Zum Inhalt springen

Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Wolfgang-Rolff-Mittelkreis

Im Fußball benennt man entweder Stadien nach einem berühmten Spieler oder Straßen. Das war’s.

Ganz andere Möglichkeiten eröffnet hingegen der Motor. Also, genauer gesagt der Motorsport, aber dieser ist ja kein Sport, sondern Motorsport, weshalb man das Wort „Sport“ weglassen muss, um nicht zu lügen, übrig bleibt das Wort „Motor“, wenn Motorsport gemeint ist. Verbesserungsvorschläge bitte in die Kommentare.

Nun, ganz andere Möglichkeiten eröffnet der Motor, welcher hier ausnahmsweise einmal stilbildend für den Fußball sein kann. Denn im Motor benennt man nicht einfach eine gesamte Rennstrecke nach besonderen Helden des Motors, sondern einzelne Teile von ihr. Seit kürzerer Zeit existiert auf dem Nürburgring beispielsweise das Michael-Schumacher-S. Das ist ziemlich bescheuert, dass man einfach Buchstaben nach Rennfahrern benennt, aber so bringt man eben mehr von ihnen in einer Rennstrecke unter. Außerdem steht das S für etwas, was sogar noch mit einem echten Wort bezeichnet werden könnte, Doppelkurve nämlich, macht man aber aus Gründen nicht. In Zolder gibt es die Jochen Rindtbocht, in Interlagos das Senna-S, in Estoril die Curva Alex Criville.

Schaut man in den Fußball und auf dessen Markierungen, hätte man drei, insgesamt sogar fünf weitere Möglichkeiten. Halt, es sind sogar neun. Ach, was red ich, elf, man kommt sogar auf 13.

Der Armin-Störzenhofecker-Mittelkreis.
Der Thomas-Brdaric-Strafraum (2x).
Der Manfred-Kaltz-Elfmeterpunkt (2x).
Der Andreas-Menger-Fünfmeterraum (2x).
Der Mario-Basler-Eck-Viertelkreis (4x).
Der Andreas-Zeyer-Tellkreis (2x).

13 Räume auf dem Rasen könnten also nach ehemaligen, verdienten Spielern benannt werden. Dann müsste man auch nicht auf so merkwürdige Regelungen zurückgreifen, wie dass z. B. Ottmar Walter der Gesäßeingang von Fritz Walter im gleichnamigen Stadion ist. Mit nur wenig Phantasie kommen dann noch Torlatten, -pfosten, diverse Linien und Bereiche des Spielfeldes hinzu.

Hätte bei Benennung bestimmter Bereiche des Spielfeldes nach Spielern auch den Vorteil, dass man bei einer Radioübertragung sofort wüsste, wo sich ein Geschehen abspielt. Allerdings lautete dafür die berechtigte Frage, wer heute eigentlich noch Radio hört, wenn er ein Fußballspiel verfolgen will. Krankenschwestern oder Pförtner vielleicht.

Ob jeder Verein überhaupt genügend Leute fände, die solch eine Ehrung wert wären, steht dann allerdings wieder auf einem ganz anderen Blatt.

6 Kommentare

Äußerst nützliche Lieblings-Memorabilia

Stadioncheck hatte letztens eine Beitragsreihe ins Leben gerufen, für die mir zunächst das passende Objekt fehlte, bis es dann doch noch Klick machte. Als ausgewiesener Nichtsammler von Dingen, insbesondere seit der zunehmenden Digitalisierung von früher sammelnswerten Gegenständen, dachte ich zunächst, ich besäße nichts, womit ich an der Reihe von Beiträgen teilnehmen könnte.

Dass es einige Zeit dauerte, bis die Eingebung kam, liegt daran, dass meine nun dafür ausgewählten Memorabilia (es sind zwei Bestandteile) noch nicht als solche abgespeichert sind, sondern immer noch als Gebrauchsgegenstände. Denn sie werden noch benutzt.

Stadioncheck fragte also nach den sehenswertesten oder liebsten Gegenständen, die man aus dem Bereich des Fußballs konserviere und meine Antwort war: gar keinen.

Früher hob ich mal die Eintrittskarten von Spielen auf, nur um sie dann doch immer wieder in unregelmäßigen Abständen in den Papierkorb zu überantworten. Autogrammkarten waren ohnehin nie meine Sache — gerne anschauen, betrachten, sich wundern, lernen, aber dann auch wieder weitergehen — und da wir sowieso, einige früher, andere später, alle zu Staub zerfallen, ergibt es auch nicht viel Sinn, irgendwelchen Schrömpel zu sammeln, nur weil man nun mal über eine solche Schrömpelsschublade verfügt.

Es sei denn, man könnte den Gegenstand tatsächlich noch gebrauchen, dann wäre er weder Müll noch Staubfänger, vielmehr hätte er tatsächlich eine Funktion. (So kommt es übrigens, dass es neben diesem gleich vorzustellenden Objekt noch einen original FIFA-WM-Bierbecher im Trainer’schen Haushalt gibt, allerdings findet dieser Verwendung bei auswärtige Zwecken wie Grillen nach einem Fußballspiel o. Ä. Die FIFA wird sich gefreut haben, dass ich den Pfandbetrag nicht abgeholt habe, und ich freue mich, wenn ich damit immerhin für ein paar Ahs und Ohs bei Fußballliebhabern sorgen kann. Doch auch diese Ahs und Ohs werden mit zunehmender zeitlicher Distanz zur WM 2006 seltener. (Und so kommt es auch, dass ich Trikots nicht zu Memorabilia zähle, so lange sie noch getragen werden.))

Memorabilia, die man noch verwenden kann, erscheinen einem nicht als solche (das sagtest Du bereits, Trainer) und deshalb dauerte es, hier ist sie aber nun:

Die Geschichte um mein liebstes Fußballstück, das ich besitze. Sie geht so:

Der MSV Duisburg verpflichtete eines Tages den litauischen Torhüter Gintaras Stauce (damals, heute). Über den Mann war in Prä-Internetzeiten wenig bekannt. Ein Star war und wurde er nicht in Duisburg. Auch kam er über 73 Einsätze in vier Spielzeiten „an der Wedau“ nicht hinaus. Im ersten Jahr brachte er es gar nur auf einen Einsatz, im zweiten Jahr löste Gintaras Stauce Thomas Gill als Stammtorwart ab, was er für die folgenden zweieinhalb Saisons auch dann blieb, als er mal nach einer Notbremse außerhalb des Strafraums längere Zeit gesperrt wurde.

Zufällig war er ein guter Rückhalt, einer, bei dem den Zuschauern nicht das Herz stehen blieb, wenn mal wieder eine Flanke in den Strafraum flatterte oder ein Gegner alleine aufs Tor zulief. Insbesondere bei Schüssen aus kurzer Distanz zeigte er überragende, fast übermenschliche Reflexe und hatte die für seinen sehr drahtigen Körper typischen, überdurchschnittlichen Flugeigenschaften.

Das Spiel mit dem Fuß war nicht ganz so seins, wie es aber damals eben weit verbreitet unter den Torhütern war. Rückpässe landeten mit einer solchen Wahrscheinlichkeit entweder bei Mitspielern oder im Aus, welche man mit dem Wort „Zufall“ noch am passendsten beschrieben hätte. Dennoch: Man könnte fast behaupten, dass er eine Art Publikumsliebling wurde, obwohl auch sein Vorgänger Thomas Gill nicht unbeliebt gewesen war. Zumindest beim Autoren war er Publikumsliebling, und das reichte ja schon.

Die „Gintaras, Gintaras, Gintaras!“-Rufe auch der übrigen Zuschauer schallten regelmäßig durchs Stadion und obschon er ein sehr ruhiger Vertreter außerhalb des Platzes war, hatte man ihn bald in sein Herz geschlossen. Sein bescheidenes allgemeines Auftreten trug neben seiner sportlichen Stärke weiter dazu bei, dass es einem dann doch sehr leid tat, als er schließlich gehen musste. Die Gründe dafür wurden nie bekannt, kein Internet und ebenso viel Interesse an Fanzines halfen bei der Suche nach diesen wenig.

In seiner Zeit als Profi in Deutschland hatte Gintaras Stauce aber selbstredend Deutsch lernen müssen Schrägstrich wollen. Das tat er wohl auch mit hinreichendem Eifer, um gewisse Bindung zu seiner Deutschlehrerin aufzubauen. Auf dass er ihr bei seinem Abschied ein Paar Torwarthandschuhe überließ — original von Gintaras Stauce — als Dankeschön oder kleine Aufmerksamkeit für die Bemühungen der Deutschlehrerin.

Diese Deutschlehrerin wiederum war die Bekannte einer Mutter eines Teamkollegen, der sie eines Tages mit zum Spiel brachte und in den allgemeinen Mannschaftsbesitz übergehen ließ. An dieser Stelle müssen wir die Geschichte ein kleines wenig klittern, denn dass dieser Mitspieler aufgrund von von Trainer Baade angezettelten Umdisponierungen auf einigen Kaderpositionen eines Tages nicht mehr erschien, kann nur als böse Verleumdung zivilrechtlich verfolgt werden. Niemals aber würde Derartiges dabei helfen, Licht in die Frage zu bringen, wie die Torwarthandschuhe von Gintaras Stauce in den Besitz von Trainer Baade gelangten.

Dieser war schließlich immer wieder mal selbstlos ins Tor gegangen, wenn alle anderen sich drückten, und zu jener Zeit gab es eben dieses originale Gintaras-Stauce-Torwarthandschuhpaar. Welches nun mal als die Torwarthandschuhe des gesamten Teams galten und eingesetzt wurden. Es gab ja sogar eine gemeinschaftliche Tasche, in der sich stets Bälle, Netze und anderes Zubehör befanden. Wie eben auch diese Torwarthandschuhe, welche das Team nun jahrelang einsetzte und nie pflegte.

Bis gestern beim Gang in den Keller die Blicke an ihnen haften blieben, wie sie da ein wenig schlapp im Schrank hingen.

Nie gepflegt, entsprechend rieselte ein bisschen zu Staub zerfallener Kleber von der Oberfläche der Handschuhe, als diese nun für das entsprechende Foto drapiert wurden. Der Zustand auf dem Foto ist unverfälscht, und auch wenn es nicht so aussehen mag: Sie sind weiterhin im Einsatz, weil sie noch ihre Funktion erfüllen.

So geht also die kleine Geschichte um meine beiden liebsten Memorabilia — linker Handschuh, rechter Handschuh — welche ich lange Zeit nicht als solche erkannte. Gintaras Stauce aber war mir schon bevor ich seine Handschuhe an meinen Händen trug immer äußerst sympathisch gewesen. Insofern befindet sich dieses Überbleibsel von seinem Aufenthalt in Duisburg nun „in guten Händen“, auch wenn ich nicht weiß, was die Deutschlehrerin dazu bewog, sie überhaupt weiterzureichen.


[photopress:gintaras_stauce_torwarthandschuhe.jpg,full,centered]

Wie viele Winter machen sie’s noch?

11 Kommentare

Schon eine hörensgute Tröte

Wenn in Deutschland die Staatsanwaltschaft ermittelt, kann man sich zum Glück drauf verlassen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Jene in Heidelberg wird kompetente, unvoreingenommene Fachleute zu Rate gezogen haben, um zu überprüfen, was es mit den möglichen gesundheitlichen Schäden durch die Tat eines einzelnen übereifrigen Hausmeisters auf sich hatte.

Ganz Deutschland war allerdings auch gebannt, was diese Ermittlungen ergeben würden, nu isses raus:

Natürlich war die Tröte gesundheitlich völlig ungefährlich.

Und wenn von der Staatsanwaltschaft beauftragte Gutachter dies so zu Protokoll geben, darf man getrost alle eigenen Zweifel beerdigen.

Das Ermittlungsverfahren im „Störton“-Fall bei der TSG 1899 Hoffenheim ist eingestellt worden. Wie die Staatsanwaltschaft Heidelberg mitteilte, ist durch ein Sachverständigen-Gutachten bewiesen, dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen mehrerer Stadionbesucher nicht auf den Einsatz der Anlage zurückzuführen sind.

25 Kommentare

Das Nicht-Tor des … nicht

Wir wählen ja keine Nicht-Tore mehr, wegen der großen Suizidgefahr. Deshalb im Anschluss also nicht das Nicht-Tor des Jahres 2011 von einem Menschen, der ganz sicher kein Depp und kein Volltrottel ist. Nicht mal ein Torwart-Trottel. Fußball ist nicht alles!



Denn das Nicht-Tor des Jahres 2011 schoss ohnehin der zweite Fürther Spieler in der nachfolgenden Situation, indem er gestern Abend in der Partie bei Eintracht Frankfurt seinem Kollegen Edgar Prib den Ball zuspielte, als dieser noch allein vor nur einem Gegner stand. Was für ein Vollidiot, dieser zweite Spieler! Weiß doch jeder, dass man zwei gegnerische Spieler benötigt, um nicht im Abseits zu stehen. So ein Trottel — und der will Profi sein? Glatte Notte 6!

7 Kommentare

Was macht eigentlich Sergei Aleinikow?

Aus gegebenem Anlass stellen wir uns die Frage, was dieser ominöse Sergei Aleinikow zur Zeit so treibt, wenn er sich nicht gerade in seiner jüngeren Inkarnation innerhalb des FC-Bayern-Kaders selbst isoliert.

Nun, Sergei Aleinikow, unterlegener EM-Final-Teilnehmer 1988, ein Turnier, bei dem er den schnellsten EM-Treffer aller Zeiten erzielt hatte, eine Bestleistung, die er mittlerweile wieder losgeworden ist, war einer der ersten sowjetischen Spieler, die ins westeuropäische Ausland wechseln durften, wovon er heute noch profitiert.

Nachdem er 1989 von Dinamo Minsk zu Juventus transferiert worden war, gewann er dort 1990 den italienischen Pokal sowie den UEFA-Pokal. Einem Wechsel nach Lecce folgte ein Engagement in Japan sowie gegen Ende der Karriere Auftritte in Schwedens erster Liga.

Neben der sowjetischen Nationalmannschaft beehrte er nach der Auflösung der Sowjetunion zunächst das Team „GUS“ und später jenes von Weißrussland mit seinem Können im Mittelfeld. Zwar absolvierte er nur 4 Partien für Weißrussland, das reichte aber, um ihn 2003 zum „Golden Player“ von Weißrussland zu wählen, einer Ehrung für den besten Spieler der vergangenen 50 Jahre.

Es schloss sich eine Karriere als Trainer an, die er ebenfalls in Italien begann und welche ihn immer noch dort, inzwischen beim NK Kras verweilen lässt. Ein Klub einer Stadt im Friaul, wo es sich bekanntlich ganz gut aushalten lässt.

Alles gut soweit also mit dem echten Sergei Aleinikow, der sicher überhaupt nichts vom Schicksal ahnt, welches sein Nachname im deutschen Fußball ereilte (und diese Verballhornung existiert ja nicht erst, seit sie Kadermitglieder des FC Bayern verwenden. Vielmehr gibt es diese Konnotation schon seit dem ersten Auftreten von Sergei Aleinikow in internationalen Spielen, so dass man seinen Namen auch als öffentlich-rechtlicher Zuschauer mit nur drei Programmen kennenlernen konnte.

Wer hätte nicht mit irgendeinem Spieler in einer Mannschaft gespielt, der diese Bezeichnung verdiente — und auch erhielt?)

Dass Sergei Aleinikow mittlerweile aussehen soll wie eine alte, verwitterte Hexe, wie Wikipedia behauptet, konnte allerdings nicht verifiziert werden.

Einen Kommentar hinterlassen

Wenigste Heimgegentore in einer Saison

Einen etwas und einen sehr überraschenden Teilnehmer gibt es in dieser Aufstellung der Teams mit den wenigsten Heimgegentoren pro Saison in der Bundesliga.

Entstanden aus diesem Tweet und der folgenden Diskussion mit @goonerportal. Wobei der Tweet besagt, dass der FC Barcelona bislang 39:0 Tore in seinen 9 Heimspielen fabrizierte und dass das doch ein wenig bemerkenswert ist. Zumal wohl nicht allzu viele hinzukommen werden. Die Ergebnisse lesen sich übrigens bislang so:

5:0
5:0
8:0
3:0
4:0
0:0
5:0
4:0
5:0

Leider hat die folgende Liste bei vollkommen wilkürlich gewählten Kritierien zur Aufnahme kaum eine Aussagekraft bezüglich irgendwelcher Ereignisse in der Zukunft, aber. Aber es ist eine nette kleine Spielerei, wie man sie am Sonntag zum Ausklang eines in beinahe jeder Hinsicht unspektakulären Bundesliga-Wochenendes noch mit in den Schlaf nehmen kann.

Oder sich einfach freuen, wenn man Anhänger des VfL Bochum, des SV Werder Bremen oder der SpVgg Unterhaching ist. Et voilà:

5
Werder Bremen 1993

6
VfL Bochum 2004

8
Eintracht Braunschweig 1967
FC Schalke 04 1972
VfB Stuttgart 1979
FC Bayern München 1989
FC Bayern München 1990
VfB Stuttgart 1990
Borussia Dortmund 1990
FC Bayern München 2008
Borussia Dortmund 2008

9
FC Bayern München 1983
1. FC Köln 1988

10
Werder Bremen 1965
Hamburger SV 1980
Werder Bremen 1989
FC Bayern München 1994
1. FC Kaiserslautern 1994
Borussia Dortmund 1999
Hertha BSC 1999
SpVgg Unterhaching 2000
FC Bayern München 2002

11
Meidericher SV 1964
VfB Stuttgart 1978
VfL Bochum 1978
Hamburger SV 1983
Hamburger SV 1986
1. FC Kaiserslautern 1989
Werder Bremen 1990
Karlsruher SC 1990
Hamburger SV 2000
Hamburger SV 2003
Borussia Mönchengladbach 2003
FC Schalke 04 2007
Borussia Dortmund 2009

12
Borussia Mönchengladbach 1976
FC Bayern München 1980
1. FC Köln 1982
VfB Stuttgart 1984
Hamburger SV 1987
Werder Bremen 1988
Hamburger SV 1990
FC Schalke 04 1992
FC Bayern München 1997
VfB Stuttgart 1998
FC Schalke 04 1998
Borussia Dortmund 2002
FC Bayern München 2003
Hamburger SV 2010

Beim Führenden dieser Wertung sah das übrigens so aus, in jener Saison 1993 unter Otto Rehhagel:

3:1
1:0
3:0
0:0
5:0
1:0
3:0
2:0
1:1
2:0
4:1
3:0
2:0
2:0
1:1
2:1
3:0

Werder als das damals deutlich abwehrstärkste Heimteam. Eine gewisse Ironie in Bezug auf die Entwicklung unter dem aktuellen Trainer bleibt da nicht aus.

5 Kommentare

Der wohldompteurisierte Zirkus lädt aus

Angenommen die Menschheit hätte etwas erschaffen, was zahlreiche individuelle Ausprägungen der Menschheit enorm in ihre Bann zöge. So sehr, dass sie dafür weiteste Anfahrtswege in Kauf nähme, auf Treffen mit der Familie, kulturelle Veranstaltungen und noch viel mehr verzichteten, nur um dabei sein zu können, wengistens fernvisuell, wenn dieses Etwas zum Tanz bittet. Dieses Etwas wäre so fesselnd und mitreißend in seiner Art — gewiß, nicht bei jeder seiner Zelebrationen, aber allermeistens — dass ganze neue Kulturen drum herum gebaut würden, ohne dass der Mensch dafür einen Architekten dieser neuen Kulturen benötigte.

Dann wäre es wohl eine typisch menschliche Vorgehensweise, wenn man dieses Etwas möglichst schnell zum Gefangenen machte, nachts, an einem dunklen Orte, ohne es bei der Jagd ernsthaft zu verletzen, ihm heimlich die Klauen stutzte, und von nun an Eintritt nähme, von allen Gebannten, um es allwöchentlich, wohldompteurisiert im Zirkus tanzen zu lassen. Der Abgrund, an dem es tanzte, wäre kein echter mehr, der Bann des Publikums von der Zuckerwatte verklebt, so fest verklebt, dass keiner mehr ver- oder aufstünde, obwohl der alle Perserjahre mal vorkommende Absturz in den Graben Teil der ganzen Inszenierung wäre, fest eingeplant wie die Gitterstäbe, hinter denen es bis zum nächsten Abend verwahrt würde, rund geschliffen wären, auf dass es sich nicht zufällig verletzte.

Nicht typisch menschlich wäre es hingegen, nicht zu bemerken, dass der Graben nicht mehr echt ist, in den das Etwas fällt. Außer von Kindern.

1 Kommentar

Uli Hoeneß und diese Sache mit dem Nikolaus

Man würde kaum glauben, dass die zu Beginn rechts im Bild befindliche Steffi Graf zum Zeitpunkt der Sendung am 12. Dezember 1984 tatsächlich schon 15 Jahre alt war. Dass Udo Lattek Modell für Mr. Burns stand, glaubt allerdings jeder sofort. So, und jetzt den Goldkehlchen aus München gelauscht. Weil’s so arg schön ist, heute auch mal in Breitwand.

13 Kommentare

In den freien Raum

Was für ein merkwürdiges Stadion für einen schnöden Ascheplatz. Und dann auch noch nach einer Seite hin offen … wer den richtigen Namen dieses Stadions nennen kann, erhält zwar kein Präsent von der Redaktion, darf im Anschluss aber hingehen, wo er möchte.



Größere Kartenansicht

5 Kommentare

Neues vom Krähenverband

Wie passend zu einer anderen, recht frischen Entdeckung, was das Fohlenkommando vorhin getwittert hat. Einen Link zu einem Beitrag im Tagesspiegel, welcher in Sachen Tröten-Strafverfolgung nachfragt und skandalöse Antworten vom DFB erhält.

Gar keine nämlich.

Aus der DFB-Zentrale werden Telefonanrufe zu diesem Thema freundlich abgewehrt, bitte schreiben Sie doch eine E-Mail, heißt es von dort. Und auf eine E-Mail hin erhält man die Antwort: Kein Kommentar während eines laufenden Verfahrens! Aber was hat die TSG als Strafe zu erwarten? – Kein Kommentar!

Doch, hach, Moment einmal, DFB — ?! War das nicht diejenige Organisation, für die der Franz zuletzt jahrelang im FIFA-Exekutivkomitee saß und dabei so weltbewegende Dinge in Gang gesetzt hat, wie dass es bei U17-Weltmeisterschaften keine Verlängerung mehr, sondern sofort Elfmeterschießen gibt, weil die armen Jungs nicht so lange laufen können? Ja, genau dieser DFB und genau jener Franz, der weitsichtige und wichtige Änderungen während seiner Zeit im Komitee veranlasst hat.

Jener Franz nämlich, der vor Jahrzehnten schon eine Stiftung für Notleidende gründete. Kürzlich hat er mit dieser Stiftung einen wahrlich Notleidenden beschenkt, indem er ihn in diese Stiftung aufnahm.

Da hat der Franz dem Didi aber ein schönes Geschenk gemacht. Didi darf in des Franzens Stiftung mit entscheiden, wen diese unterstützt.

Stiftungsvorstand:
Franz Beckenbauer
Dr. Friedrich Nottbohm

Stiftungsrat:
Dr. Wilfried Krebs (Vorsitzender)
Alf Bente (stellvertr. Vorsitzender)
Prof. Dr. Christian Chaussy
Alois Hartl
Prof. Dr. Herbert Henzler
Dietmar Hopp
Udo Knop
Günter Netzer

Da waschen sich auf sehr nützliche Weise Hände gegenseitig: Der Franz muss nicht mehr selbst überlegen, welche in Not geratenen Menschen und welche Einrichtungen unterstützt werden, der Didi kann ein bisschen von seiner Angst reduzieren, dass ihn eventuell doch nicht die ganze Welt liebt.

Vielleicht fällt sogar ein bisschen von des Franzens Glanz auf den ja eher unglamourösen, um nicht zu sagen spröden Didi ab. Falls nicht, dann besteht immer noch ein wenig Hoffnung, in des Jünters Glanz zu erstrahlen, der sitzt schließlich auch im Gremium.

Stiftungen sind was Feines, zumal man den Verwendungszweck der gestifteten Gelder für die Ewigkeit als Gründer selbst festlegen darf. Die damals eingesetzte 1 Million D-Mark war also eine gute Anlage des Franz, um zum Beispiel wesentlich später aufs Parkett tretenden Neureichen Chancen zur Panikreduktion zu eröffnen, die sie sonst nicht hätten.

Didi, Franz und die Empfänger der Stiftungshilfe: Alle glücklich.

Fast so, als wär heut scho … ist es aber nicht, es ist nur Stiftungsratssitzungstag.

Achso, ja, und wann denn jetzt über das Strafmaß zu dieser Trötengeschichte entschieden … ? Schau nur, eine Krähe fliegt am Vollmond vorbei! Sie kann uns gar nicht hören!

4 Kommentare

Was macht eigentlich Jordan Letschkow?

Nachdem Jordan Letschkow 1994 bei der WM in den USA ein entscheidendes Stückchen größer als Thomas Häßler war, wechselte er 1996 wegen anhaltender Missachtung durch seinen Trainer, einem gewissen Felix Magath, vom Hamburger SV zu Olympique Marseille. Von dort ging es nach nur einer Saison weiter zu Besiktas Istanbul, wo er wiederum nach nur einer Saison im Sommer 1998 seine aktive Karriere beendete. Das hätte er mal vier Jahre früher tun sollen. Oder auch nicht, sonst wäre Berti Vogts vielleicht niemals gegangen worden.

In jenem Jahr nahm er auch an „Gary Linekers Golden Boots“ teil, einer TV-Serie, die in der BBC die größten Stars von Weltmeisterschaften präsentierte. Was ein Mann mit gerade mal zwei Toren bei einer Weltmeisterschaft, von denen das eine noch ein derart unbedeutendes war, in einer solchen Sendung zu suchen hatte, bleibt Gary Linekers Geheimnis.

Als Jordan Letschkow die Schuhe dann endgültig an den Nagel gehängt hatte, tauchte er in der Zeit vor der allgemeinen Verbreitung des Internets ab, ohne auffindbare Spuren zu hinterlassen. Bis er plötzlich 2003 genau solche in den bulgarischen Schnee stapfte, in welche später noch Marc Wilmots treten würde: In seiner Heimatstadt Sliven trat er zur Bürgermeisterschaftswahl an, welche er zur Überraschung all jener, die sich nicht für Fußball interessieren, gewann.

Dabei gelang ihm etwas, was die wenigsten Ex-Profis von sich behaupten können. Er wurde nach seiner ersten Amtszeit nicht mit Schimpf und Schande wegen Unfähigkeit aus dem Dorf (naja, immerhin 100.000 Einwohner) gejagt, sondern auch noch für eine zweite Amtszeit wiedergewählt, welche immer noch andauert.

2010 fiel ein eher unschöner Schatten auf seine Karriere als Bürgermeister, indem er sich Vorwürfen von Amtsmissbrauch erwehren musste. Nach seiner Amtsenthebung im April 2010 wurde er im Juni 2010 vollständig rehabilitiert, denn er ist weiterhin Bürgermeister von Sliven und regiert die als „Stadt der Winde und der Zigeuner“ bekannte Heimatstadt des bulgarischen Pokalsiegers von 1990, dem FK Sliven — damals zufällig mit einem gewissen Jordan Letschkow in seinen Reihen. Schön da.

Aaah, dieses diabolische Grinsen

3 Kommentare

Szenenapplaus

Aus der Partie von Hansa Rostock gegen den FC St. Pauli am 19.11.2011.



Entdeckt vom spielbeobachter.

Falls jemand glaubt, dass er zunächst seinen Augen und Ohren nicht trauen kann: So ging es dem spielbeobachter und mir auch. Ersterer twitterte dies dazu.

23 Kommentare

Pro 3pm

Andere Länder, andere Namen, die Forderungen aber sind die gleichen. Je mehr Zeit verging, desto mehr dachte ich, immer einsamer zu werden hier in der Raucherecke des Linksspießertums als einziger Sentimentalist, der diese Kacke der Terminansetzungen rund um die Wochenend-Uhr gerne abschaffen würde.

Aber: Ich bin nicht alleine. Es gibt prominente Unterstützung.

Aufgefallen ist mir das übrigens nur, weil Wayne Rooney es retweetet hat. Der echte, mit diesem Häkchen am Twitter-Account. Toll, wenn man mit den ganz Großen gemeinsame Forderungen teilt. Wird zwar eh nix ändern, fühlt sich aber gut an.

(Die Ironie in ihren Tweets, in einem ihrer komplett gekauften Straßenzüge verfasst, mit Blick auf den Mitarbeiter, der einzig zur Wartung des Rasenmähers eingestellt ist, lassen wir heute mal unbetrachtet. Pro 3pm!)

5 Kommentare