 1987-1991, 2009, 2011-?

Eckard Krautzun SV Darmstadt 98 1986-1987, 1989, 1999-2000

Dr. K. Michalke 1. FC Nürnberg 1927-1928, 1935-1936, 1946-1947

Ernst Middendorp Arminia Bielefeld 1988-1990, 1994-1998, 2007

Benno Möhlmann SpVgg Greuther Fürth 1997-2000, 2004-2007, 2008-2009

Alv Riemke 1. FC Nürnberg 1939-1941, 1945-1946, 1952-1954

Aleksandar Ristic Fortuna Düsseldorf 1987-1990, 1992-1996, 2000-2001

Rolf Schafstall VfL Bochum 1982-1986, 1991, 2001

Jürgen Sundermann VfB Stuttgart 1976-1979, 1980-1982, 1995

Dietrich Weise 1. FC Kaiserslautern 1969, 1971-1973, 1983

Hennes Weisweiler 1. FC Köln 1949-1952, 1955-1958, 1976-1980

Frantisek Zoubec Arminia Bielefeld 1922-1923, 1924-1925, 1926-1933

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2x beim selben Verein

Hannes Bongartz SG Wattenscheid 09 1989-1994, 1998-2004

Josef Braumüller TSV 1860 München 1919-1925, 1936-1937

Max Breunig TSV 1860 München 1925-1928, 1930-1934

Jeno Csaknady 1. FC Nürnberg 1963-1964, 1965-1966

Christoph Daum 1. FC Köln 1986-1990, 2006-2009

Horst Ehrmanntraut 1. FC Saarbrücken 2002-2003, 2004-2006

Willi Entenmann 1. FC Nürnberg 1991-1993, 1996-1997

Willi Entenmann VfB Stuttgart 1986, 1990

Karl-Heinz Feldkamp 1. FC Kaiserslautern 1978-1982, 1989-1992

Karl-Heinz Feldkamp Arminia Bielefeld 1976-1978, 1983-1984

Dieter Ferner 1. FC Saarbrücken 1991, 2008-2010

Diethelm Ferner FC Schalke 04 1983-1986, 1988-1989

Wolfgang Frank 1. FSV Mainz 05 1995-1997, 1998-2000

Horst Franz Arminia Bielefeld 1980-1982, 1986

Fritz Fuchs SC Freiburg 1983-1984, 1989

Uwe Fuchs Wuppertaler SV 2005-2007, 2008-2010

Werner Fuchs Alemannia Aachen 1984-1987, 1966-1999

Robert Gebhardt 1. FC Nürnberg 1978-1979, 1979-1980

Hermann Gerland 1. FC Nürnberg 1988-1990, 1995-1996

Falko Götz Hertha BSC 2002, 2004-2007

Wenzel Halama TSV 1860 München 1981-1982, 1984-1986

Jupp Heynckes Borussia Mönchengladbach 1979-1987, 2006-2007

Ottmar Hitzfeld FC Bayern München 1998-2004, 2007-2008

Ivica Horvat FC Schalke 04 1971-1975, 1978-1979

Kuno Klötzer Fortuna Düsseldorf 1953-1957, 1963-1967

Georg Knöpfle Hamburger SV 1949-1954, 1969-1970

Lorenz-Günther Köstner SpVgg Unterhaching 1994-1997, 1998-2001

Friedhelm Konietzka Bayer Uerdingen 1983-1984, 1990-1991

Willibert Kremer MSV Duisburg 1973-1976, 1989-1992

Helmut Kronsbein Hertha BSC 1966-1974, 1979-1980

Anton Kugler 1. FC Nürnberg 1932-1933, 1954-1955

Udo Lattek Borussia Dortmund 1979-1981, 2000

Udo Lattek FC Bayern München 1970-1975, 1983-1987

Gyula Lorant 1. FC Kaiserslautern 1965-1967, 1969-1971

Jürgen Luginger Rot-Weiß Oberhausen 2004, 2008-2010

Felix Magath VfL Doofsburg 2007-2009, 2011-?

Uli Maslo Eintracht Braunschweig 1979-1983, 1992-1993

Reiner Maurer 2004-2006, 2010

Max Merkel TSV 1860 München 1961-1966, 1974-1975

Hans Meyer Borussia Mönchengladbach 1999-2003, 2009-2010

Hans Meyer FC Carl Zeiss Jena 1971-1983, 1993-1994

Benno Möhlmann Eintracht Braunschweig 1995-1997, 2007-2008

Peter Neururer Hannover 96 1994-1995, 2005-2006

Frank Pagelsdorf Hansa Rostock 1994-1997, 2005-2008

Fritz Pliska Borussia Mönchengladbach 1951-1953, 1957-1960

Ralf Rangnick FC Schalke 04 2004-2005, 2011-?

Friedel Rausch Eintracht Frankfurt 1979-1980, 2001

Otto Rehhagel Werder Bremen 1976, 1981-1995

Willi Reimann FC St. Pauli 1986-1987, 1999-2000

Uwe Reinders Eintracht Braunschweig 1987-1990, 2002-2004

Erich Ribbeck Bayer Leverkusen 1985-1988, 1995-1996

Rolf Schafstall MSV Duisburg 1976, 1978-1979

Klaus Schlappner SV Darmstadt 98 1979, 1987-1988

Hans Schmidt 1. FC Nürnberg 1941-1945, 1950-1952

Günter Sebert SV Waldhof Mannheim 1988-1991, 1996-1997

Fred Spiksley 1. FC Nürnberg 1913, 1926-1927

Dragoslav Stepanovic Eintracht Frankfurt 1991-1993, 1996

Ferdinand Swatosch Arminia Bielefeld 1939-1940, 1946-1947

Hans Tilkowski Werder Bremen 1970, 1976-1977

Giovanni Trapattoni FC Bayern München 1994-1995, 1996-1998

Thomas von Heesen Arminia Bielefeld 1998-1999, 2005-2007

Georgi Wassilew Union Berlin 1999-2002, 2005-2006

Dietrich Weise Eintracht Frankfurt 1973-1976, 1983-1986

Martin Wilke Hamburger SV 1954-1956, 1962-1964

Karl Wunderlich Arminia Bielefeld 1942-1945, 1947-1948

Andreas Zachhuber Hansa Rostock 1999-2000, 2009-2010

Rainer Zobel Stuttgarter Kickers 1990-1992, 2000-2001

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Ausland

Kenny Dalglish FC Liverpool 1985-1991, 2011-?

Christoph Daum Beşiktas 1994-1996, 2001-2002

Christoph Daum Fenerbahçe 2003-2006

Karl-Heinz Feldkamp Galatasaray 1992-1993, 2002-2003

Georghe Hagi 2004-2005, 2010-2011

Jupp Heynckes Athletic Bilbao 1992-1994, 2000-2003

Kevin Keegan Newcastle United 1991-1997, 2008

Friedhelm Konietzka Grashopper Club Zürich 1980-1982, 1985-1986

Rinus Michels Ajax Amsterdam 1965-1971, 1975-1976

Holger Osieck Urawa Red Diamonds 1995-1996, 2007-2008

Guy Roux AJ Auxerre 1963-2000, 2001-2005

Fatih Terim Galatasaray 1996-2000, 2002-2004

Giovanni Trapattoni Juventus 1976-1986, 1991-1994

Louis van Gaal FC Barcelona 1997-2000, 2002-2003

Zum Verlauf von Rolfs Rückkehr ist naturgemäß noch nicht keine Aussage zu machen. Zu den anderen allerdings schon und da wird es ja noch wesentlich mehr Fälle geben.

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Zünglein an der Tabelle

Natürlich muss man keinem Fußballinteressierten erklären, dass die Tordifferenz extrem wichtig werden kann, insofern als sie in bestimmten Konstellationen genauso viel zählt wie ein Punkt mehr als der punktgleiche Tabellennachbar zu haben. Und das vergisst über die gesamte Saison wohl auch niemand, schon gar nicht, so hofft man als Anhänger, wenn eine Mannschaft mal so richtig untergeht, eine Partie schon zur 60. Minute entschieden ist, weil man mit 3, 4 oder 5 Toren hinten liegt. Und genauso hofft man, dass allen auf dem Platz Beteiligten klar ist, dass es eben keineswegs gleichgültig ist, ob man nun mit 0:3 oder 0:7 nach Hause geht, von den direkten Auswirkungen dieses Unterschieds noch einmal abgesehen.

In den knapp 50 Jahren Bestehen der Bundesliga kam es schließlich mehr als nur ein Mal vor, dass sich elementare Fragen wie Abstieg oder Meisterschaft allein durch die Tordifferenz entschieden. Dazu kommt das Phänomen, dass nahezu keine Spielzeit vergeht, ohne dass nicht wenigstens eine Platzierung anhand der Tordifferenz entschieden würde. Und dass das wiederum Auswirkungen auf die Finanzen hat, muss man hoffentlich ebenfalls nicht mehr erwähnen.

Grün und Rot markiert sind jene Fälle, in denen tatsächlich die Frage Meisterschaft, Abstieg oder Teilnahme am internationalen Fußball mittels Tordifferenz entschieden wurden.

Früher war es der DFB, heute macht die DFL jedes Jahr drei Kreuze, dass die beiden besten Teams einer Saison noch nie punkt- und torgleich waren, wobei danach noch einige Kritierien mehr („Fragen zum Spielbetrieb“ anklicken) zum Einsatz kämen. Helfen diese alle nicht, steht man vor der Frage: Wo sollte man zu welchen Bedingungen ein Entscheidungsspiel austragen?

Rekord-Depp ist natürlich der Depp, Entschuldigung, der Club, der gleich zwei Mal wegen der schlechteren Tordifferenz abstieg, Stichwort Phantomtor. Der VfB Stuttgart hingegen wurde zwei Mal nur aufgrund der besseren Tordifferenz Meister. Ansonsten scheint die Drei-Punkte-Regel für eine geringere Häufigkeit von Punktgleichheit zu sorgen, wodurch die Ängste der DFL-Verantwortlichen ein wenig geringer geworden sein dürften.

Bis zur Saison 1966/1967 zählte nicht die durch Subtraktion ermittelte Tordifferenz, sondern der so genannte „Torquotient“, der sich denkbar einfach berechnen lässt, allerdings den Vorteil der mehr geschossenen Tore und somit eines vermeintlich attraktiveren Spielstils nicht berücksichtigt. Seit 1967/1968 gilt also die nicht mehr ganz neue Regelung der Tordifferenz im Gegensatz zum Torquotienten.

Die mit einem Asterix versehen Clubs mussten in die Relegation, welche sie dann aber erfolgreich bestritten. Fettgedruckte Mannschaften sind absolut punkt- und torgleich, während kursiv gestellte Teams zwar die selbe Tordifferenz aufweisen, eines der beiden Teams jedoch mehr Tore erzielte als das andere und ersteres somit vor dem zweiten rangiert.

Den sprichwörtlichen Vogel schießt die Saison 1974 ab, als sich die stolze Zahl von fünf punktgleichen Teams auf den Plätzen 9 bis 13 am Ende der Saison allein anhand der Tordifferenz in eine Reihenfolge bringen ließen.

2007/2008
4. Hamburger SV +21 47:26 54
5. VfL Wolfsburg +12 58:46 54
2006/2007
9. Borussia Dortmund -2 41:43 44
10. Hertha BSC -5 50:55 44
11. Hannover 96 -9 41:50 44
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Wurden je zuvor vier Elfmeter an einem Spieltag verschossen?

Kurz und knapp: Ja.

Zur Frage, ob es schon einmal vorkam, dass gleich vier Strafstöße an einem Spieltag vergeben wurden, verfügt die FAZ wohl über eine andere Datenbank (oder gar keine) als die Berliner Zeitung.

In der FAZ klingt das nämlich so:

Dass an einem Tag vier Schützen vom Elfmeterpunkt scheitern, war bis zu diesem Samstag seit 1963 noch nie geschehen.

Und in der Berliner Zeitung klingt es gänzlich nicht so:

Immerhin haben sie im Kollektiv etwas vollbracht, was in der Bundesliga zuletzt vor 30 Jahren passierte. Es war am siebten Spieltag der Saison 1979/80, als letztmals gleich vier Schützen vom Punkt versagten. Wir verschweigen hier ihre Namen und nennen lieber die heldenhaften Torhüter, die damals das Duell vom Punkt gewannen: Harald Schumacher (Köln), Rudi Kargus (HSV), Wolfgang Kneib (Gladbach) und Jörg Daniel (Düsseldorf).

Die Überprüfung jenes 7. Spieltags der Saison 1979/1980 bei fussballdaten.de brachte ans Tageslicht, dass alle von der Berliner Zeitung angegeben Strafstöße tatsächlich vergeben wurden. Wobei die Qualität der Daten von fussballdaten.de ja auch immer wieder mal angezweifelt wird.

Die Quelle der FAZ aber muss irgendwas aus der Zeit vor der Erfindung von Datenbanken sein.

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SchildDuisburger Farce, Lokal-Content

Es geht dabei („Lokal-Content“) aber nicht um Gaststätten, andererseits eben doch.

In Duisburg ist der Fußball trotz des neuen Stadions und einer besonders diese Bezeichnung verdienenden „Multi-Kulti-Truppe“ auf dem Platz — seit Jahren allerdings in ständig wechselnder Besetzung — immer noch ein Stückchen näher am Klischee über Fußballfans, als er das in vielen anderen deutschen Städten ist. Der MSV war nie schick, und so gibt es neben den örtlichen Fans kaum jemanden, dessen Kontostand etwas höher ist als der des gemeinen MSV-Fans, der sich in irgendeinem Glanz des Fußballvereins sonnen können wollte. Denn es gibt keinen Glanz. Nicht mal jenen vergangener Erfolge. Noch titelloser als der MSV („Deutscher Amateurmeister 1987″) ist schließlich nur noch der VfL Bochum.

Hier gibt es immer noch ausgemacht bildungsferne Interessenten im Publikum, viele zahn-, aber nicht nörgellose Opis, sich während eines Spiels besonders aggressiv und vulgär gerierende Männer in ihren 40er und 50er Jahren auf den Tribünen, und das Argument von Hermann Gerland, warum er nicht beim MSV anheuern wolle, ist immer noch gültig: Fast nirgendwo gibt es ein kritischeres, pfeiflustigeres Publikum als beim MSV, wo der kleinste Fehlpass nicht akzeptiert wird und man beim Stand von 2:1 für den MSV sicher davon ausgehen kann, dass der Mob am Ende schreiend und lamentierend ob der zwei späten Gegentore nicht sofort nach Hause geht, sondern die Mannschaft erst mit einem intensiven Pfeifen in die Kabine schickt, bevor man sich schimpfend zur Straßenbahn begibt.

Zumindest war das bis vor zwei, drei Jahren so. In letzter Zeit scheint sich dies ein wenig geändert zu haben. Sicher sein kann man sich allerdings nicht, dafür ist der sportliche Erfolg zur Zeit zu groß, die unglücklichen wie auch die verdienten Niederlagen sind zu selten, um ein zuverlässiges Urteil darüber fällen zu können, ob der durchschnittliche MSV-Fan mittlerweile ein wenig gnädiger geworden ist, vielleicht auch etwas mehr mit sich selbst im Reinen, weil er nicht mehr unter Tage Kohle kloppen oder ausmergelnderweise Stahl kochen muss.

Über die Ursachen dieser besonderen Galligkeit der Duisburger Zuschauer kann man sicher lange sinnieren, hier fehlen die soziologisch angehauchten Einblicke in die echte Duisburger Fanseele (man ist schließlich nur Zugezogener …), selbst bei einer erst kürzlich durchgeführten empirischen Studie in den Kneipen von Marxloh, Bruckhausen, Ruhrort und Kaßlerfeld konnte nichts besonders Bemerkenswertes festgestellt werden, abgesehen von den Tatsachen, dass MSV-Fans völlig überrascht sind, wenn man sich als (in dieser Kneipe) Fremder für den MSV interessiert und davon, dass diese Menschen plötzlich unglaubliches Redebedürfnis an den Tag legen. Selbst dann, wenn der Abend noch sehr jung und deshalb trocken ist. Ein tief eingebranntes Minderwertigkeitsgefühl schien unüberhörbar zu sein, doch gibt es berechtigte Zweifel, ob das bei Klubs wie Schalke, Oberhausen, Bochum oder Essen anders ist.

Es fehlt möglicherweise einfach das Interesse einer gänzlich anders motivierten Schicht, derer man sicher nicht wenige in Dortmund oder vielleicht in Bremen erleben kann, wo man gerne kommt und sich zuwendet, wenn der Verein mal etwas gewinnt. Da Dortmund das Glück hatte, gerade 1995 und 1996, als der Fußball immer mehr reingewaschen wurde und die Fernsehpräsenz ins Unerträgliche stieg, zwei Mal Meister zu werden, dürfte der Anteil derartiger Fans in Dortmund nicht allzu gering sein. Solch eine auch nur theoretische Möglichkeit fehlt natürlich beim MSV Duisburg, weshalb er zwar in seiner Hymne schön die „Zebrastreifen weiß und blau“ besingen darf, das Schimanski- und Stahlwerk-Grau aber auch nach längstmöglichem Aufenthalt in der psychologischen Schwarzkaue nicht abwaschen kann.

Die von mir einst als dümmsten Fans der Welt bezeichneten MSV-Fans zeigen nun aber erstaunlicherweise im Wortsinne Herz. Denn es gibt in der nur vermeintlich Love-Parade-geschlagenen Stadt (sie war auch vorher schon geschlagen) eine für ihre Größe äußerst maue Kulturszene, selbst wenn man den MSV da nicht mitzählt. Die Gründe dafür mögen die selben sein wie jene für den geringen Anklang des MSVs generell beim hiesigen Publikum. Zu große Konkurrenz in den sehr nahe liegenden anderen Städten (es ist durchaus Usus, von Duisburg aus zum Weggehen nach Dortmund oder nach Köln zu fahren, und das nicht nur in besonderen Ausnahmen; Düsseldorf, Essen, Oberhausen sind sogar ganz normaler Standard dabei), aber auch das mangelnde Interesse der hier Lebenden an kulturellen Veranstaltungen. Ziemlich analog also zur Lage des MSV: entweder man interessiert sich ohnehin nicht für Fußball oder Kultur, und falls doch, sind die Angebote woanders (Schalke, Gladbach, Dortmund bzw. Ausgehen in Köln, Dortmund, Düsseldorf) eben besser als zu Hause.

[photopress:logo_djaezz.jpg,full,alignleft] Eines der wenigen akzeptablen Kulturangebote ist das DJäzz, welches mitten in der Innenstadt liegt und demgemäß auch von einigen Wohnhäusern umgeben ist. Und um die ohnehin schon bescheidene kulturelle Szene in Duisburg nun weiter zu beschneiden, hat die Stadt diesem Club, der keine reine Disco, sondern vor allem auch Konzertveranstalter für unbekanntere Bands sowie Session-Abende ist, aufgrund von Beschwerden einiger weniger Anwohner über den entstehenden Lärm nun die Auflage gemacht, nur noch bis 1h in der Nacht öffnen zu dürfen. Dass das den wirtschaftlichen Tod eines derart kleinen Unternehmens bedeutet, dürfte auf der Hand liegen, sind doch die am Wochenende durchgeführten Parties am späteren Abend jenes Mittel, mit dem die oft, aber nicht nur, unter der Woche stattfindenden Konzerte querfinanziert werden können, ganz abgesehen davon, dass dem Betreiber auch noch Geld zum Leben übrig bleiben muss. Er klagte in Düsseldorf gegen diese Entscheidung des Duisburger Ordnungsamts und verlor. Woraufhin er ankündigte, den Laden in Kürze schließen zu müssen, da der Betrieb nicht mehr finanzierbar sei.

Dieses Geschehen mutet ähnlich verquer an wie die Diskussionen und Klagen in Freiburg, als eine Handvoll Anwohner sich damit durchsetzen wollte, das Stadion in Freiburg nicht zu erweitern, weil die Lärmbelästigung bei gerade mal schlappen 17 Heimspielen in der Bundesliga (von 52 (!) Wochenenden) so unzumutbar groß sei (hier fehlen allerdings genauere Informationen, dies ist nur aus der Erinnerung formuliert). Die Interessen der zwischen 25 und 30-Tausend Menschen, die diese Veranstaltung aber besuchen wollen, sollten also weniger wiegen als die Interessen von einiger Hände voll Anwohner, die noch dazu nur zu wenigen Stunden von den 8760 Stunden eines Jahres belästigt würden. Hanebüchen, nicht wahr?

Ebenso hanebüchen ist nun die Entscheidung des Ordnungsamtes Duisburg, das das Interesse einiger weniger Bürger an ungestörter Nachtruhe über jene von Hunderten bis Tausenden stellt, die sich am Wochenende und auch unter der Woche in diesem Club amüsieren möchten, wie vor allem jener, die für ihre musikalischen Werke Bühnen benötigen. Dabei muss hinzugefügt werden, dass es nicht um den Lärm der eigentlichen Beschallung des Clubs geht, denn dieser ist ausreichend gedämmt. Es geht einzig um den Lärm, den den Club verlassende oder sich sonst vor dem Club aufhaltende Besucher des Ladens mitten in der Nacht verursachen. Das Schildbürgerartige daran ist aber, dass das Ordnungsamt es nie für nötig gehalten hat, eine Lärmmessung vor Ort durchzuführen. Der Club selbst ist mit extra darauf achtenden Türstehern (das Wort klingt so böse, es sind keine typischen „Türsteher“, sondern eben Mitarbeiter des Clubs) gegen die natürlich unnötigen Lärmquellen auf der Straße vor dem Club vorgegangen. Die Stadt hingegen hält es nicht für nötig, die Vorwürfe einiger Bürger mit der Realität abzugleichen und zerstört lieber ungehörten Ohres die wirtschaftliche Existenz des Betreibers sowie ihr eigenes kulturelles Angebot. Das DJäzz erhält keinen Cent an Kulturförderung von der Stadt, sondern trägt sich selbst — und ist wie schon mehrfach erwähnt, einer der abwechslungsreichsten Veranstaltungsorte in seinem Metier.

Und hier kommt dann ein weiteres Mosaiksteinchen ins Spiel, das darauf hindeutet, dass sich die Struktur der Zuschauer beim MSV tatsächlich ein wenig gewandelt haben könnte. Denn die MSV-Fans präsentierten beim letzten Heimspiel ein Banner in der Kurve, in welchem sie den Erhalt eben jenes DJäzz‘ forderten.


[photopress:msv_pro_djaezz.jpg,full,centered]

(Bild von Mike Städel.)

Dazu muss man wissen, dass der Name des Ladens tatsächlich Programm ist, neben Jäzz gibt es hier auch oft House oder elektronische Musik im Programm. Nicht wenige MSV-Fans positionieren sich also für den Erhalt eines Clubs, der einer Musikrichtung Bühne bietet, die nicht für Aggressivität bekannt ist — möglicherweise ist dieser vermeintliche Wandel der Publikumsstruktur aber auch gar kein realer, sondern er war einzig im Kopf des Autoren nötig. Die frühen 00er-Jahre im Stadion sprechen zwar eine andere Sprache, dennoch ist eine solche Gelegenheit, ein solches Beispiel sehr willkommen, an den eigenen Klischees zu drehen und sie neu zu justieren.

Um die ferner ab lebenden Leser nicht weiter mit nur lokal relevanten Inhalten zu langweilen, hier also der kurze Hinweis: Die erste von vielen noch folgenden Protestaktionen und Demos geschieht heute, Montag, um 14h vor dem Duisburger Rathaus, initiiert zufälligerweise vom Torwart meines ehemaligen Teams, der gleichzeitig auch Musiker ist. Die Haupt-Demo ist für die nächsten zwei Wochen geplant, und soll den Zuständigen nicht nur den Widerstand, sondern auch die Zahl der Interessenten am Progamm des DJäzz‘ demonstrieren.

Tausende Interessenten gegen die Interessen einer weniger Anwohner, welche ja nicht vollkommen ohne Entscheidungsfreiheit in die Innenstadt gezogen sein dürften.

In Freiburg durfte man das Stadion am Ende schließlich auch noch ausbauen …

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Die Stimmen werden weniger

Kein Nachruf: Jochen Hageleit ist tot, wie es Zechbauer gestern hier mitteilte.

Selten passte die Vokabel „sonor“ besser zu einer Stimme als zu jener von Jochen Hageleit, die wohl allen noch im Ohr ist. Selbst wer ihn nicht kannte, wird ihn hier im Video sofort an der Stimme erkennen (diese Aussage darf allerdings nicht nach Kriterien der Logik bewertet werden). Da über ihn seltsamerweise nicht mal ein Wikipedia-Eintrag existiert, enden leider auch die hiesigen ausschweifenden Darstellungen dazu, an welchen WM und welchen legendären Bundesliga-Spielen er als Reporter teilgenommen hat.

Die Diskussionen, die in den letzten Tagen geführt werden, ob ein Journalist Stadionsprecher sein oder eine Buchvorstellung moderieren darf, oder — so wie hier Hageleit — die Saison-Eröffnung von Rot-Weiß Oberhausen leiten darf, sollte man nicht ausgerechnet angesichts des Ablebens von Hageleit neu beflammen, jedenfalls nicht an dieser Stelle.

Das hier eingebettete Video zeigt ihn bei eben jener Saisoneröffnung des fabulösen Fußballclubs Rot-Weiß Oberhausen vor der Saison 1983/84, bei der die Spieler alle brav in ihren Trikots und in kurzen Hosen vor den (erstaunlich vielen) Oberhausener Fans aufmarschieren und ebenso erstaunlich eloquent wirken — die meisten jedenfalls.

Das Outfit von Jochen Hageleit in diesem Video wäre mal wieder ein Fall für eine Doppelseite bei den 11 Freunden, darum soll es aber ebenso wenig gehen. Im weiter unten verlinkten Video von der Saisoneröffnung nur ein Jahr später sieht er dann übrigens auch wieder aus wie ein Mensch.

Erklingt seine Stimme, hat man doch — falls man es hat — sofort die späten Nachmittage bei Oma und leckerem Kuchen, bei Borussia Mönchengladbach gegen Waldhof Mannheim, heruntergelassene Stutzen ohne Schienbeinschoner und vor allem die schlecht animierten Männchen im Vorspann zur Auswahl des Tor des Monats vor dem geistigen Auge und Ohr. Dies stellt allerdings eine äußerst egozentrische Erinnerung dar, denn was er geleistet hat, wird damit nicht gewürdigt. Bei welchen WM und EM er dabei war, ist hier wie gesagt nicht bekannt, ganz sicher aber war er bei der Tragödie im Heysel-Stadion anwesend.

Das Video zur Saisoneröffnung in Oberhausen:



Ein wesentlich besseres Video, hauptsächlich im Dialog mit dem gerade dann in die 2. Liga zu Rot-Weiß Oberhausen gewechselten Manni Burgsmüller gibt es ebenfalls, ist aber nicht zur Einbettung freigegeben.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Stimmen, die man heutzutage bei sky, Sat1 und den Öffentlich-Rechtlichen vernimmt, alle nicht jene Erinnerungswerte besitzen werden, wie man sie bei Rolf Kramer, Manni Breuckmann und eben jenem Jochen Hageleit hat, was aber nach sehr kurzem Nachdenken auch logisch ist, da sie nun mal jetzt sprechen und nicht in den eigenen Jugendtagen.

Leider ist hier auch kaum etwas darüber bekannt, ob Hageleit eigentlich ein „Guter“ war, im Sinne seiner fachlichen Qualitäten, oder ob er wie Werner Hansch zwar wundervolle Bilder in den Übertragungshimmel malen konnte, aber taktisch-strategisch überhaupt nichts vom Spiel zu vermitteln wusste. Was wiederum, falls es so war, daran gelegen haben könnte, dass es früher auch kaum Taktik gab. De mortuis nihil nisi bene.

Au revoir, sonorer Jochen Hageleit.

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Besser anketten, den deutschen Tessiner

Herrliches Zitat, welches demonstriert, dass die 2002er-Finalniederlagenserie an den Leverkusener Spielern doch nicht ganz so spurschwach vorbeigegangen ist, wie nur kurze Zeit später alle beteuerten (ohne Quellen dafür zu haben):

Noch ist es ja nicht so weit, noch hat er seine Karriere nicht beendet. Auch wenn nicht ganz so einfallsreiche Spötter behaupten, das, was Arminia Bielefeld zur Zeit zeige, habe nichts mit Fußball zu tun. Der Polen-Olli, der ja eigentlich Schweizer ist, und noch dazu auch noch nicht-deutschsprachiger Schweizer. Ein Spieler, der über seine gesamte Karriere hinweg sympathisch war, egal, wo er spielte. Mag vielleicht wie bei Bernd Schneider daran gelegen haben, dass er so still und zurückgezogen war und damit eine ideale Projektionsfläche für den Traum von einem echt sympathischen Fußballer bot.

Vielleicht ist er in Wirklichkeit einfach total hohl, aber das würde man gar nicht so recht wissen wollen. Er wirkt vielmehr neben seiner vermeintlichen Bescheidenheit immer ein wenig wie eine viel zu dünn geratene Comicversion von einem Fußballer, weshalb man ihn wohl mit Charakteren aus angenehmen Vorabend-Cartoonserien assoziiert.

Wie dem auch sei, noch ist es nicht so weit, aber der Tag wird kommen, dann wird auch der letzte der älteren Generation der 2006er-WM-Spieler nicht mehr aktiv sein. Zu diesem Zeitpunkt sollte auch der Rückblick auf seine nicht kurze Karriere fertig sein. Bis es so weit ist, kann man sich vielleicht mit diesen interessanten Porträt der NZZ von Oliver Neuville über Wasser halten, welches eher die Anfangstage seiner Karriere beleuchtet. Und natürlich den traurigen Tief-Höhepunkt:

Oliver Neuville ist auch ein unglücklicher Serien-Verlierer, allerdings auf Weltklasseniveau. 2002 hat er, innerhalb von zwei Monaten, die Meisterschaft verspielt mit Bayer Leverkusen am letzten Spieltag, dann den deutschen Cup- Final verloren, dann das Endspiel der Champions League gegen Real Madrid. Und zuletzt den WM-Final gegen Brasilien, 0:2. „Wir sind anschliessend nach Saint-Tropez in Urlaub gefahren“, sagt Schönwetter. „Und wir mussten ihn anketten an der Bar, sonst wär er runtergfallen.“

Wenn das nicht sympathisch ist …

Achja. Und Raucher ist Oliver Neuville auch.

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Unbekanntes aus … dem Europapokal der Pokalsieger

… dem Europapokal der Pokalsieger.

Nun, die beiden mittleren Informationen dürften so weit bekannt sein, nicht aber die Serie, die sich um diese beiden mittleren Ereignisse schlingt. Von 1965 bis 1968 war vier Mal in Folge eine deutsche Mannschaft im Finale des Europapokals der Pokalsieger. Zu einer Zeit, als man erst noch gar keinen, dann erst einen und dann immer noch nur erst zwei Europapokale wettbewerbsübergreifend gewonnen hatte.

1965 West Ham United — TSV 1860 München 2:0
1966 Borussia Dortmund — FC Liverpool 2:1 n. V.
1967 FC Bayern München — Glasgow Rangers 1:0 n. V.
1968 AC Mailand — Hamburger SV 2:0

Okay, hätte man wissen können, wenn man fleißig diesen Beitrag auswendig gelernt hätte, aber wer tut sowas schon?

Eine vergleichbare Serie gab es noch einmal von 1974 bis 1977, als erst der FC Bayern München drei Mal in Folge den Europapokal der Landesmeister gewann und Borussia Mönchengladbach im Finale von 1977 gegen den FC Liverpool verlor.

Ähnliche Serien von italienischen Mannschaften aus den 1990er Jahren hingegen interessieren nun wirklich niemanden.

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Was macht eigentlich Jörgen Pettersson?

[Update: Der Link zum Bild beim Landskrona BoIS ist leider tot, falls jemand ein neues, altes Bild findet, gerne in die Kommentare damit.]

Der bei mir zu 100% als Mönchengladbacher und zu 0% als Kaiserslauterer Spieler abgespeicherte, obwohl er dort mit 3 Saisons fast genauso lang spielte wie in Mönchengladbach (4), Jörgen Pettersson macht definitiv keine Werbung für Haarwuchsmittel. Und zeigt mal wieder, auch wenn das keine besonders neue Erkenntnis ist, wie schnell man altert.

Alter!

Der Typ ist jünger als ich, sieht aber doppelt so alt aus, und das, obwohl er Zeit seines Lebens draußen an der frischen Luft trainiert hat. Ich danke wem auch immer, dass ich vom harten Brot des Haarausfalls verschont bin, nicht mal Geheimratsecken nenn ich mein eigen. Jörgen Pettersson hingegen …

Wer bekommt bei diesem Anblick keine Assoziation zu einem etwas tumben Schurken in einer amerikanischen Vorabendserie? Es fehlte nur noch das Baumfällerhemd.

(Warum ist eigentlich kein Punkt hinter dem P, hinter dem J allerdings schon? Heißt er in Wirklichkeit Jörgen P? Oder sind schwedische Sportkleidungs-Beflocker ungefähr genauso schlau wie deutsche Schildermacher?)

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Kicker kann nicht kopfrechnen

Schnell noch dokumentiert, bevor es in Kürze korrigiert sein wird. Im Spielbericht von Mönchengladbachs Rekord-Auswärtsniederlage sülzt der kicker (oder wer schreibt diese Spielberichte während und direkt nach dem Spiel?) einen Fehler nach, der vorher schon in Umlauf war:

[photopress:kicker_stuttgart_rekord_1.jpg,full,centered]

Um dann im Beitrag selbst zu erläutern:

[photopress:kicker_stuttgart_rekord_2.jpg,full,centered]

Was tatsächlich gemeint war, weiß BILDblog.

Stille Post ist aber auch ein verteufeltes Spiel.

Einen Taschenrechner (Kopfrechnen erwartet man ja schon gar nicht mehr) zu bedienen genauso hochkomplex.

3000 Tore seit 1963? Gerade mal zweistellig Tore pro Saison? Kein Wunder, dass der Fußball von Amerikanern als langweilig empfunden wird.

Aber ach, da ist es schon korrigiert:

[photopress:kicker_stuttgart_rekord_3.jpg,full,centered]

Das ging fix.

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Gewinnspiel: One Club Stars

Drei Tage war’s Gewinnspiel krank,
nun raucht es wieder, Gottseidank!

Alteingesessene Leserinnen und Leser kennen das: ab und an wird hier ein Gewinnspiel veranstaltet, bei dem es nichts zu gewinnen gibt. Außer Spaß und so einiges an nutzlosem Wissen. Heute geht es um — Tusch:

One Club Stars!

Die höchst ehrenwerte Sun listet englische One-Club-Stars auf. Das sind „große“ Spieler, die Zeit ihrer Karriere nur bei einem einzigen Profiklub unter Vertrag waren.

Dabei gingen die sammelnden Redakteure aber mal wieder derart faul vor, dass sie öfter ein Auge zudrückten, wenn es darum ging, ob ein Spieler jetzt tatsächlich nur für einen einzigen Verein gespielt hatte.

Wir sind da strenger — haben aber vielleicht auch mehr Zeit.

Nur für einen einzigen Verein zu spielen war früher hierzulande Gang und Gäbe; heutzutage stellt es eine Ausnahme dar, welche man mit der Stecknadel am Meer suchen muss. Deshalb führen die hiesige One-Club-Star-Starliste auch hauptsächlich gewesene Profis an. In Dekaden gewesene Profis, die länger hinter uns zu liegen scheinen als je ein Mann gesehen hat.

Auf Platz 1 liegt natürlich „Charly“ Körbel, der alle seine 602 Rekordeinsätze für Eintracht Frankfurt mit stoischem Gleichmut ertrug. Er musste schließlich auch 602x vor einem Spiel irgendeinen Trainer eine Ansprache halten hören.

Auf Platz 2 liegt des Dummschwätzers Dummschwätzer. Das ist der Mann, den sich Franz Beckenbauer ins Büro bestellen lässt, wenn er mal wieder einen abwärts gerichteten Vergleich bezüglich des Dummschwätzens benötigt, um die Erkenntnis aufzufrischen: „So dumm schwätz ich gar nicht, da gibt’s noch Dümmere.“

Sepp Maier, auch er von Anfang bis zum unfallbedingten Ende nur beim FC Bayern im Einsatz, immerhin 498 Mal.

Manfred Kaltz, die fleischgewordene Banane — auf türkisch heißt Banane übrigens „muz“, wobei das z hier wie s gesprochen wird, weshalb Banane auf türkisch „mus“ ausgesprochen wird, das deutsche „Mus“ hingegen heißt „püre“ — spielte in seiner gesamten Bundesliga-Karriere nur für den Hamburger SV, und das 581 Mal. Weil er gegen Ende seiner sportlichen Laufbahn aber für kurze Zeit beleidigt nach Frankreich zu Racing Straßburg Girondins Bordeaux und dem FC Mulhouse entfleuchte, darf Manni Kaltz in diese Liste der One Club Stars nicht aufgenommen werden.

Damit es nicht ganz so nackt losgeht, werfe ich noch den treuen Berti Vogts, auf den wärt Ihr auch gekommen, und den woanders nie so wirklich gefragten Lars Ricken, auf den wärt Ihr auch gekommen, in den Ring.

Welche One Club Stars gibt und gab es in der Bundesliga?

  • sagen wir ab 200 Einsätze (VB) und
  • nie bei einem anderen Erst- oder Zweitligaverein im In- oder Ausland gespielt sowie
  • nur nicht mehr aktive Spieler, von den noch aktiven Spielern erfüllt ohnehin fast niemand die Bedingungen

Ich pflege gerne Eure Antworten in die Auflistung ein, natürlich erwarte ich nicht ernsthaft, dass man bei allen die Zahl der Einsätze weiß, die wird dann von mir ergänzt.

Und wie immer gilt: wer googlet, ist selbst Schuld.

Spieler Verein Spiele
1. Karl-Heinz Körbel Eintracht Frankfurt 602
2. Sepp Maier FC Bayern München 498
3. Michael Zorc Borussia Dortmund 463
4. Jürgen Grabowski Eintracht Frankfurt 441
5. Berti Vogts Borussia Mönchengladbach 419
5. Franz Merkhoffer Eintracht Braunschweig 419
7. Georg Schwarzenbeck FC Bayern München 416
8. Wolfgang Overath 1. FC Köln 409
9. Michael Bella MSV Duisburg 405
10. Klaus Augenthaler FC Bayern München 404
11. Rüdiger Vollborn Bayer Leverkusen 401
12. Dieter Eilts Werder Bremen 390
12. Uwe Kamps Borussia Mönchengladbach 390
14. Hannes Löhr 1. FC Köln 381
15. Marco Bode Werder Bremen 379
16. Bernd Dürnberger FC Bayern München 375
17. Werner Melzer 1. FC Kaiserslautern 374
18. Herbert Wimmer Borussia Mönchengladbach 366
19. Wolfgang Weber 1. FC Köln 356
20. Bernd Cullmann 1. FC Köln 341
21. Christian Hochstätter Borussia Mönchengladbach 339
22. Thomas Brunner 1. FC Nürnberg 328
23. Hermann Ohlicher VfB Stuttgart 318
24. Frank Neubarth Werder Bremen 317
25. Ernst Diehl 1. FC Kaiserslautern 314
26. Thomas Wolter Werder Bremen 312
27. Axel Roos 1. FC Kaiserslautern 303
28. Lars Ricken Borussia Dortmund 301
29. Helmut Roleder VfB Stuttgart 280
30. Hans Pflügler FC Bayern München 277
31. Uwe Bracht Werder Bremen 272
32. Uwe Bindewald Eintracht Frankfurt 263
33. Thomas Schaaf Werder Bremen 262
34. Herbert Büssers MSV Duisburg 256
35. Arnold Schütz Werder Bremen 253
36. Dieter Prestin 1. FC Köln 246
37. Uwe Seeler Hamburger SV 239
38. Willi Entenmann VfB Stuttgart 237
39. Yves Eigenrauch FC Schalke 04 229
40. Peter Reichel Eintracht Frankfurt 225
41. Michael Opitz FC Schalke 04 224
42. Karl-Heinz Thielen 1. FC Köln 221
43. Peter Hidien Hamburger SV 214
44. Michael Dusek 1. FC Kaiserslautern 210
45. Roland Dickgießer SV Waldhof Mannheim 208
46. Hermann Gerland VfL Bochum 204
47. Sepp Piontek Werder Bremen 203
48. Thomas Kruse FC Schalke 04 199
49. Andreas Schmidt Hertha BSC Berlin 193
50. Dieter Lindner Eintracht Frankfurt 189
51. Heinz Strehl 1. FC Nürnberg 174
52. Ferdinand Wenauer 1. FC Nürnberg 168
53. Wolfgang Pohl Arminia Bielefeld 167
54. Franz Raschid Bayer Uerdingen 166
55. Hilmar Weilandt Hansa Rostock 160
56. Fritz Pott 1. FC Köln 151
57. Ralf Kohl SC Freiburg 147
58. Roland Wabra 1. FC Nürnberg 146
59. Michael Wittwer Karlsruher SC 145
60. Christian Fiedler Hertha BSC Berlin 137
61. Günter Sebert SV Waldhof Mannheim 128
62. Uli Sude Borussia Mönchengladbach 126
63. Karsten Bäron Hamburger SV 124
64. Jürgen Gronau FC St. Pauli 117
65. Klaus Thomforde FC St. Pauli 100
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Das Who is Who des Stallgeruchs

Der Kicker hat offensichtlich sein gesamtes Bundesliga-Daten-Archiv online gestellt (bemerkt wurde das hier durch einen Tweet von Lizas Welt). Dabei fällt nicht nur auf, dass er, der Kicker, bei Strafstößen zwischen verschossenen und gehaltenen unterscheidet, sondern dass er auch den übrigen Kladderadatsch rund um einen Spieltag herum online stellt, so die „Elf des Tages“ und den „Mann des Tages“. Aus nostalgischen Gründen schauen wir uns mal kurz jene 34 aus unerklärlichen Gründen nur 32 Entscheidungen an, die der Kicker zur Frage des „Mann des Tages“ in der Saison 1982/1983 gefällt hat.

Kaum zu übersehen: abgesehen von zwei, drei Unbekannten fiel der Apfel aus jener Zeit selten weit des Stammes. Es gibt in dieser Liste aus nur einer Bundesliga-Saison mehrere spätere Nationaltrainer diverser Nationen, Jugend-Nationaltrainer, Bundesliga-Manager, Kommentatoren für diverse Medien, Trainer von Kreisklassenmannschaften im Zuge einer Fernsehshow, American-Football-Kicker aus Marketinggründen und sogar aktuelle Bundesligatrainer in der folgenden illustren Runde, die wie erwähnt immerhin aus den Jahren 1982 und 1983 stammt:

1. Spieltag Dieter Burdenski Werder Bremen
2. Spieltag keiner -
3. Spieltag keiner -
4. Spieltag Asgeir Sigurvinsson VfB Stuttgart
5. Spieltag René Botteron 1. FC Nürnberg
6. Spieltag Jürgen Milewski Hamburger SV
7. Spieltag Thomas Schaaf Werder Bremen
8. Spieltag Rudolf Kargus 1. FC Nürnberg
9. Spieltag Bum-Kun Cha Eintracht Frankfurt
10. Spieltag Edhem Sljivo 1. FC Köln
11. Spieltag Bernd Nickel Eintracht Frankfurt
12. Spieltag Manfred Burgsmüller Borussia Dortmund
13. Spieltag Harald Schumacher 1. FC Köln
14. Spieltag Felix Magath Hamburger SV
15. Spieltag Karl-Heinz Rummenigge Bayern München
16. Spieltag Horst Hrubesch Hamburger SV
17. Spieltag Bernd Wehmeyer Hamburger SV
18. Spieltag Karl Allgöwer VfB Stuttgart
19. Spieltag Reiner Geye 1. FC Kaiserslautern
20. Spieltag Bernd Klotz Borussia Dortmund
21. Spieltag Rolf Rüssmann Borussia Dortmund
22. Spieltag Asgeir Sigurvinsson VfB Stuttgart
23. Spieltag Helmut Schröder Arminia Bielefeld
24. Spieltag Jürgen Mohr Hertha BSC
25. Spieltag Bum-Kun Cha Eintracht Frankfurt
26. Spieltag Lothar Matthäus Borussia Mönchengladbach
27. Spieltag Bum-Kun Cha Eintracht Frankfurt
28. Spieltag Siegfried Grüninger VfB Stuttgart
29. Spieltag Rudolf Völler Werder Bremen
30. Spieltag Wolfram Wuttke FC Schalke 04
31. Spieltag William Hartwig Hamburger SV
32. Spieltag Jürgen Groh Hamburger SV
33. Spieltag Horst Hrubesch Hamburger SV
34. Spieltag Atli Edvaldsson Fortuna Düsseldorf

Wer einen Blick auf die Liste der Männer des Tages der letzten Saison wirft, könnte somit schon erahnen, wer im Jahr 2040 in der Bundesliga und auf den diversen Nationaltrainerposten dieser Welt sein Unwesen treiben wird.

Es sei denn, die Zeiten hätten sich tatsächlich geändert.

(Bliebe das Rätsel des ominösen „keiner“s.)

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Crashkurs rheinische Mentalität Naivität

Selten so gelacht.

Man sieht mal wieder, wie wenig Vorstellung die Benutzer dieser Sprache davon haben, wie schwierig es ist, Deutsch als Fremdsprache zu erlernen. Dieter Prestin spricht im Interview bei 11Freunde anlässlich des rheinischen Derbys zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln darüber, dass diese Derby-Stimmung eigentlich nur noch bei den Fans vorherrsche, die Spieler selbst meist, da sie aus aller Herren Länder kämen, das Spiel nur als eines unter vielen betrachteten. Was bedauerlich sei. Er habe nichts gegen Ausländer, aber so entstünde nun mal keine Derby-Stimmung auf dem Platz, im Spiel selbst. Recht hat er.

Was man denn dagegen tun könne, wird er auch gefragt. Sein Vorschlag ist, vermehrt deutschsprachige Spieler einzukaufen, die würden ja dann wissen, was Gladbach gegen Köln einmal bedeutete, fußballerisch. Klingt noch plausibel, wenn auch nicht unbedingt bezahlbar. Sein zweiter Vorschlag lässt allerdings ordentlich das Zwerchfell vibrieren:

Oder man versucht den Spielern in Crashkursen die deutsche Sprache beizubringen.

Wie wäre es denn mit:

„Im Crashkurs zum Astrophysiker“?
„Vom Anfänger zum Konzertpianisten in nur 3 Tagen“?
„Vom Abitur direkt in die Rente, ohne Umschweife“?

Um dem geneigten Leser ein paar Vergleichsdaten an die Hand zu geben: Durchschnittliche Akademiker lernen jeden Tag etwa 5-6h lang Deutsch, ein halbes Jahr lang jeden Tag 5-6h und können danach zwar ca. 95% der Kommunikation verstehen, beherrschen aber immer noch weit unter 50% der deutschen Grammatik, vom Wortschatz ganz zu schweigen. Das will Dieter Prestin, dem das Vermögen, Deutsch zu sprechen, zu seinem Glück qua Geburtsort in die Wiege gelegt worden ist, von durchschnittlichen Fußballern mal eben so in 2-3 Wochen in der Sommerpause runterreißen lassen.

Hoho.

Und die eigentlich wichtigere Frage: dann könnte ein Spieler deutsch sprechen — hätte er dann plötzlich rheinische Derby-Mentalität im Blut, wenn sein Geburtsort weiterhin in Rumänien oder den USA liegt, wo er auch aufgewachsen ist?

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