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Autor: Trainer Baade

Trainer Baade liest sein neues Programm:
„Drama Queens in kurzen Hosen“


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Das DJäzz befindet sich in 5 Fußminuten Entfernung vom Hauptbahnhof Duisburg.

„Drama Queens in kurzen Hosen“ lautet der Titel des Programms, nicht Ihr sollt als Drag Drama Queens in kurzen Hosen erscheinen. Und in der Halbzeit gibt es noch ein kleines Gimmick für die Besucher, aber es wird natürlich noch nicht verraten, was für eins. Ich freu mich auf Euch. Einige unveröffentlichte Texte sind auch dabei …

Trainer Baades neues Lese-Programm „Drama Queens in kurzen Hosen“ ist rund, damit seine Texte die Richtung ändern können. So wie der Fußball, auf dem Platz und abseits davon, immer wieder mal neue Wendungen nimmt.

Mit dem Blick für die kleinen Widersprüche und die großen, echten Emotionen der Spieler und der Fans betrachtet er den Sport, von dem noch jeder glaubt, ihn erklären zu können. Doch kaum jemandem gelingt dies so gewitzt und kurzweilig wie Trainer Baade. Findet auch das Fachmagazin „11Freunde“, das sein Blog jüngst zum „Besten Fanmedium“ in Deutschland kürte und auch die FAS, die nicht zufällig von ihm „viel über Fußball gelernt“ hat.

Zwei Halbzeiten lang Geschichten über die großen und kleinen Dramen des Fußballs, immer gewürzt durch den scharfen Blick und die ebenso spitze Feder von Trainer Baade.

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Aus den Briefen an Ottla und die Familie

„… vielleicht hört der Fußball jetzt überhaupt auf.“

Franz Kafka am 3. Oktober 1923.

Quelle (pdf)

(Eigentlich sollte man an dieser Stelle auch noch eine Einordnung von Franz Kafkas Äußerung über den Fußball vornehmen, wir sind hier — in diesem Fall — schließlich nicht im Bereich der banalen Bonmots, welche es einfach nur zu protokollieren gilt. Im verlinkten Dokument ist im selben Satz von einem Professor Vogel die Rede, der „wieder“ „gegen“ den Fußball schreibe. War die Sentenz Kafkas eine Befürchtung, eine Hoffnung, ein Wunsch — es klingt doch stark nach Ersterem, aber da die Entdeckung, dass Kafka sich überhaupt über den Fußball geäußert hat, an dieser Stelle noch so jung ist, liegen erstmal keine weiteren Erkenntnisse bereit. Außer jener, dass er sich mit seiner Vermutung respektive Befürchtung geirrt hat, offensichtlich. Wobei zu hoffen steht, dass die geschätzten Leser bei der Aufklärung helfen können oder mindestens wollen.)

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Das schnellste Tor aller Zeiten

Das schnellste Tor aller Zeiten, diskutiert man gerade, soll just ein russischer Zweitligaspieler erzielt haben, direkt vom Anstoß weg.

Das kann aber gar kein neuer Rekord sein, denn das schnellste Tor aller Zeiten schoss ein gewisser Trainer Baade ebenfalls unmittelbar vom Anstoß aus in einer Partie eines frühen Sonntagmorgens in der B-Jugend gegen den VfB Homberg, 1:0 nach etwa 2-3 Sekunden — ziemlich genau in der Art, wie es das Video zeigt, nur in einem anderen Jahrhundert erzielt und deshalb ohne Video dazu.

Und weil jenes schnellste Tor aller Zeiten von Trainer Baade anders als der Versuch des Russen auf Asche erzielt wurde, zählt es mindestens doppelt, in dem Fall natürlich halb so viel Zeit.

Hier der russische Versuch, für jenen von Trainer Baade einfach das Grün des Rasens in ein verwaschenes Orange-Braun denken.



Torhüter, die bei Anpfiff noch nicht so ganz ausgeschlafen sind, gibt es eben nicht nur in Russland. Und Tore wie dieses wahrscheinlich Millionen jedes Jahr auf der ganzen Welt. Aber ohne die Worte „aller Zeiten“, „schnellstes“ und „Rekord“ schickt die IVW ja nicht so schöne Zahlen wie mit.

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Eine Krähe hackt der anderen einen Fußballplatz in die Provence

Ich weiß, dass Ihr wisst, und dass jeder gelesen hat. Nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass es irgendjemandem doch entgangen sein sollte, noch mal der kleine Hinweis, wie die Vorbereitung der Nationalmannschaft auf die ja schon sichere Teilnahme an der EM 2012 in Polen und der Ukraine ablaufen wird:

Damit keine Langeweile aufkommt, geht es dann gleich weiter nach Südfrankreich, in die Provence, wo der Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp eine Nobelherberge mit zwei angrenzenden Golfplätzen hat bauen lassen. Hopp sei „froh und stolz“, berichtet Bierhoff, den DFB-Tross in seinem Hotel zu beherbergen. Ein Fußballplatz wird deshalb eigens neu angelegt. Der Preis soll sich in einem für den DFB sehr akzeptablen Rahmen bewegen. „Herr Hopp hat sich da bei der Betreibergesellschaft für uns stark gemacht“, berichtet Reisechef Wolfgang Wirthmann.

Die Quartiersauswahl hat selbstredend nichts mit der Bewertung von unzulässigen Beschallungsmaßnahmen, Dopingprobenschlampereien, 50+1-Umgehungen oder Jobs von Söhnen von DFB-Präsidenten zu tun.

Es dient schlicht dazu, dass der Papa „stolz“ sein kann. Froh ist er auch ein bisschen, weil das doch die Beziehungen verbessert, die er ja immer wieder mit seinem Gebaren arg strapaziert.

Auf der anderen Seite geht es dem DFB einzig und allein darum, die paar Euro zu sparen, die sich ergeben, weil man eben den Besitzer oder so der Nobelherberge kennt. Wer würde es dem DFB verdenken, das nebenbei mitzunehmen?

Etwaige Interessensverquickungen sind dabei natürlich rein zufällig und beabsichtigt.

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Das Prinzip Rorschach am Beispiel Huub Stevens

Wie das so ist, wenn man schon länger eines dieser Blögge betreibt, hatte man das eine oder andere Thema schon einmal auf dem Schirm. Heute heißt es mal wieder Rorschachtest.

Denn wie der aktuell beim FC Schalke wirkende Huub Stevens tatsächlich agieren wird, steht noch gar nicht fest — abgesehen von zwei im Ergebnis makellosen Auftaktsiegen — da wissen viele schon, dass er ein Auslaufmodell ist und sich Veränderung zwar dann und wann im Lauf der Welten ergibt, niemals aber innerhalb des Lebens eines Menschen.

Es mag der Ökonomie der Aufmerksamkeit bzw. der generellen Ressourcen geschuldet sein, dass man so gerne mit seinen Schubladen hantiert. Hält man nun also einem beliebigen Berichtenden X ein Porträt von Huub Stevens hin, so erkennt jeder darin das, was er gerne sehen möchte.

Der eine sieht in den Wolken am heutigen Morgenhimmel eben zwei friedlich rammelnde Karnickel, der andere eine Uzi und einen damit herumballernden Aktivisten, dessen Bewertung (Freiheitskämpfer/Rebell/Terrorist) wiederum davon abhängt, welche Erfahrungen der Bewertende mit der Wirkung von Uzis passiv oder aktiv eben so gemacht hat.

Die Ignoranz der Tatsache, dass nicht mal die basale Annahme zutrifft, dass bei Stevens stets „die Null stand“, mag da noch einer gewissen Zahlenmüdigkeit geschuldet sein; Rechercheschwäche wäre wohl zu hoch gegriffen. Nicht gerade offensiv haben Stevens‘ Mannschaften durchaus des Öfteren agiert (insbesondere an einem ominösen Spieltag in Stuttgart …).

Warum man aber auf die Idee kommt, dass die Gleichung zuträfe: Einmal Knurrer gleich immer Progressionsverweigerer, auf immer unfähig, eine Mannschaft zu entwickeln oder auch nur zu erkennen, dass 2011 nicht 2001 ist, da hat man doch schon sehr viel der eigenen Gedankenwelt preisgegeben.

Ein gewisser Jupp Heynckes wurde auch mal auf Schalke als zu gestrig aussortiert und wird jetzt, wenn auch mit viel Einfluss seines Co-Trainers, voraussichtlich zu weiteren Titelkämpfen kommen.

So liest man mal wieder viel über die Schubladen, in denen Berichtende denken, und ebenso viel erfährt man über deren Phantasie und Assoziationsketten, legt man ihnen das Rorschach-Testbild Huub Stevens vor.

Über dessen tatsächliches Wirken würde man aber ungefähr ähnlich viel erfahren, wenn man seine Kaffeetasse austränke und anschließend auf deren Grund blickte.

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Stefan Raab spricht während der EM 2004 mit Robert Smith über Fußball

„You feel very sad?“

Alle Englisch-Lehrer drehen sich bei lebendigem Leibe im Grabe um.

Es kann nur eine Marketingstrategie sein, Stefan Raab keinen Dolmetscher zur Seite zu stellen.

England ist bei der EM 2004 gerade gegen Portugal ausgeschieden.

Deutschland kam nicht mal ins Viertelfinale.

„We know how it feels, to be off“

Off?

Off ist offensichtlich nur Stefan Raab himself.

Aber Hauptsache, das Interview läuft gut. Läuft es nicht. England offensichentlich ausgeschieden, Niederlande noch nicht, Deutschland schon doch auch. Unter anderem, weil Rudi Völler, äh, Michael Skibbe, nicht so gut, tja, trainiert — es gibt da dieses Buch. Von dem damals noch niemand ahnte.

Politik im deutschen Fernsehen scheint es aber zu sein, pralle Metzgersöhne Euro-English trashtalken zu lassen ohne Untertitel und das dann als, äh, lustig zu verkaufen. Wenn man sich anschaut, wie das deutsche Fernsehen 2004 so drauf war, sind eigentlich beide entschuldigt.

Rudi Völler und Phillip Lahm.



Früher war Loriot. Heute ist „You feel very sad? Ahahahahaa!“ Danach folgen Frotzeleien, die man auf dem Campingplatz nicht schlechter hören würde.

I feel very sad.

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Marcel Reif verfolgt Rummenigge

Marcel Reif, ein Angestellter der ÖR, verfolgt Karl-Heinz Rummenigge auf seinem damal schon abzusehenden Weg nach Italien. Der AC Florenz war lange im Gespräch, am Ende des Tages wurde es dann doch ein anderer Verein.



Nein, nicht Servette Genf. Das war später.

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Impulskäufe

Ich war sicher nicht der einzige, der schon beim ersten der beiden sehr guten Auftritte von Teemu Pukki in der Europaliga gegen den FC Schalke 04 das Edi-Glieder-Syndrom wiedererwachen sah. Dass es im Jahr 2011 dann tatsächlich noch so kommt, ist schon keine Ironie des Schicksals mehr, eher Verzweiflung desselben am strategisch geplanten Vorgehen beim Einkauf von Fußballern. Wobei die dabei angewandte Strategie zugegebenermaßen gar nicht so verkehrt ist:

Wer keine Idee hat, wonach er sucht, kann bei seinen Einkäufen schließlich nichts falsch machen.

Zwei der vier Namen wären damit oben schon erwähnt, die mir zu diesem Phänomen einfallen, dass ein Bundesliga-Club einen Spieler allein deshalb einkauft, weil er in einer oder zwei Partien hervorragend gegen ihn auftritt, meistens auch einige Tore erzielt.

Die anderen beiden wären Roy Makaay, den der Großmeister der Kaderplanlosigkeit nach ihn sehr schmerzenden Toren gegen seinen Verein in der Champions League gleich mal für seine eigene Elf einkaufte. Und sich dabei wohl auch noch von gewiefteren Händlern als ihm selbst ein wenig über den Tisch ziehen ließ. But I digress.

Roy Makaay und der vierte im Bunde ist … tja, fällt mir gerade nicht ein.

Ihr aber wißt bestimmt, welche Impulskäufe in Euren Klubs je getätigt wurden.

 
Name Käufer Abgebender Verein
Edi Glieder FC Schalke 04 SV Pasching
Teemu Pukki FC Schalke 04 HJK Helsinki
Roy Makaay FC Bayern München Deportivo La Coruna
Jan Schlaudraff FC Bayern München Alemannia Aachen
Marcel Heller Eintracht Frankfurt Sportfreunde Siegen
Anatolij Timoschtschuk FC Bayern München Zenit St. Petersburg
Ivica Olic Hamburger SV ZSKA Moskau
Rewas Arweladse 1. FC Köln Dinamo Tiflis
Alexander Baumjohann FC Bayern München B. M‘gladbach
Marcelo Moreno Werder Bremen Schachtar Donezk
Jan Derek Sörensen Borussia Dortmund Rosenborg Trondheim
Mickael Tavares Hamburger SV Slavia Prag
Alexandros Tziolis Werder Bremen Panathinaikos
Ciprian Marica VfB Stuttgart Schachtar Donezk
Anthony Yeboah Eintracht Frankfurt 1. FC Saarbrücken
Alain Sutter FC Bayern München 1. FC Nürnberg
Dawda Bah FC Augsburg HJK Helsinki
Torbjörn Nilsson 1. FC Kaiserslautern IFK Göteborg
Tony Woodcock 1. FC Köln Nottingham Forest
Marcel Rozgonyi FC Schalke 04 1. FC Magdeburg
Hami Mandirali FC Schalke 04 Trabzonspor
Daniel Pavlović 1. FC Kaiserslautern FC Schaffhausen
Cristiano Ronaldo Manchester United Sporting Lissabon
Bajram Sadrijaj Borussia Dortmund TSG Thannhausen
 
 

Wer wurde noch aufgrund der ausschweifenden Beobachtung von 90 oder 180 Minuten Fußballspiel gegen die eigene Mannschaft eingekauft?

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Epochal dehnbarer Kautschuk

Noch jede gut durchdachte Machtbewahrungsorganisation bemüht sich um eine juristische Legitimierung ihres willkürlichen Handelns, auch wenn noch so durchschaubar ist, dass man unter den verwendeten Paragraphen gleichzeitig alles und nichts verstehen könnte. Wehrkraftzersetzung, achnee, dann schreit man hier gleich wieder, ich würde den DFB mit den Nazis gleichsetzen, tu ich natürlich nicht, weil ich hier nichts verharmlosen will.

Also keine Wehrkraftzersetzung, sondern Staatsbürgerkunde. Achnee, dann schreit man hier gleich wieder, ich würde den DFB mit der Stasi gleichsetzen, tu ich natürlich nicht, weil ich hier nichts verharmlosen will.

Nun gut, dann halt die Analogie zur FIFA, die ihre eigenen Angelegenheiten im Euphemismus der „eigenen Familie“ bewältigen möchte.

Es gibt einen Paragrafen 9 in der Rechts- und Verfahrensordnung des Verbandes. Dort heißt es, dass man sich „eines unsportlichen Verhaltens“ schuldig macht, wenn man sich politisch, extremistisch, obszön anstößig oder provokativ beleidigend verhält.

Dass sich im Laufe der Zeit ändert, was als obszön anstößig oder auch nur als provokativ empfunden wird, ist ja gut und richtig, denn solche Gesetze oder Regeln bzw. deren Auslegung ist ja mit gutem Grund nicht starr, sondern an die Umstände der Zeit angepasst.

Dass die Auslegung aber undurchschaubar und intransparent stets nach gusto geändert werden kann, öffnet Verschwörungstheorien das Tor und macht das Gefühl, bei der Rechtssprechung des DFB in guten Händen zu sein, unmöglich.

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Selber singen: Ein Wachtraum

Eines Tages wird es doch noch passieren. Eines Tages fallen Freddie Mercury am Klavier bei den ersten Tönen des Intros von „We Are The Champions“ die Finger ab. Dann ist endlich Ruhe.

Den einen oder anderen Finger wird man später zu horrenden Preisen bei eBay ersteigern können. An der herrlichen Ruhe ändert dieser ansonsten nicht weiter erwähnenswerte Umstand allerdings nichts mehr.

Nicht nur die Fans, sondern auch die Spieler müssen ihre Jubellieder wieder selbst singen. Es könnte sogar sein, dass sie sich dabei etwas einfallen lassen, was Bezug zum Siegerclub, zum gewonnenen Wettbewerb oder gar zu den einzelnen Spielern hat.

Plöck, plöck, fallen ihm die Finger ab, einer nach dem anderen, schlagen auf der Tastatur des Klaviers auf, die Band verstummt und im Fußball singt man endlich wieder Zeilen und Melodien, die etwas bedeuten.

Wachtraum zu Ende.

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Shots wide

[photopress:shots_wide.jpg,full,alignright] In Zeiten, in denen die Daten der Spieler so genau erfasst und anschließend veröffentlicht werden, dass diese sich Gedanken um Rufschädigung und Wertminderung machen — ein seltsamer Gedanke, dass ein Fußballprofi darüber nachdenken muss, „wie viel er wert ist“, in ganz konkreten Euros — vermissen wir als Liebhaber der gepflegten Klugscheißerei eine sehr wichtige Angabe bei all den Daten zu Laufwegen, erfolgreichen Pässen und den vielleicht nicht immer berechtigten Abseitspfiffen:

Nicht die nackte Information darüber, ob ein Torschuss aufs Tor flog oder daneben. Sondern dann doch bitte gerne auch noch die Zahl in Zentimetern, um welche Distanz ein Ball sein Ziel verpasste.

Wie man weiß, kann ein knapp am Pfosten vorbeigeflogener Schuss als wesentlich gefährlicher verbucht werden als ein Schuss direkt „auf den Mann“, auf den Torwart also, welcher den Schuss mühelos herunterpflückt.

Beim Vorbeischießen hingegen gibt es durchaus mehrere Klassen des Scheiterns: Den knapp am Pfosten vorbeigeflogenen Schuss darf man ruhig als sinnvolle Aktion verbuchen, ein-zwei Meter nebens Tor gezielt verlässt man so langsam den grünen Bereich. Und mehr als diese Distanz vom Gestänge entfernt gibt ein solch verzogener Schuss schließlich Anlass zu Häme, Forderungen nach Auswechslungen und dazu, die Überzeugung zu äußern, dass der Spieler eine Flasche (leer/voll ist dabei egal) sei.

Bislang wird in den veröffentlichten Daten aber gar nicht erwähnt, wie „wide“ ein „shot wide“ war — 2cm oder 20m — und ob er überhaupt die Eckfahne erreichte. Ich prangere das an, um danach wieder mehr anprangern zu können!

Vor allem jenen Typus Spieler, der aufgrund dieser Nachlässigkeit als wesentlich bemühter als seine Teamkollegen erscheint, weil er so viele „shots“ in seiner Statistik aufweisen kann.

Während seine tatsächlichen Schüsse in die Wolken eher Anlass zu Heiterkeit gaben denn Torgefahr heraufbeschworen. Wenn schon Daten, dann bitte die vollumfängliche Dosis.

 
 
 

photo credit: Jeff Kubina

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Zum Spiel mal eben nach Hause fliegen

Musiker, die sich für Fußball begeistern, gibt es wie Sand am Meer, Bob Marley, Campino, Robert Smith, etc. pp. Die treten dann mal kamerawirksam vor einen Ball oder werden in diverse Sportsendungen eingeladen, um sie ein wenig aufzuhübschen und ein bisschen von ihrem Fantum zu quaken.

Musiker, die in ihrer Jugend aktiv Fußball spielten, und beinahe eine Profikarriere ergriffen hätten, gibt es ebenfalls viele. Julio Iglesias, Rod Stewart oder Steve Harris. Über den gleich mehr zu berichten sein wird, denn:

Musiker, die während ihrer Musikerkarriere selbst noch Fußball spielen, sogar an einem Ligabetrieb teilnehmen und diese Angelegenheit so ernst nehmen, dass sie für die samstäglichen Spiele von weit her einfliegen und noch dazu eine eigene Webseite zum Team pflegen, mit allen Aufstellungen, Torschützen und Terminen, die gibt es kaum.

Umso erstaunlicher ist die Geschichte von Steve Harris‘ Hobbyteam, dem „Maidonians FC“, dessen Name auch gleich mal verrät, in welcher Band Steve Harris eigentlich musiziert. Der Bassist von Iron Maiden hatte in seiner Jugend bei West Ham United gespielt und besaß die Chance auf einen Profivertrag. Stellte dann aber fest, dass Profifußballersein eigentlich nicht das ist, was er mit seinem Leben anfangen möchte.

Weshalb er sich an die Musik hielt und den Fußball nur als Hobby weiterlaufen ließ. Dies aber seit Jahrzehnten mit ungebrochenem Ehrgeiz. 1999 z. B. war er Torschützenkönig seines Teams mit 18 Toren in einer Saison (von der man nicht weiß, wie viele Spiele sie umfasste), obwohl er einige Partien wegen Verpflichtungen mit Iron Maiden verpasste.

In jener Saison gewannen seine Maidonians FC dann auch den Titel dieser Liga. He regularly flies home from working in Europe to play on Saturdays – there’s dedication for you!

Respekt und sportliche Anerkennung. Nicht jeder, der es sich leisten könnte, fliegt zu den Spielen seiner Hobbymannschaft nach Hause. Von den Millionen Hobbyfußballern, die die Strecke bis zum Platz mit dem Fahrrad bewältigen könnten und die trotzdem im Bett liegen bleiben, ganz zu schweigen.

Maidonians FC.

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