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Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Als ich einmal für Hertha BSC war

Als ich einmal für Hertha BSC war …

… ungefähr ziemlich genau in zwei Tagen, wenn es darum geht, dass Oliver Kahn in seinem letzten Spiel Oliver Reck nicht den Rekord klaut, am wenigsten Gegentore in einer Saison erhalten zu haben. Wie die meisten von Euch wissen, manche aber nicht, liegt dieser Rekord bei 22 Toren aus der Saison 1987/88.

Ollis Bayern haben bislang 20 Tore bekommen, und natürlich liegt so ein Rekord nicht allein beim Torwächter, besonders, wenn er nicht alle Saisonspiele bestritten hat (Reck damals immerhin 32, Olli bei jetzt 25 dann wohl 26 von 34 möglichen), sondern bei der Abwehr, ja bei der ganzen Mannschaft. Dennoch wäre das etwas, was er sich persönlich für lange Zeit ans Revers heften könnte und diverse Typen würden das medial bis zum Erbrechen ausschlachten. Also ich zum Beispiel mit diesem Beitrag.

Da stellt sich natürlich die Frage, mit welcher Einstellung die Bayern in dieses Spiel gehen werden, genauso wie für die Hertha, was von hier aus nicht beantwortet werden kann. So wie Hertha insgesamt in der Rückrunde auftrat, sind kaum Hoffnungen angebracht. In nur 5 von 17 Spielen schoss Hertha überhaupt mindestens zwei Tore. Um es mit Herrn Wieland zu sagen: Hertha hat in dieser für alle Fans relevanten Statistiksubgruppe einen score von 0.29 und das ist erschreckend wenig.

Hoffnung macht vielleicht, dass 3 dieser 5 Spiele aus den letzten 4 Partien der Hertha stammen und diese somit hoffentlich „in Schuss“ ist. Dazu kommt, dass Hertha BSC in 2 der letzten 3 Partien gegen Bayern 2 Tore erzielte. Aber das ist dann auch wieder nur so eine selektive Sichtweise, schließlich schoss Hertha in den 3 Spielen davor kein einziges Tor gegen Bayern. Möglicherweise ist Hertha wenigstens davon beflügelt, dass es plötzlich Chancen auf eine UEFA-Pokal-Teilnahme gibt: via Fair-Play-Wertung der UEFA bzw. Bundesliga.

Bei Bayern darf man wohl nur auf zwei Dinge hoffen: erstens, dass alles darauf ausgerichtet sein wird, Oliver Kahn sein erstes Bundesligator zu ermöglichen und der Rest in den Hintergrund rückt, auch die Defensive. Zweitens, dass die Bayern ihre Form vom 11:5 gegen SV Darmstadt 98 verhärten und die Abwehr noch mal wie ein Scheunentor agiert (auch wenn man Scheunentore selten agieren sah).

Ich jedenfalls bin am Samstag für Hertha, oder um genauer zu sein: für möglichst viele Tore in Oliver Kahns Abschiedsspiel, wie es in guten Abschiedsspielen üblich ist.

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UEFA-Pokal-Kanzler

Zumindest einer wird heute Abend den Leningrad Cowboys in Manchester die Daumen drücken: Altkanzler Gerhard Schröder.

Alle anderen sind sicher für die sympathischen schottischen Waldaufseher, die immer verlieren, wenn’s drauf ankommt, und sei’s nur wegen der Tordifferenz. Man muss ja gegen das Investorentum im Fußball sein. Wir hier unten, die da oben, nicht wahr? Und in Glasgow spielt man schließlich noch für Knöpfe.

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Hinrichtungs-Voyeurismus, ungewollter

Einer Mannschaft beim Spielen zuzuschauen, die gerade gegen den Abstieg kämpft und in genau jenem Spiel, dem man beiwohnt, endgültig absteigen kann, hat einen leichten Geschmack von Hinrichtungstourismus.

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Heißt Gott mit Nachnamen „Schmerzmittel“?

In Zeiten wie diesen wirken esoterische Erläuterungen, warum ein Fußballspieler nach einer schweren Verletzung schnell wieder spielen kann, die Gott oder den Rückhalt der Familie nennen, etwas merkwürdig.

„WELT ONLINE: Im Jahr 2000 war die Situation ernst. Sie hatten einen Wirbelbruch, standen aber nur wenige Monate später wieder auf dem Platz. Wie konnten Sie sich so schnell davon erholen?

Kaka: Das war eine Erfahrung fürs Leben. Dieser Bruch war wirklich eine sehr schwierige Sache für mich, aber er hat mir auch sehr geholfen. Es hat mir Kraft gegeben und Glauben, und deswegen war es ein schöner Moment in meinem Leben.“

Letzter Voltaren-Beitrag — vor dem nächsten.

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Darauf einen Ayran

Hadi Komm!
Çok çabuk, çabuk Schneller, schnellerl!
Çok güzel Sehr schön, Bravo!
Hadi, hadi, hadi, hadi Los, los, los , los!
Güzel, çok güzel, Aferin Schön, sehr gut, super gemacht!
İyi pas, iyi pas Super Pass, super gespielt!
Hadi, hadi Komm, komm!
Aferin, iyi, iyi, süper, cok güzel, aferin Super gemacht, gut, gut, super, sehr schön, super gemacht!
Bravo, bravo, çok güzel Bravo, bravo, sehr gut!
Tamam Okay, gut, das reicht.
Hadi Çocuklar gidiyoruz. Kommt, lasst uns gehen.
Bu da benim Und das ist für mich!
Gazi
Gerçek güç burada Echte Kraft ist hier.
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Am Hause — Ein Beitrag für Bastarde

Zu, eigentlich. Heute aber mal am.

Leser aus Mecklenburg-Vorvateristimkrieg, Schleswig-Holstein oder Baden-Württemberg sollten jetzt weglesen, es wird nun regional angetatscht. Das ist immer dann langweilig, wenn man selbst regional ist, aber anders. Deshalb. Bitte gehen Sie weiter, sollten Sie nicht aus dem Westen kommen. Falls doch, ich habe Sie gewarnt.

Die eine Hälfte der Bekanntschaft reist morgen, was beim Lesen dann wohl heute sein dürfte, zur Tinnitus-artigen Aufstiegsfeier der einen, wahren Borussia (sofern man URLs als Kriterium gelten lässt), die andere freut sich mit Schalke über die semi-Qualifikation Schalkes für die Chämpions League (deren unakzeptable Buchstabenkombination hier nicht nur jedes Mal die Finger brechen lässt, sondern auch einen alternativen Namen erfordert) und das letzte Drittel wartet darauf, dass die Fortuna endlich wieder im Profifußball ankommt, während das andere Viertel sicher ist, dass man beim BVB im nächsten Jahr im Europapokal richtig, richtig weit kommen wird.

Kurz gesagt, hier aufgewachsen, ist man zwangsläufig mit diesen und jenen verwandt, verschwägert, bekannt und in schlimmeren Fällen gar befreundet. Man kann also gar nicht anders als mit Menschen anderer fußballerischer Orientierung zu leben. Komischerweise fällt das sehr leicht, während es zu Zeiten von Turnieren und Ländern wesentlich schwerer fällt, zu akzeptieren, dass für eine Mannschaft zu sein gleichzeitig bedeutet, der anderen Mannschaft im Zweifelsfalle eben eine Niederlage zu wünschen. Hier in dieser Mischpoke aus Schalke, Gladbach, Dortmund und was es eben sonst noch gibt, ist morgen bis heute jedenfalls großer Feiertag angesagt. Und das Wundersame daran ist: Es fahren sogar Menschen mit nach Gladbach, die gar keine Gladbach-, sondern irgendetwas-anderes-Fans sind. Einfach for the fun of it, wie niemand so schön sagt. Ein bisschen feiern, sich freuen, Gladbach ist zurück, hooray, da kann man schon mal die Niers gerade sein lassen oder auch dem Mönch in den Teich pinkeln. Hauptsache feiern.

Damit das niemand falsch versteht: Nein. So ist es dann doch nicht. Niemand verlässt seinen eigenen Klub, geht ihm fremd oder verkauft seine Seele, wenn er morgen mit Borussia den Aufstieg feiert, obwohl er selbst RWO- oder Bochum-Fan ist. Der beste Freund ist schließlich Gladbach-Fan seit Kindesbeinen, und alleine trinken macht schließlich auch keinen Spaß. Wer würde dem besten Freund bei der Hochzeit in die Suppe spucken? Und also geht man überall hin, ohne sich zu verleugnen. Niemand fragt, aber es zweifelt auch niemand. Jedenfalls nicht hierzukreise.

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Matthäus verliert Trainerschein

Für Lothar Matthäus hat die Affäre um den Trainerschein-Skandal um einen Prüfer des DFB aus Köln offenbar Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt seit Monaten wegen Bestechung sowie Bestechlichkeit, weil Prüfer über 50 Trainern der 1. und 2. Bundesliga ihre Trainerscheine ohne gültige Prüfung ausstellten und dafür im Gegenzug Bargeld kassierten.

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus beispielsweise soll für seinen deutschen Trainerschein 2900 Euro cash an einen Fußballlehrer bezahlt haben. Nun werden die betroffenen Trainer, darunter sind unter anderem auch die Trainer Jürgen Kohler (vereinslos), Jürgen Klinsmann (Bayern München) sowie Matthias Sammer (DFB), per Post aufgefordert, ihren Trainerschein umgehend abzugeben – andernfalls wird ihnen die Trainier-Erlaubnis binnen 14 Tagen polizeilich eingezogen.

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Sommerfußball

In der Radiokonferenz wird der Spielstil des Karlsruher SC heute als „Sommerfußball“ bezeichnet. Da darf die Frage erlaubt sein, wie „Winterfußball“ denn aussähe. Roter oder oranger Ball, das ist klar. Aber sonst?

(Die Frage nach Frühlingsfußball und Herbstfußball hebe ich mir für schlechte Zeiten auf.)

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Der letzte Asi der Bundesliga hört auf

Schade eigentlich um Jörg Böhme, den echten Ur-Proleten, der sein Proletentum weder in Outfit noch in Auftreten je ernsthaft kaschierte. Mehr fällt mir dazu nicht ein, was ein bisschen mager ist, aber auch daran liegen könnte, dass ich anders als Manni Breuckmann kein Schalke-Fan bin und anders als die 11Freunde-Hauptredaktion kein Arminia-Bielefeld-Fan.

Jörg Böhme war übrigens mal Nationalspieler.

Am 15.8.2001 schoss er sein einziges Länderspieltor seiner mit 10 Einsätzen gar nicht mal so kurzen Länderspielkarriere. Ein verwandelter Foulelfmeter beim 5:2-Sieg in Ungarn. Ich mochte ihn immer, wegen oder trotz seiner Proletenhaftigkeit, das wage ich jetzt noch nicht zu entscheiden.

Es ist schade, dass er geht, denn schließlich und endlich ist die Bundesliga nun proletenfrei (für offensichtliche Proleten der alten Schule, der moderne Prolet weiß sich ja gut zu tarnen).

15 Sekunden nur, nur drei Tore. Aber bitte.

Dass diese Spieler auch immer nach einem erzielten Tor abdrehen müssen, als wären sie jetzt komplett verrückt geworden …

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Nur kurz durchatmen

29.6.2008 bis 10.08.2008 — das lässt sich diesmal wohl aushalten. Am 29. Juni steigt (aber wohin steigt es?) das Finale der EM, am 10. August geht es weiter mit der ersten Runde des DFB-Pokals 2008/09. 42 Tage, quasi nur ein Marathon. Und nicht wie 2007 gleich ein Iron Man durchs Death Valley, mit fast drei Monaten Durststrecke.

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Rafael schenkt Sylvie ein Trikot

Ja. Glaubt man kaum, aber angeblich hat er nach dem ersten gemeinsamen Date seiner Angebeteten ein Trikot geschenkt. Das Gerücht setzt eine Bilderklickhurerei-Galerie der Welt in ebenjene. Abgesehen davon, dass die Bezeichnung „article“ in diesem Link zu einer der vielen, allerorten beliebten Klickserien, hier bei der Welt, der reinste Hohn ist, macht diese Bildunterschrift bei Bild 12 doch etwas stutzig:

Herzensbrecher: Nach dem ersten Kennenlernen schenkte Rafael Sylvie zu ihrem 25. Geburtstag ein Trikot seines damaligen Klubs Ajax Amsterdam: mit ihrem Namen und der Nummer 25.

Sollte Rafael van der Vaart wirklich einer von diesen Fußballdeppen sein, die sogar noch beim Date und allem, was danach folgt, von Fußball labern, Fußballgeschenke machen und darauf rumreiten, dass sie letztens mal einen Freistoß direkt verwandelt haben? Das wäre peinlich.

Und kann man ernsthaft das Herz einer Frau brechen, indem man ihr ein Fußballtrikot mit ihrem Namen drauf schenkt? Da kann man wahrscheinlich viel eher das Herz einer Frau brechen, indem man laut rülpsend im Unterhemd mit einer Dose Bier vor dem Fernseher sitzt.

Kann man so deppert, wie Rafael sich da angestellt hat, überhaupt das Herz einer Frau brechen? Achso, ich vergaß van der Vaarts Kontostand, zumindest den damals schon zu antizipierenden.

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Böhmische Dörfer im Internet

Viele Leute glauben, dass man eine Fremdsprache relativ leicht lernen könne. Man müsse nur immer und immer wieder zuhören, Radio, Fernsehen, Gespräche, Diskussionen, Reportagen. Irgendwann werde man automatisch immer besser. Ich sage mal so:

Jetzt schaue ich schon so lange Bundesliga und ich verstehe immer noch kein Wort chinesisch.

Gegenteiliger Effekt: Immer wenn ich in der U-Bahn oder am Bahnhof Chinesen sprechen höre, suchen meine Augen für einige kurze Momente den Schirm, auf dem Bundesligafußball läuft.

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