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Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Eben nicht Latte, Ecke, Elle — ein Beinahe-Delling

Wenn ein Spieler selten spielt oder gespielt hat, weil er verletzt ist, war oder so wirkt, oder weil er gesperrt war oder ist oder weil er einfach Scheiße spielt oder spielte, dann ruft alle Welt danach, dass dieser Spieler unbedingt „Spielpraxis“ bekommen möge.

Wenn der selbe oder ein anderer Spieler viele Spiele macht oder gemacht hat und in irgendsoetwas Esoterischem wie einem „Rhythmus“ [1] ist, dann darf er wiederum nicht zu viele Spiele machen (z. B. für andere Mannschaften, Auswahlmannschaften, Kindermannschaften, Autogrammballmannschaften oder einfach in unwichtigen Spielen seiner eigenen Mannschaft), damit er sich „voll auf [Irgendwas] konzentrieren kann“.

Um es mit Obelix zu sagen: Das soll logisch sein?

Spiele in der eigenen Mannschaft vermitteln Rhythmus und Spielpraxis, Spiele für andere Mannschaften hingegen stören die Konzentration.

Ehrlich gesagt habe ich immer noch nicht so richtig verstanden, warum Minus mal Minus Plus ergibt. Höre ich weiter den Fußballerbinsenweisheiten zu, wird es mir aber langsam klarer.

[1] Rhythmus ist etwas, was man im Laufe mehrerer Spiele unbedingt finden muss, obwohl noch nie ein Mensch auf dieser Welt einen Rhythmus beim Durchführen von Fußballspielen gesehen hat. Wenn man mag, könnte man den Rhythmus als den Schatz am Ende des Regenbogens für Fußballer betrachten. Könnte man, wenn es da nicht noch so viele andere Dinge im Fußball gäbe, die noch nie jemand gesehen hat, die mit dem Rhythmus konkurrieren.

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Wie spät ist es?

Keine Ahnung, fragen wir doch einfach Oliver [Link leider tot] :

„Oliver Kahn verkörpert Spitzenleistung, Präzision, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Männlichkeit und Authentizität. Seine Erfolg begründet sich in seiner Profession, die er mit Leidenschaft und absolutem Engagement verfolgt.

Falls Olivers Uhr kaputt sein sollte — wovon man angesichts seines absoluten Engagements und seiner Leidenschaft sowie seiner Profession nicht ausgehen darf — könnten wir immer noch einen gewissen Ricardo fragen.

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Mittags in die Mensa?

Man kann wohl nur schwerlich „Fan“ einer Uni sein. Darum geht’s der Uni aber auch nicht, vielleicht geht’s dem VfL auch nicht darum. Dennoch bringen beide zusammen den Ruhr-Uni-und-VfL-Bochum-Fan-Schal heraus, etwas, was man nur schwerlich mit weniger Worten beschreiben kann und trotzdem als fürchterliches Wortungetüm daher kommt.

Mit der Wandlung der Zusammensetzung des Publikums sicher eine clevere Idee, auf diese Weise gerade bei den Studis noch ein bisschen was abzugreifen, die zwar gerne in die Fankurve gehen, dabei aber auf die Zurschaustellung ihres Stundentenstatus nicht verzichten wollen.

[photopress:fanschal_vfl_bochum_ruhr_uni_bochum2.jpg,full,centered]

Wie die ebenfalls erwähnte „Kooperation“ zwischen der Uni und dem VfL Bochum aber aussehen soll, kann man sich nur schwer vorstellen. Mittags nach dem Training in die Mensa? Ballstaffetten über die seit Jahrzehnten kaputten Betonplatten des Campus? Oder doch eher Studenten im VfL-Maskottchen-Kostüm und als Ballstudenten im Stadion?

Und werden andere Clubs jetzt nachziehen und ebenfalls eine Kooperation mit den örtlichen Universitäten eingehen? Wie wird Leverkusen dieses Manko ausgleichen können?

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Michael Steinbrecher antwortet

Gestern Nacht fragte ich im ZDF-Chat Michael Steinbrecher, ob denn nicht wenigstens die Fußballer Olympia in Peking boykottieren sollten, vornehmlich deshalb, weil ich selbst keine klare Position bezüglich dieser Frage habe. Leider ging dann komischerweise mein Rechner in die Knie (ich denke nicht, dass das etwas mit dem ZDF-Chat zu tun hatte) und ich konnte keinen Screenshot machen, wie ich sie so gerne mache. Er antwortete jedenfalls, dass der Olympia-Boykott eine heikle, aber auch diffizile Angelegenheit sei und dass er eine Antwort schwierig fände (so ungefähr jedenfalls). Immerhin sagte er, dass er einen Boykott tendenziell eher ablehnen würde und das sogar, obwohl er Mitglied von Amnesty International sei, die übrigens auch gegen einen Boykott seien.

Kleiner Nebeneffekt: Wir erfuhren, dass Michael Steinbrecher mal beim BVB und bei Borussia Mönchengladbach spielte und es danach noch bis in die 3. Liga (Westfalia Herne) brachte. Das war mir neu.

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Elvis the Pelvis: You‘ll never walk alone

Ehrlich gesagt kann ich diesen Song zum ********* nicht mehr hören, aber er gehört halt irgendwie zum vermeintlichen Kulturgut Fußball dazu. Dass es eben auch andere Versionen, wie diese hier, gibt, wissen wahrscheinlich eher wenige, weshalb es sich vielleicht lohnen möge, das Video von Elvis‘ Interpretation von „You‘ll never walk alone“ online zu stellen. Missionierend bin ich trotzdem noch nicht unterwegs und eigentlich kann ich, wie gesagt, diesen Song auch nicht mehr hören. Er quillt mir zu den Ohren raus, zwischen welchen bekanntlich Fußball entschieden wird.

Wen es interessiert: Ich bin Beatles. Nicht Rolling Stones, nicht Elvis Presley, ich bin Beatles. Strawberry Fields Forever, Mrs. Eleanor Rigby, Here Comes the Sun, Because.

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Die Sonne ist eine Scheibe

Heute diese meist lesenswerte Rubrik auch mal hier:

Astronomie-Freistoß des Tages.

Wobei man mir gerne noch erklären darf, was ptolemäisch bedeutet, auch wenn man es sich angesichts des dort vorhandenen Textes denken kann. Ich hoffe übrigens, dass Energie Cottbus‘ drüben erwähnte erfolglose Serie nicht ausgerechnet heute endet, wenn ich dabei bin.

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An manchen Tagen spielt man lieber Atari

Ich spielte mal ein Fußballspiel. Keins am „Computer“, auch nicht am Atari 2600. Es war ein echtes. Die Teilnehmer waren auch echt.

Sie hörten alle auf die Pfeife des Schiedsrichters. Als er anpfiff, liefen sie los, auch ich. Wir — sie und ich — liefen über den Platz. Das Spiel war kein unwichtiges, es war das Pokalhalbfinale, aber das tut eigentlich nichts zur Sache. Es waren zwei Teams auf Augenhöhe. 0:0 zur Pause.

Kurz vor Schluss schoss unser letzter Mann, der so formidabel Fußball zu spielen beherrschte, dass er zwei Jahre lang bei Bayer Uerdingen (in der Jugend) spielte, ein hervorragendes Eigentor: Langer Ball des Gegners, der eigene Torwart kam raus und wollte den auftupfenden Ball aufnehmen, unser letzter Mann sprang hoch und köpfte den Ball Seeler-esk mit dem Hinterkopf über den eigenen Torwart hinweg zum vermeintlich entscheidenden 0:1 ins Tor. Das war ca. in der 73. Minute, es blieben noch genug Minuten, um zumindest eine Verlängerung zu erreichen.

Wir warfen alles nach vorne, aber das war leider zu viel. Ein Zweikampf, eine Rangelei auf einem blöden Ascheplatz in den Untiefen des äußeren Ruhrgebiets, der Gegner wurde nur am Bein getroffen, aber stürzte mit dem Kopf auf die aus Beton gemachte Seitenbegrenzung des Spielfeldes. Es blutete und blutete und ich war zum Glück Linksaußen und das Unglück ereignete sich auf der rechten Seite. Der Krankenwagen kam, bis dahin war aber schon alles zu spät. Es war irgendwann in den tiefen 1980ern, da war nicht mehr viel zu machen. Tot, der junge Mann, der junge Recke, mir war schlecht und ist es auch heute noch.

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Fenerbahçe = Laternengarten

Tja, wer hätte das gewusst? Die Türken unter den Türken natürlich und dann noch eine Handvoll Kurden. Hierzulande aber wohl kaum jemand, äh … Fenerbahçe ist ein Stadtteil Istanbuls, und die Bedeutung des Wortes setzt sich so zusammen:

Ein „fener“ ist eine Laterne, aber auch ein Leuchtturm, ein „bahçe“ ist ein Garten, aber auch eine Gärtnerei. Da Leuchtturm-Gärtnerei nicht allzu viel Sinn ergibt, bedeutet der Name des Clubs, der gerade versucht, weiter zu kommen als Schalke 04, auf deutsch eben Laternengarten.

Und eben jene gehen hier gerade an (nicht die Gärten), weshalb wir uns dem Spiel zuwenden.

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I bet you look good on the Sportplatz

Naja. Wäre aber auch doof, wenn man das nicht täte.

Nachher interessierte sich noch jemand für die fußballerische Leistung, die man erbracht hat. Wie gut, dass die Titelzeile für Fr“o“nck Ribéry nicht zutreffen kann. Da interessieren sich die Reporter dann doch eher für seine fußballerische Leistung. Bei all den unangebrachten Superlativen würde man sich dann aber doch lieber wünschen, dass die Titelzeile gälte, auch für Franck Ribery.

Also, mir kann man es aber auch nicht Recht machen. Morgens Brötchen mit Marmelade oder mit Käse?

Immerhin war es nur ein Autounfall und nicht Uli Stein oder Toni Schumacher oder gar der Dieter-Jakobs’sche-Tornetzhaken. I bet you look good.

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† K-Town

Ob Stefan Kuntz gerade sein Adressbüchlein nach fähigen, ablösefreien Regionalligaspielern durchblättert? Oder doch eher nach ehemaligen Teilnehmern bei Borussia Banana? Die spielten doch Kreisliga, oder? Wie hoch war noch mal die Stadionmiete für den 1. FC Kaiserslautern pro Jahr?

Interessanter als diese Fragen wird aber die Antwort auf die Frage sein, ob es einen neuen Fall „Borussia Dortmund“ geben und der DFB erneut mit ixerlei Maß messen wird.

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Nichtabstiegsplatz adé

Wir haben letztens schon darüber nachgedacht, wie das Gegenteil von abseits heißt. Heute denken wir darüber nach, wie das Gegenteil eines Abstiegsplatzes heißt.

Normalerweise nutzt man für einen bestimmten Zustand ein bestimmtes Wort. Für die Anwesenheit des Gegenteils dieses Zustands verwendet man ein anderes Wort. Nur dann, wenn ein solches zweites Wort fehlt oder wenn man die Betonung auf die Absenz des einen Zustands und nicht auf die Anwesenheit des Gegenteils legen möchte, benutzt man einen kleinen Trick, der auf deutsch meist „un“, „nicht“ oder „a“, seltener auch „anti“ heißt.

Für häufige verwendete Zustände gibt es aber fast immer ein eigenes Wort: Niemand sagt, dass es in einem Zimmer undunkel sei, wenn er hell meint. Niemand spricht von unschlechten Konzerten, wenn er diese gut findet und es sagt auch niemand, dass Jan Koller unklein sei, weil er nun mal einfach groß ist.

Und nun möchten wir also den Nichtabstiegsplatz mit einem Wörtchen benennen, das ohne den Umweg des „nicht“ und Artverwandtem auskommt.

Wichtig ist schließlich nicht so sehr, dass man nicht absteigt, sondern dass man drinbleibt. Man könnte jetzt meinen, dass das ein- und dasselbe ist, das ist es aber nicht. Und weil man sich in erster Linie darüber freut, dass man im nächsten Jahr noch in der selben Klasse spielt, als dass man sich darüber freute, dass man nicht eine Klasse tiefer spielen muss, muss auch ein neues Wort dafür her. Genau genommen muss kein neues Wort her, denn es ist schon lange da und jeder kennt es auch. Es heißt „Klassenerhalt“ oder als Tätigkeit eben „die Klasse erhalten“.

Insofern fordere ich die Umbennenung eines Nicht-Abstiegs-Platzes in Klassenerhaltsplatz. Nichtabstiegsplatz ist jedenfalls ab heute passé.

Andere Vorschläge, die von der Jury aber abgelehnt wurden:

Drinbleibplatz
Rastplatz
Weiterhinsamstagsplatz (ist bekanntermaßen fraglich)
Zweitligistderherzenplatz
Bundesligaplatz (variierbar, je nach Ligazugehörigkeit)
Übersommerungsplatz
HSV-Platz
Morgenwieheuteplatz
Aufenthaltsplatz

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René Higuita hat 1990 das Spiel entschieden

Das weiß man. Was man nicht weiß, ist, wie es wirklich war. Er schoss nämlich sein Team Kolumbien zum 3:2-Sieg gegen Roger Milla und seine Kameruner Schäfer Löwen — und das mit einem Hattrick!

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Berliner Sportpalast

Das war wohl nix, Herr Gartenschläger:

Vor diesem deutschen Sturm muss Europa zittern

Nur einem von 16 Kommentierern fällt diese mögliche Assoziation übrigens auf, indem er an den von den Nazis hochgejubelten „Mythos von Langemarck“ aus dem ersten Weltkrieg erinnert. Zwei anderen Kommentierern missfällt die Überschrift ebenfalls, allerdings nur aus mangelnder sportlicher Berechtigung für diese Ansicht. Seltsam. Seltsam auch, was sonst noch in den Kommentaren abgesondert wird. Kommentardiskussionen sind ja gerade „in“. Bei der WELT jedenfalls braucht man die Kommentare — leider? — eigentlich nie zu lesen.

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